Freitag,24.September 2021
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Gold als Geldanlage – Das ist die wichtigste Eigenschaft!

Wer Gold nur an seiner Performance misst, begeht einen schweren Fehler. Wichtig ist es, die bedeutendste Eigenschaft des Edelmetalls zu würdigen.

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Von Jürgen Fröhlich

Wenn nur die Rendite zählt

Wenn es um die Geldanlage geht, dann zählt im Allgemeinen nur eins: Rendite. Dabei gilt es natürlich, Chancen und Risiken gegeneinander abzuwägen. Schon in meinem Beitrag von vergangener Woche habe ich in diesem Zusammenhang zwei Themen gestreift. Zum einen wird Gold in den meisten Finanzmedien vor allem an seiner Performance gegenüber anderen Anlageklassen gemessen. Das Edelmetall gilt als Investment. Das ist legitim. Schließlich will man sein Geld ja vermehren.

Chance-Risiko-Verhältnis

Aber neben der Aussicht auch „schöne Gewinne“ gilt es, die damit verbundenen Risiken zu beachten. Also die Gefahr, trotz scheinbar guter Aussichten auf Rendite, Verluste zu erleiden – im schlimmsten Fall sogar den Bankrott. Das Problem dabei: Wie soll man zu einem ausgewogenen Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) kommen, wenn sich die Risiken immer schwerer einschätzen lassen? Denn Zweites: Der Zins hat in einem permanent durch die Notenbanken manipulierten Markt seine diesbezügliche Lenkungsfunktion verloren. Das gilt vor allem für den Anleihenmarkt.

Buchgewinne

Auch auf die Frage, wie stark sich die erzeugten Finanzblasen weiter ausdehnen lassen, wird niemand eine wirklich zuverlässige Schätzung liefern können. Und allzu häufig werden bei der Geldanlage Buchgewinne mit tatsächlichen Erträgen verwechselt. Der Erfolg an den Börsen misst sich in Intervallen. Wie wir nach Ausbruch der Corona-Krise erlebt haben, können sich Aktienindizes innerhalb eines Jahres verdoppeln – oder auch um 50 Prozent einbrechen, wie teilweise nach der Weltfinanzkrise von 2008.

Und selbst Firmen, die lange Jahre als seriös angesehene wurden, gehen schonmal Pleite (Arcandor, Philip Holzmann, Air Berlin, Wirecard etc.) oder geraten in Schieflage. Und so ändert sich über die Jahrzehnte hinweg auch die Zusammensetzung der Indizes – auch das kann die wahre Performance ganzer Branchen oder Anlageklassen verschleiern.

Gold versus Aktien

Kommen wir zurück zum Gold. Die Edelmetallkurse an der Börse unterliegen natürlich der gleichen Systematik wie Aktien. Es gibt Phasen von Hausse und Baisse. Allerdings begünstigen die Eingriffe der Notenbanken zunächst einmal die Aktienmärkte. Und im geldpolitischen Dauerfeuer, mit einer historische Hochphase bei Aktien sind defensive Anlageformen nun einmal generell weniger gefragt. Das ist der spekulative Aspekt.

Gold bietet keinen Zins, keine Dividende, und vielleicht hat man mit dem Edelmetall auch geringere Chancen auf eine hohe Rendite. Aber wie sieht es mit dem Risiko aus? Eine Unze Gold ist eine Unze Gold, war es immer und wird es immer bleiben. Was will ich damit sagen? Die Vorzüge des Goldes liegen nicht in dessen potenziellem Spekulationsgewinn, sondern in dessen Unabhängigkeit von den finanziellen Eskapaden der Notenbanken und Finanzpolitiker. Anders ausgedrückt: Die bankenunabhängige Wertspeicherung.

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Goldpreis in US-Dollar seit 1971 (plus 5.000 %): Auch (Long-)Spekulanten kommen bei Gold immer wieder auf ihre Kosten. Letztlich spiegelt dessen Kursentwicklung aber auch das Vertrauen oder Misstrauen in das gesetzliche Geld wider.

Edelmetall überlebt

Das Risiko mit Gold pleite zu gehen, ist praktisch null. Es wird immer etwas wert sein, im Zweifel als Schmuck. Niemand ist mit dem Besitz von Gold je verarmt. Und damit meine ich echtes Gold, in den eigenen Händen, keine Derivate, die nichts anderes als ausfallgefährdete Forderungen darstellen.

So gesehen muss man Gold vor allem als langfristigen Wertspeicher, als Versicherung auffassen, nicht als Investment. Das Edelmetall ist natürlich auch eine konservative Anlageform. Und die kostet im Vergleich zu den Wettbewerbern (A-Anleihen, Termingeld etc.) im Moment zumindest keine Zinsen.

