Dienstag,27.September 2022
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Krisenmodus: Goldpreis und Zinsen im Fokus

Gold, Goldpreis, Anleihen, Zinsen (Foto: Goldreporter)
Es herrscht Nervosität an den Märkten. Zuletzt beherrschten die Entwicklungen an der ukrainischen Grenze die Marktstimmung. Der Goldpreis profitierte (Foto: Goldreporter).

Im Zuge anhaltender geopolitischer Spannungen sowie hoher Inflations- und Zinserwartungen stiegen Goldpreis und Anleiherenditen zuletzt weiter an.

Krisenmodus

Die Märkte verbleiben im Krisenmodus. Erwartet wird eine deutlich restriktivere Geldpolitik in den kommenden Monaten, angesichts weiter steigender Inflationsraten und anhaltend hoher Inflationserwartungen. Hinzu kommt die Ukraine-Krise. Das mögliche Kriegsszenario in Europa ist zusätzliches Gift für die Aktienmärkte, es stärkt aber den Goldpreis. Allerdings gab es am Dienstagvormittag in dieser Angelegenheit kurzzeitig auch Zeichen der Entspannung. So meldete die russische Nachrichtenagentur TASS, Russland ziehe Truppen aus dem Süden und Westen zurück, nachdem Übungen beendete worden seien.

Goldpreis erneut fester

Um 9 Uhr kostete die Feinunze Gold am Spotmarkt noch 1.876 US-Dollar. Das entsprach 1.658 Euro. In beiden Fällen notierte das Edelmetall rund 0,2 Prozent über Vortag. Silber gab dagegen um 0,4 Prozent ab mit Kursen von 23,75 US-Dollar beziehungsweise 20,98 Euro. Damit verbuchte der Goldpreis nun seit Jahresbeginn einen Kursgewinn von 2,6 Prozent. Auf Euro-Basis betrugt das Kursplus sogar 3,4 Prozent. Nach der TASS-Meldung kamen die Edelmetall-Kurse wieder zurück. Um 9:45 Uhr notierte der Goldpreis bei 1.860 US-Dollar (1.649 Euro).

Anleiherenditen steigen weiter

Dabei rutschten aber auch die Anleihekurse weiter ab. Das heißt, die Anleiherenditen steigen weiter kräftig an. So rentierten 10-jährige US-Staatsanleihen am Dienstagvormittag mit 1,98 Prozent. Das ist im Rahmen unserer wöchentlichen Analyse der höchste Wert seit dem 26. Juli 2019.

Anleihen, Staatsanleihen, Renditen, Zinsen

Aber auch die Zinsen für europäischen Staatsanleihen ziehen weiter kräftig an. In Griechenland sind es bereits 2,63 Prozent. Die Rendite hat sich seit Jahresbeginn so gut wie verdoppelt. Ähnliches gilt für Italien. Hier nähert man sich 2-Prozent-Grenze. Dagegen stieg die Rendite deutscher Staatsanleihen gegenüber Vorwoche um weitere 21 Prozent auf 0,28 Prozent.

Anleihe-Renditen und Goldpreis

Welchen Einfluss haben die Anleiherenditen auf den Goldpreis? Generell lässt sich sagen: Wenn Staatsanleihen mit guter Bonität höhere Zinsen bringen, dann steigt deren Attraktivität unter defensiv ausgerichteten institutionellen Investoren. Dagegen wirkt das zinslose Gold als Anlageform dann in normalen Zeiten für solche Kapitalverwalter weniger lohnenswert. Auf solche Einflüsse reagieren auch automatisierte Handelssysteme.

Allerdings sind die Anleiherenditen nur einer von vielen Aspekten, die eine Rolle bei der Entwicklung von Goldnachfrage und Goldpreis spielen. Wenn an den Kapitalmärkten sichere Häfen gesucht sind, steigt der Goldpreis oft, während die Anleiherenditen sinken (steigende Anleihekurse). Auch das haben wir zuletzt immer wieder erlebt.

Goldreporter

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4 Kommentare

  1. In der Tat, die Nervosität an den sagenumwobenen ‚Märkten‘ ist schon phänomenal. Noch gestern sorgten sarkastische Bemerkungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Oleksandrowytsch Selenskyj über den angeblich bevorstehenden Angriff der Russen am Mittwoch [quasi der D-Day für Arme] für Turbulenzen. Die feine Ironie wurde an der Wallstreet nicht so recht wahrgenommen und schon setzte eine veritable Flucht in risikoferne Assets ein – hier vor allem ins GOLD.

