Montag,06.Dezember 2021
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Goldpreis-Faktor Realzins: Argument zieht nicht immer!

Gold, Negativzinsen, Sparen (Foto: Goldreporter)
Wenn das Sparbuch keine Zinsen bringt, kann man auch Gold kaufen. Und wenn die Banken ein Verwahrentgelt verlangen (Negativzinsen), dann erst recht! (Foto: Goldreporter)

Wenn die Inflationsrate höher liegt als die Geldmarkt-Zinsen, dann entwickelt sich der Goldpreis eigentlich am besten – aber nicht immer.

Negativer Realzins

Niedrige oder negative Realzinsen gelten als wichtiges Argument für eine hohe Goldnachfrage und stabile Goldpreise. Das Argument: Aufgrund des fehlenden Zinsvorteils sind Geldmarktpapiere als Konkurrenz zum sicheren Gold weniger attraktiv.

US-Zinsen

Nun sind die Renditen von US-Staatsanleihen in den vergangenen Wochen stark gestiegen. Zuletzt rentieren 10-jährige US-Bonds mit 1,49 Prozent pro Jahr. Ende 2020 waren es nur 0,78 Prozent. Die offizielle US-Inflationsrate stieg im Februar auf 1,7 Prozent an. Unter dem Strich ist der Realzins also auch in den USA weiter negativ. Je nachdem, welchen Zinssatz man zugrunde legt (US-Leitzins bei 0,25 %), fällt der Wert etwas höher oder niedriger aus. Aber das Geld auf dem Konto wird so oder so real immer weniger Wert.

Euroraum

Im Euro-Währungsraum ist der Realzins nach einem kontinuierlichen Anstieg bis Ende 2020 nun wieder deutlich zurückgefallen. Als Basis nehmen wir den Interbankenzinssatz EONIA. Dieser lag Ende Februar bei -0,48 Prozent. Und mit einer Inflationsrate von zuletzt 1,3 Prozent ergibt sich ein Realzins von -1,78 Prozent. Das ist in unserer seit 2008 geführten Statistik der niedrigste Wert seit März 2020.

Goldpreis und Realzins

Zwar hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass es eine Korrelation zwischen Goldpreis und Realzinsen gibt. So erreichte Gold in Euro gerechnet im Herbst 2012 sein damaliges Rekordhoch, während der Realzins in Deutschland parallel ein Rekordtief markierte (siehe Grafik).

Gold, Goldpreis, Realzins
Inflationsrate, EONIA-Zinssatz und der daraus resultierende Realzins in Deutschland seit 2008 (Grafik/Berechnung: Goldreporter). Markiert sind die beiden Goldpreis-Hochs (in Euro) in den Jahren 2012 und 2020.

Gegenanzeige

Allerdings lässt sich eine ähnliche Entwicklung im Zuge des Allzeithochs vom August 2020 nicht ableiten. Denn von Januar bis September 2020 ist der Realzins hierzulande von -2,15 Prozent massiv auf -0,27 Prozent angestiegen. Dieser Faktor konnte also kaum als Argument für die kurzfristige Goldpreis-Entwicklung herangezogen werden.

Goldpreis-Entwicklung

Immer wieder überlagern also andere Faktoren die Goldpreis-Entwicklung. Auch wenn die Argumentation prinzipiell richtig ist. Allerdings wird niemand unter den langfristigen Goldanlegern seine Unzen veräußern, weil der Realzins um ein paar Punkte steigt.

Und: Der Goldpreis kann nicht nur im inflationären Umfeld zulegen, sondern auch bei deflationären Tendenzen, wie der Zeitraum von Juli bis Dezember 2020 zeigt. In dieser Periode war die Inflationsrate hierzulande negativ.

Goldreporter

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18 KOMMENTARE

  1. „Die EZB hat soeben ihre Entscheidung veröffentlicht, mehr:

    „Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00 Prozent. Der extrem wichtige
    Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls
    unverändert bei -0,50 Prozent. Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert
    bei 0,25 Prozent.

    Wichtig: die Notenbank kündigt an, ihre Anleihekäufe in höherem Volumen zu fahren im nächsten
    Quartal: „Wir erwarten, dass die Käufe im Rahmen des PEPP im nächsten Quartal in einem deutlich
    höheren Tempo als in den ersten Monaten dieses Jahres durchgeführt werden.“

    Wie schon in den USA liegt der fette Finger unheilschwanger auf dem roten Knopf
    der Geld-Drucker – mit der steigenden Inflation (und Geld-Entwertung) sollen die
    Schuldenberge zu Lasten der Sparer „etwas abgetragen“ werden.

