Montag,05.Dezember 2022
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Gold gefragt, aber Anleihe-Renditen explodieren

Gold, Goldpreis, Goldbarren
Die Anleihe-Renditen rauschen weiter nach oben. Gold erholte sich am Dienstag, genau wie die Aktienmärkte. Auf Euro-Basis hat der Goldpreis gegenüber Vorwoche sogar zugelegt.

Die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen rauschen mit den Zinserwartungen nach oben. Gold kann auf Euro-Basis zulegen.

Gold erholt

Nach dem Rücksetzer am Vortag war Gold am Dienstagvormittag auf Erholungskurs. Um 8:45 Uhr notierte der Goldpreis am Spotmarkt mit 1.829 US-Dollar pro Unze (+0,5 %). Das entsprach 1.751 Euro (+0,2 %). Dennoch, vor der US-Leitzins-Entscheidung am Mittwochabend ist Unruhe im Markt. Zum einen, weil mittlerweile ein Zinsschritt von 75 Basispunkten erwartet wird – womöglich sogar in den beiden nächsten Runden. Das zeigen auch die implizierten Wahrscheinlichkeiten der entsprechenden US-Futures. Gleichzeitig sind die Anleihe-Renditen erneut stark gestiegen.

Explodierende Renditen

10-jährige US-Bonds rentierten am Dienstag mit 3,36 Prozent. Richtig rauf geht es mit den Zinsen im Euroraum. In Griechenland und Italien sind die Renditen 10-Jähriger nun auf mehr als 4 Prozent angestiegen. Gegenüber Vorwoche geht es bei den Zinsen der Euro-Staaten durchweg mit deutlich zweistelligen Prozentraten nach oben. Deutsche Papiere rentieren inzwischen wieder mit 1,63 Prozent.

Goldpreis

Eigentlich sind steigende Zinsen Gift für Gold. Denn im Vorwochenvergleich notiert das Edelmetall auf Dollar-Basis 1,2 Prozent niedriger. In Euro gerechnet ergibt sich allerdings ein Kursgewinn von 1,3 Prozent. Dass die EZB so lange mit einem Zinsschritt wartet, belastet den Außenwert des Euro nachhaltig.

Renditen, Anleihen, Zinsen, Länder, USA

Anleihe-Renditen und Gold

Welchen Einfluss haben die Anleiherenditen auf Gold? Generell lässt sich sagen: Wenn Staatsanleihen mit guter Bonität höhere Zinsen bringen, dann steigt deren Attraktivität unter defensiv ausgerichteten institutionellen Investoren. Dagegen wirkt das zinslose Gold als Anlageform dann in normalen Zeiten für solche Kapitalverwalter weniger lohnenswert. Auf solche Einflüsse reagieren auch automatisierte Handelssysteme.

Allerdings sind die Anleiherenditen nur einer von vielen Aspekten, die eine Rolle bei der Entwicklung von Goldnachfrage und Goldpreis spielen. Wenn an den Kapitalmärkten sichere Häfen gesucht sind, steigt der Goldpreis oft, während die Anleiherenditen sinken (steigende Anleihekurse).

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15 Kommentare

  1. Heute in den Nachrichten:
    Die FED erwägt einen grösseren Zinssprung, den grössten seit Jahren. Vorsichtige meinten, es könnten jetzt 0,75 % sein, andere meinten, über 1%.
    Von wegen, die können das nicht.
    Man kann, wenn die Währung in Gefahr kommt, taten es auch andere. Paul Volker hob die Zinsen in kurzer Zeit auf fast 20% ?? an und nahm die jahrelange Rezession und Wirtschaftsdepression der USA in Kauf. Der Dollar aber war gerettet. Ab 2008 versuchte man den Dollar mit Zinssenkungen zu retten. Auch das funktionierte eine Weile, jedoch nur, weil man sich vorher ein Zinspolster verschafft hatte und ein Strohfeuer der Wirtschaft entfachte.
    Also, wird man die Zinsen kräftig anheben und sagen, das sei nur vorübergehend. Was heissen mag so 10 Jahre etwa. :).
    Bin ehrlich gespannt, wie das jetzt funktionieren soll, bei all den Billionen Schulden, öffentlich und privat.