    Heute nun das ganz genaue Gegenteil. Nach der TASS-Meldung vom Teilrückzug des russischen Militärs haussierten die Aktien-Indizes, während Gold einen [klitzekleinen] Rücksetzer erlitt. Die negative Korrelation ist schon eineindeutig. Der S&P 500 in orange und Gold heute mal in blau:

    https://finanzmarktwelt.de/wp-content/uploads/2022/02/goldpreis-gold-finanzmarktwelt-1536×982.jpg

    Aber keine Sorge, die üblichen negativen Korrelationen zur großen Antipode des Goldes, dem US-Greenback, und zu den Anleiherenditen werden schon wieder. Und auch die flottierenden Zins- und Inflationssorgen sind ja keineswegs aus der Welt.

    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

    Guten Morgen, liebe Sorgen
    Seid ihr auch schon alle da?
    Habt ihr auch so gut geschlafen?
    Na dann ist ja alles klar

    Wenn ein Tag so wunderschön beginnt ist alles drin
    Heute bleibt die Dusche kalt, das Wasserrohr ist hin
    Die Zeitung ist geklaut, was soll’s? Die schreiben eh nur Dreck
    Ein Zettel auf’m Tisch, für mich? Aha, die Frau ist weg

    Guten Morgen, liebe Sorgen
    Seid ihr auch schon alle da?
    Habt ihr auch so gut geschlafen?
    Na dann ist ja alles klar

    Jürgen von der Lippe

  2. Während N-tv schreibt, mann soll Aktien kaufen, wenn die Kanonen donnern, keinesfalls aber Gold.
    Denn dieses bringt ja keine Zinsen und essen kann man es wohl auch nicht.
    Heute müssen die Kanonen donnern, denn, man kauft Aktien, welche man gerade billigst verscherbelt hatte, wieder neu ein.
    Aber, wenn tatsächlich die Kanonen abziehen, was ist dann ?
    Wieder verkaufen ?
    Aber nein, meint N-tv, gerade dann kaufen, weil neue Höchstkurse anstehen.
    Daraus folgt, laut n-tv, was wir hier schon lange wissen:
    Was auch immer geschieht, immer Aktien schön brav kaufen und Ur-Omas Gold schön brav verkaufen.
    ( Heutige Omas haben nämlich gar kein Gold mehr.
    Nur SUVs, Iphones und Kreuzfahrten).

  3. Überhasteter Atom-Ausstieg oder
    Corona-Kollateralschäden“
    ?

    Vergangenes Jahr haben mehr als 40 Energielieferanten ihren
    Kunden gekündigt. „Im gesamten Jahr 2021 haben 41
    Energielieferanten bei der Bundesnetzagentur die Beendigung
    der Belieferung angezeigt“, sagte ein Sprecher der
    Bundesnetzagentur der „Rheinischen Post“ (Mittwochsausgabe).
    Davon seien sieben Lieferanten für Strom und Gas, 30 nur für
    Strom und vier nur für Gas.

    https://www.welt.de/wirtschaft/article236932307/Mehr-als-40-Energieversorger-haben-2020-Lieferungen-eingestellt.html

    Der Sprecher bestätigte, dass die Behörde den Fall des
    Stromanbieters Stromio an die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft
    abgegeben hat. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, Verträge
    mit Endverbrauchern „gekündigt“ und gleichzeitig seinen
    Strom und Gas im Großhandel zu Höchstpreisen verkauft
    zu haben.“

    „Check72“:

    Wir vermitteln (für eine kleine „Handlinge Charge . . .“ )
    sichere Strom-Lieferanten . . .

    3-fache Sicherheit für Ihren Stromwechsel

    Sichere Anbieter
    * CHECK72 ´geprüfte‘ Anbieter [ schön wär‘s ]
    * [ vom Anbieter „bezahlte, positive“ ] Kundenbewertungen
    * Bonusgarantie [ hat bei der BEV-Pleite leider nicht funktioniert,
    sorry ]

    Sichere Tarife
    * Keine Vorkasse [ wäre ja noch schöner ]
    * Keine Pakettarife [DHL liefert ja auch keinen Strom ]
    * Lange Preisgarantie [ leider nur so lange, bis der Versorger Insolvenz
    anmeldet ]

    Sicherer Wechsel
    * In 5 Minuten online wechseln [ eher 15 Minuten, wenn man auch das
    „Kleingedruckte“ im Liefervertrag lesen möchte, z.B. Kündigungsfristen ! ]
    * Garantierte Versorgungssicherheit [ leider nur beim „teuren“ Grundversorger,
    in den man zurückfällt, wenn der Stromanbieter pleite ist ]

    ᕙ(⇀‸↼‶)ᕗ✌

    • @Klapperschlange Damit der Gaspreis noch mehr Auftrieb bekommt holt man jetzt noch das ohnehin schon teuere Frackinggas verbunden mit hohen Transport-und Umwandlungskosten (Verflüssingung und Rückumwandlung) in das Land .Schuld an dem Preisauftrieb ist dann wieder natürlich Putin,Corinna ist ja am Abflauen.

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