Samstag,22.Juni 2024
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Gold in Anlegergunst gefallen – Umfrage

Ein hoher Goldpreis und steigende Zinsen spiegeln sich auch in den Ergebnissen der aktuellen Gold-Umfrage von Forsa/Pro Aurum wider.

Aktuelle Gold-Umfrage

Der Edelmetall-Händler Pro Aurum hat die Ergebnisse seiner jährlich von Forsa durchgeführten Gold-Umfrage veröffentlicht. In der repräsentativen Studie gaben deutsche Bundesbürger mittlerweile zum dreizehnten Mal Auskunft über ihre Einstellung zum Gold.

Gold, Zinsen, Sparguthaben, Sparbuch (Foto: Goldreporter)
Gold konkurriert wieder stärker mit Spareinlagen um die Anlagergunst, nachdem es für Einlagen wieder Zinsen gibt. Dass die Realzinsen bis zuletzt deutlich negativ waren (Zinsen minus Inflation) wird von Anlegern oft ignoriert (Foto: Goldreporter).

Im Mittelpunkt der Befragung standen folgende Fragestellungen:

  • Welcher Geldanlage wird bei einer Laufzeit von mindestens drei Jahren der höchste Gewinn zugetraut?
  • Welche Geldanlagen besitzen die Befragten derzeit?
  • Wie beurteilen die Befragten vier vorgegebene Statements zum Thema Gold?

Die Befragung fand im Zeitraum von 30. Mai bis 1. Juni 2023 mit 1.004 deutschsprachigen, in Privathaushalten lebenden Bundesbürgern ab 18 Jahren statt, anhand computergestützter Telefoninterviews.

Wertschätzung für Gold

Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass Gold in der Wertschätzung durch private Haushalte wieder hinter Aktien zurückgefallen ist. Denn nun äußerten noch 28 Prozent der Befragten die Erwartung, dass Gold nach einer Laufzeit von drei Jahren den meisten Gewinn bringe. Aktien schneiden hier mit 29 Prozent etwas besser ab. Im Vorjahr lag Gold noch mit 31 Prozent vor Aktien mit damals 30 Prozent Zustimmung.

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Gewinnerwartungen: Aktien überholen Gold (Quelle: forsa / pro aurum)

Goldbesitz der Deutschen

Aber in Bezug auf Besitzangaben hat sich Gold weiter verbessert. In der jüngsten Befragung erklärten 14 Prozent, man verfüge über Gold/Silber. 2022 betrug der Anteil hier noch 12 Prozent. Zum Besitz von Goldmünzen oder Goldbarren bekannten sich 12 Prozent (Vorjahr: 11 Prozent). Und diese Entwicklung zeigt sich auch für den Besitz von Silbermünzen/Silberbarren mit nun 5 Prozent Anteil, nach 4 Prozent in der Umfrage von 2022.

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Edelmetall-Besitz vs. Finanzanlagen: Tagesgeldkonto in der Anlegergunst auf Platz ein. Aber auch der Gold- und Silberbesitz der Deutschen ist gestiegen (Quelle: forsa / pro aurum)

Interessanterweise rangiert nun das Tagesgeldkonto mit einem Anteil von 38 Prozent and er Tabellenspitze. Dieser Effekt dürfte auf die im vergangenen Jahr eingeleitete Zinswende zurückzuführen sein. Zuvor gab es lange Zeit keine oder sogar negative Zinsen auf Sparguthaben.

Auch höhere Goldpreis-Erwartungen

Etwas verschlechtert hat sich auch die Beurteilung von Gold ins einen abgefragten Eigenschaften. 75 Prozent der Probanden erklärten, dass Gold ihrer Einschätzung nach eine gute Ergänzung zu anderen Geldanlagen darstelle (Vorjahr: 78 %). Gleichgeblieben sind die folgenden Beurteilungen: Weiterhin 74 Prozent sehen Gold als „sichere Geldanlage“ und unveränderte 63 Prozent beurteilen das Metall „eine geeignete Geldanlage für risikoscheue Anleger“. Dagegen hat sich der Goldpreis-Optimismus etwas abgeschwächt. Denn 50 Prozent stimmten der Aussage zu, dass Gold zurzeit eine lohnende Anlage sei, weil die Kurse steigen werden. Im Vorjahr waren bei dieser Frage von 54 Prozent dieser Meinung.

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Gold-Eigenschaften: Die jüngsten Rekordkurse zügeln offensichtlich auch die Goldpreis-Erwartungen (Quelle: forsa / pro aurum)

Einschätzung der Ergebnisse

Wie beurteilt man bei Pro Aurum die aktuellen Ergebnisse? Robert Hartmann, einer der Gründer des Münchner Edelmetall-Spezialisten geht auch auf den Zinseffekt beziehungsweise die in den vergangenen Monaten steigenden Guthabenzinsen ein. Er betont jedoch, dass Zinspapiere aufgrund der stark gestiegenen Inflation immer noch einen Vermögensverlust im Portfolio verursachen.

„Real – also nach Abzug der Inflationsrate – ist bei dieser Anlageklasse heute und auch zukünftig nichts zu verdienen. Im Gegenteil: Sieht man sich die jüngsten Tarifabschlüsse an, so ist davon auszugehen, dass die Inflationsrate auch nächstes Jahr nicht kleiner wird. Erst recht, wenn sich die Energiepreise wieder erholen, wovon ich ausgehe. Das fundamentale Umfeld für eine weitere positive Entwicklung des Goldpreises ist also völlig intakt“, so Hartmann.

