Dienstag,23.April 2024
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Edelmetalle: Goldnachfrage zieht an, Silber-Absatz am Boden

Während der Euro-Goldpreis zuletzt weiter nachgab, meldet der Edelmetall-Handel eine Belebung der Nachfrage. Das Silber-Geschäft versiegt.

Edelmetall-Kurse

Der Goldpreis ist weiter unter Druck. Allerdings gilt das derzeit nur für die Euro-Notierung des Edelmetalls. Denn die Gemeinschaftswährung hat in den vergangenen Tagen deutlich gegenüber dem US-Dollar aufgewertet. So kostete eine Feinunze Gold im Rahmen unserer Freitagsanalyse am Vormittag 1.956 US-Dollar (FOREX). Das entsprach 1.741 Euro. Damit ergibt sich auf Dollar-Basis ein Kursanstieg von 2,1 Prozent gegenüber Vorwoche, während der Goldpreis in Euro gerechnet um 1,1 Prozent nachgab.

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Der gesunkene Euro-Goldpreis hat zu einer Belebung der Nachfrage im deutschen Edelmetall-Handel geführt. Von der schwachen Silber-Nachfrage sind die Anbieter enttäuscht (Bild: Goldreporter).

Parallel zog Silber im Vorwochenvergleich um 9 Prozent an auf 24,75 US-Dollar beziehungsweise stieg um 5,8 Prozent auf 22,05 Euro pro Unze.

Umsatzbelebung im Goldhandel

Der erneute Kursrückgang führte laut Aussagen von Edelmetall-Händler zu einer leichten Belebung der Goldverkäufe. „Die Kunden nutzen jetzt vielfach die günstigen Kurse zum Nachkaufen“, so Henry Schwarz am Freitagvormittag gegenüber Goldreporter. Der Geschäftsführer der GfM GmbH (Anlagegold24) erklärte, die Nachfrage sei bereits in den letzten zwei Wochen deutlich gestiegen. „Das betrifft sowohl Goldbarren, sowie auch Goldmünzen. Bei den Goldmünzen wird nach wie vor eine Unze und eine 1/10 oz gekauft“, sagt Schwarz.

Silber nicht mehr gefragt

Anders sieht dagegen bei Silber aus. „Bei den Silberunzen ist die Nachfrage immer noch sehr verhalten“, sagt der Goldhändler. Und sein Branchenkollege Dominik Lochmann geht noch weiter. Denn der Geschäftsführer von ESG Edelmetall-Service sagt: „Die Silbernachfrage ist immer noch mau. Es scheint als würden nur noch Sammler kaufen. Investoren, zumindest in Deutschland, haben Silber von ihrer „Watch-List“ komplett gestrichen.“ Aber bei Gold sieht auch er eine Nachfragebelebung.

Ausreichendes Angebot an Gold und Silber

Keinerlei Probleme gibt sieht er beim Angebot: „Die Verfügbarkeit aller Produkte ist problemlos gewährleistet“. Und Henry Schwarz stellt fest: „Die Lieferbarkeit bei Gold und Silber ist nach wie vor sehr gut. Es sind auch bei den Goldmünzen bei den meisten Prägestätten durchweg alle Größen lieferbar. Auch bei den Goldbarren sind alle Stückelungen sofort lieferbar. Insofern ist es der ideale Zeitpunkt weiter aufzustocken. Zumal einige Prägestätten ihre Produktion im August deutlich reduzieren oder Werksferien machen und hier vielfach nur Lagerbestände verkauft werden.

Gold kaufen

Wie haben sich die Preise im Edelmetall-Handel entwickelt? Am Freitag um 11 Uhr kosteten Krügerrand-Goldmünzen zu einer Unze durchschnittlich 1.830 Euro. Damit ist das Aufgeld gegenüber Vorwoche noch einmal leicht angestiegen auf 5,11 Prozent. Basis ist unsere Datenerhebung bei sechs deutschen Anbietern. Dagegen sehen wir bei 100-Gramm-Goldbarren hier einen leichten Rückgang auf 2,63 Prozent. Dabei liegen die Aufschläge in beiden Fällen über dem Niveau das lange Zeit vor der Corona-Krise üblich war. Dieses Preisniveau scheint sich dauerhaft zu etablieren.

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Silber kaufen

Bei den von uns beobachteten Silber-Anlageprodukten ist das Aufgeld jeweils um rund 2 Prozent zurückgekommen. So kostete eine Maple-Leaf-Silbermünze des aktuellen Jahrgangs in unserer Erhebung 30,89 Euro pro Unze. Damit lag der Preis 40,10 Prozent über dem Materialwert. Bei 1-Kilogramm-Silberbarren waren es 30,45 Prozent, bei einem durchschnittlichen Stückpreis von 924,89 Euro.

