Donnerstag,20.Juni 2024
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Die unmögliche Gleichung der globalen Schulden

Die globale Verschuldung erreicht ein historisches Niveau. Um diese Entwicklung zu stoppen, ist eine radikale Reform des Finanz- und Geldsystems dringend notwendig.

Von Julien Chevalier

Rekordverschuldung

Die globale Verschuldung erreicht ein historisches Niveau von mehr als 300 Billionen Dollar. Obgleich diese Summe viel verrät, ist sie vor allem der Motor einer Ideologie der Grenzenlosigkeit in einer Welt voller Risiken und Herausforderungen. In den Zeiten der Zinsrevolution versuchen die Wirtschaftsakteure nun, ihre Schulden zu reduzieren, um solvent zu bleiben. Um nachhaltig stabil zu bleiben, braucht das Finanzsystem nicht nur Wachstum, sondern auch Knappheit… Eine große globale Entschuldung ist allerdings unrealistisch.

Schulden
Die Welt versinkt in Schulden. Welche Wege zur Entschuldung gibt es? (Bild: Goldreporter)

Auf Staatsebene können die Schulden auf drei verschiedene Weisen reduziert werden: Mittels Wachstums, mittels Inflation oder indem der Staat den Gürtel enger schnallt. Sehen wir uns diese Optionen im Einzelnen an. Trotz des starken Anstiegs der Teuerungsraten in den letzten Jahren, konnte die Inflation die globale Verschuldung nicht verringern. Von der Gesundheitskrise über den Krieg in der Ukraine bis hin zu den zahlreichen anderen Herausforderungen wirtschaftlicher und sozialer Art rund um den Globus – weltweit stiegen die Schulden unaufhaltsam weiter.

Höhere Steuern?

Das globale Wachstum ist trotz der Aufholjagd im Jahr 2021 sehr schwach geblieben und verlangsamt sich zusehends, während das weltweite Gleichgewicht in vielerlei Hinsicht neu austariert wird. Die Deglobalisierung und die geopolitischen Konflikte wirken als zusätzliche Bremse, mit Ausnahme bestimmter Regionen wie beispielsweise Afrika oder Ostasien, wo die starke demografische Entwicklung einen Wachstumsfaktor darstellt. Während die Ungleichheit in der Bevölkerung neue Spitzenwerte erreicht, unterhalten die Staaten zudem umfangreiche öffentliche Ausgabenprogramme, die jeglichen Haushaltsüberschuss verhindern. Auf der anderen Seite könnten sie vor allem auf Steuern als neue Einnahmequelle zurückgreifen, doch die Wirkung wäre kontraproduktiv und hätte vor allem keinerlei Einfluss auf die Natur ihrer wachsenden Schuldenberge. Abgesehen davon liegen die Steuereinnahmen in zahlreichen Ländern im Verhältnis zum erwirtschafteten Wohlstand bereits auf Rekordniveau… wie im Jahr 1939.

Private Verschuldung

Im Privatsektor hängt die Verschuldung der Haushalte und der Unternehmen, sowohl im Finanzsektor als auch außerhalb, in erster Linie vom internationalen Kontext und den Maßnahmen ab, die im jeweiligen Land und von dessen Institutionen umgesetzt werden. Die äußerst günstigen Kreditbedingungen der letzten Jahre und der sinkende Preis des Geldes, der sich daraus ergab, lieferten selbstverständlich einen Anreiz zur Verschuldung. Innovationen der Finanzinstitute, unterstützt von einer beschleunigten technologischen Entwicklung, haben diesen Trend verstärkt. Während die Staatsschulden heute 97 % des weltweiten BIP entsprechen, sind es bei den privaten Haushalten knapp 70 %, bei den Unternehmen außerhalb des Finanzsektors rund 100 % und bei den Banken und Finanzinstituten 80 %. Für die Haushalte und die Unternehmen ist diese Situation unhaltbar, da die große Mehrheit von ihnen weder ihre Schulden verlängern kann wie ein Staat noch mit negativem Eigenkapital operieren kann wie eine Zentralbank. Die wachsende Zahl der Unternehmen, die Insolvenz anmelden, bezeugt dies.

