Mittwoch,28.September 2022
Anzeige

Goldpreis: Banken fahren Goldverkäufe stark zurück

Die mit Gold-Futures handelnden US-Banken reduzierten ihre Short-Position zuletzt auf den tiefsten Stand seit Mai 2019. Ein möglicher Kontraindikator für den Goldpreis.

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis kratzte im vergangenen Monat an der Marke von 1.700 US-Dollar pro Unze. Zuletzt hat sich der Kurs wieder etwas erholt. Am heutigen Montag um 11:45 Uhr kostete die Feinunze Gold am Spotmarkt 1.726 US-Dollar. Das entsprach 1.698 Euro.

Im Rahmen dieses Goldpreis-Schwäche in den vergangenen Monaten bauten die an der US-Warenterminbörse COMEX ihre Terminverkäufe im Rahmen des US-Futures-Handel kontinuierlich ab. Denn deren Netto-Short-Position fiel per 6. September 2022 im Vormonatsvergleich um 2,2 Prozent auf 83.590 Kontrakte. Das entspricht einem Volumen von knapp 260 Tonnen Gold. Die Zahlen stammen vom aktuellen Bank Participation Report der US-Börsenaufsicht CFTC.

Gold-Positionen der Banken

Damit kamen die Goldverkäufe der Banken mittlerweile sechs Monate in Folge zurück und erreichten zuletzt den tiefsten Stand seit Mai 2019. Zum Vergleich: Im vergangenen März als der Goldpreis seit Jahreshoch erreichte, verkauften diese Geldhäuser netto noch umgerechnet 487 Tonnen Gold auf Termin. Berücksichtigt sind hier alle laut dem Bank Participation Report mit Gold-Futures handelnden Banken an der COMEX. Zuletzt waren es 32, von der CFTC aber nicht namentlich genannten Institute.

Gold, Goldpreis, Futures, Banken
Netto-Short-Positionen der US-Banken vs. Goldpreis: Wenn Gold fällt, bauen die US-Banken ihre Short-Position ab, zuletzt auf den tiefsten Stand seit Mai 2019.

Ein großer Anteil dieser Gold-Verkäufe entfällt aber traditionell auf nur fünf US-Banken. Diese hielten Anfang September alleine eine Netto-Short-Position von 42.735 Kontrakten (132 Tonnen). Damit ergibt sich gegenüber Vormonat ein Rückgang um 7 Prozent.

Silber-Futures

Noch stärker sank die Netto-Short-Position der US-Banken bei den Silber-Futures. Diese ging im Vormonatsvergleich um 29 Prozent zurück auf nur 16.554 Kontrakte. Damit erreichten deren Silberverkäufe auf Termin mit umgerechneten 2.574 Tonnen ebenfalls den niedrigsten Stand seit Mai 2019.

Silber, Futures
Auch die Netto-Short-Position der US-Banken bei Silber erreichte Anfang September den tiefsten Stand Mai 2019.

Goldpreis vs. Gold-Futures

Wie ist die Entwicklung einzuordnen? Die Banken agieren als Market Maker, handeln Silber und Gold aber auch auf eigene Rechnung. In der Vergangenheit bauten die Banken bei steigendem Goldpreis / Silberpreis regelmäßig ihre Netto-Short-Position auf, während sie bei fallenden Kursen Terminverkäufe glattstellten.

Wobei die Netto-Short-Positionen der Banken in den vergangenen Jahren immer dann einen Tiefpunkt erreichten, wenn die Edelmetall-Kurse besonders stark gefallen waren. Hingegen war bei einer besonders hohen Short-Positionierung im Bankensektor oft mit einem Kursrückgang zu rechnen. Insofern könnte man den jüngsten Rückgang der Netto-Positionen als Kontraindikator für Silber- und Goldpreis einordnen. Passend dazu: Goldpreis: Darum kann er jetzt wieder steigen!

Goldreporter-Ratgeber

Genial einfach, sicher und günstig: Gold vergraben, aber richtig!

Was tun bei Goldverbot oder Goldengpass? Notfallplan für Goldanleger

Abonnieren Sie den kostenlosen Goldreporter-Newsletter und erhalten Sie den Spezial-Report "Vermögenssicherung mit Gold" (PDF) kostenlos! Weitere Informationen?



2 Kommentare

  1. Zumindest standen wir zum oben besagten Zeitpunkt, Mai 2019, als die Banken ähnlich short waren, auch bei etwa 1700 Dollar die Unze. Allerdings stand da der Euro bei 1.10 und darüber, was einen Eurokurs von etwa 1450 EUR die Unze entsprach. (GR hat sicher genauere Daten als meine Aufzeichnungen und das händische Ausmessen der Langzeitcharts).
    Insofern hätte ein Dollar-Goldkäufer nichts verloren,
    3 Jahre gewartet zu haben. Im Gegenteil, durch die Inflation kann er ja heute dasselbe Gold mit einem weniger werthaltigen Dollar kaufen. So kann man es auch sehen.
    Der Eurokäufer dagegen hat schon einen Gewinn gemacht, als er im Mai 2019 sein Gold kaufte und nicht etwa Aktien. Immerhin müsste er heute, Inflation hin oder her, 1700 Euro, diese allerdings auch weniger werthaltig, für die Unze hinlegen.
    Daraus folgt:
    Entscheidend ist der Einkaufspreis und vor allem der Zeitpunkt, wann man kauft. Das gilt nicht nur seit dem Jahre 2000.
    Das gilt auch, wenn man Gold „nur“ als Versicherung sich zulegt, aber um so mehr, wenn man Gold als Alterssicherung erwirbt.
    Hat man bei ersterem noch Zeitdruck, gilt das bei letzterem nicht mehr. Da hat man viel mehr Zeit zu überlegen. Denn, bei einer „Versicherung“ kann man nicht all zu lange warten und unversichert herumlaufen.
    Dies alles ohne Gewähr.:)

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie Ihren Namen ein

Anzeige

Letzte Beiträge

 

Unsere Spezialreports und Ratgeber sind erhältlich im Goldreporter-Shop!

Anzeige