Silber und Gold kaufen

Hinweis: Mit den von uns erhobenen Daten beobachten wir die allgemeine Marktpreis-Entwicklung und sondieren Hinweise auf die Veränderung von Angebot und Nachfrage in deutschen Edelmetall-Handel. Allerdings können die Preisangaben bei einzelnen Händlern deutlich variieren. Unsere wöchentlichen Durchschnittspreise ermitteln wir bereits seit dem Jahr 2010.

Wer Silber oder Gold kaufen möchte, sollte beachten: Kleinere Veränderungen beim Aufgeld sind nicht als Beurteilungsgrundlage für kurzfristige Kaufentscheidungen gedacht, da Silber- und Goldpreis ohnehin ständigen Schwankungen unterworfen sind. Aber das von uns errechnete durchschnittliche Aufgeld gibt einen Anhaltspunkt über das Preisniveau bei verschiedenen Anbietern.

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13 Kommentare

  1. Silber sieht gut aus im Moment. Hat soeben die 25 Dollar Marke genommen und kaum einer hat’s gemerkt.
    Das physische an der Comex nimmt immer mehr ab. Darum evtl. Der starke Anstieg gerade?

  2. Deutschland nutzt sich ab. Marode Brücken, Schulen, Strassen. Klasse nicht ?
    https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Broeckelnde-Infrastruktur-Deutschland-nutzt-sich-ab-article24139404.html
    Das ist doch wieder mal ein Grund, Steuergelder in die Hand zu nehmen und in die Infrastruktur zu investieren.
    Sprich Schulden zu machen, nicht für die Infrastruktur, sondern für Gimmiks und Firlefanz und das Geld zu verpulvern. Wie all die Jahre vorher auch.
    Uns stehe Lindner bei, solchen Quatsch eine deutliche Abfuhr zu erteilen.
    Die viel zu zahlreichen und damit überflüssigen Pauker sollen in den viel zu vielen Ferien den Pinsel selbst in die Hand nehmen und renovieren.
    Intakte Strassen gibt es genug und die Brücken sind alle einwandfrei.
    All das, ein weiterer von unzähligen Gründen auf Gold und Silber zu setzen.

  3. @Maruti
    Aus einem Teil diese Beitrages spricht berechtigter Frust. Wenn Sie dann aber auf einen Lindner als Retter in der Not hoffen; die Gedanken sind frei. Auf eine FDP. die nach etwas Scheingeplänkel zusammen mit den
    Grünen mittels eines sog. Heizungsgesetzes zur Enteignung eines nicht geringen Teiles von Wohneigentum
    ansetzt. Die Betroffene werden das inzwischen längst etwas realistischer sehen .
    Ich kann mich an einige Ihrer Beiträge erinnern, in welchem Sie die Demokratie in D loben herausstellten. Ein
    Volk wählt alle 4 Jahre seinen Weg. Im Zweifel marode Brücken, schlechte Straßen oder ein abgesenktes Bildungsniveau. Ist nun mal so.

  4. @ Maruti Wozu noch Schulen renovieren ,habe bei Tik Tok ein Video gesehenn in dem der Fachkräftenachwuchs mit Stühlen Richtung Lehrerin wirft, Das geht auch mit alten Schulmöbeln.In meiner Schulzeit wäre uch gar nicht auf einen solchen Gedanken gekommen.Dann hanen wir ja noch ganz andere Baustellen,der immergrüne Schauspieler im Osten will ja auch so jeden Monat 1 Mrd……

  5. Naja, ich arbeite an einer Schule. Hier werden zwar noch keine Tische und Stühle geworfen aber die baulichen Zustände sind eine Katastrophe. Auch den Schülern gegenüber ist es eine Beleidigung – eigentlich werden die Menschen von morgen hier an ihren Platz verwiesen, wenn sie in einer Ruine und 30 Grad heißen Containern unterrichtet werden und gleichzeitig klimatisierte Leos in die Ukraine geschickt werden.