Wege zur Entschuldung

Es stellt sich also die Frage: Wäre es heute möglich, eine große Entschuldung durchzuführen? In der jüngeren Geschichte haben die Jahre nach der Finanzkrise von 2008 gezeigt, dass es nicht möglich ist. In Europa haben sich die Staaten beispielsweise trotz der Einführung von Haushaltsvorschriften, die eine maximale Schuldenquote von 60 % erlauben, weiter verschuldet. Im Zuge des wachsenden Einflusses der Finanzialisierung der Wirtschaft und dem Unvermögen der Zentralbanken, die Realwirtschaft zu unterstützen, setzte sich die Verschuldungsdynamik fort, ohne dass im Gegenzug realer Wohlstand in vergleichbarem Umfang produziert wurde.

Während sich die öffentlichen Schulden der Eurozone 2008 auf 65 % des BIP beliefen, sind es heute fast 110 %. Diese Entwicklung ist bei der Mehrheit aller Staaten zu beobachten, insbesondere in den Entwicklungsländern, deren Zugang zum Kapitalmarkt begrenzt ist und die deutlich höhere Kreditzinsen zahlen. Aufgrund ihrer Abhängigkeit von privaten Kreditgebern müssen sie zudem sehr schwierige Rückzahlungsbedingungen in Kauf nehmen, insbesondere im Fall von Umschuldungen[2], was sie noch krisenanfälliger macht. Die staatliche Gesamtverschuldung der Entwicklungsländer hat sich infolgedessen von 35 % des BIP im Jahr 2010 auf 60 % des BIP im Jahr 2021 erhöht. Wenngleich die Gesundheitskrise auch hier eine wichtige Rolle gespielt hat, sind es die aufeinanderfolgenden Krisen, die Kriege und die Herausforderungen aller Art im Allgemeinen, die gleichzeitig zu einem Wachstumsrückgang und einem Anstieg der Schulden geführt haben. Nur wenige Länder konnten diesem Trend entgehen, unter anderem Jamaika, wo seit 2012 Jahr für Jahr ein Haushaltsüberschuss verbucht wird.

Ausgaben reduzieren?

Heute besteht das Problem darin, dass der historische Anstieg der Zinsen die Staaten zwingt, ein ausreichend hohes Wachstum zu erzielen, um das Abgleiten in eine Schuldenspirale zu vermeiden. Das gelingt angesichts der internationalen Rahmenbedingungen fast keinem Land. Die empfehlenswerte Lösung ist daher eine Reduzierung der Ausgaben, um das Haushaltsdefizit zu verringern und die Schuldenspirale zu begrenzen, wie zum Beispiel in Frankreich mittels der Reform der Arbeitslosenversicherung.

Eine solche Maßnahme bewahrt gleichzeitig das Vertrauen der Wirtschaftsakteure und eine möglichst gute Bonität (die Rating-Agenturen werden ihre neuen Einstufungen im April und Mai veröffentlichen). Schulden sind in erster Linie ein soziales und ideologisches Konstrukt, und kein simpler ökonomischer Fakt. Schließlich sind auch andere, freiheitsbedrohende Lösungen vorgeschlagen worden, beispielsweise eine Zweckbindung privater Ersparnisse an die Staatsschulden, um nur eine zu nennen, was selbstverständlich nichts an der globalen Lage ändern würde.

Zinsen senken?

Da das exponentielle Wachstum ihrer Schulden für viele Länder darauf hinausläuft, dass Zinszahlungen zu einem der größten Posten in ihrem Haushalt werden, bleibt eine Zinssenkung durch die Zentralbanken die zentrale Lösung. Dadurch würden gleichzeitig die Wirtschaft und das Wachstum stimuliert, während der Schuldendienst mittelfristig abnimmt. Die am stärksten verschuldeten Staaten wie Italien, Frankreich, das Vereinigte Königreich etc. bekämen noch etwas Handlungsspielraum, bevor ihnen die Schulden wirklich die Luft abschnüren.

Die Gefahr einer solchen Strategie besteht in Zeiten der Preissteigerungen selbstverständlich im Auslösen eines inflationären Teufelskreises, der von den anhaltenden geopolitischen Spannungen und den aufeinanderfolgenden Energiekrisen noch verschärft würde. Diese Lösung ist für die Zentralbanker undenkbar, die entschlossen sind, die Zinsen auf einem ausreichend hohen Niveau zu halten, bis die Inflation endgültig eingedämmt ist – auf die Gefahr hin, eine weitreichende soziale, wirtschaftliche und finanzielle Krise auszulösen. Ein Szenario, das wir in früheren Artikeln beschrieben haben.