Wer nur auf Rendite aus ist und kein Risiko scheut, kauft das, was die Notenbanken mit ihrer zügellosen Geldpolitik an vorderster Front befeuern. Aber wann verkauft man, um die tolle Performance auch zu realisieren?

Wenn Gold glänzt

Aber Gold bietet natürlich auch Chancen. Dann, wenn die Finanzblasen platzen, wenn die Aktienindizes einknicken, wenn Anleger Verluste realisieren oder Forderungen gänzlich ausfallen, Banken die Insolvenz droht. Die Börsen sind dann zwar jahrelang gut gelaufen, dennoch steht der Investor womöglich mit leeren Händen (oder leerem Konto) da. Und dann geht zugleich die Suche los, nach „sicheren Häfen“.

Corona-Krise, Ratgeber, Gold
„Vermögen sichern in der Corona-Krise“: Sonderpublikation vom Goldreporter

Gold hat noch jede Krise überlebt. Das Edelmetall ist eine gute Absicherung gegen finanzielle Risiken. Portfolio-Diversifikation nennen es die Banken. Und nicht selten bietet Gold sogar eine Rendite. Gold hat einen Preis und einen Wert, aber nicht immer verhält sich beides im Einklang.

Aktuelle Entwicklung

Natürlich sollte niemand sein ganzes Geld in eine Anlageklasse investieren, auch nicht in Gold und Silber. Aber die Folgen der Corona-Krise, also die Konsequenzen der staatlichen Rettungspolitik, dürften Anleger noch vor Herausforderungen stellen. Das ist ein spezielles, ganz eigenes Thema. Wer mehr dazu wissen möchte, dem empfehle ich unsere Sonderpublikation „Vermögen sichern in der Corona-Krise“.

Darin finden Anleger auch Tipps zur angemessenen Gewichtung von Gold im Gesamtportfolio. Tipp: Den Ratgeber gibt es bis kommenden Montag zum reduzierten Sonderpreis.

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16 KOMMENTARE

  1. Gold war, ist und bleibt ein Rettungsboot in stürmischer See. Teuer, bringt weder Rendite noch Gewinn und kostet nur Unterhalt und Wartungs-Gebühren.
    Also, über Bord mit dem Teil.
    Statt dessen eine Glasfront aufs Boot, eine Sauna, ein Casino und eine Bar mit Orchester. Damit macht der Reeder Gewinn.
    https://m.youtube.com/watch?v=8lCXRzkg0xk

    • @Maruti
      Gold ist ein Schwermetall und damit eine Versicherung mit Schwergewicht.
      Wir hoffen, dass wir diese Versicherung nie benötigen, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich am Schluss !
      Am morgigen Freitag ist Uncle Sam‘ s Märchenstunde und Gold wird sicherlich wieder zum Bösen Wolf gemacht. Jerome wird wieder orakeln und seine Jünger ziehen ihre Schlüsse draus.

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    • @Wolfgang
      Trefflich formuliert.
      Mein Neffe (22 Jahre) hat mich vor Kurzem ausgelacht, wie man nur Teile des Vermögens in diesem „überholten“ Asset anlegen kann. Er sieht die Welt noch rosarot in Aktien und Kryptos. Hat mit 22 Jahre noch keine Wirtschafts- und Finanzkrise erlebt (nur die kleine Corona-Delle, die im Anschluss betrachtet ja sogar ein Segen war in Bezug auf die Assetpreise – an dieser Stelle meinen herzlichen Dank an die Zentralbanken dieser Welt – I love you – you made me so rich).
      Bin sehr gespannt, wann das System final zu brökeln anfängt – die ersten Risse in der Wand sind schon da und werden mit frischem, digital geschöpften neuem Geld zugestopft.
      Meine Befürchtung ist aber, dass in einer großen, finalen Krise der Staat zum Pirat wird und Gold verboten wird – demzufolge habe ich auch in Silber investiert (Silberverbot gab es noch nie – LOL, wo will man diese Massen auch einlagern) und in historisches Gold (= lt. deutschem Zollgesetz muss die Münze älter als 100 Jahre sein – 20 Mark Goldstücke von Wilhelm I und Wilhelm II lassen freundlich grüßen – für irgendwas muss unser Kaiser ja gut gewesen sein).
      Bleibt gesund und beste Grüße aus dem Odenwald
      Kryptomane

      • Na WENN Sie sich da mal am Ende nicht arg teuschen. Viel Glueck mit Ihrem digitalen Pixelreuchtum. P.S. CA. 1/3 der Menschen haben kein Internet und kein Smartphone. Nachdenken!

