Der Kupferpreis springt erstmals über 14.000 USD je Tonne. Spekulative Käufe aus China treiben laut Berichten die breite Metall- und Rohstoffrally.
Der Kupferpreis ist auf ein neues Allzeithoch gestiegen. An der London Metal Exchange kletterte der Preis (Februar-Kontrakt) zeitweise um fast acht Prozent und überschritt erstmals die Marke von 14.000 US-Dollar je Tonne. Auslöser war eine Welle spekulativer Käufe aus China, die vor allem während der asiatischen Handelszeiten stattfand. Marktbeobachter verwiesen auf stark steigende Handelsvolumina an der Shanghai Futures Exchange, wo der Januar bereits der umsatzstärkste Monat für Basismetalle gewesen sei.
Dabei stehe der Preisanstieg im Widerspruch zu Signalen einer schwachen physischen Nachfrage in China sowie zu einer zunehmenden Contango-Struktur, die auf ausreichend verfügbare Lagerbestände hindeute. Unterstützung komme zudem von einem schwachen US-Dollar, geopolitischen Spannungen und Erwartungen an eine künftig lockerere Geldpolitik in den USA. Neben Kupfer zogen auch Aluminium, Zink und andere Metalle deutlich an. Mehr dazu: Chinas Spekulationswelle treibt Kupfer auf Rekordhoch – via Bloomberg
Goldreporter-Kommentar: Die spekulative Rohstoffrally unterstreicht die Flucht vieler Investoren in Sachwerte. Davon profitiert auch der Goldpreis, da Gold trotz fehlender Industriekomponente zunehmend als monetäre Absicherung aber auch als Renditevehikel gesucht wird.
Der Silberpreis steigt deutlich. Dennoch verzeichnet der größte Silber-ETF hohe Metallabflüsse. Beim größten Gold-ETF gibt es dagegen Zuflüsse.
Silberbarren: Trotz steigendem Silberpreis verzeichnet der größte Silber-ETF hohe Metallabflüsse.
Gold- und Silberpreis ziehen weiter an
Der Goldpreis setzte seine steile Aufwärtsbewegung in den vergangenen Tagen fort und erreichte am Mittwoch ein neues Rekordhoch – die siebte Bestmarke in Folge.
Am Mittwoch schloss die Feinunze Gold am Spotmarkt mit 5.477 USD bzw. 4.581 EUR. Damit stieg der Goldpreis innerhalb einer Woche um 13 Prozent (+1 % in EUR). Seit Jahresbeginn hat sich das Edelmetall um 27 Prozent verteuert (+25 % in EUR).
Der Silberpreis zieht weiter an, doch ETF-Investoren reduzieren ihre physischen Bestände – ein Signal für strukturelle Umschichtungen im Markt.
Silber schloss den gestrigen Handelstag ebenfalls auf Rekordniveau – mit 118,40 USD bzw. 99,03 EUR pro Unze. Das heißt, innerhalb einer Woche stieg der Silberpreis um 28 Prozent bzw. 26 Prozent (in EUR). Im Jahresverlauf hat sich das Edelmetall bereits um 65 Prozent (+63 % in EUR).
Größter Silberfonds: Starke Kapital- und Metallabgänge
Allerdings zeigt sich die Entwicklung der Edelmetall-Bestände in den großen ETFs etxrem divergent. Physisches Metall sucht sich derzeit den Weg zum höchsten Preis. Diese werden aktuell im China bezahlt. Außerdem gibt es strukturelle Anpassungen in vielen Fonds, die nach dem starken Kursanstieg bei Gold und Silber neu gewichtet werden müssen. So lässt sich womöglich die Entwicklung der SLV-Bestände erklären.
Denn trotz Silberpreis-Rekorden ist das Inventar des iShares Silver Trust im Zeitraum vom 24. bis 28. Januar 2026 um 529 Tonnen geschrumpft. Dabei ergibt sich ein Netto-Kapitalabfluss von einer Milliarde US-Dollar. Offiziell istd er ETF mit einer Unze Silber pro ausgegebenem Anteil physisch gedeckt.
Gold- und Silberbestände in GLD und SLV per 28. Januar 2026 sowie die Veränderung gegenüber der Vorwoche.
GLD mit Zuflüssen
Dagegen verzeichnete der größte Gold-ETF, der SPDR Gold Shares (GLD), deutliche Mittelzuflüsse. Unter dem Strich flossen dem GLD innerhalb der vergangenen fünf Handelstage 429 Millionen US-Dollar zu, was auf eine zunehmende Beteiligung institutioneller Anleger an der laufenden Gold-Rally hindeutet.
Für diesen Zeitraum werden Bestandszugänge von 12,3 Tonnen auf 1.089,96 Tonnen gemeldet. Jeder GLD-Anteil ist mit einer Zehntel Feinunze Gold physisch hinterlegt.
Kapitalbewegungen im SPDR Gold Shares (GLD): Tägliche Zu- und Abflüsse sowie kumulative Entwicklung vom 22. bis 28. Januar 2026.
Bedeutung für den Edelmetallmarkt
Edelmetall-ETFs liefern einen gut nachvollziehbaren Einblick in die Anlegerstimmung. Steigende Bestände deuten meist auf eine breite Akzeptanz des laufenden Trends hin, während Rückgänge häufiger taktische Umschichtungen oder kurzfristige Liquiditätsbedürfnisse widerspiegeln.
Für die kurzfristige Preisfindung bleibt allerdings der Terminmarkt maßgeblich. Anpassungen bei ETF-Beständen entfalten ihre Wirkung meist mit Verzögerung und zeigen vor allem, wie sich größere Investoren mittelfristig positionieren.
Der Goldpreis setzt seine Rally fort und erreicht am Donnerstag 5.560 USD. Fed-Signale und geopolitische Spannungen liefern zusätzlichen Rückenwind.
Goldpreis heute
Der Goldpreis legt weiter an Tempo zu. Am Donnerstag um 8:15 Uhr kostet die Feinunze Gold am Spotmarkt 5.560 USD bzw. 4.640 EUR. Das entspricht einem Tagesplus von 2,6 Prozent bzw. 2,3 Prozent. Dabei bleibt die Bewegung klar momentumgetrieben. Zudem liefern geldpolitische Signale und geopolitische Spannungen zusätzliche Impulse. Silber folgt mit geringerer Dynamik. Der Preis steigt auf 118,30 USD bzw. 98,70 EUR, ein Plus von rund 1 Prozent.
Der Goldpreis beschleunigt nach der Fed-Entscheidung weiter – Momentum und geopolitische Risiken treiben die Notierungen auf neue Rekordniveaus.
Vortag – Fed und neue Unruhe
Nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank bauten die Edelmetalle am Mittwoch ihre Gewinne deutlich aus. Die Fed ließ den Leitzins unverändert. Allerdings stimmten zwei Trump-nahe FOMC-Mitglieder bereits für eine Zinssenkung. Daraufhin zog der Goldpreis spürbar an und markierte zum Handelsschluss neue Rekordhochs bei 5.418 USD bzw. 4.532 EUR je Unze. Auch Silber erreichte neue Bestmarken bei 116,85 USD und 97,75 EUR.
Zusätzlich sorgte die Entsendung von US-Kriegsschiffen in Richtung Iran für wachsende Unsicherheit an den Märkten.
