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Gold und Geldpolitik – Jetzt geht es ans Eingemachte!

Die Zentralbanken stehen vor der nächsten großen Herausforderung. Es geht um das Vertrauen in die von ihnen ausgeübte Geldpolitik. Glaubwürdigkeit ist schließlich ihr höchstes Gut. Eines, das Gold seit vielen Tausend Jahren besitzt. Und mit dem steigenden Goldpreis gehen die Warnleuchten an. 

Gold, Vermögen, Altersvorsorge (Foto: Goldreporter)

Mehr Menschen vertrauen auf Gold als Vermögensschutz und Altersvorsorge. Der Staat und die Zentralbanken haben einiges an Vertrauen verspielt (Foto: Goldreporter).

Fieberthermometer Gold

Der Goldpreis gilt als Fieberthermometer unseres globalen Wirtschafts- und Finanzsystems. Der Euro-Preis für die Gold-Unze hat zuletzt reihenweise neue Rekorde aufgestellt und auch in US-Dollar kommt so langsam das Allzeithoch in Sichtweite. Die Welt scheint ziemlich krank zu sein. Nicht nur weil ein mysteriöser Virus das global vernetzte Wirtschaftstreiben lahmzulegen droht. Da scheint etwas Fundamentaleres aus den Fugen geraten zu sein.

Dauerkrise

In den vergangenen Jahren mussten die Zentralbanken immer wieder als Nothelfer in der Krise einspringen. Und immer mehr erhielt die Geldpolitik den Charakter einer aktiven Wirtschaftspolitik. Aufschwung wurde mit frischem Geld erkauft. Denn immer, wenn die Konjunktur zu stottern drohte, wurden die Märkte mit billiger Liquidität überhäuft. In den USA, in China und natürlich auch hier bei uns in Europa. Dieses Geld gelangte in die Finanzmärkte und trieb die Preise für Aktien, Anleihen und Immobilien nach oben und die Kosten der Staatsfinanzierung in den Keller. Die Politik bedanke sich und ließ sich in für ihre ausgeglichenen Haushalte feiern.

Krisenpolitik

Allerdings hat nun vor allem die Europäische Zentralbank ihr bislang bekanntes Krisenpaket voll ausgeschöpft. Den Banken wurde mehrfach unbegrenzte Liquidität zugeschustert, die Zinsen hat man auf null gesenkt und für mehrere Billionen Euro wurden Staatsanleihen gekauft, um die Zinsen mit aller Gewalt in den Keller zu drücken. In der letzten (Euro-)Krise waren zu hohe Zinsen das Problem, nun könnten es zu niedrige sein.

Staatsanleihen, Renditen, Zinsen

Die Renditen (Zinsen) von Staatsanleihen von Ländern mit höherer Bonität fallen und fallen. Immer mehr Staaten „verdienen“, in dem sie sich Geld leihen (Negativzins). Die EZB gehört zu den Käufern. Normal ist das nicht!

Zentralbanken am Zuge

Die Fed war der EZB zuletzt ein Stück voraus. Nach der Finanzkrise hat man die Banken von allen Lasten befreit, während viele europäische Institute immer noch auf faulen Krediten aus der letzten Krise sitzen. Außerdem hat die US-Notenbank sich mit Zinserhöhungen wieder Spielraum für Zinssenkungen verschafft. Und dieser muss womöglich auch bald genutzt werden, wenn das Coronavirus-Gespenst nicht schnell von der Bildfläche verschwindet.

Neue Geldpolitik namens PR

Aber was wird die Europäische Zentralbank tun, um die Märkte zu beruhigen, wenn es jetzt konjunkturell so richtig ungemütlich wird? Nominale Negativzinsen? Noch mehr Wertpapierkäufe? Direkte Geldgeschenke, um den Konsum anzuheizen („Helikoptergeld“)? Kein Wunder, dass Christine Lagarde nun auf größere Bürgernähe und eine PR-Kampagne setzt. Denn womöglich besteht demnächst noch sehr viel mehr Erklärungsbedarf (Die EZB plant jetzt Bürger-Versammlungen).

Vertrauen in Gold

Schließlich steht das höchste Gut einer Zentralbank auf dem Spiel: Ihre Glaubwürdigkeit. Es geht ans Eingemachte. Denn mit nichts anderem als Vertrauen ist unser heutiges Kreditgeld gedeckt. Nur weil EZB und Staat sagen, dass es Geld ist. Weil wir es brauchen, um unsere Steuern zu bezahlen. Doch eine wichtige Geldfunktion beginnt sich schrittweise aufzulösen: die des Wertaufbewahrungsmittels. Kein Wunder, dass das Vertrauen in unser Geld und deren Protagonisten schwindet – wenn die private Altersvorsorge auf dem Spiel steht und wenn am Ende das Bargeld ganz abgeschafft werden soll, damit man die Märkte noch besser manipulieren kann. Wer sich in diesem Umfeld wundert, dass der Goldpreis steigt, hat die Bedeutung des Edelmetalls immer noch nicht verstanden. Es kann nicht verwässert werden und hat noch jede Krise überstanden. Gold genießt ungetrübtes Vertrauen und das seit vielen Tausend Jahren. Und das mit ganz wenig PR.

