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Goldanlage: Das öffentliche Missverständnis

“Der Goldkauf macht nur Spaß, wenn der Kurs steigt, ansonsten ist es eine scheiß Geldverschwendung.” Dieser Satz könnte von einem beliebigen Finanzanalysten aus der Mainstream-Presse stammen. Die große Mehrheit der Finanzjournalisten verleugnet weiterhin die wahre Bedeutung des Goldes und deshalb hat der gemeine Zeitungsleser immer noch nicht verstanden, worum es bei Gold eigentlich geht.

“Sell in May and go away”. Wer dieser Börsenweisheit in diesem Jahr bei Gold gefolgt ist, könnte zu der Erkenntnis gelangen, er habe alles richtig gemacht. Der Goldpreis rangiert derzeit im Bereich eines 6-Wochentiefs. Und gerne gönnt sich Gold um diese Jahreszeit eine kleine Pause.

Zeit auch für die Publikumsmedien, erneut hämische Anti-Gold-Artikel auszupacken (siehe Tagespresse). Und so mancher Anleger zweifelt tatsächlich, ob er vor ein paar Wochen mit seinem Goldkauf wirklich alles richtig gemacht hat.

Nun, wer im Mai 2009 mit ähnlichen Motiven seinen Goldschatz veräußerte, der schaut heute selbst aus der Sicht eines profitorientierten Geldanlegers ziemlich dumm aus der Wäsche. Er hätte sein Gold bei knapp unter 1.000 Dollar verkauft und bis heute 20 Prozent “Performance” verpasst. Ein Euro-Anleger wäre noch härter gestraft. Seit Mai 2009 hat der Goldpreis – in der Europäischen Gemeinschaftswährung gerechnet – 36 Prozent zugelegt.

Wir schreiben dies, weil Gold in der Finanzpresse nach wie vor beharrlich mit anderen Geldanlagen verglichen und bewertet wird. Gold ist in deren Augen ein Spekulationsobjekt mit dem man Zertifikate verkauft. Nur wenn es gut läuft, lobt man seine Funktion als Inflations- und Krisenschutz. Knickt der Kurs einmal stärker ein, wird das Edelmetall sofort als schlechtes Investment diffamiert. Und dafür gibt es ja auch vermittelbare Put-Optionsscheine.

Wir möchten an dieser Stelle nicht noch einmal detailliert auf die Qualität des Goldes in Sachen Vermögensschutz eingehen. Hierfür finden Sie genügend Argumente auf unserer Webseite. Klar sollte jedoch jedem sein, dass man natürlich kurzfristig mit Gold spekulieren kann, und damit sicher oft gehörig auf die Nase fällt. Anleger, die Gold aus Gründen des Vermögensschutzes erwerben, sehen die Welt allerdings mit anderen, sagen wir realistischen Augen. Diese Menschen verkaufen das Edelmetall eben nicht bei der nächstbesten Gelegenheit, sondern sehen Kursrückgänge als gute Kaufgelegenheit an.

Der Grund: Solange die Notenbanken den Markt mit ihrem deckungslosen Papiergeld überschütten, solange alte Schulden mit neuen beglichen werden, neues Geld nur durch neue Verschuldung entsteht und unser Geld von Monopolisten ausgegeben wird, müssen und wollen diese Anleger ihr Gold gar nicht verkaufen. Denn der Wert des möglichen Veräußerungserlöses würde nur erneut von denen bestimmt, die den Menschen mit der beliebigen Vermehrung des gesetzlichen Zahlungsmittels ihres Vermögens berauben. Deshalb ist Gold ein gutes Investment und nicht, weil man als Spekulant mit Gold auch bis zum kommenden Mai eine gute Performance erzielen wird.


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Eingetragen von am 9. Jul. 2010. gespeichert unter Gold, Marktkommentare. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

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