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So kommt es zur Hyperinflation

Der amerikanische Goldmarkt-Kenner James Turk vergleicht die aktuellen Verhältnisse in den USA mit der Situation in der einstigen Weimarer Republik. Er erklärt, warum wir seiner Meinung nach eine Geldentwertung erleben werden, die auf den gleichen geldpolitischen Entscheidungen fußt, wie 1933 in Deutschland.

Die Diskussion wird unter Ökonomen seit vielen Monaten geführt. Wohin wird uns die weltweite Schuldenkrise und die Notenbankpolitik des lockeren Geldes führen? Die einen verweisen auf die Effekte der aktuellen Kredit- und damit Geldmengen-Schrumpfung. Sie erwarten eine Deflation.

Die andere Fraktion erkennt in den umfangreichen Liquiditätsmaßnahmen der Zentralbanken ein überschwängliches Geldangebot, dass deutlich schneller ansteigt, als der Wert der produzierten Güter und Dienstleistungen. Die erwartete Folge: Inflation.

James Turk, ehemaliger Edelmetallhändler bei der einstigen Chase ManhattanBank (heute JP Morgan Chase) sowie Chef und Gründer von Goldmoney.com interpretiert die aktuelle Entwicklung auf den Finanzmärkten auf seine Weise. Er erkennt derzeit keine Deflation, selbst wenn das umfassendste Geldmengenaggregat M3 (M3 – wird in den USA nicht mehr veröffentlicht; in der EU schrumpft sie seit einigen Monaten) schrumpfen sollte.

Er warnt vor den Gefahren einer Hyperinflation im Stile der explosiven Geldentwertung während der Weimarer Republik.

Seine Argumente:
– Die US-Wirtschaft erlebt eine Depression mit sinkender Güter- und Dienstleistungsproduktion.
– Die Geldmengen M1 (+7,1% innerhalb von 12 Monaten) und M2 (+1,7%) sind demgegenüber teilweise deutlich gestiegen.
– Inflation äußert sich ebenso bereits in den Marktpreisen für Rohstoffe (CRB-Index +46%)
– Die anhaltende Entwertung des US-Dollars sei durch eine Wohlstandszerstörung überlagert, insbesondere ausgelöst durch einbrechende Preise überbewerteter Häuser. Das fühle sich an wie Deflation.

Turk verweist auf den Buchautor Murray Rothbard und zitiert aus dessen Buch “The Mystery of Banking”: “Wenn die Preise stärker steigen, als das Geldangebot, dann nehmen die Menschen dies als einen starke Geldknappheit wahr.” Turk ist der Überzeugung, dass diese Situation derzeit gegeben ist.

Die Preise für Güter und Dienstleistungen stiegen stärker, als die Geldmenge. Das werde als Deflation missinterpretiert und entspräche der gleichen Situation wie seinerzeit im Deutschland der frühen Dreißigerjahre, kurz bevor die Reichsmark in einen hyperinflationären Strudel geriet.

Murray Rothbard erklärt dies wie folgt.

Es gibt für die Regierungen (und Notenbanken) in dieser Situation zwei Handlungsalternativen und damit ein Dilemma.

1.) Sparpolitik
Der Staatshaushalt wird zusammengedampft. Die Notenbank beendet ihre exzessive Geldpolitik. Sie erhöht die Zinsen. Dies führt zu fallenden Preisen. Die Geldknappheit wird gemildert. Aber die Wirtschaft bricht ein. [Anmerk. d. Red.: Allerdings erledigt der Markt dadurch wichtige Strukturanpassungen, die neues Wachstum in Zukunft ermöglichen].

2.) Ausgabenpolitik
Die Regierung spart sich das Sparen. Die weiter anwachsenden Staatsschulden sind nur von den Ersparnissen der Bürger oder durch das “Drucken” von Geld zu kompensieren. Die mageren Ersparnisse der Amerikaner reichen aber bei weitem nicht aus, um den Geldhunger der Regierung zu befriedigen. Ergo: Die Zentralbank “druckt weiter Geld”, so dass bei anhaltend schwacher Güterproduktion die Geldversorgung ausreicht, damit die Menschen sich die steigenden Preise leisten können. Die Geldmenge und die Güterpreise werden sich gegenseitig nach oben jagen. Das Endresultat: Hyperinflation.

Da die US-Notenbank das Ziel verfolge, der Regierung alle finanziellen Mittel bereitzustellen, die sie auszugeben gedenkt, werde man in den USA – genau wie seinerzeit in der Weimarer Republik – Alternative 2 wählen.

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Eingetragen von am 18. Okt. 2010. gespeichert unter Hintergrund, Inflation, News, USA. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

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