    Was also sollten Sparer nun unbedingt tun ? „Got Gold & Silver?“

    ‹(•¿•)›

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  3. @ Maruti

    Die 1740.- habe ich auch auf dem Radar da gebe ich dir auch vollkommen Recht !!!!
    Wir könnten aber das Tief wirklich schon gesehen haben,meine Begründung dafür ist relativ simpel.Wenn Du dir bei all den Goldhochs 2011 ansiehst wirst du feststellen das ein massiver Ausverkauf (Volumen ) war !!!!! Das war dieses mal nicht so. Die Volumenkerzen waren viel höher beim letzten Anstieg zu den 2074.-als beim Abverkauf anschließend.
    Schätze aber deine Kommentare sehr
    Herzliche Grüße aus Wien

  4. @Klapperschlange

    Diese Nachricht sollte Verbreitung finden, ist mir persönlich aber nicht neu.
    Möcht mal wissen warum der Goldreporter diese Nachricht durchgehen lässt – was ich ja grundsätzlich begrüße – und andere Nachrichten zum Thema löscht. Wonach geht dies hier eigentlich.

    Ich finde im Übrigen, dass besagtes Thema durchaus in Zusammenhang mit Gold bzw. den zahllosen Krisenerscheinungen steht. Gold steigt und fällt nämlich durchaus auch mit der Entwicklung der ??? Pandemie ????. Dies kann auch bezüglich der Goldpreisentwicklung letzten ca 15 Monaten überprüft bzw. nachvollzogen werden.

    Nein das sind keine Verschwörungstheorien, sondern alles überprüfbare Tatsachen, Fakten, Beweise, Kausalitäten.

    Falls das hier durchkommt, wovor hat der Goldreporter eigentlich Angst ?

  5. @Krösus

    Ja,- die Cerfügbarkeit und Ankündigungen (neuer) Impfstoffe wirken sich sowohl an den Aktien-Märkten als auch an den EM—Preisen aus.

    Eine belegbare Tatsache ist übrigens auch, daß die Todesfälle nach den Impfungen in Alten- und Pflegeheimen erheblich zugenommen haben.

    https://unser-mitteleuropa.com/62329-2/

    Mir persönlich bekannte Mediziner und Mitarbeiter in der Pharma-Industrie kritisieren unisono die Geschwindigkeit, mit der die sogenannten „Impfstoffe“ ohne ausreichende Testphasen „auf den Markt geworfen“ wurden.

  6. @Krösus
    Sorry, – „ die Verfügbarkeit…“

    Aus dem Reich der Verschwörungstheorien“ lassen sich interessante Zahlen ablesen, die Du sicher auch kennst: im Jahre 2025 leben in „Germany“ nur noch 28 Millionen Einwohner,- der Rest fiel – sagt „Luzifer“ – einer Pandemie und den Folgen unzureichend getesteter Impfstoffe zum Opfer.

  7. @ .Klapperschlange Immer wieder begeistert mich der feine Sinn für Humor in den hiesigen Medien wie heute im „Inforadio“ ; Mit Spannung wurden heute die Ergebnisse der EZB.Sitzung erwartet,welche die Erhöhung der Verschuldungsgeschwindigkeit bei gleichbleibend negativen Zinsen ergab.

  8. @Materialist

    Die EZB muß die „absaufenden“ italienischen Staatsanleihen immer schneller in immer größerem Umfang aufsaugen, sonst hat super Mario „schnell fertig“.

    Rate mal, WER sich bei der EZB für „noch mehr und noch schneller“ durchgesetzt hat? (hier mehr:)

    (▀̿Ĺ̯▀̿ ̿)

  9. @Klapperschlange, @Krösus, @Löwin
    Ich vermisse die Antwort-Funktion im Kommentar-Bereich. Gestern erzählte mir jemand, in Japan gab es bisher 1.600 nachgewiesene Todesfälle durch Corona. Und 16.000 Klein-Unternehmer haben aus Scham Suizid begangen – Japan hatte schon immer ein Problem mit seiner hohen Selbstmord-Rate – weil sie infolge der Lockdown-Maßnahmen pleitegingen. Gesichtsverlust wiegt in Asien schwer.

  10. @Materialist
    1992 schrieb die linksliberale, französische Zeitung Le Figaro: „Der Maastricht-Vertrag ist wie Versailles noch einmal für die Deutschen, bloß ohne Krieg vorher.“
    https://www.youtube.com/watch?v=dnfKSqRYlhE

    Zehn kleine Eurolein, die taten sich sehr freuen.
    Doch Griechenland saß mit im Boot, neune tun’s bereuen.
    Neun kleine Eurolein, die hatten nichts gedacht.
    In Irland ist jetzt Helloween, da waren’s nur noch acht.
    Acht kleine Eurolein, die haben’s übertrieben.
    Italien geht die Puste aus, nun sind es nur noch sieben.
    Sieben kleine Eurolein, die sind völlig perplex.
    In Lissabon ist Schicht im Schacht, da waren’s nur noch sechs.
    Sechs kleine Eurolein, die waren ganz genervt.
    Beim Ami zu viel Schrott gekauft, den Belgier hat’s entschärft.
    Fünf kleine Eurolein, die kam es ganz schön teuer.
    Der fünfte büßt den Persien-Feldzug nun im Höllenfeuer.
    Vier kleine Eurolein, die fanden nichts dabei,
    die Bankenrettung war zu viel, da waren’s nur noch drei.
    Drei kleine Eurolein, die riefen laut Hurra.
    Doch eines fiel beim Rating durch, zweie sind noch da.
    Zwei kleine Eurolein, die kamen nicht ins Reine.
    Den Staatsbankritt noch abzuwehren schaffte nur der eine.
    Ein kleines Eurolein, die hatte was gebissen.
    Sanktionen gegen Putinland, nun hat es sich geschrottet.

