Donnerstag,29.September 2022
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Marktzinsen steigen weiter, Goldpreis dennoch fest

Gold, Goldpreis, Anleihen, Zinsen (Foto: Goldreporter)
An den Finanzmärkten rechnet man mittlerweile mit vier US-Leitzinserhöhungen. Im aktuellen Goldpreis scheint dieses Szenario bereits eingepreist zu sein. Die Anleihe-Renditen steigen aber weiter (Foto: Goldreporter).

Die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen ziehen angesichts hoher Zins- und Inflations-Erwartungen weiter an. Der Goldpreis hält sich dennoch über 1.800 US-Dollar.

Steigende Marktzinsen

Die Renditen 10-jähriger Staatanleihen ziehen weiter deutlich an. So rentierten die entsprechenden US-Papiere am Dienstagvormittag mit 1,84 Prozent. So hoch standen die Marktzinsen im Rahmen unserer wöchentlichen Analyse zuletzt am 11. November 2019. Vor einer Woche hatte die US-Rendite bei 1,76 Prozent gelegen.

Zinserwartungen

Derweil näheren sich die 10-jährigen deutschen Staatsanleihen weiter der Nulllinie. Die Rendite lag am Dienstag bei -0,02 Prozent. Damit sind es die letzten Papiere auf unserer Beobachtungliste mit einer negativen Rendite.

Die Erwartungen von bis zu vier US-Zinsanhebungen in diesem Jahr und die anhaltend hohen Inflationsraten in den USA und Europa geben hier maßgeblich den Takt an.

Goldpreis-Entwicklung

Unterdessen konnte der Goldpreis gegenüber Vorwoche zumindest in US-Dollar erneut zulegen. Um 9:30 Uhr kostete eine Feinunze Gold am Spotmarkt 1.814 US-Dollar und damit 0,3 Prozent mehr als am vergangenen Dienstag. Allerdings notierte der Goldpreis mit 1.590 Euro 3 Euro unter dem Kurs der Vorwoche.

Renditen, Staatsanleihen, USA, Deutschland, Zinsen

Wenn Staatsanleihen mit guter Bonität höhere Zinsen bringen, dann steigt deren Attraktivität unter defensiv ausgerichteten institutionellen Investoren. Dagegen wirkt das zinslose Gold als Anlageform dann in normalen Zeiten für solche Kapitalverwalter weniger lohnenswert. Auf solche Einflüsse reagieren auch automatisierte Handelssysteme.

Marktzinsen und Goldpreis

Mittelfristig zählen allerdings die Realzinsen, also Zinsen minus Inflation. Und diese sind weiter deutlich im Minus. So betrug die offizielle US-Inflationsrate zuletzt 6,8 Prozent. Die Dezember-Daten werden an diesem Mittwoch veröffentlicht.

Dies ist allerdings nur einer von vielen Aspekten, die eine Rolle bei der Entwicklung von Goldnachfrage und Goldpreis spielen. Wenn Gold etwa in einer Krise stark gefragt ist und Anleihen gleichzeitig gemieden werden (sinkende Anleihekurse), können beide Werte parallel steigen.

Goldreporter

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5 Kommentare

  1. Gold zeigt sich angesichts des Ausverkaufs bei US-Schuldverschreibungen tatsächlich erstaunlich robust.

    Wilde Spekulationen auf eine etwaige „aggressive“ geldpolitische Überraschung der US-Notenbank Fed treiben die Renditen der US-Tresuries weiter an. Der große Berg gehaltener Anleihen-Altbestände mit niedriger oder gar negativer Verzinsung verliert an [Kurs-]Wert und bettelt geradezu darum, abgestossen zu werden. Selbige, also die ‚Renditen‘, fungieren in dieser Matrix primär als Risikogratifikationen, wirken aber dennoch aphrodisierend auf die Phalanx sagenumwobener Investoren. Und schon fliesst Frisches FIAT-Money [quasi aus dem Effeff].

    Ok, nächste Woche tritt die Fed zur wohl entscheidenden Sitzung zusammen, Heute stehen aber zunächst die richtungweisenden Daten des ‚Empire State Index‘ an. Die Lage des produzierenden Business im US-Bundesstaat New York wird gerne auf die ganze Volkswirtschaft extrapoliert.

    Konfuzius sagt: Die Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers.
    Oder war’s Tucholsky?