Kriege führen?

Angesichts dieser unmöglich gewordenen Gleichung schlägt die Welt einen tragischen Weg ein, der sich im globalen Anstieg der Militärausgaben spiegelt. Wie die Ökonomin Margrit Kennedy richtig erklärte: „Die Rüstungsproduktion ist der einzige Sektor, in dem der Sättigungspunkt auf unbestimmte Zeit verschoben werden kann.“ Anders gesagt ermöglichen Kriege Zerstörung und Wiederaufbau und schaffen so Wachstum in Zeiten, in denen es daran mangelt. Auf diese Weise sinkt das Schuldenniveau. Infolge der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sowie aufgrund anderer „eingefrorener“ Konflikte in Taiwan, Nordkorea, Syrien, im Kaschmir oder auf dem Balkan erreichten die Militärausgaben 2023 auf allen Kontinenten zusammengenommen einen Rekordwert von mehr als 2,3 Billionen Dollar.

Reform des Finanz- und Geldsystems

Um diese Entwicklung zu stoppen, ist eine radikale Reform des Finanz- und Geldsystems dringend notwendig. Daher rührt die besondere Attraktivität von Gold in diesen Zeiten, und auch seine historische Rolle als Geld bezeugt die mehr oder weniger bewusste Erkenntnis, dass unser heutiges Finanzmodell an seine Grenzen gelangt – und dass ein künftiges System auf realen Werten aufbauen muss.

In diesem Wahljahr, in denen in Staaten, die zusammen fast 70 % des globalen BIP erwirtschaften, ein Regierungswechsel bevorsteht, wäre eine solche Reform möglich. Doch müssten auch die Wähler über die Dringlichkeit der Lage informiert sein und den Wandel wirklich wollen. Eine Aufgabe für jeden Einzelnen.

Quelle: GoldBroker.com

Zum Autor: Als Student der Finanzwissenschaften und Redakteur bei Le Vent Se Lève hat sich Julien Chevalier auf Fragen der Geld- und Währungspolitik sowie auf die Rolle der Zentralbanken spezialisiert. Er ist überzeugt, dass eine andere Geldpolitik möglich ist und interessiert sich insbesondere für deren Einfluss auf wirtschaftliche und politische Entscheidungen.

Hinweis: Meinungen oder Empfehlungen im Rahmen von Gastbeiträgen geben die Einschätzung des jeweiligen Verfassers wieder und stellen nicht notwendigerweise die Meinung von Goldreporter dar.

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26 Kommentare

  1. Melde mich aus Portugal erholt, und gebildeter, zurück. Jedenfalls war festzustellen, dass dorthin unsere EU-Milliarden fließen, Dächer und Fassaden rund um Lissabon alle neu saniert. Zudem stellte ich eine sehr hohe Tesla-Dichte im Verkehr fest.

    Zum o.g. Artikel: Diese Einlassungen sind lediglich der Unterbau-Blick. Im Überbau ist das ganz einfach zu erklären. Den 300 Billionen Schulden stehen auch 300 Billionen Vermögen gegenüber. Die Staaten können in einem Schuldgeldsystem nie ihre Schulden tilgen, denn dann wäre ja das Geld weg. Die einzige Schuldentilgung wäre die Ausrufung von „Jubeljahren“ , wo eben alle Schulden als uneinbringlich abgeschrieben werden. Dagegen haben aber die Gläubiger etwas, weil dann deren Geld weg wäre. Also bleiben nur neue Schulden und hier und da etwas den Anschein erwecken, dass man Schulden abbauen würde. Zumindest kann man diese Staatsschulden halt auf andere (Staaten) verlagern (z.B. durch Krieg), so dass andere dann ihre Vermögen verlieren.

    Es gibt nur zwei Wege, diese Schulden abzubauen, durch restriktiven Schuldenschnitt mit Währungsreform oder durch Hyperinflation mit nachfolgender Währungsreform. Für Ersteres gibt es nirgends Mehrheiten, weder in Politik noch Bevölkerung. Daher ist die künftige Hyperinflation der unauffälligere und langwierigere Weg. Darauf bereiten wir uns ja schon vor, die BRICS+ wohl auch, den diese verlagern damit ihre Schulden langfristig auf den Westen.

