Sonntag,26.Mai 2024
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Gold- und Silber-Manipulation: Ex-Banker gehen ins Gefängnis

Das Gerichtsverfahren gegen zwei ehemalige Edelmetall-Trader von JP Morgan endet in den USA mit Haftstrafen. Über acht Jahre hinweg wurden unter anderem Gold- und Silberpreise manipuliert. 

Edelmetall-Preise manipuliert

Gold- und Silberpreis-Manipulation sind keine Verschwörungstheorie. Das steht nun einmal mehr fest. Denn zwei ehemalige Edelmetall-Händler von JP Morgan Chase & Co. (JPM) sind am gestrigen Dienstag wegen Betrugs, versuchter Preismanipulation und Spoofing im Rahmen einer systematischen, über acht Jahre andauernden Marktmanipulation verurteilt worden.

Gold, Goldpreis, Manipulation (Bild: Goldreporter)
Banker haben den Edelmetall-Markt jahrelange mit fingierten Handelsangeboten überschwemmt, um die Preise zu manipulieren. Jetzt gehen zwei als hauptverantwortlich angesehene ehemalige JP-Morgan-Trader ins Gefängnis (Bild: Goldreporter).

Das meldet das US-Justizministerium. Nachgewiesen wurden den Verurteilten laut den Aussagen von FBI und Staatsanwaltschaft Zehntausende von unrechtmäßigen Handelssequenzen, die Marktteilnehmern Verluste in Höhe von über 10 Millionen Dollar einbracht haben sollen.

Haftstrafen für JPM-Händler

Gregg Smith, 59, aus Scarsdale, New York, erhielt eine Strafe von zwei Jahren Gefängnis und eine Geldstrafe von 50.000 Dollar. Michael Nowak, 49, aus Montclair, New Jersey, wurde zu einem Jahr und einem Tag Haft und einer Geldstrafe von 35.000 Dollar verurteilt.

„Die Angeklagten nutzten ihre Stellung als einige der mächtigsten Händler auf den weltweiten Edelmetall-Märkten, um in ungeheuerlicher Weise die Preise zu ihrem Vorteil zu manipulieren“, sagte die stellvertretende Generalstaatsanwältin Nicole M. Argentieri von der Strafabteilung des Justizministeriums.

FBI Assistant Director Luis Quesada dazu: „Wie die heutige Verurteilung zeigt, sind das FBI und seine Partner weiterhin entschlossen, gegen jeden zu ermitteln und ihn vor Gericht zu stellen, der versucht, unsere Finanzmärkte zu seinem eigenen Vorteil zu manipulieren“.

Systematische Manipulation

Laut Gerichtsdokumenten waren Smith und Nowak zusammen mit anderen Händlern der Edelmetall-Abteilung von JP Morgan zwischen Mai 2008 und August 2016 an einem weit verbreiteten Betrugs-, Marktmanipulations- und Spoofing-System beteiligt. Smith war Executive Director und Händler in der Edelmetall-Abteilung von JP Morgan in New York. Nowak leitete als Managing Director die weltweite Edelmetall-Abteilung von JP Morgan.

Betroffen gewesen seien Gold-, Silber-, Platin- und Palladium-Kontrakte, die über die New York Mercantile Exchange (NYMEX) und die Commodity Exchange (COMEX) gehandelt wurden. Mit irreführenden Aufträgen (Spoofing) habe man falsche und irreführende Informationen über das tatsächliche Angebot und die Nachfrage nach Edelmetall-Terminkontrakten in die Märkte einspeisen wollen.

