Mittwoch,12.Juni 2024
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Welche Wirtschaftsaussichten erwarten uns 2024?

Wenngleich sich die Zukunft verfinstert, ist die Geschichte niemals festgeschrieben. Mehr denn je wird in diesem Jahr eine große Kehrtwende nötig sein, um das Schlimmste zu verhindern.

Von Julien Chevalier

Wie die vorherigen Jahre dieses Jahrhunderts war auch 2023 in vielerlei Hinsicht erschütternd und revolutionär. Die Geschichte beschleunigt sich mit nie dagewesener Geschwindigkeit. Geopolitische Konflikte vermischen sich mit Innovationen aller Art. Es war ein Jahr voller Gefahren (Fortsetzung des Krieges in der Ukraine, Invasion von Bergkarabach, Konflikt zwischen Israel und Palästina, Putsche in Afrika, anhaltende Spannungen in Taiwan, Cyberangriffe etc.), aber auch der Fortschritte, wobei der bedeutendste die rasante Weiterentwicklung der generativen KI bleibt.

Viele Herausforderungen

Angesichts dieser zahlreichen Herausforderungen bleibt die größte Bedrohung der erstarkende Autoritarismus, der, wie wir uns erinnern, mit dem Ende des aktuellen Finanzzyklus Hand in Hand geht. Während 2024 verschiedene Wahlen anstehen, können die wirtschaftlichen und finanziellen Aussichten diese zum Besseren oder zum Schlechteren wenden.

Wirtschaft, Gold, Prognose, 2024, Finanzkrise (Bild: Goldreporter)

In einem Artikel vom Januar 2023 hatten wir vier Hauptthesen für das kommende Jahr formuliert:

  • An den Märkten wird es zu Liquiditätsengpässen kommen, die zu finanzieller Instabilität führen.
  • Das Wachstum wird sich plötzlich verlangsamen und die westlichen Staaten werden in eine Rezession abgleiten.
  • Die Inflation wird weiterhin über dem angestrebten Niveau von 2 % liegen.
  • Der Goldkurs wird von dieser Situation und den zahlreichen Herausforderungen profitieren und deutlich steigen.

All diese Vorhersagen wurden von den Fakten bestätigt: Sowohl in den USA als auch in Europa sind im Frühjahr mehrere Banken pleitegegangen (mit dem Fall der Großbank Credit Suisse war es das schlechteste Jahr für den Bankensektor seit 2008), die Eurozone rutschte in die Rezession (die USA haben den Abschwung dank massiver und effizienter Unterstützung seitens der Regierung und der Fed vermieden), die Inflation beträgt in der überwiegenden Mehrheit der westlichen Staaten mehr als 2 % und Gold erreichte ein neues Allzeithoch.

Zinssenkungen 2024?

Wenngleich die Zentralbanken ihre Leitzinsen noch nicht gesenkt haben, ist das nur noch eine Frage von Wochen, wie jüngste Aussagen belegen. Es empfiehlt sich aber vor allem auch die Entwicklung der Umlaufgeldmenge im Blick zu behalten. Dank des Hilfsprogramms der Fed im Anschluss an die Bankenkrise vom März hat die neue Kreditwelle der US-Banken die Bilanzkürzungen der Notenbank aufgewogen. Das Ergebnis: Die Umlaufgeldmenge im Inland ist seit fast 10 Monaten unverändert geblieben.

Das Jahr endete mit einem Paradox, das deutlicher zum Vorschein tritt als je zuvor: Der Kluft zwischen den Finanzmärkten und der Realwirtschaft. Die Märkte haben vom Rückgang der Inflation und der Mehrdeutigkeit der Zentralbanken profitiert und schlossen zum Jahresende auf Rekordniveau. Dieser Zustand ist allerdings nur vorübergehend. Wir werden noch darauf zurückkommen.

Wirtschaft schwächelt

In Wirklichkeit erleben mehr und mehr Unternehmen, dass sich ihre Liquiditätsreserven erschöpfen und sie infolge der Verteuerung ihrer Kredite und des Konjunkturabschwungs von Insolvenz bedroht sind. Am anfälligsten sind logischerweise die Unternehmen, die die Gesundheitskrise und die Niedrigzinsen nutzten, um sich übermäßig zu verschulden, sowie diejenigen, die schon jetzt als Zombie-Unternehmen klassifiziert werden (d. h. deren Einnahmen nicht ausreichen, um ihre Zinszahlungen zu decken).