Ausblick – Datenlage im Fokus
Am Donnerstag richten sich die Blicke auf mehrere Konjunkturdaten. In den USA stehen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Handelsbilanz sowie die Auftragseingänge an. Aus der Eurozone folgen neue Daten zum Geschäftsklima und zu den Inflationserwartungen. Dabei bleibt der Goldpreis trotz technischer Überdehnung offensichtlich bereit für weitere Beschleunigungen.
Die Fed belässt die Zinsen unverändert. Gold reagiert mit einem Kurssprung von fünf Prozent und erreicht neue Rekordhochs.
Die US-Notenbank hat den Leitzins am Mittwochabend unverändert in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent belassen. Im Offenmarktausschuss stimmten laut FOMC-Statement zwei Mitglieder – Christopher Waller und Stephen Miran (beide Trump-nah) – für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte. In ihrer Erklärung verwies die Federal Reserve auf geringe Beschäftigungszuwächse, zugleich aber auf Anzeichen einer Stabilisierung der Arbeitslosenquote. Fed-Chef Jerome Powell sprach von einer verbesserten Konjunkturperspektive, betonte jedoch, dass weitere Entscheidungen strikt datenabhängig getroffen würden.
An den Märkten sorgte das Fed-Ergebnis für zusätzliche Dynamik bei Edelmetallen. Der Goldpreis zog nach der Entscheidung deutlicher an und erreichte zum Handelsschluss neue Rekordhochs bei 5.418 USD (+4,6 Prozent) sowie 4.532 EUR (+5,4 Prozent) je Unze. Auch der Silberpreis markierte neue Bestmarken und stieg auf 116,85 USD beziehungsweise 97,75 EUR (+5 Prozent). Renditen und Aktienmärkte reagierten dagegen nur verhalten, während der US-Dollar leicht nachgab.
Goldreporter-Kommentar: Im Zuge des starken Goldpreis-Momentums zieht der Goldpreis selbst bei kleinen Impulse immer weiter an. Dabei ignoriert der Markt auch die kurzfristige Kursüberhitzung, die zuletzt nicht mehr war als der Ausdruck einer ungewöhnlich starken Goldnachfrage. Gleichzeitig zeigen die Stimmen der beiden Trump-Sympathisanten im FOMC, wohin die Reise bei einer noch stärkeren politischen Einflussnahme führen kann.
Der Goldpreis steigt seit Jahresbeginn um 20 Prozent auf Rekordniveau. Technisch bleibt der Markt deutlich überdehnt.
Goldchart in US-Dollar; Basis: CME Spot, Tagesschlusskurse vom 27. Januar 2026, 6-Monats-Betrachtung.
Goldpreis auf Rekord – 20 Prozent plus seit Jahresbeginn
Der Goldpreis setzt seine dynamische Aufwärtsbewegung fort. Zum Handelsschluss notierte das Edelmetall (CME Spot) bei 5.181 US-Dollar je Unze. Damit markierte Gold ein neues Rekordhoch. Auf Wochensicht ergibt sich ein Anstieg von 9 Prozent. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Plus auf rund 20 Prozent.
Der Goldpreis ist technisch überdehnt – doch erst ein Rutsch die Schwellen von 5.000 USD/4.150 EUR würde die Rally ernsthaft bremsen.
Nach dem Ausbruch über die Marke von 4.600 US-Dollar hat sich die Rally nochmals beschleunigt. Die Schwelle von 5.000 US-Dollar wurde dabei ohne nennenswerten Widerstand überwunden. Entsprechend fehlen zwischen diesen beiden Kursniveaus ausgeprägte technische Unterstützungen. Kurzfristig dürfte sich die Marktorientierung daher vor allem an psychologisch relevanten Marken ausrichten.
Der Relative-Stärke-Index ist weiter gestiegen und liegt aktuell bei 86, nach 75 in der Vorwoche. Damit befindet sich der Markt klar im überkauften Bereich. Der Abstand zur 200-Tage-Linie hat sich auf rund 38 Prozent ausgeweitet. Auch zur 50-Tage-Linie ist der Goldpreis mit 18 Prozent deutlich überdehnt.
Euro-Goldpreis: Dynamik bleibt hoch
In Euro gerechnet hat sich der Goldpreis oberhalb von 4.200 Euro etabliert. Diese Zone gilt als wichtigste kurzfristige Unterstützung. Weitere Auffangbereiche liegen bei 4.000/3.950 Euro sowie im Bereich von 3.850 Euro. Erst Tagesschlusskurse unter 4.150 Euro würden den steilen Aufwärtstrend ernsthaft infrage stellen. Auch hier signalisiert der RSI mit einem Wert von 85 eine ausgeprägte Überhitzung.
Goldpreis in Euro, US-Futures, 6 Monate, Schlusskurse per 27. Januar 2026.
Ausblick: Zentrale Marken entscheidend
Kurzfristige Übertreibungen wurden zuletzt immer wieder durch moderate Rücksetzer korrigiert. Gleichzeitig blieb die Volatilität im Tagesverlauf hoch. Sollte der Goldpreis jedoch unter die Schlüsselmarken von 5.000 US-Dollar beziehungsweise 4.150 Euro fallen, könnte dies den Beginn einer ausgeprägteren Konsolidierungsphase markieren.
Der Krypto-Konzern Tether hält mittlerweile rund 140 Tonnen Gold im Wert von etwa 23 Milliarden USD und wird zum dauerhaften Nachfragefaktor auf dem Goldmarkt.
Goldbarren als Deckung auf dem Kryptomarkt: Das Bild steht sinnbildlich für Tethers stark ausgeweitete Goldreserven von rund 140 Tonnen Gold.
Goldbestand von Tether wächst auf 140 Tonnen
Der Stablecoin-Anbieter Tether hat seine Goldreserven deutlich ausgeweitet. Nach Angaben von CEO Paolo Ardoino belaufen sich die physischen Bestände inzwischen auf rund 140 Tonnen Gold mit einem Marktwert von etwa 23 Milliarden US-Dollar. Rund 16 Tonnen davon dienen der Deckung des Gold-Tokens Tether Gold (XAU₮), während der überwiegende Teil als strategische Reserve neben den Dollar-Reserven des Stablecoins USDT gehalten wird.
Der Krypto-Konzern Tether agiert mit seinen Goldkäufen zunehmend wie ein privater Zentralbank-Akteur.
Damit zählt Tether zu den größten bekannten privaten Goldhaltern weltweit – außerhalb von Zentralbanken, ETFs und Geschäftsbanken.
Gold-Offensive seit Herbst deutlich beschleunigt
Bereits im November hatte Tether mit einer strategischen Neuausrichtung für Aufmerksamkeit gesorgt. Damals lagen die gemeldeten Goldbestände noch bei rund 80 Tonnen. Zugleich verpflichtete das Unternehmen zwei erfahrene Goldhändler von HSBC, um den Einstieg in den physischen Edelmetallhandel professionell abzusichern. Seither hat sich der Goldbestand nahezu verdoppelt.
Aktuell kauft Tether nach eigenen Angaben ein bis zwei Tonnen Gold pro Woche. Damit wird das Unternehmen zunehmend auch ein Goldpreis-Faktor. Das Edelmetall dient sowohl als Reserve für den Dollar-Stablecoin USDT als auch zur Deckung des goldgedeckten Tokens Tether Gold (XAUT). Die Barren lagern in einem Hochsicherheitsbunker in der Schweiz. Marktbeobachter werten das Kaufprogramm als neuen strukturellen Nachfragefaktor am Goldmarkt.
