Donnerstag,25.Juli 2024
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Goldpreis: Darum wird er wieder ausschlagen!

Hohe Inflation bei wirtschaftlicher Schwäche, Marktblasen bei extrem hoher Verschuldung. Der Goldpreis als Krisenindikator könnte bald wieder stärker steigen.

Von Jürgen Fröhlich

Goldpreis

Am Montagvormittag um 10:00 Uhr notierte der Goldpreis am Spotmarkt mit 1.926 US-Dollar pro Unze. Das entsprach 1.807 Euro. Damit startete Gold mit einem kleinen Plus von jeweils 0,15 Prozent in die neue Handelswoche. Und ein Termin spielt nun an den Märkten eine besondere Rolle.

Gold, Goldpreis, Goldbarren (Bild: Goldreporter)
Der Goldpreis zeigt die Schwäche der Währung an, in der er notiert ist. Der Euro hat seit Einführung bereits mehr als 85 Prozent gegenüber Gold abgewertet. Das heißt, der Goldpreis hat sich auf Euro-Basis fast „versiebeneinhalbfacht“ von 240 Euro auf zuletzt rund 1.800 Euro (Bild: Goldreporter).

Am Mittwochabend gibt die US-Notenbank das Ergebnis ihrer geldpolitischen Sitzung bekannt. Dabei halten Marktbeobachter eine Zinsanhebung zu diesem Zeitpunkt für ausgeschlossen. Denn am US-Terminmarkt wird dieses Ergebnis mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent gehandelt.

Inflationserwartungen

Spannender wird es in der Frage des Ausblicks und wie die Geldpolitiker die aktuelle Inflations-Entwicklung einordnen. Derzeit wird auch die Wahrscheinlichkeit für eine Nullrunde bei der Zinsenscheidung im November mit einer hohen Chance von derzeit 73 Prozent gehandelt und für Dezember liegt diese bei 61,4 Prozent. Dennoch: Die US-Inflationsdaten fielen zuletzt heißer aus als erwartet. Im August ist die jährliche Rate zum zweiten Mal in Folge wieder gestiegen, auf 3,7 Prozent.

Und Analysten machten sich etwas sorgen über die monatliche Entwicklung der Kerninflation, die von steigenden Benzin-, Miet-, Kfz-Preisen geprägt war. Denn der Anstieg um 0,6 Prozent gegenüber Vormonat korrespondiert mit einer Inflation von fast 8 Prozent im Jahresvergleich. Außerdem fielen die Erzeugerpreise und die Importpreise in den USA höher aus als erwartet.

Goldpreis langfristig

Nun muss man sagen, dass eine hohe Inflation eigentlich als wichtiger Katalysator für den Goldpreis angesehen wird. Und dies ist mittel- und langfristig ganz sicher der Fall. Denn innerhalb der vergangenen zehn Jahre hat sich der Euro-Goldpreis verdoppelt und der Aufwärtstrend ist deutlich intakt.

Gold, Goldpreis
Der Goldpreis auf Euro-Basis hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre verdoppelt. Steht jetzt der nächste Kursausbruch an? Dazu muss die Nachfrage nach defensiven Anlageformen aber wieder stärker steigen.

Zinsentscheidungen

Kurzfristig spielen die Zinsentscheidungen der Notenbanken eine übergeordnete Rolle. Denn höhere Zinsen gelten als Belastungsfaktor für Gold, obgleich die Realzinsen hier den entscheidenden Faktor darstellen – sprich: Zinsen minus Inflation.

Und trotz des deutlichen Anstiegs seit 2022 ist der Realzins in Deutschland weiter negativ. Auf Basis des Interbankenzinssatzes EONIA (€STR) und der offiziellen Inflationsraten lag er im August bei -2,45 Prozent (siehe Grafik unten). Das heißt, konservative Anlageformen die zu Gold konkurrieren, wie Anleihen, Sparguthaben oder Termingeld, bringen unter dem Strich (unter Abzug der Inflation) weiterhin keine Zinserträge, sondern damit verlieren  Anleger über die Laufzeit Geld.