Diese Fragilität lässt sich in allen Industriestaaten (USA, Dänemark, Frankreich, Schweden, Deutschland…), in allen Wirtschaftssektoren (Textilindustrie, Wohnungswesen, Transportwesen, Immobilien…) und bei allen Unternehmensformen beobachten. In den USA hat sich die Zahl der Insolvenzen gegenüber 2022 um 30 % erhöht und in der europäischen Union um 13 %. In manchen Ländern melden mittlerweile mehr Unternehmen Konkurs an als während der Finanzkrise von 2007-2008.

Welche Entwicklungen sind angesichts dieser Bilanz 2024 zu erwarten?

Um Prognosen und Vorhersagen zu treffen, ist ein Blick auf langfristige Trends immer zweckdienlich. Zur Erinnerung: Die heutige Zeit ist aufgrund der Vielzahl an Risiken weltweit, des Schuldenniveaus der Großmächte im Verhältnis zu dem von ihnen erwirtschafteten Vermögen und des Anstiegs ihrer Militärausgaben als Ende eines Finanzzyklus einzuordnen.

Seit 2008 ist der seit einem halben Jahrhundert vorherrschende Finanzkapitalismus, der sich durch sein Geldsystem von der realen Welt entkoppelt hat, in seine finale Phase eingetreten. Sein Ende wird durch immer mehr Schulden und mittlerweile zwei Jahre der Inflation hinausgezögert. Vergessen wir nicht, was der französische Finanzminister Joseph Caillaux 1932 unter Bezugnahme auf die Krise von 1929 sagte: „Der Beginn des Unwetters wurde durch Geldinflation (…) verzögert, die fast die gleiche Wirkung hatte wie die Morphiumspritze, die der Arzt seinem Patienten gibt, und die den Schmerz betäubt, ihn aber im Verborgenen fortwirken lässt, sodass er später umso heftiger wieder ausbricht, weil er künstlich verzögert wurde.“ Wiederholt sich die Geschichte?

Szenarien

Alles deutet auf folgende Entwicklungen im Jahr 2024 hin:

  • Die Wirtschaftslage wird sich weiter verschlechtern (die Unternehmenspleiten nehmen zu, die Arbeitslosigkeit steigt stark an – vor allem in Europa – und zahlreiche Länder gleiten erneut in eine Rezession ab, vor allem die, in denen das Zinsniveau mittlerweile über der Wachstumsrate liegt).
  • Es kommt zu einer großen Finanzkrise. Im Gegensatz zu dem, was man glauben könnte und während die Fed und die EZB neue Zinssenkungen vorbereiten (im Laufe des Frühlings und Sommers), wird es zunächst schrittweise und dann sehr plötzlich zu weiteren Bankenpleiten kommen, denn die Märkte werden das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Zentralbanken verlieren. Letztere werden sich in einer Sackgasse befinden und zwischen Inflation und Finanzkrise wählen müssen. Mit den seit mehreren Monaten positiven Realzinsen entscheiden sie sich für den Kampf gegen die Preisanstiege. Die Zinsrevolution hat also begonnen. Es droht folglich eine große wirtschaftliche und finanzielle Buße.
  • Gold wird neue Allzeithochs erreichen. Die Nachfrage wird weiterhin stark von den Käufen der Notenbanken beeinflusst werden (insbesondere seitens der Länder des „globalen Südens“), für die ein Vermögenswert, der an keine Autorität gebunden ist und angesichts der ungewissen Zukunft die Rolle einer Versicherung spielt, sehr attraktiv ist.

Wahljahr 2024

Gleichzeitig werden rund um den Globus in diesem Jahr entscheidende Wahlen stattfinden. Die betroffenen Staaten erwirtschaften zusammen fast 60 % des weltweiten BIP. Die wichtigsten sind die Präsidentschaftswahlen in Taiwan und in den Vereinigten Staaten am 13. Januar bzw. am 5. November, sowie die Parlamentswahlen in Europa und Indien am 9. Juni und am 1. April 2024.

