Freitag,07.Mai 2021
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Warnsignale! Neuer Deflationsschock voraus?

Die aktuellen Preise der Kreditausfallversicherungen für Banken sowie der steigende Interbankenzins deuten auf erneute Spannungen im Finanzsektor hin. Zudem gibt es weitere Anzeichen für einen drohenden deflationären Schock.

Die Kreditausfallversicherungen der Banken sind in den vergangenen Tagen erneut deutlich angestiegen. Die Credit Spreads befinden sich auf Jahreshöchstniveau. Seit Anfang Januar sind die Versicherungsaufschläge bei den 25 vom Deutschen Derivate Verband regelmäßig veröffentlichten Emittenten um durchschnittlich 80,8 Prozent gestiegen. Die höchsten CD-Preise werden derzeit für die amerikanischen Banken Citigroup und Goldmans Sachs sowie die Royal Bank of Scotland verlangt. Sie folgende Übersicht.


Abb. 1: Credit Default Swaps ausgewählter Emittenten

Neben den Credit Spreads ist auch der Interbankenzins (u.a. Euribor) zuletzt wieder signifikant gestiegen (siehe Grafik unten). Das ist der Preis, zu dem sich die Institute im eigenen Kreis Geld leihen. Ein steigender Interbankenzins deutet auf zunehmendes Misstrauen der Geldhäuser untereinander hin.

Abb. 2: Euribor (Interbankezins), 3 Monate

Ein dritter Aspekt nährt zusätzlich die Befürchtungen eines drohenden Deflationsschocks. Trotz aller Bemühungen der Europäischen Zentralbank (EZB), die Finanzmärkte mit Liquidität zu vorsorgen, sank die Geldmenge M3 im vergangenen März um 0,1 Prozent. Auch die Kredite an den privaten Sektor waren zu diesem Zeitpunkt im Vorjahresvergleich mit -0,2 negativ. Alle Angaben stammen vom aktuellen EZB-Monatsbericht Mai.

Was wir derzeit erleben, ist eine Fortsetzung der Kreditverknappung. Das kann äußerst negative Auswirkungen auf die Konjunktur haben und den Euro-Raum einen erneuten Deflationsschock bescheren, wie wir ihn nach der Lehmann-Pleite Ende 2008 bereits vor nicht allzu langer erlebt haben.

Das Risiko einer sogenannten „Double Dip“-Rezession („W“-förmiger Konjunkturverlauf mit einem erneuten, harschen Wirtschaftsabschwung nach einer vorangegangenen Erholungsphase) ist also weiter gegeben. Ein zusätzlicher Hinweis auf die Möglichkeit eines solchen Szenarios ist der Kupferpreis. Er brach in den letzten Wochen erneut stark ein. Für viele Ökonomen ist dies ein erstes Anzeichen für den Rückgang der industriellen Nachfrage.

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