Realzins, Inflation, Leitzins, Deutschland
Aufgrund der restriktiven Geldpolitik ist der Realzins seit 2022 zwar deutlich gestiegen, mit -2,45 Prozent war die Realverzinsung in Deutschland im August aber weiter negativ (€STR: 3,65 %; Inflation: 6,10 %).

Allerdings erhöhte die Europäische Zentralbank den Euro-Leitzins vergangene Woche um weitere 25 Basispunkte, trotz der sich eintrübenden Konjunktur im Euroraum – vor allem in Deutschland. Und die mageren wirtschaftlichen Aussichten sowie die Aussagen der EZB über die Hartnäckigkeit der Inflation ließen den Euro im Anschluss an die EZB-Sitzung fallen. Dabei zogen auch die Marktzinsen (Anleihe-Renditen) weiter an.

Goldpreis-Perspektive

Für die weitere Goldpreis-Entwicklung wird vor allem die Entwicklung der Risikobereitschaft unter institutionellen Investoren ein bedeutende Rolle spielen. Sollte die Konjunkturflaute gepaart mit anhaltend hoher Inflation (Stagflation) sich zu einer handfesten Wirtschaftskrise auswachsen, dann dürften defensive Anlageformen einen Nachfrageschub erleben. Davon sollte auch der Goldpreis profitieren, umso stärker, wenn gleichzeitig die Marktzinsen unter Druck geraten. Denn in einer Wirtschaftskrise werden die Notenbanken die Zinsen früher oder später wieder senken müssen.

Das größere Bild

Die Goldpreis-Entwicklung ist immer ein Indikator für den Zustand der gesetzlichen Währung, in der er gemessen wird. Dabei werden US-Dollar, Euro und Co. seit Jahrzehnten systematisch ausgehöhlt. Die in den vergangenen Jahren stark gestiegene Inflation ist nur der offensichtlichste Indikator. Nebenbei zeigt der dramatischen Anstieg der weltweiten Verschuldung, wie stark unser alleine auf Vertrauen basiertes Geldsystem strapaziert ist.

Schulden, Weltweit, Verschuldung
Weltweit über Wertpapiere aufgenommene Schulden: In Q1 2023 waren es 27,9 Billionen US-Dollar. Und immer, wenn die Kurslinie nach unten fällt, wird es ungemütlich, weil mit den Schulden auch Finanzguthaben ausgelöscht werden (Quelle; Federal Reserve Bank of St. Louis, BIZ).

Denn in der Vergangenheit wurde jede aufkommende Krise mit mehr deckungslosem Geld überdeckt (Rettungsgeld, Konjunkturspritzen). Als Nebenerscheinung entstanden Finanzblasen, von denen die Übertreibungen an den Immobilien-Märkten nun die bekannten Folgeerscheinungen zeigen, die zur nächsten großen Krisen führen können. Der Goldpreis ist ein Krisenindikator. Und dieser wird womöglich schon bald wieder stärker ausschlagen.

Disclaimer

Die auf Goldreporter.de bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung oder Anlagevermittlung dar. Sie beinhalten keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten.

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28 Kommentare

  1. Die Frage bleibt dennoch in welche Richtung er ausschlägt.
    Es ist nicht unwichtig wie die Zentralbanken in Zukunft weiter verfahren.
    Sollte die Inflation verstärkt zurückkommen sind weitere Zinsschritte nach oben nicht ausgeschlossen.
    Das wiederum würde die Konjunktur weltweit in eine tiefe Rezession oder gar in eine Weltwirschaftskrise stürzen. Das wurde ja schon mehrfach angekündigt: Inflationsbekämpfung vor Konjunktur!
    Nun haben aber Zentralbanken und eben auch Privatleute gar nicht so wenig Gold auf der Seite. Da ist es nicht ausgeschlossen, dass in der Not große Mengen Edelmetalle auf den Markt geworfen werden um das Schlimmste zu beheben oder zu verhindern. In der Folge reißt das nicht nur Assets in die Tiefe sondern Gold würde davon zumindest nicht ganz verschont bleiben.
    In einer Weltwirschaftskrise gibt es nur ganz wenige Gewinner- wenn überhaupt!

