Montag,16.Mai 2022
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Angst und Gier: Warum man mit Gold immer richtig liegt!

Angst ist das bestimmende Leitmotiv an der Börse. Die Angst vor Verlusten und die Angst, etwas zu verpassen. Das tangiert Aktien und Gold gleichermaßen.

Gold, Goldpreis, Goldreporter, Kolumne, Jürgen Fröhlich

Von Jürgen Fröhlich

Angst bestimmt die Börsen

Einmal mehr zeigt sich: Angst und Gier, das sind die bestimmenden Leitmotive der Börse. Wie schmal der Grat zwischen beiden Gefühlswelten sein kann, haben wir an den letzten Handelstagen erlebt. Nach einem drastischen Einbruch an den Aktienmärkten zu Wochenbeginn folgte spätestens am Mittwoch eine ebenso beeindruckende Erholungsrally.

Dabei kann man die Emotionen der Investoren auf ein einziges Motiv reduzieren: Angst! Einerseits herrscht die Angst, etwas zu verlieren. Nimmt sie überhand, so geht Pessimismus an den Börsen in (Verkaufs-)Panik über.

Aber es geht auch anders. Denn aus Optimismus wird in heißen Marktphasen zu Hysterie, die in eine Kaufpanik und in eine Blasenbildung mündet. Auch hier greift die Angst um sich, die Angst, etwas zu verpassen. Im angelsächsischen Raum hat man auch einen passenden Begriff dafür: FOMO, The Fear of Missing out.

Probleme der Geldpolitik

Nun befinden wir uns in einer Phase ungezügelter expansiver Geldpolitik. Jede neue Krise wurde zuletzt mit noch mehr Zentralbank-Geld übertüncht. Allerdings hat man Investoren mit der Erwartung ins neue Jahr geschickt, dass zumindest die US-Notenbank nun einen Richtungswechsel vollziehen wird.

Die Geldflut wurde schon etwas gedrosselt. Doch angesichts der plötzlich stark anziehenden Inflationsraten geht die Fed nun in Aktionismus über. Zinserhöhungen werden ins Schaufester gestellt, gar eine Bilanzreduzierung in Aussicht gestellt. Auch, weil die geldpolitischen Vertreter sich nicht mehr so sicher sind, ob die gestiegene Inflation tatsächlich nur ein vorübergehendes Phänomen darstellt, wie man lange Zeit argumentierte. Die EZB gibt sich in dieser Hinsicht weiter entspannt. Vielleicht sogar zurecht? Liegen die US-Geldpolitiker mit ihrer Einschätzung falsch?

Deflationierender Bärenmarkt?

Zwar erholten sich die Aktienmärkte am Mittwoch vor dem anstehenden FED-Sitzungsergebnis. Angesichts schwächerer Konjunkturaussichten und womöglich trüberer Projektionen, was die Unternehmensgewinne angeht, könnten die Aktienmärkte sogar in einen längerfristigen Bärenmarkt übergehen.

Dabei könnte es sogar im Sinne der Fed sein, dass der Aktienmarkt deutlicher korrigiert. Denn dies ist auch eine Form von „Tapering“. Schließlich floss in den vergangenen Jahren Erhebliches an Zentralbankgeld in die Finanzmärkte. Und eine nicht unerhebliche Menge Geld wird im Rahmen von Börsencrashs vernichtet. Dies hat einen desinflationären Effekt. Beispielsweise wurden an der US-Technologie-Börse NASDAQ alleine seit Jahresbeginn rund 3 Billionen US-Dollar vernichtet. Das heißt, gemessen an der Marktkapitalisierung beziehungsweise dem Buchwert aller im Index vertretenen Unternehmen.

Von der Inflation zur Deflation?

Alles was an der Börse gehandelt wird, ist diesen Zusammenhängen ausgesetzt. Die Zentralbanken geben es und sie können es auch wieder nehmen, wenn der Markt der Geldpolitik nicht zuvorkommt.