Der Goldpreis steigt am Mittwoch weiter. Dollar-Schwäche, neue Rekorde und die Fed-Entscheidung sorgen für erhöhte Spannung am Markt.
Goldpreis heute
Der Goldpreis setzt seine Rally am Mittwoch fort. Um 8:15 Uhr notierte die Feinunze am Spotmarkt bei 5.275 USD beziehungsweise 4.387 EUR. Das entspricht einem Tagesplus von 1,8 Prozent in US-Dollar und rund 2 Prozent in Euro. Seit Jahresbeginn hat Gold damit bereits um 22 Prozent zugelegt, in Euro gerechnet um 19 Prozent.
Ein schwächerer Dollar stützt den Goldpreis, hohe Volatilität vor Fed-Entscheidung.
Auch Silber bleibt stark. Das Metall startete mit 114,87 USD beziehungsweise 95,65 EUR in den Handel. Das entsprach einem Plus von 2,6 Prozent in US-Dollar und 2,8 Prozent in Euro. Im Januar hat sich der Silberpreis damit bereits um 61 Prozent verteuert.
Vortag – Neue Gold- und Silber-Rekorde
Bereits am Dienstag hatten Gold und Silber neue Rekordstände erreicht. Nach einem volatilen Handelsverlauf stieg der Goldpreis um 3,4 Prozent auf 5.180 USD beziehungsweise 4.302 EUR. Zuvor hatte US-Präsident Trump mit beschwichtigenden Aussagen zur Dollar-Schwäche für zusätzliche Impulse gesorgt.
Parallel überschritt der Euro erstmals seit 2021 wieder die Marke von 1,20 USD. Silber kletterte im Zuge der Rally auf 111,91 USD und markierte damit ebenfalls neue Bestwerte. Anhaltende Defizitsorgen, geopolitische Risiken und Zinserwartungen sorgten für zusätzlichen Rückenwind bei Gold und Silber.
Ausblick – Zinsentscheid am Mittwoch
Am heutigen Mittwoch laufen an der COMEX die Januar-Kontrakte bei den Edelmetall-Futures aus. Zudem richtet sich der Blick der Märkte am Abend nach Washington. Dort gibt die US-Notenbank ihre geldpolitische Entscheidung bekannt.
Dabei steht weiterhin ein möglicher Government-Shutdown im Raum. Dieser könnte eintreten, falls die Demokraten einem Übergangshaushalt nicht zustimmen. Entsprechend dürfte die Volatilität an den Märkten erhöht bleiben.
Der Euro klettert erstmals seit 2021 über 1,20 USD. Breite Dollar-Schwäche, Trump-Aussagen und Defizitsorgen belasten den Greenback. Gold legt kräftig zu.
Der Euro ist am Dienstagabend erstmals seit Juni 2021 über die Marke von 1,20 US-Dollar gestiegen. Die Gemeinschaftswährung legte zeitweise um bis zu 1,7 Prozent auf 1,2081 USD zu. Der Goldpreis kletterte um 3,4 Prozent auf 5.180 USD / 4.302 EUR (+2 %) pro Unze und damit auf neue Rekordstände. Währenddessen stieg der Silberpreis um 7,9 Prozent (6,5 %) auf 111,91 USD bzw. 92,94 EUR.
Einbrechender Dollar, steigendes Gold: Der Währungsmarkt liefert Edelmetallen Rückenwind.
Auslöser war eine erneute Schwäche des US-Dollars, nachdem Präsident Donald Trump erklärt hatte, er sehe den Rückgang der US-Währung gelassen. Dabei steht der Dollar seit Wochen unter Druck. Sorgen über steigende US-Defizite, anhaltende Handelskonflikte und geopolitische Risiken belasten den Greenback. Zudem verweisen Marktteilnehmer auf eine zunehmende Diversifikation internationaler Reserven in Richtung Gold und anderer Alternativen.
Auch am Terminmarkt nimmt der Optimismus für den Euro zu. Optionen signalisieren laut einem Bloomberg-Bericht die stärkste bullishe Positionierung zugunsten der Gemeinschaftswährung seit März 2020. Der Blick richtet sich nun auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwochabend. Am Markt werden für dieses Jahr knapp zwei Zinssenkungen erwartet. Zusätzliche Unsicherheit bringt die wachsende Gefahr eines erneuten Government Shutdowns in den USA.
Goldreporter-Kommentar: Ein schwächerer US-Dollar ist das Basisszenario für einen steigenden Goldpreis. Für die US-Wirtschaft verbessern sich womöglich die Exportchancen, allerdings steigen damit auch die Importpreise. Dagegen erhöhen Währungsabwertung und Vertrauensverluste gegenüber dem US-Dollar die Attraktivität von Gold als Reserve- und Absicherungsinstrument.
Der Goldabsatz in Südafrika ist im November deutlich eingebrochen. Gleichzeitig legten die Umsätze mit Platin-Metallen kräftig zu.
Bergbau und Metallmärkte in Südafrika: sinkender Goldabsatz bei robuster PGM-Nachfrage. Die Goldproduktion war im Nopvember erneut rückläufig.
Gold-Absatz im November deutlich gesunken
Südafrika hat im November spürbar weniger Gold verkauft. Nach Angaben von Stats SA beliefen sich die Erlöse auf 11,4 Milliarden Rand, umgerechnet rund 593 Millionen Euro. Damit lagen die Einnahmen 30 Prozent unter dem Oktoberwert und 28 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Zum Vergleich: Im Mai 2025 hatte der Goldabsatz mit 21,3 Milliarden Rand (1,04 Milliarden Euro) noch einen Rekord erreicht.
Ein deutlicher Rückgang beim Goldabsatz steht im November einer stabilen Entwicklung bei Platinmetallen gegenüber.
Platinmetalle weiter gefragt
Deutlich robuster entwickelte sich dagegen das Geschäft mit Platinmetallen. Die Umsätze mit Platin und Palladium stiegen gegenüber dem bereits starken Vormonat um 1 Prozent auf 23,7 Milliarden Rand (1,2 Milliarden Euro). Im Jahresvergleich ergibt sich sogar ein Plus von 42 Prozent. Dies deutet auf eine weiterhin hohe industrielle Nachfrage auf dem Weltmarkt hin.
Fördermengen rückläufig
Auch auf der Produktionsseite setzte sich der Abwärtstrend fort. Die Goldförderung lag im November 6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Produktion von Platinmetallen ging um 2,8 Prozent zurück. Südafrika bleibt zwar weltweit der größte Platinproduzent, Stats SA veröffentlicht in den Monatsberichten jedoch nur prozentuale Veränderungen, keine absoluten Fördermengen.
Strukturelle Probleme im Gold-Sektor
Südafrika hatte seine Rolle als weltweit größter Gold-Produzent bereits 2006 verloren. Seitdem belasten sinkende Erzgehalte, hohe Förderkosten, fehlende Großfunde sowie wiederkehrende Streiks und Stromausfälle die Branche. Hinzu kommen die extrem tiefen Bergwerke, die eine Ausweitung der Förderung erschweren. Zwar profitierten die Produzenten zuletzt vom starken Goldpreis, der strukturelle Abwärtstrend im Sektor gilt jedoch weiterhin als intakt.
Die SOLIT Group stellt sich strategisch neu auf. Mit BIG steigt ein globaler Edelmetallkonzern als Mehrheitspartner ein.
