Samstag,02.März 2024
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Goldpreis: Ist das ein gutes Zeichen?

Nach einem starken Anstieg spekulativer Long-Positionen in den Vorwochen, wich nun wieder etwas Optimismus aus dem Gold-Futures-Handel. Hilft das dem Goldpreis?

Goldpreis

Der Goldpreis ist weitgehend stabil aus der vergangenen Handelswoche hervorgegangen. Dabei wurden zuletzt noch einmal wichtige technische Unterstützungen bestätigt. Wichtigste Erkenntnis der letzten Tage mit Blick auf die Finanzmärkte: Die Inflationsdaten ziehen wieder an. Das betraf in den USA zuletzt die Verbraucherpreise, die Erzeugerpreise und auch die Importpreise. Die EZB-Leitzinserhöhung am vergangenen Donnerstag passte in diesen Kontext.

Gold, Goldpreis, Goldbarren (Bild: Goldreporter)
Goldpreis stabil: Kurzfristige Über- oder Untertreibungen in den Positionen der Spekulanten am US-Terminmarkt senden immer wieder antizyklische Kauf- oder Verkaufssignale (Bild: Goldreporter).

Was geschah am US-Terminmarkt? Wir betrachten die aktuellen CoT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures per 12. September 2023.

CoT-Daten

Hier ist die Netto-Short-Position der „Commercials“ nun erstmals seit zwei Wochen wieder geschrumpft. Denn es ging um 8 Prozent zurück auf 144.810 Kontrakte. Damit standen diese kommerziellen Händler unter dem Strich mit 450 Tonnen Gold auf der Verkaufsseite (Vorwoche: 492 Tonnen).

Auf der Gegenseite nahm die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um 10 Prozent ab auf 123.864 Kontrakte. Und nach einer Verfünffachung der Netto-Käufe des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) innerhalb der drei Vorwochen schrumpfte die Kaufposition dieser Untergruppe nun wieder kräftig um 31 Prozent auf 34.571 Kontrakte.

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Open Interest

Währenddessen nahm der Open Interest gegenüber Vorwoche um 0,58 Prozent zu auf 441.221 Kontrakte und stieg bis zum Handelsschluss am Freitag nur noch marginal (441.484 Kontrakte). Dagegen ist der Open Interest im Handel mit Gold-Optionen an der COMEX gegenüber Vorwoche noch einmal deutlich um 8 Prozent angestiegen auf 848.546 Optionen.

Dabei verringerte sich die die Put/Call-Ratio auf 0,427 (Vorwoche: 0,431). Das heißt, auf 100 Put-Optionen kamen zuletzt 234 Call-Optionen (Vorwoche: 232). Damit hat sich der überwiegende Optimismus in diesem Sektor gegenüber Gold wieder etwas verstärkt.

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis auf Basis der US-Futures (Dezember-Kontrakt) beendete die Handelswoche mit 1.945 US-Dollar pro Unze. Damit kam der Kurs gegenüber Vorwoche um 3 US-Dollar voran. Dabei sank der Kurs bis Donnerstag erst einmal auf das Wochentief von 1.922 US-Dollar, um sich dann am Freitag auf das Vorwochenniveau zu erholen. Aktuell notiert der Futures-Preis (Dezember-Kontrakt) noch etwas mehr als 20 Dollar über dem Spotkurs (Gold zur sofortigen Lieferung).

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Am Freitag waren in den USA stärker gestiegene Importpreise bei gleichzeitig besseren Ergebnissen der Industrieproduktion im August gemeldet. Der Goldpreis erholte sich (Quelle: CME Group).

COMEX-Gold-Lager

Unterdessen sanken die Goldbestände in den COMEX-Tresoren gegenüber um weitere 270.000 Unzen auf 20,87 Millionen Unzen (Vorwoche: -240.000). Dabei kamen die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ um 220.000 zurück auf 10,07 Millionen Unzen (alle Zahlen gerundet).

Erkenntnis: Bei einem Open Interest von 441.484 Kontrakten wurden Ende der Woche insgesamt 44.148.400 Unzen Gold in Form von Standard-Futures gehandelt (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war offiziell zu 47,3 Prozent mit entsprechenden Lagerbeständen gedeckt (Vorwoche: 48,5 %).

Lieferanträge

Diese Unterdeckung wird vom Börsen-Betreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt werden. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Wie hoch der Anteil ist, kann man ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung ersehen.