Man könnte die Entwicklung auch so charakterisieren: Die Inflation in Form stark gestiegener Verbraucherpreise, fing mit einer Assetpreis-Inflation an – also mit der Inflationierung von Finanzwerten. Und nun könnte es auf dem gleichen Weg wieder zurückgehen. Ein Crash an den Märkten und eine Deflation bei Finanzwerten kann zu einer realen Deflation der gesamten Volkswirtschaft führen. Ist die Fed mit ihren Maßnahmen dann womöglich wieder zu spät dran?

Gold und Silber

Auch Gold und Silber werden an der Börse gehandelt. Und deshalb unterliegen auch deren Kursen den jeweiligen Marktbedingungen. Wenn etwa in einer Bankenkrise der Run auf Crash losgeht, wie nach dem Lehman-Schock von 2008, dann können auch die Edelmetall-Kurse unter die Räder geraten.

Die jüngsten Ereignisse haben aber gezeigt, dass Gold seinem Ruf als gutes Krisenmetall immer noch gerecht wird – heute, wie vor tausend Jahren. In der Marktpanik gehörte das Edelmetall zu den wenigen Werte, die nicht abverkauft wurden.

Gold entspannt

Auf der anderen Seite gab es auch auf dem Goldmarkt Zeiten der Hysterie. Auch die wird es wieder geben. So oder so, Angst (und Gier) wird das beherrschende Leitmotiv an den Börsen bleiben. Und dennoch, Gold entschleunigt. Es entspannt. Wer physisches Edelmetall in Form von Münzen und Barren in seinem Besitz weiß, wird auch zukünftig besser schlafen können. Denn Gold kann niemals pleitegehen.

Goldreporter

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8 Kommentare

  1. 9000 Miliarden Dollar hat die US Notenbank Staatsanleihen gekauft um die Party in Amiland am lauen zu halten. Schön wenn man eine Währung als Leitwährung hat. Der Rest der Welt bezahlt die Konsumorgie in den USA.
    Mal sehen wie lange das noch geht. Oder anders gesagt, es kann so lange so weitergehen wie Leute in Geldwerte bleiben und glauben sie können sich davon noch irgendwann reale Werte kaufen.

    • Frosch:
      Ende Dezember war ich bei R&B in Hannover, um für kleines Geld etwas zu kaufen. Ohne Erfolg. Man sagte mir, Heraeus komme mit der Produktion nicht hinterher.
      Heute war ich abermals dort. Das gleiche Bild. Bei Degussa musste ich eine knappe halbe Stunde warten. Der Kassierer teilte mit, die Nachfrage habe in der letzten Zeit deutlich zugenommen.
      Als die Corona-Krise im Frühjahr 2020 am Kochen war, hatte ich das zuletzt gesehen. In der Zeit danach bis zum Spätherbst letzten Jahres gab es keine Schwierigkeiten.
      Nähern wir uns dem Punkt, wo es schwierig wird mit der Verfügbarkeit? Haben andere Foristen ähnliche Erfahrungen gemacht?

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  3. Selbst wenn der Goldpreis fällt, wenn alle Preise fallen, bleibt der Wert des Goldes erhalten. Eine Unze bleibt eine Unze, bleibt eine Unze, bleibt eine Unze ( in mem. Getrude Stein ) .

    Darüber hinaus steht fest, dass ein Fall des Goldpreises aus den vom Goldreporter beschriebenen Gründen, wahrscheinlicher wird, dies aber dem geschätztem Goldbug, aus den von mir beschriebenen Gründen kalt lassen kann. Im Übrigen spricht dennoch Einiges ( wenn auch weniger ) dafür, dass Gold demnächst wieder steigt. Nur auf dem günstigsten Einstiegspreis zu warten, gleicht nach wie vor dem Warten auf Godot.

  4. ‚Angst und Gier‘ [J. Fröhlich], ‚Geheimnis und Gewalt‘ [Georg K. Glaser], ‚Wille und Vorstellung [A. Schopenhauer] oder auch ‚Krieg und Frieden‘ [Leo N. Tolstoi] – das Fed [Federal Reserve System] ist der Herrscher dieser Matrix. Eigentlich auch gleich des ganzen Universums.