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Eingetragen von am 24. Feb. 2020. gespeichert unter Euro, EZB, Fed, Gold, Goldpreis, Marktkommentare, News, Währung. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Sie können zum Ende springen und eine Antwort hinterlassen. Bitte beachten Sie unsere Forenregeln. Pingen derzeit nicht möglich

13 Kommentare für “Gold und Geldpolitik – Jetzt geht es ans Eingemachte!”

  1. Klapperschlange

    „Coronakrise: IWF hält koordinierte Konjunkturpakete (= QE4, Not-QE4, QE5, QE∞)
    für dringend notwendig denkbar.“

    https://oliver-krautscheid.eu/coronakrise-iwf-haelt-koordinierte-konjunkturpakete-fuer-denkbar/

    „Also ran an die Druckerpressen, … die Staats-Schuldenberge müssen schmelzen !“

    • @klapperschlange
      der IWF sollte Vorsichtig sein mit dem Wort.
      Schon der Ansatz eines neuen QE in Gedanken kann das System komplett zum Absturz bringen.
      Was jetzt zu tun wäre, wäre eine kräftige Zinserhöhung auf mindestens 20% und zwar in alle Industrieländern gleichzeitig.
      Und zwar schnell.

      • Ja und? Was meinst Du was dann los wäre? Eine kräftige Zinserhöhung und schon ist der Staat praktisch sofort bankrott. Und zwar jeder. Jeder der da mitmacht. Das Siechtum wird so lange andauern, bis man 100.000 Dollar Scheine druckt, de man als Tapete verwenden kann (weil Tapete deutlich billiger. In dem Land, aus dem ich herkomme, wurden zum Beispiel einige Münzen als Unterlegscheiben verwendet, weil die Unterlegscheibe 5 mal teurer war als die Münze. Da mach Dir mal keine Sorgen! Die werden noch was ganz Feineres machen! Machen sie jetzt eigentlich schon. Negativzinsen einführen. Nur temporär versteht sich… für paar Monate… Und dann werden sie es verlängern.In jedem Falle jedwede Zinserhöhung, wird sofort kontraproduktiv werden. Du kannst heute mal auf Silverdoctors Ansagen von Trump anschauen. Für ihn sehen die Märkte und die Börse schon wieder gut aus. Das bedeutet nichts Anderes, dass einzige was Amerika noch zusammenhält, sind Zinsen bei Null, QE – weitere QE’s noch paar Bailouts – usw. Sie kommen da nicht wieder raus. Garantiert nicht. Und genauso wie sie eben Gold drücken, werden sie es weiter tun. Der dumme Anleger glaubt ernsthaft, Papiergold ist für ihn die richtige Anlage. Was soll’s harren wir die Dinge. Der Coronavirus ist durchaus in der Lage komplette Wirtschaft zu erledigen…. Wird er auch sehr wahrscheinlich.

    • Erst einmal Gold drücken. Mit Papier de US-Banken in der Zeit wo nur dünner Handel läuft. Solange irgendwelcher Idiot Gold tatsächlich zu dem Preis verkauft – wird sich nichts ändern. Mit Papiergold – funktioniert es schon, schliesslich kauft hier jeder Wetten auf bankrott der Bank (die bekommt man) oder eigenes Bankrott. Das sollte jeder wissen. Wenn JP Morgan irgendwann bankrott geht, wird keiner das Geld als Versprechen von der Bank abholen können. Trotzdem eine Frage… meinen IWF und Co. der Coronavirus wird beeindruckt sein, von den ganzen Geldtonnen?

      • Klapperschlange

        @Germanymann

        Die BIZ (die Baseler Mutter aller Banken) hat seit gestern Abend die dicke „Papiergold-Bertha“ in Stellung gebracht und feuert nun – einem Wasserfall gleich – permanent Salven auf den Gold-/Silberkurs.

        Gleichzeitig werden die abgesoffenen Aktienmärkte mit Injektionsspritzen wieder angehoben – „whatever it takes“.

        Ob‘s hilft?
        Aber die Lage an den Finanzmärkten muß ernst sein: warum sonst wurden seit gestern mehrere $Milliarden Papiergold-Paletten „verpulvert“?

