Donnerstag,29.September 2022
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Euro-Goldpreis tendiert schwächer nach EZB-Plänen

Gold, Goldpreis, Renditen
Der Goldpreis notierte am Dienstagvormittag 0,7 Prozent schwächer als vor einer Woche. EZB-Präsidentin bestätigte vor dem EU-Parlament die jüngst geäußerten geldpolitischen Pläne.

Der Goldpreis verliert auf Eurobasis etwas an Schwung. Die Renditen europäischer Staatsanleihen nähern sich wieder an.

Goldpreis-Entwicklung

Am Dienstagvormittag um 9:30 Uhr notierte der Goldpreis am Spotmarkt 1.833 US-Dollar pro Unze (-0,2 % gegenüber Vortag). Das entsprach 1.738 Euro (-0,6 %). Nach einem Feiertag zu Wochenbeginn, steigen die US-Investoren nun in die neue Handelswoche ein.

EZB-Anhörung

Am gestrigen Montag sprach EZB-Präsidentin Christine Lagarde vor dem EU-Parlament. Sie bestätigte das bereits nach dem Sondertreffen geäußerten Pläne, die „Fragmentierung“ bei den Renditen europäischen Staatsanleihen zu adressieren. Damit ist der starke Anstieg der Zinsen in den Randstaaten der Eurozone und der steigende Abstand zu den Renditen deutscher Papiere gemeint. Maßnahmen könnten in Form eines neuen Ankaufprogramms getroffen werden. Details dazu nannte die EZB bislang nicht. Lagarde bestätigte aber Erwartungen an Zinsanhebungen im Euroraum nach den kommenden Sitzungen.

Anleihe-Renditen

Und so gaben die Renditen der Anleihen Griechenlands, Italiens, Portugals und Spaniens gegenüber Vorwoche deutlicher nach (siehe Tabelle). Allerdings stiegen die Zinsen für die Papiere der Euro-Kernländer wie Deutschland, Frankreich und der Niederlande weiter an.

Gleichzeitig sank die Rendite 10-jähriger US-Bonds gegenüber Vorwoche von 3,36 Prozent auf 3,28 Prozent. Das heißt aber auch, insgesamt bleibt das Zinsniveau weiterhin deutlich erhöht.

Staatsanleihen, Deutschland, Renditen, USA

Goldpreis

Zuletzt konnte sich der Euro etwas gegenüber dem US-Dollar erholen. Somit legte der Goldpreis in US-Dollar gegenüber Vorwoche leicht zu, während der Euro-Goldkurs um 0,7 Prozent schwächer notierte.

Anleihe-Renditen und Gold

Welchen Einfluss haben die Anleiherenditen auf Gold? Generell lässt sich sagen: Wenn Staatsanleihen mit guter Bonität höhere Zinsen bringen, dann steigt deren Attraktivität unter defensiv ausgerichteten institutionellen Investoren. Dagegen wirkt das zinslose Gold als Anlageform dann in normalen Zeiten für solche Kapitalverwalter weniger lohnenswert. Auf solche Einflüsse reagieren auch automatisierte Handelssysteme.

Allerdings sind die Anleiherenditen nur einer von vielen Aspekten, die eine Rolle bei der Entwicklung von Goldnachfrage und Goldpreis spielen. Wenn an den Kapitalmärkten sichere Häfen gesucht sind, steigt der Goldpreis oft, während die Anleiherenditen sinken (steigende Anleihekurse).

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18 Kommentare

  1. Alles legt zu, DAX, Aktien, Euro, sogar der Bitcoin, nur Gold steht seit Tagen im Minus.
    Das bedeutet, da Gelddrucken und Schuldenmachen geht weiter, vermutlich auch die Inflation.
    Nach dem Motto, stell dir vor, es ist Inflation, alles wird sauteuer, nur Gold und Geld wird billiger.

  2. Hurra ! Hurra !
    Ein neues EZB-Ankaufprogramm !
    Noch mehr Italienische (etc.) Staatsanleihen für die EZB-Bilanz.
    Na dann ist ja alles GUT !

    Anbei ein Jugendphoto von Christine, Uschi und Olaf beim Spielen.
    Weil das so schön war, wollen die das wieder haben:
    https://img.welt.de/img/kultur/history/mobile102029189/9872509867-ci102l-w1024/bs-19-08-DW-Kultur-Essen-jpg.jpg

    Aber wir hier sehen das viel zu negativ.
    Die Politik macht uns alle REICH !
    Bekommt demnächst jeder , für den Wochenendeinkauf.

    https://www.wiwo.de/images/2-akg/6659196/2-format10620.jpg

    • @meisterEder
      Was soll die EZB auch machen ?
      Die Wahl zwischen Regen und Traufe. Also Inflation oder Massen Arbeitslosigkeit.
      Man wählt also die Inflation, denn eine Währungsreform
      mit streichen von ein paar Nullen ist einfacher zu handeln als Millionen von hungrigen Mäulern zu stopfen.
      Alea jacta est. Nun ist es klar, welchen Weg man beschreiten will. Den der Währungsreform.
      Darauf kann man sich besser einstellen als auf Jobverlust und Depression der Wirtschaft.
      Sichere Sachwerte, welche eine hohe Wertdichte haben, leicht veräusserlich sind, anonym und gut zu verstecken sein sollten, zudem nahezu unzerstörbar und unabhängig von jeglichen menschen gemachten Dingen sein sollten.
      ( huch, das war ein langer Satz). Darauf sollte geachtet werden.
      Da bleibt keine grosse Auswahl und man hat aber anderseits auch nicht die Qual der Wahl.

