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EZB-Geldpolitik: Was zur Hölle war nochmal Inflation?

Geldregen auch im Euro-Raum (Foto: Fantasista - Fotolia.com)

"Heli-Ben" lässt grüßen, Geldregen auch im Euro-Raum (Foto: Fantasista - Fotolia.com)

Die Europäische Zentralbank lässt die Zinsen niedrig und kauft weiter Staatsanleihen an, damit die Schulden nicht ausgehen und die Banken überleben. Die Liquiditätsdroge wird nicht abgesetzt. Goldpreis und Silberpreis werden weiter steigen.

Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, machte am Donnerstag deutlich, dass man die europäischen Banken weiter unlimitiert mit Geld versorgt. Welche zusätzlichen Beträge die EZB für den Aufkauf von Staatsanleihen einsetzt, beantwortete er allerdings nicht. Das Programm werde weiter laufen, hieß es schlicht.

Bislang hat die EZB Wertpapiere im Umfang von 67,2 Milliarden Euro erworben. Alleine in der Woche zum 26. November griff die EZB mit 1,3 Milliarden Euro in die Märkte ein. Hinzu kommt das Programm zum Ankauf gedeckter Schuldverschreibungen. In diesem EZB-Portfolio befinden sich bereits Papiere im Wert von 60,9 Milliarden Euro.

Beide Positionen werden in den Büchern der EZB als „Held-to-maturity“-Wertpapiere geführt. Bedeutung: Sie sollen bis zur Fälligkeit gehalten werden und sind nicht zum Wiederverkauf zu einem früheren Zeitpunkt gedacht. Das heißt gleichzeitig, die daraus entstehende Liquidität kann nicht beliebig aus dem Markt zurück geholt werden. Diese Art der Offenmarktpolitik eignet sich somit nicht zur Feinsteuerung der Liquidität, sondern sie ist ein schwerfälliger Finanzierungsklotz.

So wird also auch in Europa weiter kräftig Geld gedruckt. Die Finanzmärkte reagierten auf diese Erkenntnis mit steigenden Aktienkursen und vielerorts leicht entspannten Anleihe-Renditen. Der EZB bleibt aus ihrer Sicht auch keine andere Wahl. Die Liquiditäts-Droge ist nicht mehr absetzbar. Daran hängt das gesamte System: Bankenliquidität, Staatenliquidität und damit auch die reale Wirtschaft.

Die Öffentlichkeit wird dabei langsam an Maßnahmen gewöhnt, die zu Beginn selbst von Zentralbankern als Sündenfall oder zumindest als absolute „Ausnahme für sehr begrenzte Zeit“ bewertet wurden. Der Ankauf von Staatsanleihen (überhaupt, der Ankauf von Wertpapieren beim Emittenten) bedeutet, dass jeder Euro der so zusätzlich ins System kommt alle bereits vorhandenen Euros ein Stückchen entwertet.

Die EZB plant nur noch von heute auf morgen. Motto: Die Menschen sind vergesslich, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern. Wichtigste Prämisse: Die Banken dürfen nicht untergehen. Und dazu muss auch ihr universelles Machtinstrument bis zum letzten Blutstropfen verteidigt werden: der Euro.

Je mehr Länder dem Euro-System beitreten, desto mehr Geld (besser: mehr Schulden) kann man produzieren. Und davon lebt das gesamte Bankensystem. Wenn es in der Union nicht mehr genügend Schuldner gibt, dann holt man eben neue rein.

Wann wird man auf den Pressekonferenzen über Inflationsbekämpfung sprechen? Das dürfte zu einem Zeitpunkt geschehen, wenn die Teuerungs-Dampflock viele schon überrollt! Denn der Kessel wird gerade weiter kräftig angeheizt. Und mit ihm die Preise für Gold und Silber.

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Eingetragen von am 3. Dez. 2010. gespeichert unter Euro, Europa, EZB, Gold, Marktkommentare, Politik, Silber. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

2 Kommentare für “EZB-Geldpolitik: Was zur Hölle war nochmal Inflation?”

  1. Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, soll den Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen 2011 erhalten „für seine Bemühungen um die Stabilität des Euro“. Ich vermute schon seit langem, dass sich die Mitglieder des Karlspreis-Komitees insgeheim für die Verleihung des Ordens „wider den tierischen Ernst“ qualifizieren wollen.

  2. Die EZB wird zu einer FED 2.0. Der Wettlauf welche Notenbank, am schnellsten und meisten Geld aus dem nichts druckt, wird immer schneller. Da die EZB aufholt, wird bald sicherlich die FED neu nachlegen müssen. Dabei ist QE2, noch keine 6 Wochen alt. Nächstes Jahr werden, wir sicherlich einen großen Inflationsschub sehen, aber das wird sicherlich billigst in Kauf genommen. Die Macht hat sich voll auf die Banken verlagert, die sind die wahren Herren in der EU bzw. weltweit.

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