  2. Wieder ein typisches Beispiel, wie man die Aktiensnleger ausnimmt wie eine Weihnachtsgans.
    Als die EZB die Zinsen vor 4 Tagen erhöhte, trieb man den DAX nach oben und lockte unzählige Aktionäre hinter dem Ofen hervor. Diese griffen beherzt zu und gucken heute, Montag in die Röhre. Kurssturz beim DAX und
    jammernde beherzte Zugreifer.
    Dazu kommt, dass in der Regenbogenpresse berichtet wird, dass die Vorzeige Aktie und „must have im Depot Papier “ in diesem Jahr 25% verloren hat.
    Korrekt sind es 28%.
    Maruti rät den Anlegern:
    Greift weiter beherzt zu, dann wird es schon und wenn nicht, das Geld ist ja nicht weg. Es hat eben nur ein anderer.

    • Ich wurde vor mehreren Jahren, 2019, auch vom Ofen hervorgelockt. ein paar monate später 10% Kursverlust. Schon krass. aber das zeug liegt noch heute im Depot und ist stärker gestiegen als Gold auch nach Steuern. Und jetzt?

      • @schicksal:Frei-Geboren
        Das ist eben das Risiko. Man muss es aussitzen können und darf so nebenbei all die Jahre zittern und sich ärgern. Dazu ist alles noch transparent, öffentlich sichtbar mit dem nachträglichen Risiko des totalen Verlustet behaftet.
        Verkauft man doch mal, ( unüberlegt) ,weil einem mulmig wird, hat man dazu noch das Wieder Anlage Risiko dabei.
        Ist es das alles einem wirklich wert ?
        Gold liegt bei mir sehr tief unten und um das zu verkaufen, muss ich richtige Pläne schmieden und eine Expedition planen. Das geht weder schnell noch unüberlegt.
        Ist ja bloss Papier und ein PC schnell zu Hand.

    • @Schicksal:frei-Geboren
      Welche Aktien haben Sie damals gekauft, die seit 2019 knapp 40% Goldkursgewinn schlagen konnten?
      Ich frage nur für einen Freund.

      • @Amnit
        Sorry, wenn ich mich einmische:
        Wenn man das exakte Gegenteil von dem macht, was die bildungsfernen Studienabbrecher in Berlin so machen, regnet es Geld.
        Weg von Verbrenner-Autos und Ölheizung ?
        Alle Ölkonzerne verdienen sich dumm und dämlich, BP-Aktien letztes Jahr + 40 %, Shell ähnlich, Saudi Aramco hat 400 Mio. Gewinn gemacht, JEDEN TAG.
        Chevron……
        Reicht nicht ?
        Die Regierung steigt aus Atomkraft aus, der Rest der Welt geht mit Vollgas rein.
        Paladin Energy (Uranmine in Down Under): plus 650 % in den letzten 3 Jahren.
        Sogar Kohleminen in West Virginia verdienen prächtig, weil wir jedes Kilo zu Luxuspreisen kaufen, damit wir in den 7 Herbst-Wintermonaten genug Strom zusammen bekommen.

        Aber: mit Metall haben wir auch 80 % gemacht seit Sommer 2018.
        Bombensicher und Steuerfrei !!!!
        Damals 1050 die Münze.
        Anonym.
        Auch nicht übel.

        • @Meister Eder
          Alles cool.
          Tausend Sachen schlagen Gold. Aber darum gehts letztendlich überhaupt nicht.
          Wie soll man denn einen 100m-Sprinter gegen einen Marthonläufer antreten lassen?