Der Ausgang wird von den wirtschaftlichen, finanziellen und geopolitischen Entwicklungen weltweit abhängen und insbesondere auch von der Positionierung der US-Regierung unter Biden, die ein Land lenkt, welches trotz seiner Schwachstellen die führende Weltmacht bleibt.

Da in den USA nun ein Wahljahr anbricht, ist nicht mit einer Kürzung der öffentlichen Ausgaben oder mit Steuererhöhungen zu rechnen. Und wenn die unterstützenden Maßnahmen der Fed Ende März 2024 auslaufen, kann problemlos ein neues, ähnliches Programm beschlossen werden. Die wirtschaftliche und finanzielle Instabilität wird dagegen ernste Folgen haben, sowohl in den Vereinigten Staaten als auch weltweit. Dies gilt umso mehr, da sich die Teuerungen fortsetzen werden, weil die Inflationsrate wahrscheinlich bei mehr als 2 % gehalten wird, um die Kosten für die Staatsschulden so weit wie möglich zu senken…

Ausblick

Wenngleich sich die Zukunft verfinstert, ist die Geschichte niemals festgeschrieben. Mehr denn je wird in diesem Jahr eine große Kehrtwende nötig sein, um das Schlimmste zu verhindern. Aus wirtschaftlicher Sicht wäre es angeraten, die Geldpolitik neu zu denken, um den pro-zyklischen Effekt des Schuldgeldes zu beenden, die Unternehmen und Aktivitäten zu unterstützen, die für die Realwirtschaft am produktivsten sind (mit Hilfe von Anreizen wie Subventionen, gestaffelten Zinssätzen etc.), und schließlich auch umfassende Dezentralisierungsmaßnahmen durchzuführen, um die Konzentration im Bankensektor und die daraus folgende Ungleichheit abzumildern. Aus gesellschaftlicher Sicht müsste alles beseitigt werden, was dem Individualismus Vorschub leistet, und stattdessen neues Vertrauen zwischen den Menschen geschaffen werden, ohne dabei zu vergessen, dass Wandel zuerst auf persönlicher Ebene stattfindet. Politisch gesehen wäre mehr Demokratie notwendig.

Hoffen wir, dass 2024 der Welt das Gleichgewicht bringen kann, das ihr so bitter fehlt.

Quelle: GoldBroker.com

Zum Autor: Als Student der Finanzwissenschaften und Redakteur bei Le Vent Se Lève hat sich Julien Chevalier auf Fragen der Geld- und Währungspolitik sowie auf die Rolle der Zentralbanken spezialisiert. Er ist überzeugt, dass eine andere Geldpolitik möglich ist und interessiert sich insbesondere für deren Einfluss auf wirtschaftliche und politische Entscheidungen.

Hinweis: Meinungen oder Empfehlungen im Rahmen von Gastbeiträgen geben die Einschätzung des jeweiligen Verfassers wieder und stellen nicht notwendigerweise die Meinung von Goldreporter dar.

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16 Kommentare

  1. 60% des BIP. Da rechnen wir uns die Lage auch immer schön. Da drin sind Dinge, die anderswo unbezahlt getätigt werden (Kinderbetreuung, Altenpflege) und der ganze, keine realen Werte schöpfende Dienstleistungssektor, wo der Haarschnitt oder das Nägelmachen so viel kostet („wertschöpft“),
    wie andernorts das Jahreseinkommen ist. Alles auch ermöglicht durch einstmals billigste Energie, und wie man sieht, sieht es da inzwischen schon ganz anders aus und das Kartenhaus beginnt einzustürzen. Nach der Industrie bricht es dann überall zusammen. Das Smartphone real produziert in Asien für 50.-, die restliche „Wertschöpfung“, die keine Verbesserung für den Endnutzer ist, in USA oder Europa abgegriffen.