    • @gold Newbie
      Was meinen Sie, wie meine Schule aussah. Kurz nach dem Krieg.Und ich kann Ihnen sagen, alle aus meinem Abi Jahrgang sind was geworden. 3 Profs, 4 Doktoren, ( einer davon ich :)), die anderen zumindest alle Magister oder
      Lehrer und 2 Bürgermeister, 1 Landrat und so weiter.
      Nur, trotz der Baumängel, fehlenden Toiletten, kaputten Heizungen ( Klimaanlage ? ich glaube, ich träume ?), hätte es keiner nur ansatzweise gewagt, einer Lehrkraft respektlos gegenüber zu treten.
      Beim Betreten einer Lehrkraft hatten alle im Klassenzimmer aufzustehen und auf das “ Setzen“ zu warten. Sich mit dem Nachbarn während des Unterrichtes nur durch ein Wort zu unterhalten, führte schon zum Klassenbucheintrag und einer Strafaufgabe oder gar Nachsitzen.
      Wie ist das so in Berlin ?
      Übrigens, in psychiatrischer Behandlung landete keiner.

      • Lassen Sie mich raten lieber Maruti: Doktor der Benthalaurologie?

        Nach diesen Maßstäben wäre das Klassenbuch heute aber sehr schnell voll. Hat alles sein für und wider. Ich glaube nach wie vor daran, dass ein Mittelweg zwischen Stalin und Tito bei der Klassenführung möglich ist. Nur sollte man tunlichst versuchen, nicht so zu enden wie Ceausescu (also wie die besagten Kollegen in Berlin). Aber wir sprechen hier von grundsätzlichen gesellschaftlichen und politischen Fehlentwicklungen, von denen die Situation an vielen Schulen ja nur eines von vielen Symptomen ist. Auch was die baulichen Zustände der Gebäude betrifft. Nach dem Krieg war das vielleicht noch vertretbar – heute hingegen ist es das nicht. Und Geld ist en masse da, wie wir anhand von etlichen Steckenpferden der Bundesregierung sehen (Corona, Krieg, ich spare mir die weitere Auflistung). Ich würde ja schreiben, dass uns die Vernachlässigung der Bildung eines Tages den Kopf kosten wird (wenn man mal mit anderen Staaten vergleicht). Aber um besagten Kopf ist es eigentlich längst geschehen.

      • @Maruti
        Bleibt bei so einem Abi Jahrgang noch einer übrig, der arbeitet? Man fühlt sich beim Lesen
        noch unbedeutender als ohnehin.

        • @Goldhase
          Bei uns Abi 1979, nur noch einer arbeitet, Chefarzt in einer grossen Klinik mit Recht auf Privatliquidation.
          Er macht es aber aus beruflicher Begeisterung, Helfersynodrom.
          Er ist auch richtig gut.
          Wie bunkert der das karge Salär ?
          Landwirtschaftliche Nutzflächen, Wald und dieses kleine gelbe, runde……..

          • @Meister Eder
            Nachdem ich das abschickte, hätte ich am liebsten noch mal geändert. Arbeiten tun sie natürlich alle, auf ihre Art. Nur habe ich genau soviel Respekt vor jedem Niedrigverdiener, wie vor soviel erfolgreichen Vitas. Und nicht zu vergessen, das was wir jetzt täglich feststellen, haben wir der intellektuellen 68`er Generation, zu verdanken.

  6. @Goldhase
    So wie Sie denke ich auch.
    Ohne den, der die Erdbeeren erntet, morgens um 4 die Brötchen backt, den Gabenstaplerfahrer im Lager, den Lkw-Fahrer, die, die Regale vollräumen und die Kassiererin im Supermarkt etc. wäre der Kühlschrank leer.
    Morgens gäbe es weder Strom noch Wasser.
    Ohne alle die viel zu schlecht bezahlten „Unsichtbaren“, wären wir nach 4 Tagen im Mittelalter.

    Die müssen auch nicht darüber nachdenken, ob sie wegen Optimierung der work-life-Balance mit 55 aufhören.
    Die arbeiten, bis die Knochen hin sind.

    Wir sind gespannt, wann es denen mal endgültig reicht, für den Irrsinn zu bezahlen und sie bei der Wahl ein Kreuz abseits von Ampel und CDU machen.
    Oder es wieder 1789 ist.

    Auch deswegen haben wir lieber Au statt Papier.
    Irgendwann geht das nicht mehr so weiter.
    Wenn wir an deren Stelle wären, wir hätten uns das schon lange nicht mehr gefallen lassen.

    • @Meister Eder
      Ja, wir denken in Einigem gleich. In einem anderen Forum fand ich einen Spruch den Sie vielleicht kennen,
      für mich war er neu; zeigt, das es zeitlose Wahrheiten gibt: „Ihr werdet die Schwachen nicht stärken, wenn ihr die Starken schwächt und ihr werdet auch denen , die ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, nicht helfen, indem ihr die ruiniert, die ihnen den Unterhalt bezahlen“.
      (Abraham Lincoln 1809-1865).

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