      • @Maruti
        Der Satz war lang (aber gut), dafür ist die Lösung des Problems klein und rund (oder eckig) und (noch) überall zu bekommen.

        Da waren wir uns hier ja schon vor 2 Jahren einig: eine Wiederholung von 1929 will niemand (ich auch nicht).
        Also wird gedruckt.
        Wenn man sich ansieht, was auf die Zinsanhebung von Paul Volcker in den USA damals wirtschaftlich passiert ist, will das heute auch kein Politiker.

        Gut für uns ist, dass wir eine gewisse Vorbereitungszeit hatten und vielleicht auch noch haben.
        Es ist wie immer: die dummen Schafe werden geschoren werden.
        Mitleid habe ich nur mit den 60 % Normalbürgern vom Busfahrer zur Supermarktkassiererin, die nichts machen können und inflationär verarmt werden.

  3. @Klapperschlange:
    Bei den Amis gibt es einen Frühindikator:
    Die Baumarktaktie von Home Depot (wie bei uns OBI):
    Minus 34 % seit Jahresanfang.

    https://duckduckgo.com/?q=home+depot+aktie&t=operav&ia=stock

    Hab mich jetzt nicht in die Details gekniet (Umsatzzahlen nominal/real usw. ), aber das war immer ein guter Indikator: wenn den Leuten das Geld für die Hausrenovierung oder Verschönerung ausgeht , droht Sturm.

    So ab 2013 konnte man das andersherum sehen: wenn die Leute wieder Geld haben, fangen sie an das Heim zu Verschönern und zu Renovieren. 2 Jahre später ging es dann auch mit dem Markt wieder bergauf.

    Pumuckl und ich haben (scherzhaft) beschlossen, dass wir uns unser Häuschen drüben wieder kaufen, wenn
    1.) Wir es für max. die Hälfte unseres Verkaufspreises wieder bekommen
    2.) Es nach den Armutsaufständen/dem Bürgerkrieg noch steht.

    Wird schon !
    Ohne Humor könnte man nur noch aus zwei Gründen zum Baumarkt fahren: ein Strick und ein stabiler Dübel.

    • Gegen Herbst 2025 könnt’s allgemein wieder aufwärtsgeh’n mit der Wirtschaft.

      Börsen haben ~ 1/2 Jahr „Vorlaufzeit“, also Frühjahr 2025, wird’s demnach mit der Aufwärtsbewegung an den Märkten wieder losgeh’n. (immerhin wird dort die wirtschaftliche „Zukunft“ gehandelt).

      Bravo, damit könnten’s nicht ganz falsch liegen mit ihrer Prognose.

      • @Der Schrauber
        Naja, war von meiner Seite keine Prognose (das traue ich mich schon lange nicht mehr), eher Hoffnung.
        Ohne die Energie und Rohstoffe aus Russland sind wir ab Oktober in der Steinzeit.
        Und dass „danach“ die Arbeitsplätze wieder zurück nach Dummland kommen, kann man vergessen.
        Eine verlagerte Fabrik, die woanders 50 %weniger Steuern und 70 % weniger Energiekosten zahlt, bleibt auch dort.
        DAs BMW-Stammwerk in München wird ab 2024 dicht gemacht. Die neue Fabrik für den 3er steht schon (Mexiko, 1. Ausbaustufe) , das Motorenwerk (England) ist auch im Plan.
        Ist bei jedem Konzern so.
        BASF produziert Kunstdünger schon überwiegend in der neuen 800 Millionen-Fabrik in den USA (Gas spottbillig und insb. VERFÜGBAR) und investiert gerade 10 Milliarden in China.
        Das ist weg und kommt nie wieder.

        Wenn es (woanders) wieder aufwärts geht, braucht man aber Mittel um einzukaufen.
        Und die dürfen bis 2055 etc. nicht „verbrannt“ sein.

        Doch eine Prognose: wir (in unserem Rentnerkreis) sehen Dummland da, wo England 1955 war. Nette Vergangenheit, aber auf dem unaufhaltsamen Weg in den Niedergang.
        Wer jung genug und gut ausgebildet ist sollte Land gewinnen.

        • „DAs BMW-Stammwerk in München wird ab 2024 dicht gemacht.“

          @MeisterEder
          Ist das schon offiziell? Haben Sie da eine Quelle? Ich kann nichts dazu finden. Das ganze Werk dicht??