  2. Damit der letzte Faden mit den vielen Kommis nicht zu lang wird, mache ich mal hier weiter und stelle gerne meine Ansicht zu Aktien in den Raum. Passt auch zum Artikel oben:

    Grundsätzlich sind im Kondratieff-Winter Aktien zu verlassen, da ein überschuldetes System zudem auch eine Marktsättigung aufweist. Bitte hierbei mit der Zyklentheorie beschäftigen.So wachsen die US-Tech-Aktien (FANG & Co) seitens der Verkäufe und Nutzer kaum noch, mit Ausnahme Microsoft, aber auch dort hat die jahrzehntelange exponentielle Wachstumskurve das Plateau erreicht. Da sind also keine allzu großen Spekulationsgewinne mehr drin. Anders sieht es im Globalem Süden ( BRICS+ und Co.) aus. Dort ist der Zyklus noch recht jung und man kann langfristig gut performen, wenn man denn an so was ran kommt. Ansonsten sind Einzelaktien wie ein Lottoschein mit 43.000 Zahlen, denn etwa so viele börsengehandelte Aktien gibt es weltweit. Wussten Sie das? Da ist also eine umfassende Due Dilligence nötig, um die wirklichen Blue Chips im entsprechendem Markt zu finden. Das ist nichts für mal so nebenbei am Sonntag Abend, sondern tägliches Profigeschäft, ansonsten ist es Lotto. Da darf man sich nicht selbst belügen.

    Noch schlechter sind die Alternativen ETF oder klassische Fonds. In wenigen Jahren kommen im dekadenten und erschöpftem wie vergreisendem Westen z.B. die Babyboomer in Rente und diese beginnen dabei mit Entnahmeplänen daraus. So viele neue Einzahler wie vor 30 – 40 Jahren kommen da nicht nach. Außerdem sind die Durchschnitte der letzten Jahrzehnte schlecht, kaum mal einer, der den Markt schlägt. Wenns gut läuft, sind langjährige Renditen um die 6 % p.a. drinn, abzl. 1/4 Steuern. Da darf man aber nicht in die Aufstiegsphase rein kaufen, sondern erst im Tal beim Crash. Aber wer schafft das psychologisch schon? Wer schreibt sich diesen Plan auf? Wer handelt dann 5 Jahre später nach diesem Plan auch konsequent, wenn die Zeit ran ist? Wer hält es aus, in einem Salamicrash nicht doch noch panisch dann im Tief zu verkaufen? Ist einem bewusst, wie FOMO bei einem selber wirkt? Wer kann englische Bilanzen lesen und verstehen? Wer weiss denn, wie Unternehmen und CEOs ticken, wenn er selber noch nie selbständig war und alles aus der Opferrolle des Arbeitnehmers aus betrachtet? Wie soll sich beim Arbeiter ein Kapitalisten-Mind- Set bilden, so ganz ohne Praxis von der anderen Seite? Wie will man ohne diese Erfahrungen Entscheidungen der CEO`s, die langfristig den Kurs bestimmen, beurteilen, ohne Praxiserfahrungen? Aktieninvests sind wie alle anderen Investitionen auch, ein Business und dieses benötigt auch einen schriftlichen (!!!) Businessplan, sonst wird man insolvent. Wo sind denn Ihre Aufzeichnungen? Haben Sie die weltweiten Aktienmärkte über die letzten 50 Jahre mal bzgl. der Performance und der diesbzgl. Trend schriftlich ausgewertet- in Zahlen? Wenn nicht, lassen Sie die Finger davon. Wer schon danach fragt, welche Aktien er denn kaufen solle, ist dazu überhaupt nicht geeignet. Das muss man alles selber investigativ recherchieren.

    Die Königsklasse ist private equity. Dort – also vorbörslich und mit dem IPO-wird das richtige Geld verdient und nicht an der lange gelisteten Aktie. Wissen Sie das? Haben Sie schon mal venture capital investiert, so über 10 Jahre in start ups? Wissen Sie, wie man an so was ran kommt? Auch da ist viel unternehmerische Weitsicht, Netztwerke und eigene unternehmerische Erfahrung gefragt. Mit meinem ersten Deal im Venture Capital habe ich nach 10 Jahren in 2021 etwa 6000% gemacht. Bei meinem zweitem Deal war/bin ich operativ über Jahre direkt am Geschäftsaufbau involviert und beteiligt und wir erleben als Gründungsaktionäre, welch komplexer und bürokratisch aufwändiger Weg es ist, einen STO (security token offering – ist ein IPO,aber erstmalig mit einem Blockchain-Registrar und Aktien als Security Token) zu machen. Aber damit regnet es dann Millionen für die Gründungsaktionäre. Wir sind übrigens in den Golf-Staaten in middle east im Zahlungsdienste- und Fintec-Bereich tätig und tlw. bereits Marktführer. Daher weiß ich, wie AGs funktionieren und aufgebaut werden. Dennoch oder vielleicht deshalb kaufe ich mir keine einzige Aktie an der Börse mehr, nur noch Gold.