    Headlines und das FOMC-Statement im Wortlaut:
    https://finanzmarktwelt.de/fed-kernaussagen-im-fomc-statement-223800/

    – Es sei angemessen, „bald“ die Zinsen anzuheben.
    – Anfang März werden Wertpapierkäufe beendet.

    https://www.n-tv.de/newsletter/breakingnews/US-Notenbank-Fed-kuendigt-baldige-Leitzinserhoehung-an-article23086286.html

    • Präzisierung und erste Einordnung

      Die Zinsen werden angehoben, aber wann, ist noch streng geheim. Selbiges gilt für die Bilanzreduzierung.
      Die „Wert“papierkäufe werden dagegen ohne Weiteres eingestellt.

      Das FOMC will also keinem wehtun und verschiebt die Durchschlagung des Gordischen Knotens. Ist schließlich auch ein Fischerknoten sondergleichen, quasi eine Aporie – hier nicht die Unmöglichkeit, eine philosophische Frage zu lösen, sondern die Unmöglichkeit, in dieser Situation die richtige geldpolitische Entscheidung zu treffen.

      Das bekannte Dilemma lässt schön grüßen.

  5. @Thanatos

    Die FED bleibt ergo beim “ Wir machen durch bis morgen früh und versaufen unser Oma Ihr klein Häuschen. Das wochenlange Orkakeln über eine Zinserhöhung hat sich wieder mal als das Pfeifen im Walde erwiesen.
    Was sollen die Amtierenden auch anders machen. Man kann sich lediglich für die Cholera sofort oder die Pest machen wir später entscheiden. Es gibt freilich noch eine dritte Möglichkeit, dass die Macht der Tatsachen Ihnen die Entscheidung abnimmt und die Verhältnise von sich aus zum Tanzen kommen.

    • @Krösus

      Schau Dir mal dieses aktuelle Interview mit dem inzwischen 93-jährigen Noam Chomsky an – dem wohl politisch einflussreichsten Linguisten der Neuzeit [bis auf @Translator, versteht sich].
      Nehm ihm bitte nicht übel, dass er inzwischen wie ein Außerirdischer wirkt, er darf sich das unbedingt leisten. Dazu gehören auch seine Hypothesen über die Möglichkeit eines domestizierbaren Kapitalismus.

      Für ihn Tanzen die Verhältnisse, gemäß seines Lebensmottos nach dem italienischen Schriftsteller und Marxisten Antonio Gramsci: „Pessimismus des Verstandes, Optimismus des Willens“.

      https://www.jetzt.de/politik/noam-chomsky-im-interview-ueber-donald-trump-und-klassenkampf

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  7. @Herr Fröhlich
    Ich will Ihnen nicht auf den Senkel gehen – das tue ich schon genug – aber es gibt Leute, vor denen müssen wir EM-Besitzer uns höllisch in acht nehmen.
    https://www.youtube.com/watch?v=ymjT4EZoDPQ
    Ich meine die Verpetzer und Denunzianten, wenn ein Goldverbot kommt.
    https://juedischerundschau.de/article.2021-01.wie-anetta-kahane-in-der-ddr-juden-denunzierte.html
    Ich hätte die Vita dieses Frauenzimmers für unmöglich gehalten. Seien wir also kreativ beim Verstecken und Sich-dummstellen. Lügen lernen wie ein Politiker ist angesagt.
    Sorry, ich meine es nicht böse. Ich war heute bei der Pfarrerin in Lebus. Der starb schon ein Kind, ein weiteres ist todkrank. 5 Liter Apfelsaft vorbeigebracht und geschenkt, dazu paar schöne, leckere Sachen aus der Landfleischerei im Nachbardorf. „Aber Herr Schneider, ich hab doch noch so viel Saft von ihnen, das schaffen wir doch gar nicht zu trinken. Den hier trage ich morgen zum Kindergarten.“ Ich weiß nun, wem ich, wenn hier alles crasht, was von meinem Silber abgeben würde. Aber das will ich allein entscheiden. Denn es gibt Leute, da würde ich mir eher die Hand abhacken. 5×5 Liter sind heute im Pflegeheim für demente Alte gelandet. Die kriegen den von mir schon seit Jahren. Ein paar der Leute, die dort arbeiten – junge Frauenzimmer – bedachten mich mit liebevollen Blicken. (Das mit mir und den Katzen wird eh nichts mehr.)

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