        • Denke nicht, dass das auf Dauer funktioniert. Langsam wissen sie ja gar nicht mehr wo sie ihr frisch gedrucktes als erstes hinschaufeln sollen. Nur weil sie denken, sie seien allmächtig, sind sie es noch lange nicht. Immer mehr Leute begreifen die Interventionen am EM Markt mittlerweile als Subventionierung der EM Preise durch die ZBs und freuen sich über die günstigen Kaufkurse. BTFD gilt halt nicht nur am Aktienmarkt. Tja, so sind sie halt die EM Bugs – unbelehrbar ;)

          • Ich denke nicht, dass sie das denken. Ich denke, sie denken sie haben einfach keine andere Wahl. Das Spiel kann sich noch lange ziehen, bis zum Volksaufstand

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  3. Die ZBs schießen sich langsam selbst ins’s Knie. Leere Regale durch zusammengebrochene Lieferketten bei gleichzeitig starken Aktienmärkten erodieren das Vertrauen in die Geldopolitik noch viel schneller, also müssten sie das Gelddrucken einstellen, woraufhin die Kurse gen Süden rauschen. Wenn durch weiteres Geld drucken bei verknapptem Warenangebot die Inflation stark anzieht, müssten sie die Zinsen erhöhen und dann rauschen die Kurse gen Süden. Zudem wird das frisch gedruckte Geld jetzt nicht mehr in die Aktienmärkte fließen sondern mehr und mehr als Absicherung in den sicheren Hafen Edelmetalle, was deren Preise treibt, woraufhin sie das Gelddrucken einstellen müssten und dann rauschen die Kurse gen Süden. Egal was sie jetzt machen, es wird nicht funktionieren. Eine gewisse Schadenfreude darüber kann ich ehrlich gesagt nicht verhehlen. Es ist Zeit für eine Zäsur.

    • In einem stimme ich Dir nicht zu. Sie wollen ja eben die Zinsen nicht erhöhen, sie wollen ja dass die Leute zum Geld ausgeben verdonnert sind. Das heißt – sie werden drucken und drucken und drucken. In der Hinsicht sind die Notenbanken fest in der Falle und Staaten darauf angewiesen. Jedwede Zinserhöhung würde bedeuten, dass der Staat mehr für Schuldendienst ausgeben muss und genau das wollen die ja vermeiden. Bei 260 Billionen Dollar Schulden ist jedwede Zinserhöhung tödlich. Das siehst Du schon an der USA. Sie haben es versucht, Zinsen zu erhöhen doch Trump wollte unbedingt Zinssenkung. Nur wie lange geht dieses Spiel GUT? Das weiß eben Niemand!

      Nun bin ich mal gespannt, welche Ideen die drauf haben. Denn der Coronavirus ist definitiv nicht mit Zentralbankgeld ruhig zu stellen!

      • Im Grunde meinen wir das gleiche. Ich wollte nur zu bedenken geben, dass, wenn bei einem verknappten Warenangebot die Preise steigen, die ZBs nach alter Schule die Zinsen erhöhen MÜSSTEN, um die Inflation einzufangen. Dass sie das nicht tun werden, steht auf einem anderen Blatt, aber dann laufen wir direkt in eine Hyperinflation. Aber mittlerweile vermute ich, dass dies genau gewollt ist, damit sich die Staaten ihrer immensen Schuldenlast entledigen können.

        • Nach alter Schule natürlich ja. Aber: nach alter Schule, durften Zentralbanken, keine Staatsfinanzierung betreiben. Nach alter Schule mussten Banken früher Wertberichtigungen machen, wenn zum Beispiel ein Haus, was in ihren „Besitz“ ist – 5 Jahre rumsteht und mittlerweile dort 4 Penner wohnen und alles auseinander genommen haben. Und nach alter Schule, durften noch ganz viele andere Dinge nicht passieren, zum Beispiel – zum Beispiel Schieflagen im Bezug auf Targetkonten. Aber all das wird gemacht, obwohl jeder weiss, dass es sich um Konkursverschleppung handelt..

          • Alles richtig, aber die gigantische Schuldenlast, nicht nur der Staaten, auch der Unternehmen ist das Problem. Wenn der Anleihemarkt zusammenbricht, weil niemand mehr bereit ist irgendwem Geld zu leihen und alle ihre Anleihen abstoßen wollen, weil sie wissen, dass sie ihr Geld nie wiedersehen, steigen die Zinsen auch unabhängig von den Zentralbanken und zwar massiv.

  4. Heute gegen 9.00 Uhr wurde das Casino mittels Pappmache-Kulisse (Wirecard)kurz hochgepuscht aber es setzt sich schon wieder die schnöde Realität durch.

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