So meldete die Börsenaufsicht CFTC für den Kontraktmonat September nun 3.842 Anträge auf physische Auslieferung von Gold. Damit kamen innerhalb einer Woche nur 203 hinzu. Zum Vergleich: Im August waren es insgesamt 12.272. Dagegen lag die Summe im bisherigen Rekordmonat (Juni 2020) bei 55.102 Anträgen auf physische Auslieferung des als Futures gehandelten Goldes.

Gold-Ausblick

Nach dem starken Anstieg der Netto-Long-Position des „Managed Money“ wurde nun etwas Optimismus unter Spekulanten aus dem Markt genommen. Damit gibt es auch wieder Spielraum nach oben. Zumindest sind kurzfristig keinen Übertreibungen in Sachen Goldpreis auszumachen. Auch die Erholung am Freitag kann man in dieser Hinsicht positiv bewerten. In der kommenden Woche steht mit der Fed-Sitzung ein potenziell marktbewegender Termin an.

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17 Kommentare

  1. Es stellt sich die Frage, ob die Agitatoren bereit und Willens sind, den Goldpreis nachhaltig über 2.050 Dollar zu lassen. Denn dort ist der Deckel festgezurrt, seit dreieinhalb Jahren.
    Jedoch hat Gold in den letzten, sagen wir mal 50 Jahren noch jeden Deckel nach oben gesprengt.
    Das wird auch jetzt wieder passieren und dann muss man den neuen Deckel eben bei 2.150 Dollar festzurren.
    Nach oben hin gibt es bei Gold viel Luft, nur der Himmel oder das Universum ist die Grenze. Genau so, wie bei den Schulden.
    Einstein sagte mal:
    die Dummheit der Menschen
    ( so auch die Schuldenorgie) und das Universum ist grenzenlos. Wobei ich mir beim Universum nicht so ganz sicher bin.

    • Ich glaube / bin der meinung
      Das die fäden reißen werden wenn es
      So richting knallt bei den banken
      Aber dafŭr brauchts ein größeren event
      Derzeit glaube ich, gibt es bei +- 1880 usd
      Eine massive unterstützung und wie maruti
      Sagt einen deckel im bereich von +- 2050 usd

  2. Ob der Steuerzahler über Inflation, den Wertverlust bei Staatsanleihen ( der in die hunderte Millionen Euro
    gehen dürfte) oder das Heizungsgesetz verliert, spielt das tatsächlich noch eine Rolle.

      • @Goldhase
        Nein das spielt tatsächlich keine Rolle.
        Und jetzt steigen die Oelpreise noch Richtung hundert Dollar je Barrel, das wird die Inflation neu beleben.
        Wie ich hier im Forum schon erwähnt habe, die Aktienmärkte sind überbewertet. Die Goldminen haben ja ebenfalls einen grossen Energieverbrauch. Höhere Oelpreise zieht die Kosten nach oben. Das drückt auf den Gewinn.
        Wo man hinschaut überall Risiken.
        Die Märkte können das noch lange ausblenden und weiter steigen.
        An der Börse ist alles möglich, sogar das Unmögliche. Zitat Kostolany.
        Grüsse aus der Schweiz

      • @Saunier
        Das tut es nicht. Sehen Sie sich den 20 oder 30 Jahreschart etwa in Euro an.
        Dann sehen sie einen parabolischen Anstieg.
        Es gab ein paar künstlich gemachte Zacken nach oben oder unten, aber die Anstiegskurve ist sehr steil.

  3. Der ein oder andere Protagonist kolpoltierte die letzten Tage das die Fed keine weiteren Zinsschritte vornehmen würde. Die EZB sieht also weiterhin Spielraum für weitere Zinsanhebungen.
    Die Zentralbanken haben sich also entschieden, Rezession vor Inflation.
    Ist also nix mit nur beobachten und nach Marktlage agieren.
    Zinsen steigen, Aktien steigen und Au?
    Steigt auch. Wenn auch nur verhalten.
    Wo blieb der Balkonsturz?
    Gold sollte doch runter, weil Zinsen gehe weiter rauf. Steigende Zinsen sollten doch auch ein ungünstiges Umfeld für weiter steigende Aktien sein.
    Pustekuchen, ich möchte die 1700 € auch noch mal sehen, zum nachlaufen.
    Es sieht so aus als würden die wirtschaftlichen regeln nicht mehr gelten.
    Wer prognostizierte noch kürzlich das Au noch runter auf 1650- 1700 € kommt?
    Vielleicht wird es die Fed richten wenn die Zinsen noch vier oder fünf Mal angehoben werden.
    So im Frühjahr, ein kleiner washout wäre ganz nett.
    Allen ein schönes Wochenende.

