Mittwoch,01.Februar 2023
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Gold und Renditen steigen vor Zinsentscheid

Gold, Goldpreis, Anleihen
Gold und Zinsen: In dieser Woche tagen Fed und EZB. Anleihe-Renditen und Goldpreis sind im Vorfeld leicht gestiegen.

In Erwartung kurzfristig steigender Zinsen in den USA und Europa haben die Anleihe-Renditen wieder etwas angezogen. Auch Gold befindet sich in Wartestellung.

Gold und Silber

Am Dienstagvormittag um 9:40 Uhr kostete eine Unze Gold am Spotmarkt 1.785 US-Dollar pro Unze. Das entsprach 1.693 Euro. Währenddessen notierte Silber mit 23,38 US-Dollar beziehungsweise 22,17 Euro pro Unze. Im Vorwochenvergleich verbuchten die Edelmetall-Kurse Gewinne. Denn Gold stand 0,8 Prozent beziehungsweise 0,4 Prozent (in Euro) höher. Dagegen notierte der Silberpreis sogar 4,4 Prozent und 4,0 Prozent (in Euro) höher.

Anleihe-Renditen

Die Kurse stehen unter dem Eindruck weiterer, unmittelbarer Zinsanhebungen in den USA und Europa. Denn entsprechende Entscheidungen stehen am Mittwoch (Fed) und Donnerstag (EZB) an. In diesem Umfeld sind die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen erneut angestiegen. So rentierten entsprechende US-Papiere am Dienstagvormittag mit 3,61 Prozent (Vorwoche: 3,59 %). Dagegen stiegen die Zinsen für deutsche Staatsanleihen dieser Laufzeit von 1,89 Prozent auf 1,96 Prozent. Entsprechend zogen auch die Renditen in den anderen Euroländer an.

Anleihen, Renditen, Länder, USA, Deutschland

Zinserwartungen

Das Statistische Bundesamt bestätigte am Dienstag 10 Prozent deutsche Inflation im November. Damit ging die Rate gegenüber Vormonat um 0,4 Prozentpunkte zurück. Nun wird erwartet, dass die EZB den Euro-Leitzins um 50 Basispunkte auf 2,5 Prozent anhebt. Bereits am Dienstagnachmittag werden die neuen Inflationsdaten aus den USA erwartet. Diese könnten die Zinserwartungen kurzfristig noch einmal verändern und auch den Goldpreis bewegen. Am US-Terminmarkt wurde ein Zinsschritt von 75 Basispunkten mit einer leicht erhöhten Wahrscheinlichkeit von 27,7 Prozent erwartet.

Anleihe-Renditen und Gold

Welchen Einfluss haben die Anleiherenditen auf den Goldpreis? Generell lässt sich sagen: Wenn Staatsanleihen mit guter Bonität höhere Zinsen bringen, dann steigt deren Attraktivität unter defensiv ausgerichteten institutionellen Investoren. Dagegen wirkt das zinslose Gold als Anlageform dann in normalen Zeiten für solche Kapitalverwalter weniger lohnenswert. Auf solche Einflüsse reagieren auch automatisierte Handelssysteme.

Allerdings sind die Anleiherenditen nur einer von vielen Aspekten, die eine Rolle bei der Entwicklung von Gold-Nachfrage und Goldpreis spielen. Wenn an den Kapitalmärkten sichere Häfen gesucht sind, steigen die Edelmetalle oft, während die Anleiherenditen sinken (steigende Anleihekurse).

Update, 13. Dezember 2022, 15:00 Uhr

Der Goldpreis steigt auf 1.820 US-Dollar (1.706 Euro) nach Bekanntgabe der neuen US-Inflationsdaten: US-Inflation im November geringer als erwartet. Die am US-Terminmarkt gehandelte Wahrscheinlichkeit (Fed Funds Futures) für einen 75-Prozent-Zinsschritt am Mittwoch ist auf 20 Prozent gefallen.

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12 Kommentare

  1. Warten auf das Christkind [für unsere lieben Ossis: auf die Jahresendfigur] in Form des US-Consumer Price Index CPI heute Nachmittag. Gut orchestriert vor dem morgigen FED-Zinsentscheid.