    • @Commander
      Absolut richtig, Wort für Wort.
      Maruti hofft nur und betet, dass man die Schulden nicht durch Kriege abbaut, jedenfalls nicht hier.
      (Ansonsten könnte man ja den hiesigen befürwortern von Taurus und Leopard eine Flinte in die Hand drücken und an die Front in der Ukraine schicken.)

    • @Commander
      Falls Ihnen Portugal gefällt, ein kleiner Hinweis von der Steuerberatung:
      Wenn man da als Rentner hinzieht (zumindest 183 Tage pro Jahr) zahlt man als Germane dort NULL Prozent Einkommensteuer.
      Formal ist man dann Steuer-Portugiese.
      Kleiner Nebeneffekt: durch ein super Doppelbesteuerungsabkommen muß man als germanischer Steuer-Portugiese in Germanien keinen Cent Einkommensteuer mehr zahlen, die Steuerpflicht ist ja schon in Portugal (mit den Null Prozent) abgegolten.
      Man ist also in Germanien STEURFREI.
      Und das legal.
      Warum machen die das ?
      Weil der Germane dort Geld ausgibt und die Wirtschaft ankurbelt.

      Bei Italien gilt dasselbe mit 7 % .
      Als z.B. Rentner / Freiberufler etc. verbringt man Freitag bis Montag im Häuschen am Gardasee (ist damit steuerlich Italiener) und zahlt 7 % statt 45 % .
      Muß man halt aushalten, so lange in Italien zu sein (Wetter, Essen, Wein, Kultur, Landschaft, Italienerinnen…..).
      Ab einer gewissen Einkommensklasse kann man auch eine Pauschalzahlung (jedes Jahr im Januar vereinbaren) , dann wollen die Ragazzi nicht mal mehr eine Steuererklärung sehen.
      Papierlos !

      Den Finanzteil sehe ich wie Sie: das Modell mit dem Frosch im Kochtopf mit langsam steigender Wassertemperatur.
      Die Weginflationierung läuft ja schon, flankierende wird regelmäßig die Inflationsberechnung frisiert (ohne alle Waren, die im Preis steigen – aber wer braucht schon Energie und Lebensmittel…..)

      • @Meister Eder
        Das ist leider nicht mehr so, es gilt eine Pauschale von 15% und bei einer Rückkehr nach Deutschland ist man bis 10 Jahre nach Wegzug der beschränkten Steuerpflicht in Deutschland unterworfen.
        Das ist der höchste Steuersatz, welchen es gibt.
        Und der heisst auch noch beschränkte Steuerpflicht.

        • @Maruti
          Danke !
          Als Genuß-Rentner ist man eben nicht mehr immer auf dem Laufenden.
          Es gibt ja schönere Themen….

    • @Commander
      In Polen ist das ähnlich. Mittlerweile ist dort die Infrastrukur besser ausgebaut als in Deutschland.
      Und das passierte in unter 10 Jahren, kein BER und kein Stuttgart 21.
      Wenn die EU-Kohle ausreichend geliefert wird, muss man sich auch gewissenhaft Gedanken um die Verbrennung machen. Da haben Europas „Satellitenstaaten“ so einiges mehr auf dem Kasten.

      Breslau, Danzig, Warschau und die ganze Ostseeküste wunderschön.
      Übrigens: als Geheimtip: Polens Hinterland ist herzallerliebst.
      Warum in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah…

      • Ammit:
        Da kann ich Ihnen nur zustimmen. An Schnelligkeit und Effizienz bei der Durchführung von Projekten haben die Polen uns weit überholt. Und nicht nur in dieser Hinsicht. Ein Beispiel: heute vor einer Woche war ich in einem Ort nahe der Ostseeküste um 07:15 Uhr bei Biedronka. Der Laden ist gut besucht und ich dachte, ich versuche es mal besonders früh. Fehlanzeige, denn das Geschäft war um diese Zeit schon voll. Angestellte gehen vor der Arbeit einkaufen, Arbeiter holen sich etwas für die Pause, ebenso die Schüler der angrenzenden Schule. Auf dem Parkplatz treffen sich morgens die Bauarbeiter, um dann abgeholt zu werden.
        Wenn ich dagegen in meinem Wohnort in der Nähe Hannovers um 07:15 Uhr an einem Freitagmorgen zu Netto gehe, dann herrscht dort eine herrliche Ruhe. Keine Leute auf dem Weg zur Arbeit, keine Schüler, usw.. Voll wird es dort erst am Nachmittag. Nämlich dann, wenn die Masse an Leuten aufgewacht und aufgestanden ist, die den ganzen Tag nichts zu tun hat. Interessant vor diesem Hintergrund ist, dass wir hierzulande ernsthaft über noch mehr work-life-balance und eine Viertagewoche bei vollem Lohnausgleich sprechen. Die Dekadenz hierzulande hat u.a. zu einer Realitätsverweigerung geführt. Wir haben fertig und wir merken es nicht einmal.