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7 Kommentare

  1. Prinzipiell keine schlechte Nachricht für potentielle Goldkäufer. Still und heimlich kann man seine Goldvorräte vermehren, weil billig und sich wenige dafür interessieren.
    Jeder Kaufmann weiss das. Er kauft Pelze im Sommer ein, je heisser der ist, desto besser, da diese billiger sind und sich keiner dafür interessiert.
    Und verkauft im kalten Winter, je kälter, desto besser, weil dann alle Pelze haben wollen.
    Manche Hausfrauen kaufen Weihnachtsschmuck und Geschenke im Februar/März.
    Ich bekam am 29.12. mal eine herrliche Blautanne zum Spottpreis von 5 Euro. Schmiss die angetrocknete Fichte raus, schmückte neu und lud die Verwandtschaft ein.
    Aussage dieser neidisch: „Ja, der kann sich so einen Baum eben leisten, hat ja keine Kinder und keine Hypothek am Hals.“

  2. Die Bedeutung des Goldpreises.
    Aus den Goldseiten heute:
    „Der Goldpreis müsste über 2.300 Dollar steigen, um seinen Höchststand von 2020 zu erreichen. Darüber hinaus müsste er bis auf 2.400 Dollar steigen, um seinen Höchststand von 2011 zu erreichen. Was die Bedeutung des Höchststandes von 1980 betrifft, so müsste der Goldpreis über 2.600 Dollar je Unze liegen, um den inflationsbereinigten Preis von 677 Dollar zu erreichen. In der Zwischenzeit ist jeder weitere Anstieg des Goldpreises nur eine Rückführung von zuvor verlorenem Boden. (siehe „Gold Price – What New Highs?“)
    Maruti meint:
    Wer beim Goldpreis vom Gewinn redet, sollte die Inflation berücksichtigen.
    677 Dollar 1980 sind heute vom Wert her ganze 2.600 Dollar.

  3. Besser Gold aus Kryptos. Da wird es meiner Meinung nach jetzt eher ungemütlich. Es drängt sich der Gedanke auf, dass man die Handelsplattformen langsam aber sicher „neutralisiert“. Klagen gegen Coinbase und Biance wurden eingereicht.

    Aussichten sind doch eher ungünstig.

  4. Stand 2021 Quelle FAZ Staatsverschuldung BRD 14 Billionen (implizit). Sein wir doch mal ehrlich, jeder weiß es, jeder spürt es: das geht nicht mehr lange gut. Wer soll, bzw. wer will, das noch erwirtschaften? Wer sehen kann, hat sich schon längst eingedeckt. Der Rest hat halt kein Papier mehr über, am Ende des Monats. Die Suppe ist angerührt und bereit zum servieren.

    • @Benjamin
      Staatschulden kann man nicht mit privat Schulden vergleichen. Das ist völlig verschieden.
      Staatsschulden können beispielsweise weginflationiert werden, private Schulden dagegen niemals.
      Japan hat seit 40 Jahren, ohne Unterbrechung, die weltweit höchsten Staatsschulden. Und ich bin sicher, die nächsten 40 Jahre auch.
      Warum ?
      Staatsschulden existieren nur auf dem Papier, private Schulden dagegen sind real.
      Staatsschulden hat letztendlich der Bürger, zusätzlich zu seinen privaten Schulden.
      Jeder Deutsche Bürger hat etwa 40.000 Euro Staats-Schulden.
      Auch der Säugling und der Rentner mit 90.
      Und diese muss und wird er bezahlen, ob es gut geht oder nicht. Danach wurde noch nie gefragt.
      Er bezahlt diese über die Steuern, Lebenshaltungskosten, verminderte Rente und geringeres reales Einkommen.
      Der Staat ist nur ein anderes Wort für jeden einzelnen Bürger.

      • Da gebe ich Ihnen gerne Recht, jedoch kann man den zunehmenden Autoritätsverlust dieses Staates nicht mal eben weginflationieren. Die Leute haben die Schnauze voll. Ganz einfach. Und wenn dieser Zerfall sich auf der Straße entlädt, ist’s mir herzlich wurscht ob ich mit 40tsd oder 4Mio beim Olaf in der Kreide stehe. Wer sollte es eintreiben? Die Ukrainer? Die Westasiaten?

        • @Benjamin
          Der Nachfolger, die darauf hin folgende Staatsmacht treibt ein. Die Geschichte lehrt es.
          Es wird eben nichts erlassen und nichts geschenkt.
          Niemals und nirgendwo. Das ist die Autorität eines Staates.
          Alles andere wäre ein gefährlicher Irrtum.
          Alles sichtbare und bekannte Vermögen ist gefährdet mit Steuern und Hypotheken belastet oder gänzlich entwertet zu werden.
          Schon aus diesem Grund ist Gold ein Aspekt.
          Für mich ist und war das immer der Grund auf Gold zu setzen. Und auf Ausbildung und Können.
          Beides kann einem niemand wegnehmen oder belasten.
          „Nach dem Motto, wenn ihr mein Können braucht und wollt, müsst ihr dafür blechen oder es lassen.
          Ich kann mir das leisten, denn von meinem Gold wisst ihr nichts.“
          Ist das nicht ein nettes Faustpfand ?

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