          • @Ammit
            Genau, alles cool.
            Es gibt Zeiten für Aktien und es gibt Zeiten für Gold.
            So wie es Zeiten für Badeschlappen gibt und Zeiten für Winterstiefel.
            Aktuell sehen wir den Wetterbericht auf Spätherbst stehen.
            Zeit für SCHWERE Winterstiefel.
            Nur Gold hilft durch den Finanz-Blizzard.
            Wegen meines früheren Jobs kann ich es aber nicht lassen, mit 5 % der Spargroschen gegen die unglaubliche Dummheit der Regierung zu wetten und dabei satt Geld zu verdienen.
            Pumuckl und ich hatten folgende Idee: wenn wir mit der Dummheit in Berlin so nebenbei genug verdient haben, kaufen wir uns davon mal keinen vernünftigen Hybrid-Lexus, sondern aus reiner purer Provokation ein echt grünes Auto:
            Eine Dodge Challenger Hellcat SRT, die gibt es in Froschgrün.
            Ein 6,2 Liter-Auto.
            Hubraum.
            Logisch.
            Mit Greenpeace-Aufklebern über den Auspuffrohren.
            Logisch.
            Schneller als jedes Lastenrad.

          • @MeisterEder
            um den Spass perfekt zu machen, würde ich mich dann extra von jedem Lastenrad überholen lassen. :)

  3. Fritzthecat:
    Anhand von Daten aus dem Netz habe ich gerade mal was ausgerechnet:
    1948 – kurz nach der Währungsreform – kostete die Unze Gold ca. 35,40 USD und der Kurs lag bei 3,33 DM. Ein Arbeiter verdiente damals etwa 2.840,00 DM/Jahr. Das entspricht etwa 24,10 oz AU.
    2023 liegt das Durchschnittseinkommen bei 44.407,00 Euro/Jahr. Wenn ich einen Kaufpreis von aktuell 1.850,00 Euro nehme, komme ich auf 24 oz AU.
    D.h., Gold hat seinen Wert exakt gehalten. Trotz unzähliger Krisen und Kriege, trotz der unerledigten Finanzkrise seit 2008, trotz der Schuldenberge und der Preisdrückerei, etc..
    Kommt es zu einem meltdown des Fiatgeld-Schuldensystems werden viele Schuldner verkaufen, um liquide zu bleiben, das ist richtig. Nach dieser Phase der Turbulenz und der möglichen Einführung einer neuen Währung wird sich eine Preisfindung einstellen. Verläuft diese in etwa wie oben beschrieben, so wird man mehr als zufrieden sein können. Die Schwierigkeit dürfte wie gesagt die Zeit des Übergangs werden.
    Aber davon mal abgesehen: wo liegt die Alternative? Sämtliche Anlagen in Fiat-Währungen werden erodieren. Die Immobilie als Anlageform geht gerade voll nach hinten los.
    Ackerland bleibt eine Option. Das hat aber nicht jeder und der Kleinanleger hat das Geld dafür nicht. Ausgewählte Aktien wären auch denkbar. Da stellt sich aber auch die Frage nach der Dauer der Konsolidierung nach einem Crash. Außerdem muss man bereit sein, Verluste in Kauf zu nehmen. Vorräte sind auf alle Fälle ebenso richtig wie wichtig. Das dürfte aber wohl eher ein Aspekt der eigenen Versorgung sein. Denn welcher Normalbürger hat die Möglichkeit, große Mengen zu lagern, zu sichern, zu transportieren, etc? Wie immer komme ich am Ende zum Gold. Jeder kann es erwerben, es hat eine hohe Wertdichte, ansehnliche Werte lassen sich relativ leicht transportieren, es ist auf der ganzen Welt anerkannt, es konserviert Werte, usw.. Außerdem hatte es sich bereits 1923 und nach 1945 bewährt.