        • @Racew Polen hat aber auch den Vorteil dass sich die Regierung dort nicht zur Weltrettung, sondern für das Wohl des eigenen Volkes verantwortlich fühlt.Die Weltrettungspsychose ist dort nahezu unbekannt und neue Häuser werden sogar noch oft mit Schornsteinen gebaut weil man viel mit preiswerter Kohle heizt.

          • Materialist:
            Komplett richtig. Wer in Polen als Politiker gegen die Interessen des Landes agiert, der ist chancenlos. Wer etwas auf sich hält, der ist Patriot und an Feiertagen mit nationalem Bezug hängt auch an der abgerocktesten Bude eine rotweisse Fahnen.
            Dagegen denke man an den Rentner, der am 01.Mai eine Deutschlandfahne am Balkon seiner Wohnung in Berlin-Neukoelln aufgehängt hatte. Der alte Herr konnte froh sein, dass seine Wohnung nicht im Erdgeschoss liegt. Für einen übertriebenen Nationalismus fehlt mir ebenso das Verständnis wie für den hiesigen Hass auf das eigene Land.

  2. Die Fragen die man sich stellen muss ist wie kommen die astronomischen Schulden zustande und WER sind die Gläubiger ? Und WARUM sind ausgerechnet die Staaten die sich als Demokratien tarnen die am heftigsten Verschuldet und das trotz starker Wirtschaft in den letzten Jahrzehnte ? Ich kenne schon die Antwort sie führt immer zu den üblichen Verdächtigen .

    WARUM hat man es zugelassen das die Bankster das Falschgeld aus dem NICHTS und ohne irgendeine leistung dafür zu erbringen erzeugen können und es PLUS Zinsen (die erwirtschaftet werden müssen) an die Staaten,Firmen usw zu verleihen ? Die Opfer davon sind die Bürger die dafür ausgepresst werden und es immer schlimmer wird je höher die Schulden steigen was unausweichlich ist aufgrund der Zinsen . Man kann es nicht anders ausdrücken es ist ein VERBRECHERSYSTEM .

  3. Neoliberalismus hat eben auch seine Nachteile und sobald diese ersichtlich werden gibt es kein zurück mehr. Die Konsumlobby hat die Macht übernommen und die Politik muss gehorchen.
    Grüß HansPeter, nächste Woche auf dem schönen Brocken im Harz ;)

    • @Hans Peter
      Wollen Sie damit sagen, das wir in einer Zeit des Neoliberalismus leben. Ich habe eben mal gegoogelt was
      die Wortschöpfung überhaupt ist.
      „Politische Mittel, die dem Neoliberalismus häufig zugeordnet werden, sind Privatisierung, Deregulierung, Lohnzurückhaltung, Steuersenkung und ein möglichst schlanker Staat,“ Eben unser Alltag.

      • Ich glaube eher dass der Neoliberalismus die Grundlage ist den Kapitalismus voranzutreiben. Demokratie in einem kapitalistischen System ist nicht möglich oder erleben wir echte Demokratie?
        Eigenschaften des Neoliberalismus ist Angst zu verbreiten, damit die Leistungsfähigkeit der Menschen gesteigert wird.
        Das „unternehmerische Selbst“, die gleichzeitige Ungewissheit / Unverständlichkeit und die daraus hervorgehenden Narzissten.
        Kommt ihnen aus unserer Gesellschaft etwas bekannt vor?
        Die „Regierenden“ haben schon lange keine Macht mehr. Es sind die globalen Finanzgiganten die dahinter stecken.