    Der durchschnittliche Erwartungshorizont liegt bei 7,3 Prozent. Jede noch so homöopathische Abweichung könnte erhebliche Auswirkungen mit sich bringen und alle möglichen Assets durcheinander wirbeln – jedenfalls wenn es nach JeePeeMorgan geht.

    Mit einer Wahrscheinlichkeit von 5 Prozent wird mit einem CPI von nahe 8 Prozent gerechnet. Das würde den S&P 500 um bis zu 5 Prozent abstürzen lassen. Das Eintreffen der Erwartungen sei mit 50 Prozent das wahrscheinlichste Szenario – zusammen mit der Gratifikation eines um bis zu 3 Prozent ansteigenden S&P. Eine Bescherung der besonderen Art sei ein CPI mit einer 6 vor dem Komma: Nun würde der S&P um bis zu 10 Prozent steigen.

    Hinzugefügt sei, dass Gold und Silber kurzfristig diese Bewegungen nachvollziehen sollten. Auch hier stehen die potentiellen Auswirkungen auf die Zinspolitik im Fokus.

    https://finanzmarktwelt.de/us-inflation-1430-uhr-blick-auf-optionsmarkt-und-analysten-255569/

    Also schaun mer mal, dann sehn mer scho.

    • Na, sieh mal einer an, die Inflationsdaten sind draußen – wolle mer se reinlasse?

      Zum Vorjahresmonat stiegen die Preise um +7,1 Prozent und damit weniger als erwartet [Prognose war +7,3%; Vormonat war +7,7%]. Marktreaktion: Starker Anstieg der US-Futures, Dollar nach unten, Renditen fallen stark, Gold +30 Dollar.

      https://finanzmarktwelt.de/inflation-us-verbraucherpreise-255600/

      ERICH KÄSTNER

      Die Zeit fährt Auto

      Die Städte wachsen. Und die Kurse steigen.
      Wenn jemand Geld hat, hat er auch Kredit.
      Die Konten reden. Die Bilanzen schweigen.
      Die Menschen sperren aus. Die Menschen streiken.
      Der Globus dreht sich. Und wir drehn uns mit.

      Die Zeit fährt Auto. Doch kein Mensch kann lenken.
      Das Leben fliegt wie ein Gehöft vorbei.
      Minister sprechen oft vom Steuersenken.
      Wer weiß, ob sie im Ernste daran denken?
      Der Globus dreht sich und geht nicht entzwei.

      Die Käufer kaufen. Und die Händler werben.
      Das Geld kursiert, als sei das seine Pflicht.
      Fabriken wachsen. Und Fabriken sterben.
      Was gestern war, geht heute schon in Scherben.
      Der Globus dreht sich. Doch man sieht es nicht.

      Verfasst 1931

  2. Der DAX heute beispielsweise mit 2.5% im Plus.
    Den Deutschen muss es ja gut gehen. Wozu also das ständige Gejammere?
    Klar, dass man momentan Gold nicht zu sehr zu drücken braucht.
    Ich bin gespannt, wer Rendite Sieger am 31.12.2022 wird.
    Aktien oder Gold.
    Krise, Inflation, Energiegejammer ?
    War da was ? Muss ich verschlafen haben. :)

  3. Wenn sich nach Bekanntgabe einer minimalen Änderung der Inflation solche Kurssprünge quer durch alle Indizes ergeben, kann man nur erahnen, wie gigantisch die Geldmengen im Hintergrund sein müssen, die händeringend nach Anlage- und Spekulationsmöglichkeiten suchen. Vermutlich genügt jetzt ein mittelschweres, globales Ereignis, damit diese gewaltige Woge eines Tages in sich zusammen bricht. Wohl dem, der dann seine Penunzen im Trockenen hat.

  4. @Maruti
    Ich weiß im Moment wirklich auch nicht was es zu feiern gibt. Wo man hinschaut, schlechte Stimmung. Horrende Energiepreise, Medikamenten Lieferengpässe wo man hinschaut. Ganze Schulklassen fallen aus wegen Grippe. Aus den Mainstreammedien kann man schon die Energiekrise 2.0 nächsten Winter vernehmen.
    Überall kalte Büros und geschlossene Läden.
    Tja, wie soll das Ganze noch weitergehen? Ich habe da größte Bedenken….