          • @Feinu
            Hm, die Infos sind alle so 2 Jahre alt. Damals war Baubeginn in England.
            Ein Teil stand in der Zeitung, ein Teil ist von unserer „Rentnergang“.

            Die Schließung wird in mehreren Schritten laufen.
            München fertigt den 3er und die Motoren.
            1.) Motoren:
            In Hams Hall steht schon eine Fertigung für 400.000 Motoren im Jahr.
            Bis 2024 wird die komplette Motoren-Fertigung nach GB und Österreich verlagert.
            Hams Hall ist außerhalb der EU mit dem Verbrenner-Verbot.
            Die Jungs sind nicht doof.
            Der Rest der Welt wird natürlich weiter Verbrenner fahren.
            Österreich kriegt wohl die 6-Zylinder und grösser für Dingolfing.
            Das stand sogar in der SZ (vor ungefähr 2 Jahren).

            2.) Die 3er-Verlagerung ist noch nicht offiziell.
            In Mexiko wurde ein Werk für den 3er in riesiger Größe gebaut.
            Eröffnung im Sommer 2019, San Luis Potosi.
            In der Gegend baut Audi auch schon den Q5, auch für Europa.
            Läuft derzeit nur im 1-Schicht-Betrieb langsam hoch und versorgt den NAFTA-Raum (also auch USA) und Asien ausser China. In China wird direkt gebaut.
            Die Gesamtkapazität wird bei Vollausbau bei 175.000 Autos pro Jahr liegen.
            Das ist etwas kleiner als derzeit in München.
            Das findet man sogar offiziell bei BMW auf der Website.
            Aber das Gelände ist riesig.
            Zudem gibt es noch Kapazität in Spartanburg, SC, USA.
            Dort wird schon alles gebaut, was ein X auf dem Typenschild hat (X3, X5 …).

            Logische Frage: warum baut man in der Pampa südlich der USA ein 3er-Werk fast so groß wie München, das zudem noch Erweiterungsmöglichkeiten hat ?
            Und speziell Verbrenner/Hybride baut ?
            Langeweile ?
            Zu viel Geld übrig ?

            Kürzlich kam raus, dass der 7er und der X5 auch in China gebaut werden.
            Am Anfang des Ukraine-Krieges konnte der 100.000 Euro BMW-Kunde erfahren, dass die Bordelektrik für sein Luxus-Spielzeug aus der Ukraine kommt, weil man dort nur 2 Euro Stundenlohn bezahlen muss.
            Sowas steht natürlich nicht auf Seite 1 der Süddeutschen.

            Bei fast allen „Deutschen“ Autos ist nur noch das Preisschild deutsch.
            Deshalb fahren wir Japaner (die, die auch in Japan in Tahara gebaut werden).

            Hoffe, die Infos helfen.

          • Danke für die Information. Dass es zukünftig in diese Richtung gehen dürfte ist mir auch bewusst. Aber lassen wir uns überraschen. Ich bin Anfang 30 und Elektro-Ing. Ich habe ein eher schlechtes Gefühl, aber ich will meine Familie und Freunde hier nicht zurücklassen. Ich bin auch bereit ein Leben ohne Luxus zu führen. Meine Großeltern waren auch fähig autark zu leben.

      • @derSchrauber
        Möglich, nichts geht ewig bergab.
        Allerdings fragt sich, von welchem Level bergauf startet. Das kann durchaus der Nullpunkt sein.
        So nach ein paar strategischen Atombömbchen, danach geht es ganz sicher bergauf. Mit dem Rest der Menschheit oder, wenn nicht mit diesen, dann zumindest mit den Insekten.
        In 3 Jahren kann soviel geschehen.
        https://m.youtube.com/watch?v=sVIvajS0cgI

    • @Frosch
      JA, traurig.
      Wir waren und sind viel in Italien, insb. Venetien, Lombardei, Piemont und Toscana.
      Vor 30 Jahren war Deutschland noch Ansporn, manchmal Vorbild.
      Heute sind wir für die dortigen Manager nur noch ……..
      Was nicht heißt, daß unser Steuergeld nicht gerne genommen wird, um die eigene Villa und die Ferienhäuser mit 110 % Zuschuss (Superbonus) zu sanieren.
      Und es gibt Steuertricks, dass es einem graust.

  4. @Christian / Feinu
    Bei mir wird nicht gemutmaßt, ich kann nur keine internen Quellen nennen.

    Wenn Sie den Artikel genau lesen, steht da wörtlich drin, dass die komplette Verbrenner-Produktion an andere Standorte ausgelagert wird (viertletzter Absatz),

    Das neue Werk München wird optisch schön und offen.
    Ein E-Mobil benötigt 60 % weniger Manpower in der Fertigung (kein Motor, kein Getriebe……).
    Und von den 40 % restlicher Wertschöpfung steckt gut die Hälfte in Akku/Elektronik.

    Haben Sie in dem SZ-Artikel irgendeine Zahl der dort künftig arbeitenden Mitarbeiter gefunden ?
    Eben.
    Die will keiner nennen.
    In 2 Jahren werden auch Sie sehen, was los ist.

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