    • Das ist aber ohne Arbeitgeberanteil gerechnet. Rechnet man diesen ein steht man bei dieser Rechnung mit fast 50% Wertverlust da.

      verfasst 9:51 19.09.2023

  4. @Racew
    Ein durchschnittsarbeiter der bei St.kl.3, 45000,00 € verdient im Jahr? Brutto wohlgemerkt, da müssen Sie in dieses Land aber suchen. Hochqualifizierte Facharbeiter, u.a. schon bei 60000,00 € oder mehr, aber eher die Ausnahme.
    Wenn Sie davon ausgehen von einen Kollaps des Systems, Währungsreform, und alles was dazu gehört. Dann macht es auch kein Unterschied ob man nur 80% oder nur 50% des gesamtvermögens verliert. Hauptsache man hat das Gold für einen Neubeginn, wenn das Gold dann größtenteils die Verluste kompensiert, ist doch besser als ein total Verlust.
    Was die Vorräte angeht, man muss ja nicht direkt tausend Euro ausgeben. Man kann stückweise seine vorratsreserve aufbauen, das gleiche auch bei Silber. Ein Silberunze liegt +/- bei 30,00 €, bei nur 60,00 € in Monat hat man schon 24 Silberunzen im Jahr. Es muss der Wille da sein!

  5. Servus aus Suedafrika!

    Moechte hier mal auf die Goldpreisentwicklung in diesem Land hinweisen. Es zeigt sich, dass Gold hierzulande eine hervorragende Absicherung darstellt. Gehen wir zum Beispiel in das Jahr 1999. Da kostete der Kruegerrand um die 1900 Rand. Heute kostet diese Muenze hier knappe 40.000 Rand. Der Preis hat sich also verzwanzigfacht! Mein Gehalt hat sich in der gleichen Zeit lediglich vervierfacht!
    Oder der Bezinzinpreis: Im jahr 2000 lag dieser bei knappen 3 Rand, heute bei fast 24 Rand. Also hat sich der Preis verachtfacht.
    Gold hat sich also also als Wertspeicher bestens bewert!
    Selber stieg ich erst 2019 in Gold ein. Meine im Herbst gekauften Unzen lagen zu jener Zeit bei 23.000- 24.000 Rand. Denke, ich habe meine Bankersparnisse durchaus gut investiert.

    Gruesse aus Kapstadt

    • T-Wagner:
      Vielen Dank für Ihren interessanten Beitrag. Es wäre schön, wenn Sie häufiger Wissenswertes aus Südafrika beisteuern würden!

      • Guten Morgen!

        Das will ich gerne machen! In diesem Land der permanenten Stromabschaltung ereignen sich ja durchaus spannende Dinge…. ;-)

  6. @RACEW
    Ich mag solche Rechnungen, aber man sollte da nicht einfach Goldpreis/Arbeitslohn Verhältnisse aus einem Jahr zitieren. Um ein präzises Abbild zu schaffen, müsste man mit Durchschnittswerten einer längeren Zeitachse rechnen. Da werden wahrscheinlich starke Schwankungen auftreten, alleine schon weil der Arbeitslohn (seit Aufhebung der Goldbindung) wesentlich „reaktionsträger“ ist als der Goldpreis.
    Ich benutze zBsp. meine eigene Goldkaufpreis- u. Silberkaufpreis/Nettostundenlohn Ratio vorwiegend als Kaufkriterium. Aus vergangenen Käufen kann man einzelne Quotienten errechnen und den Durchschnittswert bilden. Es ist unglaublich hilfreich diese Ratio zu kennen.
    Ist der momentane Wert kleiner/gleich meines Durchschnittswertes, begebe ich mich zum Händler. Und da spielt auch der tatsächliche Kaufpreis keine Rolle, da ich weiss, dass ich jetzt weniger, mindestens gleich viel Stunden pro Unze gearbeitet habe. (Ein sehr befriedigendes Gefühl ist es, diesen Durchschnittswert langfristig zu minimieren.)