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5 Kommentare

  1. Das Problem ist immer wieder das Gleiche: Es wird so getan, als ob einzelne Manager kriminell wären – dabei haben diese mit Sicherheit im Auftrag ihres Arbeitgebers JPM gehandelt. Die Bank sollte vor Gericht stehen, nicht die Manager! Und die Höhe der Geldstrafen ist so lächerlich niedrig, dass es schon wehtut. Mit Sicherheit haben die beiden Herren in der Zeit einen Betrag verdient, an dem man an die Haftstrafe noch 3 bis 4 Nullen anhängen könnte. Vermutlich sitzen sie auch die Strafe nur zum kleinsten Teil ab,, dürfen zu Hause unter Arrest bleiben o.Ä. Eine Farce, das Ganze! Lächerlich! Es geht um die Manipulierereider EM-Preise im großen Stil durch Banken, nicht nur durch JPM, auch wenn’s die jetzt hier ist. Es ist die alte Leier: Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen. Na denn – fein weitergemacht mit den ertragreichen Supermanipulationen! Irgendeinen dummen Manager kann man ja später wieder zum Bauernopfer machen und ihm vielleicht eine „kleine“ Summe als Ausgleich aufs Konto überweisen – für die Drecksarbeit und weil er dummerweise erwischt wurde dabei.

    • @Goldmarie
      Das was da passiert, ist völlig logisch und war erwartbar.

      Man muss nur die Fakten sehen: die USA sind Privateigentum von Big Finance.
      Sonst NICHTS.

      Das ganze Brimborium von Parlament, , Senatoren, Präsident, Kapitol ist ein nettes Schauspiel fürs dumme Publikum. Bezahlte austauschbare Marionetten.
      Ohne zig Millionen an Spenden (alle 2 Jahre zu den Wahlen und gerne auch zwischendurch) und sonstige freundliche Unterstützung säße dort drüben kein einziger Politiker auf seinem Stuhl.
      Und er ist auch sehr sehr schnell wieder weg, wenn er nicht brav ist.

      Gerne lässt Big Finance auch das Militär lossschicken, wenn es um Öl, Rohstoffe etc. geht.

      So erklären sich auch solche Urteile: der Floh wird nie den Hund verurteilen, auf dem er sitzt.

  2. Na toll, 35 000 bzw 50 000 $ Strafe. Da können sie froh sein wenn sie die Gefängnisstrafe absitzen müssen. Sonst müssten sie sich wohl jetzt schon bei der Armenküche anstellen.
    Apropos Manipulation. Heute läuft es ja mal recht gut beim Gold und Silber. Bin mal gespannt wie wir ins Wochenende gehen.

  3. Goldmarie!
    Vielen Dank für Ihren sehr treffenden Kommentar dem ich mich voll und ganz anschließe!
    Ja, die Verurteilung bzw. Strafen dieser beiden extrem miesen Personen ist der absolute Witz!
    Wieder einmal hat die amerikanische Justiz wieder sehr erfolgreich die Chance genutzt, sich mit diesem Urteil weltweit total lächerlich und machen!
    Die Urteile und die damit anhaltenden Geldstrafen hätten extrem höher ausfallen müssen, damit auch eine Abschreckung für solche Taten stattfindet!
    Mein Vorschlag…20 Jahre Gefängnis , absolut keine vorzeitige Begnadigung!
    Dazu eine Geldstrafe von jeweils 35 Millionen Dollar!
    Das bestehende Urteil schreckt garantierte Nachahmer absolut nicht ab!

    • @Jörg Ronn
      Das geht so nicht. JP Morgan ist die FED und systemrelevant. Die Mitarbeiter quasi Beamte des Staates.
      Was versagt hat, ist die wohlwollende Aufsicht.
      Und das hat auch seinen Grund. Gold ist nun mal der schärfste Konkurrent des Dollars, der FED und damit des US Staates.
      Nicht umsonst bewertet die USA das eingelagerte Gold anderer Staaten, auch das deutsche, mit 40 Dollar die Unze. So kann man leicht, im Falle des Verlustes, diese 40 Dollar bezahlen, welche dann der Auftraggeber erhält.
      Noch dazu, wo man eben in Dollars bezahlt und nicht in Euro oder Franken.

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