    • @Maruti
      Bei den US Staatsanleihen geht das ganz einfach.
      Beispiel: ich muss eine 100 Mio. Anleihe plus 10 % Zins zurückzahlen, brauche also 110 Mio.
      Lege ich eine Woche vorher eine neue Anleihe zu 200 auf. Irgendein Depp kauft die sicher.
      Damit zahle ich die 100 plus 10 Zinsen zurück.
      Und hab noch Taschengeld für wichtige Dinge, wie neue Waffen.
      Geht immer so weiter.
      XXXL Ponzi.

      Andere Länder, kleinere Industrieunternehmen und die Normalbürger gehen bei dem Spiel vor die Hunde.
      Hat das schon mal jemanden interessiert ?
      Siehe die von Ihnen ja genannte Volcker-Rezession.
      So, genug schlechte Nachrichten, jetzt ist wieder Urlaub !

      • @meisterEder
        That is the game.
        Übrigens beschreibt der SNB Chef das Versagen der EZB, hier auf N-tv:
        Obwohl die Schweiz gleiche globale Probleme hat, ist dort die Inflation viel niedriger. Wie kommts ?
        https://www.n-tv.de/politik/politik_person_der_woche/Schweizer-Notenbankchef-entlarvt-das-EZB-Versagen-article23396685.html
        So kommts.
        Die Südschiene hat die Macht über die EZB bekommen.
        Bald gibt es italienische Verhältnisse in Germany.
        Mediteran ist ja so gesund, so sagt man hier zu Lande.

        • Das zeigt doch nur das Währungsunionen nicht funktionieren schon gar nicht wenn da soviele Pleitestaaten die nicht Wettbewerbsfähig dabei sind . Deutschland mit der DM würde mit Sicherheit wesentlich besser dastehen als in der drecks Eurozone auch wenn systemkonforme „Finanzexperten“ vor so einem szenario vom untergang für Deutschland sprechen würden übrigens sind das dieselben die auch behauptet haben das die britische Insel versinken würde sollten sie die EU verlassen gut das die Briten sich nicht verarschen lassen haben .

        • Offensichtlich gehöre ich nicht zu Deutschland ,denn mich schockiert die Inflation nicht ,ich hatte damit fest gerechnet.Mit der Machübernahme von Supermario bei der EZB waren alle Weichen dafür gestellt.Übrigens zeigt der Bitcoin jetzt eindrucksvolll ,dass er auch nur ein Produkt der Geldschwemme ist ,ebenso wie die verflogene Hochstimmung im Casino.

  2. @Maruti
    Besonders witzig finde ich, wenn die CDU die EZB-Gelddruckorgie kritisiert.
    Wem haben wir noch mal den Euro zu „verdanken“?
    Wer hat die Berufung von Inflations-Christine auf ihren Posten entscheidend zu verantworten ?

    Was nun noch im Alltagsbereich passieren kann, können wir ja seit Jahren schon bei der Inflation der realen Vermögenswerte sehen.
    In München haben sich die Immopreise in 10 Jahren Verdreifacht. Obwohl die Stadt hässlicher und voller geworden ist. Das war auch zu 95% Flucht aus Papier.
    Und Otto Normalo kann sich nix mehr leisten.

    Jetzt frisst sich die Inflation eben durch den Supermarkt.
    Als guter ARD/ZDF/Spiegel-Lemming weiss ich aber glücklicherweise, wer allein die Schuld trägt: Putin.
    Wahnsinn, schon 7 Jahre vor dem Ukrainekrieg hat er unsere Atomkraftwerke abgeschaltet, unsere Steuern auf die Weltspitze erhöht und die Immopreise und Mieten in die Höhe getrieben.
    Ein Verbrecher.

