Samstag,01.Oktober 2022
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Gold und Aktienmärkte: Wochen der Wahrheit stehen an

Befindet sich die Weltwirtschaft bereits in einer Rezession? Oder erleben wir positive Überraschungen? Die Berichtssaison hat begonnen und Gold dürfte nur kurzfristig Schwäche zeigen. 

Gold, Goldpreis, Bulle, Bär, Kolumne (Foto: Goldreporter)

Von Jürgen Fröhlich

Gold und Aktien

Am Ostermontag sah es noch so aus, als könne der Goldpreis einen neuen Anlauf in Richtung seines Euro-Rekordhochs nehmen. Der Kurs erreichte im US-Futures-Handel zeitweise 1.857 Euro. Am Dienstag kamen dann einige große Verkäufer auf die Idee, etwas Papiergold abzustoßen. Heute Vormittag um 11:15 Uhr wurden am Spotmarkt dann nur noch 1.796 Euro pro Unze gezahlt.

Der Rücksetzer hat Auswirkungen auf die Charttechnik. Unsere aktuelle Analyse dazu lesen Sie hier: Goldpreis in Euro: So ist die technische Lage!

Gold und Aktienmärkte bewegen sich in den vergangenen Monaten in unterschiedliche Richtungen. So verlor der deutsche Leitindex DAX seit Jahresbeginn gut 11 Prozent, während der Goldpreis in Euro einen Kursgewinn von rund 12 Prozent verzeichnete.

Startende Berichtssaison

Viele makroökonomische Daten stehen in dieser Woche nicht mehr an (darunter wöchentliche US-Arbeitsmarktdaten am Donnerstag). Allerdings wird nun die neue Berichtssaison eingeläutet. Viele Unternehmen melden ihre Geschäftsergebnisse für das erste Quartal 2022. Dabei gehören neben den konjunkturell stark zyklisch ausgerichteten US-Banken auch der Aluminium-Produzent Alcoa zu den ersten Konzernen, die frische Zahlen melden.

Insgesamt wird sich zeigen, welche der zahlreichen Belastungsfaktoren sich bereits negativ auf die Wirtschaft und insbesondere auf einzelne Branchen ausgewirkt haben (u.a. hohe Inflation, steigende effektive Zinsen, Corona, Ukraine-Krieg, China-Krise). Wie werden die Ausblicke der Konzerne ausfallen? Befinden wir uns vielleicht schon in einer weltweiten Rezession, genauer: in einer Stagflation?

Belastungsfaktoren für Gold

Derzeit gibt es fundamental eigentlich keine Gründe, warum die Preise für Gold und Silber nun noch einmal stärker korrigieren sollten. Allerdings sollten dabei deren Eigenschaft als Krisenmetall hinsichtlich der Kurserwartungen im Vordergrund stehen. Denn ein tatsächlicher Einbruch der Weltwirtschaft und ein Wegbrechen der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage dürfte auch die Rohstoffpreise unter Druck setzen.

Positive Überraschungen aus der Wirtschaft, durch Basiseffekte (Vorjahresvergleich) sinkende Inflationsraten oder eine echte Liquiditäts-/Bankenkrise wären sicherlich kurzfristige Belastungsfaktoren auch für die Edelmetalle. Mittel- und langfristig spricht weiterhin alles für einen hohen Goldpreis. Denn die immer weiter steigenden finanziellen Belastungen für den Staat und die dabei ausufernden Schulden werden die gesetzlichen Währungen weiter kontinuierlich verwässern. Jetzt stehen die Wochen der Wahrheit stehen an.

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13 Kommentare

  1. Die steigenden US-Kapitalmarktzinsen sorgen derweil für Sorgenfalten auf den glatten Gesichtern der Investmentbanker. ‚Psychologie Heute – Wie wir in Gesichtern lesen‘, endlich zeigen sich ob des Gegenwindes wettergegerbte Charakterköpfe.

    Die Zinsen an den Kapitalmärkten antizipieren die versprochene ‚Zinswende‘, treffen dabei aber nicht nur auf eine hypertrophe Staatsverschuldung mit potentiell explodierenden Zinslasten, sondern auch auf einen Aktienmarkt, der in großen Teilen kreditfinanziert ist. Die Wertpapierkredite liegen inzwischen nahe an der magischen Grenze von einer Billion Dollar.

    Die ebenfalls steigenden Renditen der 10-jährigen US-Treauries sind zudem der wohl wichtigste Maßstab für Verbraucherkredite in den USA. Viele Konsumentenkredite sind unmittelbar daran gekoppelt, darunter auch die Kreditkartenzinsen,

    https://finanzmarktwelt.de/sp-500-inflation-wertpapierkredite-gefahr-durch-anstieg-der-zinsen-232079/

    Da kann man nur sagen: Frohes Shoppen bis die Kreditkarte glüht. Ahoi!

    • @Klapperschlange

      Ich glaube Herrn Nagel sogar.
      Wenn die Inflation spätestens im Juni auch nach der offiziellen Lügenstatistik die 10%-Marke überspringt, gibt es zur Feier eine 0,25 % Zinserhöhung.
      Und still und heimlich wird nach FED-Manier das QE hochgefahren.