Die SOLIT Group AG (u.a. GoldSilberShop.de) hat einen verbindlichen Vertrag über den Einstieg der Bullion International Group (BIG) als Mehrheitsgesellschafter unterzeichnet. BIG ist Teil der Schweizer MKS PAMP GROUP. Diese beschäftigt weltweit über 1.400 Mitarbeiter und betreibt zwei Raffinerien, drei Münzprägeanstalten und 15 Niederlassungen in neun Ländern.
Der Vollzug der Transaktion ist für das zweite Quartal 2026 vorgesehen. SOLIT bleibe operativ eigenständig, während Gründer und Management um CEO Robert Vitye das Unternehmen weiterhin führen sollen. Mit dem neuen Partner soll die Internationalisierung beschleunigt, die physische Edelmetallversorgung gestärkt und die Position von SOLIT als führender europäischer Anbieter ausgebaut werden.
Der Goldpreis zeigt sich weiter stark. Silber ist extrem volatil, der Anleihenmarkt rückt als Risikofaktor in den Fokus.
Gold stark gefragt: Umschichtungen aus dem Anleihenmarkt können den Goldpreis zusätzlich antreiben.
Gold und Silber bärenstark
Die Edelmetall-Märkte bleiben hoch aufgeladen. Trotz deutlich gestiegener Schwankungen halten sich Gold und Silber auf Rekordniveau. Am Dienstagvormittag um 10:45 Uhr kostete Gold 5.088 USD beziehungsweise 4.287 EUR. Damit lag der Kurs rund acht Prozent über dem Niveau der Vorwoche. Silber zeigte sich erneut deutlich dynamischer und verteuerte sich innerhalb einer Woche um 18 Prozent auf 112,23 USD beziehungsweise 94,50 EUR.
Der Goldpreis behauptet seine Stärke trotz nervöser Märkte. Silber schwankt stark, während Anleihe-Turbulenzen in Japan Kapital umlenken.
Wie nervös der Markt derzeit ist, zeigte der Handel am Vortag. Silber lag zwischenzeitlich mehr als 13 Prozent im Plus, gab diese Gewinne jedoch bis zum Handelsschluss nahezu vollständig wieder ab. Die technische Lage bleibt nach dem steilen Anstieg angespannt, Übertreibungen werden zunehmend korrigiert.
Aber auch der Zinsfaktor rückt kurzfristig wieder stärker in den Fokus. Am globalen Anleihemarkt ist enormes Kapital gebunden. Bereits kleinere Umschichtungen können spürbare Effekte auf andere Anlageklassen auslösen. Derzeit richtet sich die Aufmerksamkeit vor allem auf Japan.
Der jüngste Renditesprung bei japanischen Staatsanleihen belastet etablierte Yen-Carry-Trades. Die Zinsen sind dort in kurzer Zeit auf über zwei Prozent gestiegen, nachdem sie über Jahre nahe null lagen. Aktuell rentieren zehnjährige Papiere bei rund 2,29 Prozent. Diese Verschiebung hat zuletzt auch Kapital in Richtung Edelmetalle gelenkt. Mehr dazu in unserem Hintergrundbeitrag „Goldpreis: Japan-Schock treibt Gold über 5.000 USD“.
Marktzinsen im Westen
Währenddessen zeigen sich die Renditen in den USA und Europa rückläufig. Zehnjährige US-Staatsanleihen rentierten am Dienstag bei 4,22 Prozent, deutsche Bundesanleihen bei 2,87 Prozent. In der Eurozone hat Italien Frankreich wieder als Land mit der höchsten Rendite abgelöst.
Anleiherenditen in den USA und Europa – Übersicht am 27. Januar 2025
Warum Zinsen den Goldpreis derzeit nur begrenzt steuern
Steigende Zinsen gelten traditionell als Belastungsfaktor für Gold. Sinkende Renditen würden das Edelmetall stützen. Dieses einfache Wirkungsmodell greift derzeit jedoch nur eingeschränkt.
Dabei hat der Anleihezins einen Teil seiner Orientierungsfunktion verloren. Renditen reagieren zunehmend auf hohe Emissionsvolumina, staatlichen Finanzierungsbedarf und taktische Nachfrage. Konjunktur- und Inflationssignale spielen kurzfristig eine geringere Rolle. Entsprechend tritt der unmittelbare Zinseinfluss auf den Goldpreis aktuell in den Hintergrund.
Der Goldpreis startet nach einem extrem volatilen Vortag mit Gewinnen in den Dienstag. Silber notiert über 110 USD. Verfallstermine im Fokus.
Goldpreis heute
Der Goldpreis startet erneut mit Gewinnen in den Handelstag. Um 8:15 Uhr kostete die Feinunze am Spotmarkt 5.086 USD beziehungsweise 4.285 EUR. Damit ergab sich ein Plus von 1,5 Prozent. Dabei zeigte Silber einmal mehr die größere Dynamik und legte um 6,5 Prozent auf 110,47 USD beziehungsweise 93,05 EUR zu.
Der Goldpreis stabilisiert sich nach dem Intraday-Reversal – Verfallstermine und hohe Volatilität prägen den Handel.
Vortag – Abverkauf zum Handelsschluss
Nach dem steilen Anstieg am Vormittag kam es am Montag zu einer starken technischen Gegenbewegung. Silber lag zwischenzeitlich mehr als 13 Prozent im Plus, gab die Gewinne im Tagesverlauf jedoch fast vollständig ab und schloss bei 103 USD (87,31 EUR). Auch Gold beendete die Sitzung nur mit einem moderaten Plus von 0,4 Prozent bei 5.008 USD (4.216 EUR), nachdem zuvor Kurse um 5.100 USD erreicht worden waren. Dabei hatte die ausgeprägte Überhitzung, insbesondere bei Silber mit einem RSI von 118, die Korrektur begünstigt.
Ausblick – Verfallstermine und US-Daten
Heute steht an der COMEX der Verfall der Gold- und Silber-Optionen an. Zudem laufen am Mittwoch die Januar-Kontrakte der Edelmetall-Futures aus. Deshalb bleibt mit erhöhter Volatilität zu rechnen. Außerdem rücken US-Daten in den Fokus, darunter der ADP-Arbeitsmarktbericht, das CB-Verbrauchervertrauen sowie Konjunkturdaten der regionalen Fed-Banken in Richmond und Dallas.
Außerdem wird in Washington über einen möglichen Government-Shutdown spekuliert, da die Finanzierung mehrerer Bundesbehörden ausläuft. Auslöser ist der Widerstand der Demokraten gegen einen Übergangshaushalt, der Mittel für ICE enthält, nachdem neue Skandale die politische Spannung verschärft haben.
Der Goldpreis erhält neue Impulse aus China. Starke Aufschläge an der SGE deuten auf wachsende Nachfrage bei Gold und Silber hin.
Starke Aufschläge in China geben dem Goldpreis neue Impulse – Silber profitiert sogar stärker von der Entwicklung.
Goldpreis in China wieder mit Aufschlag
Der chinesische Goldmarkt sendet erneut ein positives Preissignal für den internationalen Goldpreis. In der vergangenen Woche wurde Gold an der Shanghai Gold Exchange (SGE) wieder oberhalb des europäischen Spotkurses gehandelt. Am Freitag lag der Aufschlag bei 14 US-Dollar je Feinunze. Zuvor hatte es im Rahmen unserer wöchentlichen Auswertung acht Wochen in Folge Preisabschläge in China gegeben.