    • @The Mac

      damit die Stimmung hier nicht zu gemütlich wird, nur 2 kleine Nachrichten aus der Welt:

      https://www.nzz.ch/finanzen/ist-nach-dem-niedergang-von-ftx-jetzt-binance-dran-kunden-ziehen-vermoegen-in-milliardenhoehe-von-der-groessten-krypto-boerse-der-welt-ab-ld.1716850

      Riecht das jetzt nur nach Krypto-Winter oder höre ich das Friedhofsglöckchen leise bimmeln ?

      https://www.nzz.ch/finanzen/immobilien-markt-fuer-us-gewerbeliegenschaften-in-der-krise-ld.1715630
      Droht bei US-Gewerbeimmobilien eine Apokalypse ?

      Klingt jetzt für mich nicht nach kleiner vorübergehender Korrektur.

      Der grösste Vorteil von Metall ist, dass einem solche Meldungen nicht einen Nervenzusammenbruch, sondern nur ein müdes Lächeln entlocken.

      WIR hier, WIR haben eine geruhsame Adventszeit und auch ruhige Feiertage (zumindest in finanziellen Dingen).

      Stellt Euch einfach mal vor, Ihr hättet 30 % Eures Vermögens in US-Gewerbeimmofonds und der Fondsanbieter (einer der grössten ) kann Euch nicht mehr auszahlen. Irgendwie sehr spannend.

      • Wie beim Gold, das man nicht im Bankschließfach liegen lässt, lässt man auch Krypto-Zeug nicht auf der Börse liegen. Das ist eine schöne Lektion an alle, die nur reich werden wollten und sich nicht mit der Technik beschäftigen wollten. Mein Mitleid geht gegen null. Die Kurse werden sich irgendwann wieder erholen, aber wer sein Zeug auf der Börse liegen hat, wird alles verlieren.

        • @dePaul
          Schon, trotzdem, ob an der Börse oder im Hard Wallet, der Absturz von 60.000 Euro bis jetzt ist auch nicht ganz ohne.
          Komplett wertlos wird er nicht, aber das sind Wirecard Aktien auch nicht.
          Auch da hofft man auf Erholung.

    • @theMac
      Für die Börsen wird es weitergehen. Egal, was geschieht, egal wie die Stimmung der kleinen Leute ist.
      Beim Big Money herrscht die Gier.
      Wie Gordon Gekko es richtig ausdrückte:
      Gier ist gut, mehr Gier ist besser.
      Als kurz vor Ende des WW2 die Lichter ausgingen,
      bei den kleinen Leuten, herrschte an den Börsen Jubelstimung. Und es wurden gewaltige Vermögen geschaffen. Das sind die heutigen Milliardäre und deren Erben.
      Also, keine Bange, gierig bleiben.
      Gierig nach Geld, Ruhm und Reichtum.
      Und wenn Sie sich jetzt mit Grausen abwenden,
      recht so, niemand kann sich auch nur einen Penny mit ins Grab nehmen.
      Der Reichtum liegt eben im Inneren des Menschen drinnen und nicht auf der Bank oder der Börse.
      Aber, den Gierigen zuschauen, das macht doch auch Spass, oder Frau Kailil, wahre Sozialdemokratin und stolze Griechin.

      • Ja niemand kann was mitnehmen, aber man kann sein Leben doch viel mehr genießen, wenn man nicht mehr 40 Std die Woche im Büro hockt!!

        • @Diwit
          Dann haben Sie aber ganz andere Probleme und die sind nicht von schlechten Eltern.
          Sehen Sie sich mal um bei den Schönen und Reichen und Berühmten.
          Ob die alle so das Leben geniessen ?
          Das Leben ist immer voller Kompromisse.

  5. Nach dem Rauf beim Zinsentscheid geht es heute wieder runter. In Dollars sitzen wir wieder bei Anfang November Preisen oder Anfang des Jahres Preisen und in Euro auch bei Anfang des Jahres. Oder, wenn man will, bei Mitte 2019. Hat sich was geändert ? Ich meine Nichts !
    Bezüglich Gold hätte man das Geld seit bald 4 Jahren auch auf dem Konto liegen lassen können.
    Mal sehen, wie es Ende Dezember 2022 im Vergleich zu Ende Dezember 2017 aussieht.
    Wird nicht viel Unterschied sein, oder doch ?

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