    Mit Gold als eine Art Weltaktie hat man in den nächsten Jahrzehnten planbare Steigerungen (ohne Arbeit und ohne Steuern). Sie wissen schon warum, wegen meinem Satz unten. Bedenken Sie, als Investor müssen Sie planen, wieviel Sie in einem Zeitraum an Gewinn erwarten. Dazu brauchen Sie Daten. Haben Sie diese bei Ihren Einzelaktieninvests oder bei ETFs alle? Wenn Sie beim ausgewählten Aktienmarkt nicht genauso Bescheid wissen, so wie Sie über Gold Wissen haben, spielen Sie Lotto. Das nur mal so in Kurzform ein paar erste Gedanken von einem professionellen Investor dazu. Auch hier kann man Bücher füllen, bzw. diese gibt es auch schon zuhauf. Also lesen Sie viel und hören Sie den Erfolgreichen genau zu.
    In (y = e hoch x ) we trust!

    • „In wenigen Jahren kommen im dekadenten und erschöpftem wie vergreisendem Westen z.B. die Babyboomer in Rente und diese beginnen dabei mit Entnahmeplänen daraus. So viele neue Einzahler wie vor 30 – 40 Jahren kommen da nicht nach.“
      Ganz so schlimm wird´s nicht werden. Wenn allein über Asylanträge täglich
      über 300 junge gut ausgebildetet Arbeitskräfte nach D kommen, müssen
      wir uns um Rente keine Sorgen machen.

  3. @Commander
    Nur relativ kurz:
    Richtig, um wirklich professionell Geld anzulegen, brauche ich mindestens 1000 Leute mit MBA und etlichen Ingenieurabschlüssen etc. und den entsprechenden Analyseprogrammen in 10 Büros auf der Welt.
    Zumindest ich kann mir das nicht leisten.
    Fondsanbietern traue ich nicht, weil die primär erst mal in die eigene Tasche wirtschaften.

    Das größte mittel- und langfristige Problem sehe ich in der Demographie.
    In USA und Europa vergreisen wir und wie richtig dargestellt werden die Babyboomer ihre Anlagen für die immer schneller immer teurer werdende Altenpflege und medizinische Betreuung aufwenden (müssen) oder zum Erhalt ihres Lebenstandards nach Inflation verwenden (müssen).
    Die nachkommende Generation ist viel kleiner, dümmer und findet wegen Deindustrialisierung auch weniger gut bezahlte Jobs, was deren Sparfähigkeit verringert, wenn die überhaupt noch sparen wollen.
    Kurz: es wird dem Markt mehr Geld entzogen als neu reinkommt.

    Welcher wohlhabend gewordene Chinese oder Inder wird Aktien von VW , Commerzbank oder Bayer kaufen ?
    Selbes Problem für Immos in 80 % von Europa.

    Idee: etwas kaufen, das alle wohlhabenden Menschen auf dem Globus haben wollen, egal wohin sch die wirtschaftliche Dynamik auch verschieben mag.
    So eine Art Universalanlage.

    Ich glaube, da gibt es etwas (nicht von Ratiopharm).

    • Geschätzter @ MeisterEder und an alle: Eben! Die Demographie. Und da muss man noch berücksichtigen, das die Bevölkerung des „Wertewestens“ global nur 10 % ausmacht. Mit Aktien kann man nur Geld verdienen, wenn man sich als Emittent oder Coach profiliert, so a la Jens Rabe, G.Kommer (als „ETF-Papst“ gehandelt- klar für die Gläubigen braucht es einen Papst), A. Beck oder als Influencer wie M. Lochner usw.

