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Der Euro ist schwach … relativ!

Das schwindende Vertrauen in Euro und Euro-Zone verursachte in den vergangenen Wochen eine deutliche Abwertung der Europäischen Gemeinschafts-währung. Was bedeutet das eigentlich? Zur Erklärung unternimmt Goldreporter einen kleinen Ausflug in die Welt der Relativitätstheorie.

Um die Veränderung eines Wertes zu messen, benötigt man einen anderen Wert als Referenz. Bei der Betrachtung der Euro-Stärke widmen die Finanzmärkte dem US-Dollar dabei die größte Aufmerksamkeit. Wenn man von einem fallenden Eurokurs spricht, dann ist also meist das Verhältnis des Euros gegenüber dem Dollar gemeint.

Doch dieser Vergleich hinkt. Denn der US-Dollar kann im Vergleich zum Euro kaum als stabile Starkwährung betrachtet werden. Die Stabilitätsindikatoren (Defizitquote, Schuldenstandsquote), an der sich die „Härte“ einer Währung unter anderem bemisst, sind in den USA noch deutlich schlechter als die Durchschnittswerte der Länder in der Europäischen Union.

Schwach oder stark, das ist also „relativ“.

Machen wir aus diesem Grund einen kleinen, anschaulichen Ausflug in die Welt der Relativitätstheorie.

Angenommen wir befinden uns auf einem etwa sehr langen Lastschiff, das den Main-Donau-Kanal entlangfährt. Nehmen wir weiter ein, die Söhne des Kapitäns (A und B) fahren an Deck mit ihren Fahrrädern entgegen der Schifffahrts-Richtung um die Wette.

Der Tacho von Sohn A zeigt 15 km/h an. Sohn B überholt ihn mit einer gemessenen Geschwindigkeit von 20 km/h. Das Schiff ist mit einer Geschwindigkeit von 25 hm/h (in die Gegenrichtung) unterwegs.

Referenz 1: Das Schiff
Sohn A fährt 15 km/h schnell. Sohn B bewegt sich mit 20 km/h fort. B ist somit um 5 km/h schneller als A.

Referenz 2: Das Festland
Sohn A fährt -10 km/h (15 minus 25) und Sohn B hat -5 km/h (20 minus 25) drauf. Beide bewegen sich also gegenüber dem Festland rückwärts. (Solange, bis Sie mit ihren Rädern am Schiffsheck über Bord gehen.)

Kommen wir nun zurück zu Euro und Dollar, um eine Analogie herzustellen.

Der „langsame“ Sohn A ist (derzeit) der US-Dollar. Sohn B stellt den Euro dar.

Referenz 1: Das heutige Geld- und Finanzsystem
Der Euro entwertet schneller als der Dollar. Dies drückt sich im relativen Wert der beiden Währungen zueinander aus (Wechselkurs).

Referenz 2: Gold (und Silber)
Gegenüber Gold werteten Dollar und Euro zuletzt gleichermaßen ab, verloren also beide an Wert. Der Euro aber schneller als der Dollar. Gold ist dabei die ultimative Referenz für alle ungedeckten Papierwährungen der Welt.

Erkenntnis: Gold ist der Leuchtturm in der Welt unbegrenzt vermehrbaren Papiergeldes. Man muss sich also nicht wundern, wenn die Währungshüter zur Wahrung des Scheins immer wieder versuchen, die klare Sicht auf diesen Maßstab zu vernebeln. Um bei unserem Beispiel zu bleiben: Beide (alle) Währungen drohen über Bord zu gehen. Die Frage ist nur, welcher unserer Söhne es am Ende als ersten erwischt.


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Eingetragen von am 21. Mai. 2010. gespeichert unter Euro, Europa, Marktkommentare, US-Dollar. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

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