    • @Thanatos
      Zur Strafe gibt’s ’ne Englisch-Hausaufgabe.
      Laß Dir von Deiner Tochter dabei helfen.
      Precious metal
      https://www.youtube.com/watch?v=gM7gt_cSxjw

      Precious metal, left for me; let me hide my wealth in Thee.
      Let securities and bonds from portfolios abscond.
      FIAT money is the lure, save me from its guilt and power.

      All the labours of my hands not for government demands.
      Could the Fed no respite know, could their cash forever flow,
      All QE could not atone. Thou must save, and Thou alone.

      Nothing in my hand I bring, simply to my gold I cling.
      Silver coins and bars I chase; savers look to Thee for grace.
      ETFs I shall decline; give me bullion, or I die.

      Dollar draws its final breath, and the euro lies in death,
      Shares they soar to worlds unknown; money printing I bemoan.
      Gold and silver, left for me; let me hide my wealth in Thee.

    • Die Daten des US NY Empire State Index sind draussen – und sie sind desaströs.

      Die Stimmung in den Industrieunternehmen hat sich dramatisch auf einen Minuswert verschlechtert: Der Index fiel im Januar zum Vormonat um 32,6 Punkte auf minus 0,7 Zähler, wie die New Yorker Dependance der Fed soeben mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Rückgang auf 25,0 Punkte gerechnet.

      https://app.handelsblatt.com/wirtschaft-handel-und-finanzen-usa-empire-state-index-gibt-stark-nach/27985536.html

  2. Wenn das so weiter geht und Zinsen je Monat um 0,4 % steigen sollten, werden Dax und Co. viel Federn lassen.
    Da hat dann der Dachs mehr Federn.

    • @Goldhase
      Du glaubst ja nicht, was Köstritzer Kellerbier anrichtet.
      Es wollt ein Drucker wandern
      https://www.youtube.com/watch?v=ofHk7iQGgrA

      Es wollt ein Drucker wandern am Montag in der Fruh.
      Begegnet ihm Christine und Powell noch dazu.
      Hehe du Druckergesell, druck uns das Geld recht schnell.
      Mach dich gleich an die Arbeit, es gehe wie es wöll.

      Sobald der Drucker nach Frankfurt kam nahm er sein Ellenstab.
      Er schlug Christine den Buckel voll, recht schnell wohl auf und ab.
      Hehe du Druckergesell, mußt wieder aus der Höll,
      Wir brauchen net die Prügel; es gehe wie es wöll.

      Nachdem er all geprügelt hat, nahm er seine lange Scheer
      Und stutzt den Bänkern die Boni ab, sie hupften hin und her.
      He, he du Druckrgesell, pack dich nur aus der Höll,
      Wir brauchen nicht das Stutzen, es gehe wie es wöll.

      Da zog er’s Bügeleisen raus, und warf’s ins Höllenfeuer,
      Er streicht den Sparern die Zinsen aus, sie schrieen ungeheuer.
      He, he du Druckergesell, geh du nur aus der Höll,
      Wir brauchen nicht den Zinstod, es geh halt wie es wöll.

      Drauf nahm er Gold- & Silberbarr’n, und fängt zu zählen an,
      Er näht den Bänkern Nasen zu, so eng er immer kan:
      He, he, du Druckergesell, pack dich nur aus der Höll,
      Wir können nimmer schwindeln, es geh nun wie es wöll.

      Darauf fängt er zu drucken an, das Ding hat ziemlich brennt,
      Er hat den Bänkern mit Gewalt die Kryptos abgetrennt:
      He, he, du Druckergesell, marschier nur aus der Höll,
      Sonst brauchen wir den Blankfein; es geh nun wie es wöll.

      Nach diesem kam Jerome daher, und sagt: Es ist ein Graus,
      Kein Bänker hat ein Bonus mehr, jagt ihn zur Höll hinaus:
      He, he, du Druckergesell, pack dich nur aus der Höll,
      Wir brauchen gar kein FIAT; es geh halt wie es wöll.

      Nachdem er nun hat aufgepackt, da war ihm erst recht wohl,
      Er hüpft und springet unverzagt, lacht sich den Buckel voll,
      Ging eilends aus der Höll, und blieb ein Druckergesell;
      Drum holt der Teufel kein Drucker mehr; er stehl so viel er wöll.

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