  11. @ Klapperschlange Es ist genau so gekommen wie es abzusehen war,mit dem Ausstieg der Briten haben die Schuldenbarone in der EU die Kommandogewalt übernommen. Zu einem 750 Mrd. KREDIT-WIEDERAUFBAUPROGRAMM mit ungeklaerter Haftung und Rueckzahlung zu einem Zeitpunkt wo die Boersen von Rekord zu Rekord jagen haetten die Briten mit Sicherheit no gesagt.

  12. @WS

    Die Länder
    Italien, Österreich, Island, Norwegen, Dänemark, Estland, Lettland, Litauen, Luxemburg und Island haben wegen identischer Probleme (Blutgerinnsel) ihre AstraZeneca-Impfungen inzwischen gestoppt.
    Nur Hr. „Leiserbach“ ist sich noch „sicher“: Astra Zeneca ist „sicher“.
    Allerdings hat er sich – trotz Medien-wirksamer Ankündigung – nun doch nicht mit dem Impfstoff impfen lassen.

    Anderer Schauplatz: Repo-Markt. Es geht wieder los – heute wechselten ~ $11 Mrd. USD den Besitzer; Biden‘s $1,9 Billionen müssen ja von Powell unter das Volk gebracht werden…

    https://apps.newyorkfed.org/markets/autorates/tomo-results-display?SHOWMORE=TRUE&startDate=01/01/2000&enddate=01/01/2000

  13. @ Klapperschlange:
    Meine Theorie zu allen Preisentwicklungen an den Vermögenswerten ist ganz einfach und kommt ohne grosse Theorie aus:
    Basis ist schlicht Massenpsychologie.
    Dabei folgende Grundgedanken:
    1.) Nur 5 % der Anleger handeln vernunft- und strategiegesteuert.
    2.) Die restlichen 95 % haben keine Ahnung was sie tun, rennen entweder von Gier oder Angst gesteuert irgendwelchen Medien/Trends hinterher (immer zu spät in eine Blase rein und natürlich zu spät wieder raus). Oder liefern ihr Vermögen bei Banken, Fonds oder Versicherungen ab. Damit ist es auch Teil des Systems.
    Das Geld wird auch immer dem Trend folgend investiert, weil ja kein Manager falsch liegen will.

    3.) Die Masse ist dumm und hat kein Gedächtnis.

    Dass diese Theorie funktioniert, kann man z.B. wunderbar an den Aktienmärkten sehen:
    Tesla etc. : die Gier „dabei zu sein“ und das Vergessen von 2008 bzw 2000.
    Dax bei 14.500. Alle realen Probleme werden in Gier-Phasen ausgeblendet.

    Gold/Silber:
    Letztes Jahr massiver Anstieg Jahr wegen „Angst“/Panik vor Corona.
    Dieses Jahr Konsolidierung, weil die Dummen glauben, nur eine kleine Spritze und die Welt ist wieder so wie 2019. Absolut sichere Virus-Mutationen und die sichere Unwirksamkeit der Impfstoffe hat auch fast keiner auf dem Schirm.
    Dass das Finanzsystem und erhebliche Teile der Wirtschaft gerade über die Klippe gehen (egal wie es mit Covid weitergeht) wird auch ausgeblendet.
    Bei uns ist im Herbst BT-Wahl. Das Ergebnis ist entweder Söder/Habeck oder Esken/Baerbock und die neuen Stalin-Schwestern von der Linkspartei.
    Beide Alternativen geben der Wirtschaft den Rest.

    Es ist wie immer: der Erfolg liegt darin antizyklisch zur Masse zu handeln.
    Dieser Sommer wird EM-Kaufzeit.
    Wenn die Masse im nächsten Herbst/Winter vielleicht kapiert was wirklich gespielt wird sollten wir fertig aufgestellt sein.

    Impfstoffe: In unserer Verwandtschaft ist ein erfahrener Biochemiker bei einem der Pharma-Riesen.
    KEINER von uns lässt sich impfen.
    Heute unübersehbare Risiken. Auch bei Biontec. Die haben fast 20 Jahre an MRNA geforscht. In den 20 Jahren wurden ALLE Tierversuchsreihen vorzeitig abgebrochen, die Gründe werden geheim gehalten.
    Die Labor-Ratten haben es wohl nicht so richtig gut überlebt.

    Also wie immer: Denken+ informieren+ denken und erst dann handeln.
    Und das Schöne im Leben nicht vergessen.
    @ Thanatos: ich denke gerade über schickes (mobiles) Edelmetall von Yamaha nach.

    Schönes Wochenende

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