    • Niemand ist gezwungen übermäßig zu konsumieren. Das System funktioniert durch UNSERE Gier nach nutzlosen Dingen und die Gehirnwäsche , die uns vormacht man müsste sie kaufen. Bis Anfang der 80 er waren es die Menschen für die das System arbeitete . Seit der geradezu gewaltsamen Übernahme des Neoliberalismus hat sich das umgekehrt. Heute sind wir am Ende der Systemkette angelangt und nur noch Konsumenten , denen nahegelegt wird was sie in welchen Mengen kaufen müssen . Ich sehe das elektronische „Verfallgeld“ herannahen. Das wäre die Lösung der Neoliberalen. Dein Einkommen wird einfach mit einem Verfalldatum versehen. Dann musst du irgendwas kaufen um es nicht zu verlieren. Da wett ich

      • @Dschungelgold
        Es gibt dafür bis jetzt keine mir bekannte literarische Vorlage.
        Soviel sei gesagt: jedes System kann man darauf reduzieren, dass Angst und Gier als die stärksten Zugpferden mißbraucht werden. Das bleibt zu menschlich.
        Eine humanistische Bildung würde eventuell Abhilfe schaffen.
        Aber inwiefern das letztendlich nur eine subtilere Variante der knallharten Naturgesetze bleibt, kann man, sollte man dringlichst in Betracht ziehen.
        Die Zukunft wird hart, das liegt daran weil wir so weichgespült worden.
        Ich wette definitiv nicht gegen ihre Aussage. :)

    • @HansPeter
      Gegenthese: es gibt keinen Konsumzwang.
      Im Gegenteil: Intelligenz und Konsumzwang schließen sich gegenseitig aus.
      Wer ein eigenes Gehirn hat (und es auch benutzt) , braucht nicht alle 9 Monate ein neues Smartphone oder Jeans mit den aktuell modischen Löchern drin.
      Wir Eders sind das lebende Beispiel für ein tolles erfülltes Leben ohne Konsumzwang, ganz ohne Askese, mit viel Genuß.
      Aber WIR entscheiden was wir tun/kaufen und nicht irgendeine Marketingabteilung/Mode.

      Man muß sich eben entscheiden, ob man Herr der eigenen Entscheidungen/des eigenen Lebens ist, oder ein dummes Schaf, daß sich beliebig von einer Ecke in die andere Ecke treiben läßt.
      Und das kann man.
      https://m.youtube.com/watch?v=NkCRsatApVA&t=35s&pp=ygUYQmVybmF5cyBhbWVyY2FuIGNvbnN1bWVy

      Wenn der Link nicht klappt: Edward Bernays – How Consumer Propaganda changed America.

      Man ist entweder Herr des eigenen Lebens oder Opfer des Systems.
      Kann jeder selbst entscheiden.
      Es geht, wir machen es jeden Tag.

      Das System will, daß wir unser Geld für Unsinn ausgeben und danach wieder in die Arbeit rennen müssen, um Geld zu verdienen, um dieses Geld wieder für unnützen Blödsinn auszugeben.
      WIR können dieses Spiel beenden.

      Vier Testvorschläge:
      1.) Wetterfeste Klamotten an und raus in die Natur: ist großartig und kostet nix.
      2.) Ein gutes Buch und ab aufs Sofa.
      3.) Youtube an und ein schönes Konzert angehört.
      4.) Mit den/der /das Liebsten auf Sofa und….( leider zensiert….).

      Genuß, ohne das System zu füttern.

  4. Das System ist krank, es gibt aber kein anderes. Blockbuster hat es richtig formuliert, das Bankenkartel produziert Geld aus dem Nichts und verleiht dieses mit Zinsen die erstmals erwirtschaften werden müssen.
    Welche Alternativen haben wir, ohne Kreditvergabe (-Luft Geld) kein Wachstum, ohne Wachstum steht alles still.
    Es gibt eine Alternative, aber in denke mir zu 98% der Menschen wollen da nicht zurück. Eigenes Land bewirtschaften mit allem was dazu gehört, dh. blicken wir mal 600 Jahre zurück. Tauschhandel und akzeptiertes Geld(?) nur Silber und Gold.
    Wie viele sind bereit so ein Leben zu führen? Das einzige was bleibt ist ein langsames Sterben des, wie formulierte Blockbuster: Verbrechersystems!