Positive China-Aufschläge stützen Gold und Silber am Weltmarkt.
Messzeit: [Fr. 23.01.26, 14:30 h Shanghai] / [08:30 h MEZ Berlin]
Aufschlag China → Europa Spot: +14 USD/oz (16.01.25: -12 USD); Δ: +26 USD
Noch in deer Vorwoche war der Preisunterschied negativ. Die schnelle Rückkehr in den positiven Bereich deutet auf wieder zunehmende physische Nachfrageimpulse aus China hin.
Silber: Deutlich stärkere Signale aus Ferno
Am Silbermarkt fällt der Effekt noch ausgeprägter aus. Nach Goldreporter-Berechnungen lag der SGE-Preis am Freitag rund 13 US-Dollar beziehungsweise etwa dreizehn Prozent über dem internationalen Spotpreis. In der Vorwoche betrug der Aufschlag rund 10 US-Dollar beziehungsweise 10 Prozent.
Markt / Kennzahl
23.01.26
16.01.26
Δ
Gold China SGE Fix (CNY/Gramm)
1.110,56
1.032,44
+7,6 %
Gold China SGE (USD/Gramm)
159,01
147,64
+7,7 %
Goldpreis China SGE
(USD/oz)
4.946
4.592
+354
Goldpreis Europa
(USD/oz)
4.932
4.604
+328
Aufschlag/Abschlag China
→ Europa (USD/oz)
+14
-12
+26
Dieser Preisabstand begünstigt Arbitragegeschäfte und lenkt physisches Silber verstärkt nach Asien. Denn die Entwicklung spricht für reale Warenströme, die den globalen Silberpreis unmittelbar stützen. Parallel zieht auch die Goldnachfrage in China wieder an.
Der China-Aufschlag beim Goldpreis (SGE minus Spot) kehrt nach Wochen mit Abschlägen wieder in den positiven Bereich zurück.
China-Spread dreht erneut nach oben
Der Preisabstand zwischen SGE und europäischem Spotmarkt war Anfang Dezember ins Negative gerutscht. In den vergangenen Wochen hatte sich der Spread schrittweise verringert. Nun ist er wieder klar positiv.
Der sogenannte China-Spread gilt als wichtiger Indikator für physische Marktbewegungen. Aufschläge fördern Importe und wirken preistreibend auf den Weltmarkt. Abschläge deuten dagegen auf geringere Inlandsnachfrage hin. Dabei spricht die aktuelle Entwicklung erneut für zusätzliche Nachfrageimpulse aus China – beim Silber noch ausgeprägter als bei Gold.
Fazit: China übernimmt bei beiden Edelmetallen wieder eine aktive Rolle als Preismotor.
Methodik:SGE-Preis in CNY/Gramm zum Zeitpunkt 23.01.26; Umrechnung über 6,984 CNY/USD (Vorwoche: 6,993 CNY/USD). Vergleich mit zeitgleichem Spot-Goldpreis (FOREX). Angaben ohne Gewähr.
Der Goldpreis überschreitet 5.000 USD. Neben strukturellen Faktoren sorgt der Renditeschock in Japan für zusätzliche Dynamik im Goldmarkt.
Gold profitiert von Yen-Schwäche und steigenden Anleiherenditen in Japan, während Anleger Risikoassets meiden.
Gründe für die Goldpreis-Rally
Der Goldpreis hat die Marke von 5.000 USD überschritten. Die Gründe für den starken Kursanstieg sind vielschichtig. Im Wesentlichen ist Gold ist ein maßgeblicher Idikator für die systematische Entwertung unserer Währung. Das Edelmetall steht immer stärker im Mittelpunkt privater und institutioneller Absicherungsstrategien. Außerdem treiben geopolitische Unsicherheiten Anleger ins Gold und immer mehr Spekulanten, die von Kursexplosion angezogen werden, steigen in den Markt ein.
Steigende Japan-Renditen und Yen-Schwäche erhöhen das Risiko an den Märkten. Gold profitiert als sicherer Hafen.
Es gibt jedoch weitere Gründe, die weniger offensichtlich sind. Sie spielen sich im Hintergrund an den Finanzmärkten ab. Dabei handel es sich um weltweite Kapitalumschichtungen, von denen auch Gold profitiert.
Dazu gehören die jüngsten Turbulenzen am japanischen Anleihemarkt. Innerhalb weniger Tage sprangen die Renditen langlaufender japanischer Staatsanleihen so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Ein Anstieg um rund 25 Basispunkte an nur einem Handelstag galt früher als kaum vorstellbar. Inzwischen notieren 30- und 40-jährige Anleihen zeitweise über vier Prozent. Begleitet wurde der Ausverkauf von heftigen Schwankungen beim Yen. Für Investoren ist klar: Der japanische Anleihemarkt ist nicht länger ein Stabilitätsanker, sondern selbst zur Risikoquelle geworden.
Rendite japanischer Staatsanleihen stark gestiegen. 10-Jahres-Chart (Quelle: Trading Economics).
Ende einer Finanz-Ära
Über weite Strecken des 21. Jahrhunderts galt Japan als verlässlicher Lieferant billiger Liquidität. Niedrige Zinsen machten den Yen zur klassischen Finanzierungswährung für globale Carry-Trades. Diese Phase scheint vorbei. Mit anziehender Inflation, dem Ende der Negativzinsen und einer schrittweisen Reduzierung der Anleihekäufe durch die Bank of Japan geraten die Märkte in eine Übergangsphase. Die Liquidität ist dünn, besonders am langen Ende der Zinskurve, während internationale Investoren heute einen deutlich größeren Anteil am Handel stellen als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren.
Globale Ansteckungseffekte
Die Folgen bleiben nicht auf Japan beschränkt. Analysten verweisen darauf, dass jeder eigenständige Renditeschock in Japan spürbaren Aufwärtsdruck auf US-, britische und europäische Anleiherenditen ausübt. Japanische Investoren halten mehrere Billionen US-Dollar im Ausland. Steigende heimische Renditen erhöhen den Anreiz, Kapital zurückzuführen. Das trifft internationale Anleihemärkte – und indirekt auch Aktienmärkte, die zuletzt von niedrigen Zinsen und hoher Liquidität profitiert haben.
Besonders verwundbar erscheinen gut gelaufene Aktienindizes. Höhere globale Renditen verteuern die Finanzierung, verschieben Bewertungsmaßstäbe und erhöhen die Volatilität. In diesem Umfeld wächst die Umschichtungsneigung institutioneller Investoren.
Yen-Schwäche als zusätzlicher Stressfaktor
Parallel zum Renditeanstieg steht der Yen unter Druck. Interventionen und Interventionsgerüchte sorgen zwar für kurzfristige Gegenbewegungen, ändern aber nichts am strukturellen Problem. Ein schwacher Yen verteuert Importe, verschärft die Inflationsdebatte und erhöht politisch den Druck auf Regierung und Notenbank. Für globale Märkte bedeutet die Yen-Schwäche zusätzliche Unsicherheit: Sollte Japan zur Stabilisierung der Währung Reserven verkaufen, könnten auch US-Staatsanleihen betroffen sein – mit weiterem Renditeauftrieb.
Was ist ein Carry-Trade?
Ein Carry-Trade ist eine Anlagestrategie, bei der Investoren Geld in einer Währung mit sehr niedrigen Zinsen aufnehmen und es in höher verzinste Anlagen investieren. Der Gewinn entsteht aus der Zinsdifferenz – solange sich der Wechselkurs nicht stark gegen den Anleger bewegt.