      Ohne jetzt den Bildungsbürger raushängen zu lassen (Szylla und so…..) ist es doch so einfach, dass es auch die Masse da draußen kapieren müsste.

      Es gibt doch nur 2 Möglichkeiten:

      1.) Keine angemessene Zinserhöhung (d.h. alles unter 10 %)
      Dann stirbt der Euro die nächsten Jahre an beschleunigtem Siechtum.
      Oder es geht schneller (2023 = 1923 ?).
      Egal wie: in 10 Jahren ist es billiger die Wand mit Euro-Scheinen zu tapezieren,
      als mit den Geldscheinen Tapeten zu kaufen.

      2.) Eine angemessene Zinserhöhung (so wie weiland Paul Volcker in den USA,
      der ist damals auf über 20 % hoch).
      Ergebnis: Sudden Death.

      Ihr seht: es ist egal.
      Auf Sicht 2030 ist die FIAT-Kohle weg.
      So oder so.

      Prognose: es wird sich kein Politiker/Notenbanker finden, der gem. Alternative 2 dem Finanz-und Wirtschaftssystem gleichzeitig Herzinfarkt, Schlaganfall und Garrotte verordnet.
      Wir spielen also die Zeit ab 1975 nach, mit dem Ende 1923.

      DIE LAGE IST ALSO TOTAL LANGWEILIG.
      (Außer man hat noch bedrucktes Toilettenpapier herumliegen).

      Passendes Zitat von Wolfgang Schäuble: Isch Over.

  2. @Pumuckl, @Thanatos, @Klapperschlange
    Mit der Langeweile ist es so ein Ding. Hab 2 Leute in der Bekanntschaft, die mir Geld schulden und sich selber auf dem Schlauch stehen. Eine 2.800 € und einer 5.000 €. Beiden hatte ich privat einen Corona-Kredit gegeben. Zinslos, obschon mir klar war, was da kommt an Inflation.
    https://www.cnbc.com/2022/04/21/from-food-to-inflation-the-russia-ukraine-war-has-a-global-impact.html
    Dazu noch den Stillstand in Chinas Häfen. Was hab ich den Leuten nicht jahrelang ein Ohr abgekaut, daß sie sich EM zulegen sollen, es ist nur noch eine Frage der Zeit. Bei den Beamten um mich herum biß ich auf Granit. Wißt Ihr noch, was los war, als ein Frachter querlag und ewig den Suez-Kanal blockierte? Als Corona losging, schenkte ich den lieben, alten Diakonissen im Krankenhaus u.a. eine Monsterpackung feines Klopapier, später eine 2. Haben sie sich köstlich drüber amüsiert. War letzte Woche 2mal da mit Geschenken. Als „fußlahmer Osterhase“ kam ich nicht pünktlich. Kaffee-Paket, Seife aus Marseille, Naschzeug, meine letzten 2 Pullen Saft aus der Mosterei, eine Flasche Bordeaux, Schoko-Pralinentrüffel. Nächste Woche bin ich wieder da. Zitat Konfuzius: „Wer zur Quelle gelangen will, muß gegen den Strom schwimmen.“ Scheint wohl mein Karma zu sein. Kassandra – ihr glaubte keiner. Und was mache ich mit dem vielen Schnaps im Keller, wenn die Russen nicht kommen? Wenn Kassandra sich geirrt hat?

  3. Zitat aus dem Link: ‚Stop expanding “money” and credit, and the global order of “growth” implodes.‘
    https://dailyreckoning.com/the-dam-is-finally-cracking/
    @Thanatos, paß auf Dich auf. Zu Ostern haben etliche Nierenspender ihre Krad-Boliden aus der Garage geholt und landeten im Graben. Dasselbe predigte ich meinen Katzen. Ist schon schlimm genug, daß den @Krösus der Teufel geholt hat. Er fehlt mir. Genau wie Mieze Tina.

    Über Lügenbrücken mußt Du geh’n
    https://www.youtube.com/watch?v=eKwl5HclBeQ

    Manchmal zahl‘ ich die Spritpreise ohne Blick.
    Manchmal wünsch ich mir die Deutsche Mark zurück.
    Manchmal bin ich ohne Rast und Ruh,
    Manchmal schließ ich alle Türen nach mir zu.
    Manchmal ist mir kalt und manchmal heiß,
    Manchmal weiß ich nicht mehr, was ich weiß.
    Manchmal bin ich schon am Morgen müd,
    Und dann such ich ich Trost in einem Lied.
    Über Lügenbrücken mußt du gehen,
    Inflation und Reset übersteh’n,
    Und im Land wird nur Verarschung sein,
    Im Tresor das Gold ist wirklich mein.

    Manchmal scheint die Uhr des Lebens still zu steh’n,
    Manchmal scheint man immer nur im Kreis zu gehen.
    Manchmal ist man wie von Zinsweh krank,
    Manch Idiot vertraut noch einer Bank.
    Manchmal greift man nach der ganzen Welt,
    Manchmal rafft man, daß der Index fällt.
    Manchmal nimmt man, wo man lieber gibt,
    Manchmal haßt man das was, man doch liebt.
    Über Lügenbrücken mußt du gehen,
    Inflation und Reset übersteh’n,
    Und im Land wird nur Verarschung sein,
    Im Tresor das Gold ist wirklich mein.

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