      Ich schaue mir immer gerne solche Youtube-Videos als Denkanstoß an. Mit Enstetzen stelle ich dann in den Halbsätzen fest, dass solche hoch gehandelten „Experten“ nicht die Bohne Ahnung haben von fractional banking (z.B. Beck u. Kommer). Die gehen doch tatsächlich davon aus, das das Geld für einen Kredit vorab vom Sparer eingezahlt wurde. Das wäre so, als wenn ich als Luftfahrting. von der Flachen Erde ausgehe, Aerodynamik noch nie gehört habe aber einen Flug um die Welt plane.
      Ich stelle daher seit 16 Jahren jedem „Experten“ vorab folgende 3 Fragen und empfehle Ihnen das auch:
      1. Woher kommt das Geld für einen Kredit?
      2. Ist die FED privat oder staatlich?
      3. Was ist die mathematische Funktion des Zinseszins und welche Auswirkungen hat diese?

      Bislang haben alle „Experten“ alle Fragen falsch beantwortet. Dann war stets ich dran mit Aufklärung, vor großen ungläubigen Kulleraugen. Stellen Sie sich vor, ich habe 2009 das FIAT-Geldsystem sogar bei einem Vortrag vor Bankvorständen einer österreich. Bank erklärt. Die hörten davon erstmalig! Aber es gibt Hoffnung. Hat sich doch diese fundamentale Erkenntnis der Geldschöpfung (das wahre Bankgeheimnis) auch schon in den Mainstream verirrt. Es gibt bei arte und zdf-info doch tatsächlich Dokus darüber samt kurzen Erklärungen des fractional banking, allerdings ziemlich oberflächlich, aber immerhin.

      Nochmal zu Aktien. Bei der Auswahl jeder Aktie muss ich so umfassend wie bei der Recherche zu Gold (und Silber) vorgehen. Man zeige mir den Privatanleger, der das tut. Sie spielen dagegen bei den in Mode gekommenen ETF´s gemeinsam mit den Managern 40 aus 40.000. Seit ich Gold wie eine „Weltaktie“ sehe, komme ich zu ganz neuen Erkenntnissen: Da spiele ich 1 aus 1 ;-) Ist das nicht klasse? ;-)

      • Geschätzter @ Commander
        Tja, wir dürfen nie vergessen, daß auch wir selbst dereinst Teil des demographischen Wandels sein werden.
        Das ist einer meiner Hauptgründe, nicht mehr Tage meiner Restlebenszeit damit zuzubringen, die Daten eines Unternehmens zu analysieren (um dann eine Aktie zu kaufen oder nicht), sondern auf die „Weltaktie“ zu setzen und nur geduldig auf weitere Einstiegschancen zu warten.

        Ein „Nachdenkbildchen“ aus einer Kirche in Südtirol:
        [Link zu lang]

        Falls man die Inschrift nicht lesen kann:
        Memorare novissima tua, sic transit gloria mundi.

        Denke an deine letzten Tage, so vergeht der Ruhm der Welt.
        Unten auf dem Boden liegt goldenes Geschirr, Goldschmuck, ein praller Leder-Geldbeutel und ein Spitzen-Patrizierkragen.

        Das Gemälde ist über der Tür zum Friedhof.
        Das letzte Hemd hat keine Taschen.

        • Nachtrag:
          Sorry, das passiert, wenn voll-analoge Schreinermeister versuchen Links einzubinden:
          Auf der Google Seite rechts das Feld „Fotos ansehen“ anclicken, dann herunterscrollen bis zu dem schwarzen Bild mit den 2 Skeletten neben dem Altarbild (über der Türe)
          Das hängt als Mahnung außen an meiner Arbeitszimmertüre.
          Das ist die unbequeme Wahrheit.

        • Verehrtester @MeisterEder: Völlig richtig und danke für Ihren Bildlink. Ich werde demnächst 60 und habe mir deswegen auch einen Gold-Entnahmeplan für die nächsten 4o+X Jahre erarbeitet. Für die Nachkommen bleibt auch dann noch genug Glänzendes (das wird trotz Entnahme einfach nicht weniger….) , Immobiles und anderes Gedöns übrig. Ich werde der Erste in meiner ziemlich armen „Familiendynastie“ sein, der seinen Kindern mal ordentliches Vermögen vererben kann/will. Aber ich passe auch auf, dass das dazugehörige Wissen mitgeliefert wird.

          • @ Verehrter Commander,

            So ist es bei uns auch, aufgewachsen in der Sozialplatte als Arbeiterkinder können wir als erste Generation dauerhaft Werthaltiges weitergeben und keine gerahmten wertlosen Aktien oder 50-Milliarden Geldscheine.