    Es wäre tatsächlich hochinteressant, (falls es das noch nicht gibt) einen Graphen zu entwickeln, der die von Ihnen angedeutete historische Entwicklung demonstriert. Y-Achse: durchschnittliches Nettojahresgehalt eines Arbeiters/ Jahresdurchschnittspreis Gold o. und Silber; X-Achse: Zeit (abhängig von verfügbaren Datensätzen). Sollte sich zeigen, dass dieser Graph konstant bleibt, wäre das der ultimative Beweis für die Wertbeständigkeit von Gold relativ zur härteste Währung der Welt: Zeit.

    Lieber Goldreporter darf ich das bei Ihnen in Auftrag geben? :)

    • Ammit:
      Mein Beispiel hat keinerlei Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Ich selbst habe mir alle Kaufpreise der letzten Jahre notiert. Da ich im Durchschnitt einmal pro Monat kaufte, habe ich so einen groben Überblick über die Preisentwicklung. Geht der Preis spürbar hoch, halte ich mich zurück. Geht es um Schwankungen von vielleicht 20,00 € bis 30,00 €, dann ist mir das gleich. Dann ist es für mich wichtiger, entbehrliches Geld sinnvoll angelegt zu haben. Im Übrigen wäre es mir zu aufwändig, mich täglich mit der Preisentwicklung oder mit Chart-Analysen auseinanderzusetzen. Kaufen und weglegen können ist für mich ein Vorteil. Und wenn nach einem Kauf der Preis mal runtergeht, dann ist das halt so. Es ärgert mich nicht.

      • @RACEW
        Ihr ursprünglicher Kommentar hatte mich zum Nachdenken über diese historische Entwicklung angeregt, und ob es möglich ist diese zu beweisen. Ich glaube auch, dass es sich so verhält, wie Sie es schrieben. Vielleicht vertiefe ich das mal, spannend genug ist es.
        Kleine Ergänung zur privaten Goldpreis/Stundenlohn-Ratio: Wenn man allzu lange auf noch bessere Preise wartet, fahren sehr viele Züge ab, und man bleibt auf seinen Scheinchen sitzen. Das kann frusten. Ich habe mir damals diesen Entscheidungsfaktor geschaffen, um für mich eine „Kaufkomfortzone“ zu definieren, mit der ich gut leben kann. Und komme ich da langfristig nicht mehr rein, muss ich eben meinen Stundenlohn erhöhen, anstatt zu warten und sinnlos zu hoffen.
        Was mit dem Preis unmittelbar nach einem Kauf passiert, ist mir deswegen auch ziemlich egal. Entscheidung treffen und weitergehen.

        • Ammit:
          Die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau ist stets vergeblich. Die Mühe mache ich mir nicht. An anderer Stelle wurde hier jüngst (mit ironischem Unterton) geschrieben, dass sehr viele Anleger stets gut einsteigen und mit Gewinnen rausgehen. Das trifft den Zeitgeist sehr gut. Man will ohne Anstrengung und ohne persönlichen Einsatz möglichst schnell möglichst reich werden. Um die Arbeit und die Risiken sollen sich andere kümmern. Das klappt vielleicht bei denjenigen, die dieses Casino veranstalten. Bei der Masse der Anleger klappt es aber nicht. Dieses Geschäftsmodell funktioniert jetzt noch. Aber das wird sich ändern. Insbesondere der Aktienmarkt verhält sich m.E. komplett irrational. Es hagelt schlechte Nachrichten und der Dax steigt trotzdem. Das funktioniert eine gewisse Zeit, aber irgendwann wird dieser Irrsinn schmerzhaft enden.Vor diesem Hintergrund ist Gold für mich momentan die weitsichtigste Anlageform, denn seine Wertbeständigkeit ist das Gegenteil dieser Irrationalität. Deswegen der Vergleich 1948 / 2023. Vor diesem Hintergrund frage ich mich immer wieder, warum die Menschen den Händlern nicht die Türen einrennen. Aber es ist wohl für manche Leute zu schmerzhaft, knapp 1.900,00 Euro für eine Münze hinzulegen, wenn man dafür Gewinnversprechen, Handys oder Turnschuhe kaufen kann.