    • @meisterEder
      Wir hatten eine Krise bereits 2008 und mehrere davor.
      Und jedesmal wurde lauthals verkündet, wir müssen Geld für Investitionen ausgeben, damit derartiges nicht mehr passiert. Ich zählte etwa 10 mal solche Versprechen.
      Passiert ist nix, man verschuldete und verschlampte weiter, völlte und aaste weiter und kehrte alles unter den Teppich. Jetzt scheint endlich mal Zahltag zu sein und die Deutschen werden so richtig tief in die Taschen des Wohlstandes greifen müssen.
      Wie Sie schon richtig sagten, die DM ist weg und der Euro, der sog. Südo, da. Mitgehangen, mitgefangen.
      Ich kann nur raten, bringt euer Erspartes, so ihr das habt, in Sicherheit, aber versteckt es gut. Denn sonst wird man es euch abfordern. So oder so. Bis der Knochen abgenagt ist, sozusagen, oder die Maus quietscht.
      Ihr glaubt, das ist übertrieben Das ist es nicht. Fragt eure Eltern, Grosseltern oder lest wenigsten die Geschichtsbücher.
      Bisher hat noch jede Generation ihr Erspartes verloren.
      Jede. Entweder durch Versagen des Staates oder durch Krieg oder beides zusammen.
      Aber Krieg wird es in Europa ja keinen mehr geben.
      So unsere Obrigkeiten noch vor ein paar Jahren.

  3. Und solange es Wachstum gibt, geht die Rechnung sogar auf. Das Ganze wird erst ungemütlich, wenn es kein Wachstum gibt.

    Aber was genau ist dann Wachstum?
    Gar nicht so einfach zu beantworten in 2022.
    Ist BIP Wachstum Wachstum? Oder Produktivitätssteigerung? Oder Rohstoff-Aufwertungsrate? Oder Dienstleistungsumsatz?

    Ist Wachstum der BoA dasgleiche wie Wachstum von BASF oder Lieferheld oder BitCoin?
    Irgendwo da vermute ich des Pudels Kern, der heute schwieriger zu greifen ist als „früher“. Warum? Weil wenn Wachstum z.B. das Mehrverbrennen von Öl oder Abhacken von Urwald ist, dann ist die Schuldenrechnung ganz einfach.

    Schulden mit mehr Schulden zu begleichen ist per se erstmal kein Problem, solange es eben genug Wachstum gibt.

    • @AlmPeter
      Wie Wachstum durch Dienstleistungsumsatz entstehen soll, verstehe ich nicht. Wenn wir uns alle gegenseitig
      die Haare schneiden, in Gaststätten bedienen, Bäume schneiden usw. sehe ich nicht, wie damit lebensnotwendig Produkte und Wachstum geschaffen werden soll.

      • Eben das ist wohl ein Problem in der Wette, weil keiner mehr so richtig sagen kann, was Wachstum eigentlich ist. Ist gesunde Luft, guter Boden etc Wachstum, wenn entsprechende Investitionen erfolgen? Und was ist dann die Rendite von einem bewohnbaren Planeten?
        Die Begriffe des Kapitalismus und damit seine Regeln kommen an ihre Grenzen.

        Spannende Zeiten.

        • @ALmPeter
          Natürlich, das ist das Problem in der Wette, aber die Fragen, die Sie berechtigterweise stellen, will hier keiner hören, weil es die Systemkonformität in Frage stellen könnte.
          Das ist zentral, das muss man verstehen, deshalb dieses ewige Herumgeeiere hier.
          Einen schönen Abend wünsche ich Ihnen.

          • @Christian
            Klingt schon ein wenig nach Herrn Rossi, eingebettet in zartem Jasmin Duft.

  4. Bevor die EZB die Zinsen anhebt will sie die Anleihekäufe beenden.
    Da frage ich mich doch wer die Anleihen dann kaufen soll, die habe real eine hohe negative Rendite.
    Die werden doch nur gekauft wenn der Zins der Anleihe bedeutend höher ist als jetzt.
    Wie soll das funktionieren?

    • @rolandb
      Die Anleihen kauft die EZB nicht mehr, aber, man „erfindet“ stetig neue Werkzeuge, auch Tricks genannt, wie man es doch tun kann.
      Frau Schnabel und auch Frau Lagarde hat es heute deutlich gesagt.
      Alter Wein in neuen Schläuchen eben.

      • Maruti:
        Das ebenso verklausulierte wie unverständliche Statement der Frau Schnabel lässt m.E. die Ratlosigkeit der EZB erkennen. Leider war da die angekündigte Zinserhöhung in den USA noch nicht eingepreist. Letztlich ist das aber egal, denn das nächste Rettungsprogramm steht vor der Tür. Es wird nur die Frage sein, wie man die Aussichtslosigkeit der Lage weiterhin verschleiern kann. Das Endspiel ist im Gange.

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