    • @Goldfisch
      Das mit den Zinsen ist keineswegs, wie alles an der Börse, eine Einbahnstrasse.
      Der Anleger entscheidet, nicht die Zinsen.
      Hat der Anleger den Eindruck, dass die Notenbank mit dem Rücken an der Wand steht und die Zinsen nur leere Versprechen sind, derweil zu wenig überzeugend, also die Inflation nicht in den Griff bekommt und dazu noch Rezession, auch Stagflation genannt, so wird er
      ( Anleger) was tun :
      Auf die homöopathischen Zinsen pfeifen und direkt in Sachwerte gehen. ( Aktien, auch Gold usw).
      Das alles ist höchst kritisch und zeigt, dass der Zug bereits abgefahren und es schon 15 Minuten nach 12 ist.
      Die Währungsreform klopfte vorgestern an die Haustür.
      Darum setze man lieber auf anonyme Sachwerte, wie Bilder, Uhren, Schmuck und EM.
      Denn die anderen wird man wohl oder übel zum Grossteil enteignen müssen.

  4. Es müsste doch mit dem Teufel zugehen ,wenn nicht bis nächstes Jahr zu Weihnachten
    2000 Pleite€ für die Goldunze gezahlt werden.
    Der Supercrash wird garantiert kommen, auch wenn er sich noch ein paar Monate Zeit lässt.
    Dann werden auch Preise über 2500€ gerne bezahlt.
    Der Ölpreis marschiert, wie ich vermutet hatte,
    In Richtung 100 Dollar und wird die Inflation weiter befeuern.
    Die letzten AISC Zahlen bezüglich der Silberproduktion, waren ca. 19,33 Dollar für die Unze —Silber ist somit weiterhin stark unterbewertet.
    Der Crash bietet einmalige Kaufchancen.
    Allerdings muss man flink sein, denn schnell ist das Schnäppchen vergriffen!

  5. Die Commercials hatten letzte Woche ihre Shortposition weiter erhöht und das im vorfeld der EZB Sitzung und der Inflationsdaten und der Goldpreis wurde vor diesen Terminen kontinuierlich nach unten gedrückt . Nach den Daten und EZB Sitzung gings aufwärts auf praktisch das Kursniveau das wir schon vor einer Woche hatten . Jetzt soll mir einer sagen dass das ein „freier Markt“ sei , diese Leute wissen schon im vorfeld was da für Daten kommen und wie die Zentralbanken entscheiden das ist alles ein Club da kann mir keiner was vormachen .

    • @Blockbuster
      Natürlich gibt es keinen freien Markt, eigentlich noch nie in der Geschichte. Alle Märkte werden gesteuert und manipuliert.
      Man nutzt damit die Dummheit der Käufer aus.
      Man braucht doch bloss mal an irgendeinen Markt gehen und sei es der Freitags Gemüsemarkt. Das gleiche Procedere, die gleichen Tricks.

  6. Da meint einer, dass die Inflation schon genug bekämpft ist. Er kommt wohl von einer Aktienfirma.
    Er behauptet, dass die reale Inflation bei 1.27 % ! liege und zwar die:
    „Inflationsbereinigte Inflation“
    Ist das nicht klasse ?
    Mit diesem Ausdruck kann man Eindruck schinden, bei Gesprächen mit Banken….
    Maruti meint:
    Versuchen Sie es mal mit dem Goldwert bereinigten Goldpreis, welcher so bei bei 5.820 Dollar liegt oder
    dem inflationsbereinigten Inflations Goldwert Preis, welcher bei 44 Dollar liegt

  7. @Maruti
    Der berufene Mund hat inzwischen 30 Dislikes und 3 Likes. Ich frage mich, wer die 3 Likes wohl waren.
    Vielleicht hat das Blatt nur vergessen zu schreiben, das in der Zeit des 0,5 prozentigen Rückganges der Kurs
    um mehr als 0,5% gestiegen ist .

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