        • @RACEW
          Da bin 100% bei Ihnen.
          Mit Geld, Geld zu verdienen, hat Hochkonjunktur. Das verführt, man läßt ja sein Geld arbeiten. Aber Geld arbeitet genauso wenig wie Holz.
          Außerdem werden es immer weniger Leute, die bereit sind den Hammer in die Hand zu nehmen. Stattdessen wird ein 5-köpfiges Plenum einberufen. Einer wird CEO der 2. Consulting Manager, der 3. Finance Manager, der 4. Finance Assistant und der 5. welcher die ganze Zeit schweigend in sich hineingeschmunzelt hat, wird beauftragt diesen Nagel ins Brett zu schlagen. Und soll dann noch von der armen Kundin 2367,-€ verlangen, weil ja die anderen Gehälter auch davon bezahlt werden müssen.
          Die ersten 4 gehen dann frühzeitig in Rente. Der CEO, weil er es sich leisten kann, der 2. aufgrund von Burnout und die beiden Finanztypen wegen anhaltenden Depressionen. Der 5. schmunzelt weiter, selbst wenn er nichts zu lachen hat. Gute Nacht.
          Ich hab da wirklich nichts mehr zu verschenken.
          Aber bobachten konnte ich folgendes: Immer wenn mein lokaler EM-Shop günstige differenzbesteuerte Silberangebote hatte, waren meist noch vor Ladenöffnungszeit einige vorwiegend junge Leute am Start.
          Ich glaube oder hoffe, dass da eine Bewusstwerdung dieses ganzen Desasters stattgefunden hat.

    • @Maruti
      Die Banker haben immer Gewinne mit Aktien gemacht.
      Der durchschnittliche Kleinanleger ist der Depp, der die Rechnung dafür zahlt.
      Es ist ein Nullsummenspiel, was ich gewinne, muss ein anderer Anleger verlieren.

      Irgendwer hat mir z.B. im Frühjahr 2000 meine Telekom zu über 98 Euro pro Stück abgenommen.
      Glückwunsch zu über 80 % Verlust in den folgenden 3 Jahren.

      irgendwer hat mir 2003 seine Aktien verkauft und den folgenden Run verpasst.
      Und irgendwer hat mir den Schrott 2007 wieder abgenommen, bevor es wieder ins finanzielle Blutbad ging.

      Aktienanlage muss man können und die Nerven und die Zeit dafür haben.

      Wir sind gerade mit den Motorrädern in Italien (nachdem die „Klimakatastrophe“ diesen Hitzesommer dafür gesorgt hatte, dass im August jede Menge Alpenstrassen wegen Schnee gesperrt waren).
      Keine Mails, kein Stress und so ganz nebenbei hat der Goldpreisanstieg den Urlaub ohne unser Zutun zigfach bezahlt.
      So soll es sein !
      Morgen geht es mit der Fähre nach Elba, tausend Kurven.
      Aber NULL Charts.
      Garantiert.

    • @ Der Aktienmarkt kann reich oder arm machen. Ich könnte jetzt Beispiele nennen, aber das würde den Rahmen von diesen Zeilen sprengen. Die Leute die mit Wirecard ins Verderben geritten sind, oder die 4 Milliarden Verluste durch One Coin, oder das TSX Debakel: Von diesen Leuten hört man nichts. Sorry ich schweife ab, dass sind Verluste mit Cyber Devisen. Wir haben in der Schweiz auch Vollabstürze mit Credit Suisse und vor vielen Jahren mit Swissair erlebt. Die Leute haben haufenweise Geld verloren.
      In den USA World Communication und Enron die mit gefälschten Bilanzen abgesoffen sind.
      Mit physischem Gold Besitz passiert das nicht. Gold geht nicht Konkurs.
      Und jetzt noch ein neuer Krieg Armenien Aserbeidschan, Leute das hat grad noch gefehlt. Das könnte den Goldpreis noch etwas in die Höhe drücken. Vielleicht? Die Welt war noch nie so instabil.
      Grüsse aus der Schweiz

    • Ich spiele jetzt seit einigen Monaten mit Aktien herum und habe Gewinne gemacht. Knappe 40 Euro. Mit Tagesgeld hätte ich mit dem gleichen Einsatz diese Summe in einem knappen Monat erreicht.