      • @Cryptomaniac
        I saw one weary
        https://www.youtube.com/watch?v=AsL851qXvJQ

        I saw one weary, sad, and torn,
        With eager steps press on the way,
        Who long the hallowed stock had bought,
        Still looking for the promised day;
        While many a line of grief and care,
        Upon his brow, was furrowed there;
        I asked what buoyed his spirits up,
        O this! said he—the bullion’s hope.

        And one I saw, with golden shield,
        Who boldly braved the world’s cold frown,
        And fought, unyielding, on the field,
        To win an everlasting crown.
        Though worn with toil, oppressed by foes,
        No murmur from his heart arose;
        I asked what buoyed his spirits up,
        O this! said he—the bullion’s hope.

        As goldbugs here we journey on
        In this dark vale of sin and gloom,
        Through zero interest, hate, and scorn,
        Or through the portals of the tomb,
        Till our returning king shall come
        To take His FIAT captives home,
        O! what can buoy the spirits up?
        ’Tis this alone—the bullion’s hope.

      • @Kryptomane Wenn man zur Jahrtausenwende in Gold eindgestiegen ist konnte man sogar 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen:Gewinn plus Versicherung.Ansonsten völlig richtig,man versucht seit Jahren mit mässigem Erfolg alle Probleme dieser Welt in Papiergeld zu ersäufen,was im Desaster enden muss.

    • @klapperschlange

      Kann schon sein, merkwürdig aber ist der Anstieg von Gold jetzt, heute morgen! Ich würde da eher nicht reinspringen! Jedenfalls habe ich eher mit einem abbröckeln gerechnet.

      • @stillhalter
        Die in der Sonntag nacht verkauften Futures werden jetzt so in Tippel Schritten gekauft und das hebt den Goldpreis etwas an.
        Das läuft immer gleich.
        Die vom Balkon geworfenen Futures müssen ja von jemanden aufgefangen, sprich aufgekauft werden. Und das geschieht gerade still und heimlich.
        Danach wirft man die wieder runter.

        • @Maruti

          Wenn der „ $4 Mrd. Dollar finanzstarke Shortseller“ in der Verkaufsnacht
          nach dem „FlashCrash“ die am tiefen Boden liegenden „Short-Goldfutures“ wieder
          billigst „ eingekauft hat (bzw. ER hat sich neu mit Shorts eingedeckt),
          dann hat ER doch (umgerechnet) in nur einer Stunde ca. $200,-Millionen Dollar (ohne Risko) Gewinn gemacht.

          Warum 14 Tage warten, wenn es auch in 15 Minuten geht?
          „Time is money, U know?“

          So geht ‚JPM-Flashcrash‘. heute.“
          ᕙ(⇀‸↼‶)ᕗ✌

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  4. @Klapperschlange
    Sehe ich ganz genauso – die nächsten Krisen stehen schon vor der Tür, die Hand gehoben, um anzukopfen. Wer weiß denn bitte was 2022 oder 2023 sein wird bzw. passiert.
    Jackson Hole kann man sich sparen – die Zentralbanken fliegen eh auf Sicht und ändern den Kurs kurzfritig wenns wieder kracht im Getriebe.
    Der Inflationsgeist ist aus der Flasche und ob der wieder eingefangen werden kann bleibt abzuwarten.
    Kaufe weiter fleißig jeden Monat meine 5 Stück 20 Mark Goldstücke aus der Kaiserzeit und kann damit gut schlafen.

    • Mit den kaufen von 20 Mark Stücken sollten
      Sie nicht stehen bleiben.(ist meist Massenware)
      Bauen Sie sich eine territoriale Dukatensammlung auf und gehen in die Numismatik.
      Der Reiz ist größer und die Gewinne auch. Freude ohnehin. Das sollte nur ein kleiner Denkanstoß sein
      Aber Vorsicht bei Fälschungen.

      • @Stiller Leser Für den Zweck der Versicherung ist die Numismatik nicht zielführend,es kommt darauf an was man will.Wenn man Interesse dafür hat macht das sicher Spass aber im Falle eines richtigen Crash ist ein Salzburger Dukat von 1570 auch nicht mehr wert als die 20RM von Willy dem Zweiten.

    • @Kryptomane

      Für mich war der Abschnitt „ Lieber US-Schuldpapiere als US-Dollar-Guthaben „
      auf Seite 4 im Artikel von Prof. Polleit interessant; seiner Meinung nach fliehen gerade
      über 70 US-Großbanken aus dem „dahinsiechenden US-Dollar“ in US-Treasuries
      (US-Schuldscheine).

      Am Mittwoch waren es 77 Banken, die $1,147 BILLIONEN Dollar in Schuldscheine umtauschten,
      gestern 76 Banken mit $1,091 Billionen.
      (≖᷆︵︣≖)✌

      https://apps.newyorkfed.org/markets/autorates/tomo-results-display?SHOWMORE=TRUE&startDate=01/01/2000&enddate=01/01/2000

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