            Da Sie ja wahrscheinlich nicht in den Genuß der katholischen Kirche gekommen sind, freue ich mich über Ihren Gefallen an der plastischen Bildsprache in alten Kirchen.
            Also immer schön sauber bleiben.
            Mein Lieblingsfresco ist in Padua,
            Da ich das mit den Links nicht so toll…..
            bitte selbst Googeln:
            Capella de Scrovegni, Padua, Das Jüngste Gericht von Giotto, von 1306.
            Rechts unten der Höllensturz der Sünder.
            Recht deutliche Aufforderung, ehrlich zu bleiben.
            Manchmal sehe ich dort die Gesichter besonders toller Politker.
            Sollte die Kirche doch richtig liegen, wird es für manche Helden wohl ungemütlich.

  4. @Commander
    Persönlich habe ich keinen Mehrwert ob jemand die eine oder andere aktie kauft oder verkauft. Ich stelle hier meine persönliche Meinung über einige Aktien, nach meine persönliche Erfahrung mit investieren in diesen.
    Es ist wahr das eine Entscheidung über einen Aktienkauf viel Arbeit mit sich bringt, sowas ist nicht mit ein paar Stunden am Wochenende ausreichend. In der Regel setze ich mehrere Wochen damit auseinander.
    Man muss auch bedenken das nicht jeder sich in Finanzsektor, oder als CEO eines Unternehmens sich befindet. Insiderwissen bekommen nur die jenigen die das viele Geld haben und dementsprechend Beziehungen aufbauen, aber das ist in jeder Branche so.
    Als „normaler“ Anleger muss man sich vieles aneignen, Informationen holen, ein Basis Wissen aufbauen, von anderen auch lernen können. Solange man das möchte ist genug Wissen verfügbar, oder man geht den einfachen Weg und bringt sein hart erarbeitetes Geld einen sogenannten (-Bank) Berater. Er wird selbstverständlich zum Wohl des Kunden seine Anlage Vorschläge unterbreiten, das ist was tausende von Anleger auch
    machen. Es ist auch richtig das die jenigen die eine Firma aufgebaut haben, einen besseren Verständnis für gewisse Arbeitsprozesse haben. Das ist auch meine Erfahrung da meine Eltern die Firma von null aufgebaut haben und selber mehrere Jahre in dieser verbracht hatte.
    Trotzdem ob Aktien, Gold, Immobilien, Luxus Uhren/Autos. Das alles ist eigentlich ohne Bedeutung, der Mensch braucht nur was zu essen, sauberes Wasser, ein gesundes nach Möglichkeit stressfreies Leben. Wenn der Tag kommt bleiben alle materiellen Dinge eh zurück.

    • Wahre Worte. Doch durch Neo Broker und Aktien Apps ist es nicht mehr notwendig sich zu belesen und man kann per Smartphone direkt auf „Kaufen“ klicken. ;) Durch diese Entwicklung stieg die Zahl junger Investoren ( <30J) von 10 auf 60%. Das Endresultat sind Börsen die einem Casino ähneln, börsentypisches Verhalten vergangener Jahrzente keinerlei Relevanz mehr haben und sich kein klares Verhaltensmuster aus Umsatz / EBIT & Marge zu Börsenkurs erkennen lässt. Da steigen Kurse von Blutsaugern /Zombiunternehmen und andere Werte, die jahrelang gut wirtschafteten, werden gnadenlos niedergeschlagen. Willkommen im neuen Spielparadies.
      Wer da wirklich erfolgreich sein will und das als junger Mensch benötigt einen langen Atem.
      Ich empfehle Werte die nahezu niemand auf den Schirm hat, Global aufgestellt sind, immer gefragt sein werden, nicht am grünen Futtertrog und am dicken Portmonee junger Generation hängen. Denn letzteres wird in Zukunft rückläufig sein.
      Die Hoffnungslose Generation?! Naja nicht alle.
      LG geschrieben von einem unter 30 jährigen.

  5. Geschätzter @ Big Driver: Ich bin da ganz bei Ihnen. Wenn mann weis, was man macht, ist das okay. Es ist auch okay, wenn man es nicht weis. Ich bin da ein freier radikaler Denker, halte es mit der Jedermanns Fason von Friedrich II.