    • Zwischen den Staaten und den Zentralbanken sind die Geschäftsbanken geschaltet das heißt der Staat MUSS sich das Falschgeld bei den Bankster leihen die es einfach aus dem nichts erzeugen und auf diesen Müll auch noch Zinsen verlangen die der Staat dann sich bei den Bürger holen muss . WARUM muss sich der Staat bei den Bankster das Falschgeld leihen anstatt selber die kontrolle darüber zu haben ???? Genau das ist das Problem nicht die Staaten sondern die Bankster haben die kontrolle über das Falschgeld zumindest hier im Westen .
      Die Zentralbanken und größtenteils der Banken gehören abgeschafft und die kontrolle über das Geld sollte beim Staat liegen das hat übrigens J.F. Kennedy für eine kurze Zeit geschafft und ist wohl der Hauptgrund warum er aus dem Weg geräumt wurde . Eines der ersten Amtshandlungen des neuen Präsident Lyndon B Johnson war es die Kontrolle über den Dollar wieder an die private Fed zu übergeben .

      • @Blockbuster Um Gottes Willen was dabei herauskommt wenn sich der Staat in die Wirtschaft einmischt erleben wir gerade.Der Bundesrepublik ging es 70 Jahre relativ gut weil sich Politiker weitgehnd aus der Wirtschaft herausgehalten haben sowohl Adenauer wie Brand,Schmidt und sogar Frau Merkel hielt sich an diese goldene Regel.Wer ist den absolut unfähig finanziell solide und ohne neue Schulden zu wirtschaften?Raten sie mal.

        • Es ging dem Land 70 Jahre gut weil es nach dem 2.Wk einen Reset gegeben hat und das Land in Schutt und Asche gelegen hat also ganz normal das von dieser basis aus einen kräftigen Wirtschaftswachstum gegeben hat . Und zerstört hat das Land die Fremdbestimmung und gerade die massiven Privatisierungen in den letzten Jahrzehnten wodurch die Hochfinanz sich alles unter den Nagel reißen konnte . Und glauben Sie tatsächlich das die Politiker über der Wirtschaft stehen wenn ja dann träumen Sie weiter .

        • @Materialist
          Unsere Beamten in der Wirtschaft.
          Kann man machen und die DDR wieder auferstehen lassen. Wozu braucht der Bürger Bananen, Strassen oder Autos ?
          Ein Fahrrad, den Bus und ein Breuler mit Sättigungsbeilage reicht doch wohl.
          Und ein Fersehprogramm mit Eduard von Schnitzler auch.
          Die Dummheit im Sozialismus hält weder Ochs noch Esel auf hiess es doch dort oder irre ich mich ?

          • @ Maruti ,Blockbuster Wie kommen sie in Gottes Namen darauf dass Beamte in die Wirtschaft sollen ? Was dabei rauskommt wenn man die Wirtschaft zu sehr bevormundet erleben wir doch gerade life mit der Energiewende. Im Übrigen ist ein grosser Krieg absolut absolut keine Vorraussetzung für florierende Wirtschaft und Wohlstand,was die Schweiz und Norwegen beweisen.Das Gegenteil ist der Fall weil von dem Ukrainekrieg USA profitieren während Deutschland voll in den …gekniffen ist.Was scheinbar irgendwie auch gar nicht so unbeabsichtigt war.

          • @Maruti
            Kenner der DDR wüßten, das Breuler eigentlich Broiler waren. Und Durchhalten,
            bei den steigenden Kosten für PKW Haltung, sinkendem Rentenniveau usw.
            wird es für manchen ein Deja Vus geben. Vielleicht erläuternd: Dummheit
            ist kein Alleinstellungsmerkmal der im Sozialismus aufgewachsenen Mitbürger.

            .

  5. @ Maruti Das Programm von ARD / ZDF und die süsskleistrigen Bananen sund für mich keine nennenswerten Errungenschaften.Im Grunde konnte man sich mit Fleiss und Eigeninitiative auch im Osten ein schönes und angenehmes Leben basteln. Der fettige Döner von heute ist auch nicht besser als es der Broiler von Erich war.Am Ende kommt es auf jeden Einzelnen an ob er was aus seinem Leben macht oder ob er sich ein Leben lang veralbern lässt.

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