Der japanische Yen spielte dabei lange eine zentrale Rolle, weil die Zinsen in Japan extrem niedrig waren. Steigen jedoch die Zinsen in Japan oder wertet der Yen stark auf, müssen viele Investoren ihre Positionen rasch schließen. Das kann zu plötzlichen Kursbewegungen an Anleihe-, Aktien- und Devisenmärkten führen.
Wahl verstärkt die Nervosität
Hinzu kommt der politische Faktor in Japan. Die von Premierministerin Sanae Takaichi angesetzte Neuwahl Anfang Februar fällt mitten in diese fragile Marktphase. Sowohl Regierung als auch Opposition werben mit fiskalischen Entlastungen und höheren Ausgaben. Für Investoren rückt damit Japans ohnehin hohe Staatsverschuldung (Staatsschuldenquote über 230 Prozent des BIP) erneut in den Fokus. Marktteilnehmer fürchten, dass politische Unsicherheit und expansive Fiskalpläne die Glaubwürdigkeit der Finanzpolitik weiter belasten könnten – ein Muster, das Erinnerungen an frühere Bond-Krisen in anderen Ländern weckt.
Gold profitiert von Umschichtungen
In diesem Umfeld gewinnt Gold an Bedeutung. Steigende Renditen in Japan, mögliche Kapitalrückflüsse, Yen-Volatilität und politische Unsicherheit treffen auf Aktienmärkte, die bereits hohe Bewertungen aufweisen. Für viele Investoren spricht das für eine defensivere Positionierung. Gold profitiert dabei gleich mehrfach: als Absicherung gegen Währungsrisiken, als Schutz vor Marktverwerfungen und als wertstabile Alternative in einem Umfeld, in dem sowohl Anleihe- als auch Aktienmärkte unter Druck geraten könnten.
Fazit
Der Renditeschock in Japan markiert mehr als eine lokale Marktbewegung. Er steht für einen strukturellen Umbruch im globalen Finanzsystem. Steigende japanische Renditen, Yen-Schwäche und politische Unsicherheit erhöhen die Wahrscheinlichkeit globaler Umschichtungen. Für gut gelaufene Aktienmärkte wächst damit das Risiko – während Gold als sicherer Hafen und Absicherungsinstrument erneut stärker gefragt ist.
Der Wert der türkischen Goldreserven erreicht mit 121 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekord. Im Dezember kamen 12 Tonnen Gold hinzu.
Die Goldreserven der Türkei erreichen einen neuen Wertrekord. Steigende Bestände und höhere Goldpreise stärken den Goldanteil der Währungsreserven.
Goldreserven der Türkei erreichen neuen Wertrekord
Die Goldreserven der Türkei haben Ende Dezember 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Ihr Gesamtwert belief sich zuletzt auf rund 121 Milliarden US-Dollar. Ausschlaggebend waren sowohl der gestiegene Goldpreis als auch ein erneuter Zuwachs bei den physischen Beständen.
Gold gewinnt weiter an Gewicht: Steigende Bestände und höhere Preise treiben den Wert der türkischen Goldreserven auf ein neues Rekordniveau.
Nach Angaben der Türkiye Cumhuriyet Merkez Bankası (TCMB) hielt die Zentralbank zuletzt 26,268 Millionen Unzen Gold, entsprechend 817,03 Tonnen. Im Monatsverlauf kamen 392.000 Unzen oder 12,19 Tonnen hinzu. Damit stiegen die Bestände bereits den 16. Monat in Folge und erreichten den höchsten Stand seit März 2023.
Entwicklung Goldreserven Türkei seit 2010 in Tonnen (Quelle: TCMB; Grafik: Goldreporter).
Jahresbilanz und historischer Vergleich
Im Gesamtjahr 2025 erhöhten sich die türkischen Goldreserven um 55 Tonnen, was einem Zuwachs von rund 7 Prozent entspricht. Das mengenmäßige Allzeithoch bleibt jedoch unangetastet: Im Februar 2023 lagen die Bestände bei 836,65 Tonnen, rund 20 Tonnen mehr als aktuell.
Entwicklung Wert der türkischen Goldreserven seit 2010 in Tonnen. Neues Rekordhoch erreicht, mit mehr als 120 Milliarden US-Dollar; Grafik: Goldreporter.
Gold gewinnt an Bedeutung im Reserve-Mix
Parallel dazu legten die gesamten Währungsreserven der Türkei im Dezember um 12 Prozent auf 205,18 Milliarden US-Dollar zu. Während die Fremdwährungsreserven um 6 Prozent auf 76,4 Milliarden US-Dollar sanken, erhöhte sich der Goldanteil an den Gesamtreserven von 58 auf knapp 59 Prozent. Gold gewann damit weiter an Gewicht innerhalb der Reservepolitik.
Einordnung der Goldreserven
Zu den ausgewiesenen Beständen zählt auch Gold, das Geschäftsbanken bei der Zentralbank als Sicherheit für Zentralbankliquidität hinterlegen. Die reinen staatlichen Goldreserven beziffert der World Gold Council derzeit auf 644,3 Tonnen.
Importpolitik unter Preisdruck
Die anhaltende Schwäche der Lira verteuert Goldimporte, die in US-Dollar abgerechnet werden. Vor diesem Hintergrund begrenzten die türkischen Behörden bereits 2024 die Einfuhren. Seitdem liegen die monatlichen Importmengen meist unter 15 Tonnen. Gleichzeitig haben die Silberimporte zuletzt deutlich zugenommen.
Goldpreis über 5.100 USD: Gold markiert ein neues Allzeithoch, Silber zieht kräftig nach. Momentum und Marktspannungen treiben die Rally.
Goldpreis heute
Der Goldpreis hat am Montag erstmals die Marke von 5.000 USD überschritten. Um 7:45 Uhr notierte die Feinunze am europäischen Spotmarkt sogar bei 5.100 USD beziehungsweise 4.300 EUR. Gegenüber dem Vortag entsprach dies einem Plus von 2,3 Prozent bzw. 2,0 Prozent in EUR. Dabei legte Silber erneut stärker zu und verteuerte sich um 4,8 Prozent auf 108,40 USD beziehungsweise 91,40 EUR.
Mit dem Sprung über 5.000 USD setzt der Goldpreis ein starkes Signal – Silber treibt die Rally weiter an.
Dabei wird die Rally weiter von Momentum getragen. Außerdem verstärken strukturelle Spannungen im Silbermarkt die Dynamik. Außerdem beunruhigt Investoren ein Ausverkauf japanischer Staatsanleihen.
Update, 26. Januar 2026, 23:00 Uhr: Abverkauf zum Handelsschluss Gold und Silber vollzogen am Montag eine starke technische Gegenbewegung, nach dem steilen Anstieg am Vormittag. Denn Silber lag zwischenzeitlich mehr als 13 Prozent im Plus, gab die Gewinne im Tagesverlauf jedoch fast vollständig ab und schloss bei 103 USD. Auch Gold beendete die Session nur mit einem kleinen Plus von 0,4 Prozent bei 5.008 USD, nachdem am Vormittag noch 5.100 USD erreicht worden waren. Eine dramatische Kursüberhitzung, insbesondere bei Silber (RSI: 118) hatte sich im Vorfeld abgezeichnet.