    Ich stand 1990, wie die meisten Ostdeutschen, in zum Glück jungen Jahren, wieder bei Null. Meine technische Spezial-Ausbildung wurde im Markt nicht anerkannt bzw. gebraucht. Aber eines habe ich im Staatsbürgerkundeunterricht sowie in der umfassenden gesellschaftswissenschaftlichen Ausbildung bzgl. des Kapitalismus im Studium verstanden:
    Es gibt nur Arm oder Reich, Arbeiter oder Unternehmer. Andere arbeiten für Geld, andere lassen (andere für) „Geld arbeiten“ .

    Da habe ich mich entschieden, auf welche Seite ich die noch übrigen 75 Jahre muss, denn der Tag X war für mich noch weit weg. Das Gute ist, dass das heute jeder selber in der Hand hat und nicht mehr mit einem goldenem Löffel auf die Welt kommen muss.

    Alle die hier auf dieser Seite sind, lesen und kommentieren, sind da echt schon gaaaaanz weit vorne und ich kann jedem hier nur dazu gratulieren. Wer Reichtum oder Vermögen hat (das hat auch viel mit guter Denkweise, Wissen, Disziplin , Ausdauer usw. zu tun) kann anderen helfen, Ein armer Mann kann nur jammern. Daher ist es „sozialer“ reich zu werden bzw. zu sein! Ja, das sagt ein ehemaliger Kommunist zu den hiesigen Linken!

    • Geschätzter @ Commander

      Zu Ihrem letzten Absatz wird Ihnen das gefallen:
      Ernst Prost.
      Angefangen mit NIX, in Rente gegangen als einer der 500 finanziell reichsten Germanen (Eigentümer von Liqui Moly).
      Und dabei klar in Herz und Kopf geblieben.
      https://www.businessinsider.de/karriere/machen-400-millionen-wirklich-gluecklich-millionaer-ernst-prost-verrat-es/

      https://www.youtube.com/watch?v=yT4A47IFu2E&t=350s

      Wenn ich nicht schon den Schreiner als Vorbild hätte…..

      • Lieber @MeisterEder, Ich bin in den „Genuss“ der kommunistischen Kirche gekommen, da wurde auch viel geglaubt. Aber – man glaubt es kaum- es wurden uns wenigstens, die der Kirche ähnlichen, moralischen und ethischen Werte vermittelt. Lug und Betrug war i.d.R. nur bei den Führern zu finden, also ähnlich wie in der Kirche. Das Schaafsvolk war und bleibt meist ehrlich.

        Naja, was sich der Herr Prost so denkt…. ??? So will und werde ich nicht als Multimillionär enden. Aber er hat sicher seine Gründe. Mit vollen Taschen ist ja auch gut stinken. Ein Normalo kann sich solch einen Lebensstil in der Alm-Hütte (hat bestimmt auch SAT-WLan und Zentralheizung, oder ?) nämlich nicht leisten. Da braucht es schon Reserven, z.B. für die (private) Krankenversicherung u.dgl. mehr. Ich kenne auch die Story vom fischendem Millionär, der den Fischer am Strand trifft und erzählt, was er die Jahrzehnte dafür so leistete, um jetzt fischen zu können. Schöne Legende, stimmt aber nicht mit der Lebenswirklichkeit überein und will nur subtil das Streben nach Lebenserfolg diskreditieren. Daher Vorsicht bei solchen rührenden Storys. Ich kenne keinen meiner Millionärsfreunde , die so leben (wollen).

        Ach so @ Meister Eder: Und Sie wissen auch nicht um dieses Fresco in einer italienischen Kirche aus dem 16 Jh. , was ich suche, wo auf einem Kreis die 4 Zyklen abgebildet sind? Falls Sie – oder andere Mitleser -mal darauf stoßen, bedanke ich mich schon hier für deren Hinweis.

  6. Zinssenkungen werden diesmal nichts bewirken. Im Gegenteil, das Firmensterben und die Rezession vergrössern. Hat da schon mal einer an 1928 gedacht?
    Da gab es nicht nur keine Zinsen, Geld war sogar völlig gratis und ein jeder mehrfacher Milliardär.
    Sogar Sozialhilfeempfänger waren Millionäre.
    Wäre das nicht etwas zum nachmachen für unsere
    Regierung ?

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