  7. @Maruti
    Da machen Sie was falsch Maruti. Jeder der Lotto spielt wird Millionär, jeder der Aktien hält auch, ohne Verluste, ohne Markt Korrekturen. Das ist genauso glaubhaft wenn einer sagt, als Motorrad Anfänger ist noch nie auf die fresse geflogen. Genauso könnte man auch behaupten man kauft nur die eine „super“ Aktie die nur steigt, keine Korrekturen mitmacht, und alles andere in den Schatten stellt. Wenn einer das behauptet hat entweder von Börse keine Ahnung, oder ist einfach ein Lügner. Das gleiche wenn einer behauptet Gold ist old school, es bringt nichts.
    Solche Menschen haben die Natur des Goldes nicht verstanden.

  8. @ Maruti u. Big Driver
    Vor ein paar Tagen hatte ich darüber berichtet welche Erfahrungen ich mit meinen Aktiendepot gemacht habe. Unter anderem habe ich auch gepostet das ich bei einem Kursverfall einen Verlust von rund 60% hinnehmen musste.
    Auch ein Totalausfall aus dem neuen Markt war dabei. Hatte ich auch berichtet.
    Nur, realisiert habe ich die Verluste nicht.
    Später umgeschichtet und nachgekauft, dann rund 15 Jahre behalten.
    Bin aber dabei kein Millionär geworden.
    Aber es ist was hängen geblieben.
    Ab 2018 umgestiegen auf EM
    Leider immer noch nicht Millionär geworden.
    Wie jeder hier weis, ist EM nicht gerade eingebrochen!
    Aus der Veräußerung meines Portfolios habe ich mir vom Ertrag eine Harley geleistet. Die ich bis heute noch habe.
    Zur Anmerkung von Big Driver: Nein, ich habe mich mit der Harley, Gott sei Dank, noch nicht auf die Kauleiste gelegt.
    Umgekippt ist sie mir 2x aber ohne Schaden anzurichten. Von kleinen Kratzern abgesehen, Dank Sturzbügel und Highwaypets.
    Das Eisen wiegt rund 7 Zentner und koster gut 250 gr. Au, da überlegst du dir 3x ob du das Teil übern Asphalt prolierst.
    Ergo, nicht jeder Aktionär oder EM-Anleger wird Millionär und auch nicht zum Bettler.
    Und die wenigsten Harley- oder Boss Hossfahrer mussen mit dem Asphalt Bekanntschaft machen.
    Das geht mit der Zeit auf die Knochen, aber ein paar Kratzer soll es schon gegeben haben.

    • @Goldfisch
      Ich habe einen guten Freund verloren.
      Er schmiss seinen Job und machte auf Aktien.
      Jahrelang berichtete er mir über seine Gewinne und dass er nie mehr arbeiten werde müssen.
      Vor einer Woche kam die Nachricht:
      Selbstmord mit Insulin.
      Seine Frau berichtete mir bei der Kondolenz:
      Die verdammten Aktien.
      Und heute hoffen die Aktionäre, dass die FED eine Zinspause einlegt, trotz wieder deutlich gestiegener Inflation.
      Zinspause, Zinsen rauf oder runter, Gold tangiert das nur, inwieweit man der FED noch Glauben und Vertrauen schenken kann.
      Beides scheint sich mir mittlerweile vom Gold abgekoppelt zu haben und man muss einen Haufen Geld hinblättern, damit Gold nicht durch die Decke geht.
      Wie lange noch dieser Missbrauch ?
      Quo usque tandem abutere nostram patientiam hiess es mal vor 3.000 Jahren.

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