Am Freitag hatten Gold und Silber bereits neue Bestmarken erreicht. Der Goldpreis stieg um 1 Prozent auf 4.987 USD beziehungsweise 4.316 EUR. Silber sprang sogar um 7 Prozent auf 103,38 USD beziehungsweise 87,39 EUR.
Dabei blieb die Bewegung stark momentumgetrieben. Außerdem wirkte die ausgeweitete US-Militärpräsenz im Nahen Osten unterstützend. Dabei nahm die technische Überhitzung aber weiter zu.
Ausblick – Daten, Fed-Impulse, COMEX
Am Montag rücken in den USA die Auftragseingänge langlebiger Gebrauchsgüter sowie die Konjunkturberichte der Fed-Bezirke Chicago und Dallas in den Fokus. Aus Deutschland kommt der ifo-Geschäftsklima-Index. Zudem stehen am Dienstag und Mittwoch die COMEX-Verfallstermine für Gold und Silber an. Deshalb dürfte die Volatilität erhöht bleiben.
Der Goldpreis setzt seine Rekordrally fort und steht vor der 5.000-Dollar-Schwelle. Die aktuellen Daten vom US-Terminmarkt bestätigen die anhaltende Marktstärke bei Gold.
Gestapelte Goldbarren symbolisieren die Rekordrally beim Goldpreis und die hohe Aktivität am US-Terminmarkt.
Goldpreis kratzt an 5.000-Dollar-Marke
Der Goldpreis hat sein Aufwärtsmomentum in der vergangenen Woche noch einmal verstärkt – auch nach einem technischen Ausbruch. Am Freitag ging das Edelmetall mit 4.987 USD pro Unze aus dem Spothandel, das entsprach 4.216 EUR. Damit verteuerte sich Gold innerhalb einer Woche um 7,8 Prozent (+6,1 Prozent in EUR). Im Jahresverlauf ist der Goldpreis bereits um 16 Prozent gestiegen (+15 Prozent in EUR). Silber hat am Freitag erstmals die Marke von 100 US-Dollar pro Unze überschritten.
CoT-Daten, steigender Open Interest und stabile COMEX-Bestände untermauern die Goldpreis-Rally nahe 5.000 USD.
Wie hat sich die Lage am US-Terminmarkt entwickelt? Dazu analysieren wir die aktuellen CoT-Daten mit der Positionierung der größten Händlergruppen in Gold-Futures-Handel per 20. Januar 2026.
CoT-Daten Gold vom 20. Januar 2026 und Gold-OptionenCoT-Daten Gold, Netto-Positionen Commercials und Große Spekulanten sowie Open Interest; Verlauf seit 2020. Stand: 20. Januar 2026 (Quelle: CFTC).
Commercials: Die kommerziellen Händler wiesen eine Netto-Short-Position von 289.689 Kontrakten auf – ein Rückgang um 2,5 Prozent gegenüber der Vorwoche. Vor allem die eigentlichen Goldverwender (Prod/Merch/Proc/User) bauten Verkaufspositionen ab (Netto-Short-Position -17 %). Das „Smart Money“ rechnete offensichtlich mit einer Fortsetzung der Goldpreis-Rally.
Große Spekulanten: Die Netto-Long-Position der als Spekulanten klassifizierten Trader sank um rund 2,6 Prozent auf 244.770 Kontrakte.
Open Interest steigt deutlich
Die Summe aller offenen Gold-Kontrakte stieg zunächst minimal auf 528.004 Kontrakte (Dienstag), erhöhte sich dann aber bis zum Wochenausgang deutlich um 3,7 Prozent auf 547.749 Kontrakte (Freitag). Im Wochenvergleich (Freitag bis Freitag) nahm der Open Interest um 5,5 Prozent zu. Das signalisiert eine deutliche Zunahme der Handelsaktivität an der COMEX im Rahmen des starken Goldpreis-Anstiegs.
Gold-Optionen: Puts nehmen stärker zu
Im Gold-Options-Handel hat die Anzahl der Puts erneut stärker zugenommen als jene der Calls. Deshalb stieg die Put/Call-Ratio auf 0,789. Das heißt, auf 100 Put-Optionen kamen 127 Call-Optionen (Vorwoche: 137). Dabei stieg der Open Interest um 12 Prozent auf 943.394 Optionen.
COMEX-Bestände wenig verändert
Die Goldbestände in den COMEX-Tresoren sind minimal gestiegen. Laut CME Group betrug die Lagermenge per 22. Januar 2026 insgesamt 36,14 Millionen Unzen – 10.000 Unzen mehr als vor einer Woche. Dabei stiegen die Bestände der Kategorie „registered“ (sofort verfügbar) um 20.000 Unzen auf 18,88 Millionen Unzen, was stabilen 52 Prozent der Gesamtbestände entspricht.
Bezogen auf die gesamten Lagerbestände sank die physische Deckung im Gold-Futures-Handel aber von 69 Prozent in der Vorwoche auf zuletzt 66 Prozent. Im historischen Vergleich ist das immer noch ein hoher Wert. In den vergangenen Jahren schwankte die Spanne zwischen etwa 30 und dem Rekord von 98 Prozent (im April 2025).
Auslieferungsanträge steigen weiter
Für den Januar-Kontrakt summieren sich die Anträge auf physische Auslieferung inzwischen auf 11.667, was rund 36 Tonnen Gold entspricht. Innerhalb einer Woche kamen damit 2.939 Anträge hinzu, gleichbedeutend mit weiteren 9,1 Tonnen. Im Dezember hatte die Zahl der Auslieferungsanträge bei 37.098 gelegen, entsprechend rund 115 Tonnen.
Der historische Höchstwert wurde im Januar 2025 mit insgesamt 238 Tonnen erreicht.
Der Goldpreis schob sich in der vergangenen Woche unter teils starken Intraday-Schwankungen in mehreren Wellen nach oben und schloss auf Wochen- und Rekordhoch. Nach der Entspannung um die Grönland-Ambitionen der USA in Davos entwickelte sich der Gesamtmarkt freundlich.
Goldkurs (Februar-Kontrakt) im Zeitraum vom 19.01. bis 23.01.26 (Quelle: CME Group)
Ausblick: Marktstärke bleibt, aber technisch überdehnt
Der Goldpreis näherte sich zuletzt zielstrebig der Marke von 5.000 US-Dollar. Nachdem bei Silber die Barriere von 100 US-Dollar gefallen ist, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis auch Gold das nächste runde Kursziel erobert. Dass der Open Interest im Zuge der Rally weiter gestiegen ist, ist ein Zeichen anhaltender Marktstärke. Allerdings steuert Gold aus technischer Sicht erneut in eine Phase mit deutlicher Kursüberhitzung. Tagesrücksetzer muss man daher einkalkulieren.
Machtblöcke und Rohstoffknappheit erhöhen die politische Risikoprämie. Gold und Silber werden zu strukturellen Absicherungsinstrumenten.
Gold und Silber sind weiter auf Rekordkurs. Am Freitag markierte der Goldpreis neue Höchststände oberhalb von 4.900 USD, Silber näherte sich der 100-Dollar-Marke. Die globale Ordnung befindet sich im Umbruch. Machtpolitik, Blockbildung und der strategische Kampf um Rohstoffe erhöhen die politische Risikoprämie. Industriemetalle werden zunehmend politisch instrumentalisiert, Lieferketten fragmentieren, Preise steigen strukturell. Für Investoren wächst der Bedarf an Absicherung. Der Goldpreis spiegelt diesen Vertrauensverlust wider. Edelmetalle gewinnen damit weniger aus spekulativen Gründen an Bedeutung, sondern als Versicherung gegen geopolitische Eskalationen, rohstoffgetriebene Inflation und Währungsrisiken.
Gold kaufen wird immer teurer: Rekordpreise, hohe Spreads und knappe Ware prägen aktuell den deutschen Edelmetallhandel.
Gold kaufen zu Rekordpreisen: Knappes Angebot und hohe Spreads prägen den Edelmetallhandel.
Gold und Silber mit neuen Rekorden
Wer aktuell Gold kaufen möchte, sieht sich mit neuen Rekordpreisen konfrontiert. Gold und Silber setzten ihre Rally am Freitag fort und markierten erneut historische Höchststände. Gleichzeitig zeigt sich im deutschen Edelmetallhandel eine zunehmende Verknappung physischer Ware.
Wer jetzt Gold kaufen will, trifft auf Rekordpreise, eingeschränkte Verfügbarkeit und weiterhin hohe Handelsspannen.
Innerhalb einer Woche stieg der Goldpreis um rund sieben Prozent auf 4.932 US-Dollar beziehungsweise 4.202 Euro. Silber legte noch stärker zu und erreichte mit 99,88 US-Dollar (84,25 Euro) ein Wochenplus von über neun Prozent. Die starke Preisbewegung trifft auf einen Markt, in dem Angebot und Nachfrage immer weiter auseinanderlaufen.
Die Bedingungen für Anleger, die jetzt Gold kaufen möchten, bleiben anspruchsvoll. Händler berichten zuletzt von knappen Beständen und teurer Neuware. Lieferzeiten von mehreren Wochen bis zu drei Monaten gelten inzwischen als üblich. Zudem ist der Zweitmarkt nahezu ausgetrocknet.
Die Nachfrage wird als außergewöhnlich hoch beschrieben und erinnert in ihrer Intensität an die Corona-Jahre. Vor allem Silberprodukte gelten derzeit als schwer verfügbar.
Gold kaufen: Aufgeld leicht gesunken, Spreads weiter erhöht
Die aktuelle Goldreporter-Preisabfrage unter sechs deutschen Edelmetallhändlern (Vergleich zum 16. Januar 2026) zeigt:
Krügerrand (neu): Ø 4.363 Euro (+238 Euro), Aufgeld 3,84 Prozent (zuvor 3,76 Prozent). Ältere Jahrgänge noch bis zu 60 Euro günstiger.
100-g-Goldbarren: Ø 13.837 Euro (+731 Euro), Aufgeld sinkt auf 2,4 Prozent (nach 2,5 Prozent).
Trotz leichter Entspannung beim Aufgeld bleiben die Spreads hoch. Bei klassischen Anlagemünzen liegen sie bei über sechs Prozent, bei Goldbarren bei rund fünf Prozent. Das Preisniveau hat sich dabei sowohl im An- als auch im Verkauf deutlich nach oben verschoben.
Preisdaten vom 23. Januar 2026 – Durchschnittswerte deutscher Edelmetallhändler für Krügerrand, Maple Leaf, Silberbarren und Goldbarren.
Im Silberhandel sind Aufgelder und Spreads zuletzt zurückgegangen. Allerdings war nicht jede Ware sofort lieferbar. Der stark gestiegene Silberpreis trägt zusätzlich dazu bei, dass die prozentualen Aufschläge rechnerisch sinken.
Maple Leaf (neu): Ø 116,29 EUR(+7,8 EUR), Aufgeld sinkt auf 38 Prozent. Ältere Jahrgänge bis zu acht Euro (ca. 7 %) günstiger.
1-kg-Silberbarren: Ø 3.552 EUR (+230 Euro), Aufgeld bei 31 Prozent (zuvor 32 Prozent).
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Die Goldimporte der Türkei bleiben gedämpft. Im Dezember gingen die Einfuhren deutlich zurück – auch die Silber-Einfuhr brach ein. Hoher Silber- und Goldpreis bremsen.
Die Gold- und Silberimporte der Türkei gingen im Dezember deutlich zurück. Hohe Edelmetallpreise dämpfen die Nachfrage.
Goldimporte unter der 15-Tonnen-Marke
Die Goldeinfuhren der Türkei sind im Dezember gesunken. Nach Angaben der Borsa Istanbul wurden 10,9 Tonnen Gold importiert. Damit blieb das Importvolumen wie schon seit rund zwei Jahren unter der inoffiziellen Schwelle von 15 Tonnen.
Gegenüber dem Vormonat entspricht das einem Rückgang um 21 Prozent. Im Jahresvergleich lag die importierte Menge sogar rund 25 Prozent niedriger.
Der starke Anstieg von Silber- und Goldpreis dämpft die türkische Importnachfrage im Dezember deutlich.
Auf Jahressicht zeigt sich dagegen ein stabileres Bild. Im Gesamtjahr 2025 beliefen sich die türkischen Goldimporte auf 126,27 Tonnen. Das entsprach nahezu dem Niveau des Vorjahres, mit einem leichten Plus von 0,3 Prozent. Gleichzeitig hat sich der Goldpreis in türkischer Lira binnen zwölf Monaten mehr als verdoppelt und stieg um 114 Prozent.
Monatliche Gold-Importe der Türkei seit 2017 in Kilogramm: Gedeckelte seit rund zwei Jahren unter 15 Tonnen (Quelle: Borsa Istanbul)
Silberimporte brechen im Dezember ein
Auch bei Silber meldete die Türkei einen deutlichen Rückgang der Einfuhren im Dezember. Laut Borsa Istanbul wurden 65,56 Tonnen importiert. Das bedeutete ein Minus von 50 Prozent gegenüber November.
Im Jahresvergleich lagen die Silberimporte jedoch noch 12 Prozent höher. Der bisherige Höchststand bleibt der November 2023 mit 188 Tonnen.
Für das Gesamtjahr 2025 summierten sich die Silberimporte auf 860,44 Tonnen. Damit verdoppelte sich die eingeführte Menge gegenüber dem Vorjahr.
Preisniveau verändert Nachfrage
Die rückläufige Importdynamik dürfte eng mit dem hohen Preisniveau zusammenhängen. In der Schmuckindustrie gewinnt Silber als preisgünstigere Alternative zu Gold an Bedeutung. Zudem fungiert die Türkei zunehmend als Transitknoten für Edelmetalllieferungen nach Asien, insbesondere nach Indien.
Allerdings verteuerte sich auch Silber kräftig. In türkischer Lira gerechnet stieg der Silberpreis im vergangenen Jahr um rund 280 Prozent.
Türkische Haushalte zählen traditionell zu den weltweit größten Käufern von Edelmetallen, vor allem in Form von Schmuck. Dieses Segment reagiert jedoch besonders sensibel auf Preissteigerungen. Goldpreis und Silberpreis notierten zuletzt mehrfach auf neuen Rekordständen in Lira.
Zwar ist die Inflation deutlich gesunken, sie bleibt aber hoch. Nach dem Peak von 85 Prozent im Oktober 2022 lag sie zuletzt bei knapp 31 Prozent. Der Leitzins beträgt derzeit 37 Prozent. Zusätzlich verlor die türkische Lira innerhalb eines Jahres rund 18 Prozent gegenüber dem US-Dollar. Das verteuert Edelmetalle im Inland weiter.