Donnerstag,20.Juni 2024
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Goldpreis gefallen: Was geschieht jetzt in China?

Der Goldpreis ist nun drei Wochen in Folge gefallen. Während der US-Gold-Futures-Handel wenig Dynamik zeigt, warten wir auf die Rückkehr der Chinesen.

Goldpreis

In dieser Woche musste der internationale Goldmarkt ohne die Präsenz der Börse in Shanghai auskommen. Ob das der Grund ist, warum der Goldpreis in dieser Woche Federn lassen musste, erfahren wir vielleicht am Montag. Dass sind auch die chinesischen Goldinvestoren wieder an Bord. Derweil war die Handelswoche von überraschend schwachen US-Konjunkturdaten geprägt (ISM-Einkaufsmanager-Index, US-Arbeitsmarkt im April) und von den Äußerungen der US-Notenbank. Die Fed hielt die Zinsen wie erwartet, bei der Bilanzverkürzung drosselt man die Geschwindigkeit und Fed-Präsident Jerome Powell schloss immer hin eine Zinserhöhung in diesem Jahr aus. Insgesamt war es eine recht volatile Woche, auch für den Goldpreis.

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Der Goldpreis ist auf Konsolidierungskurs. Ab Montag mischen die Händler an der Shanghai Gold Exchange wieder mit (Bild: Goldreporter).

CoT-Daten

Wir betrachten dazu die jüngsten CoT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures an der COMEX per 30. April 2024. Hier stieg die Netto-Short-Position der „Commercials“ minimal um 0,28 Prozent auf 227.498 Kontrakte. Auf der Gegenseite nahm die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um 0,65 Prozent zu auf 204.210 Kontrakte. Dabei sanken die Netto-Käufe des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) um 5 Prozent auf 135.027 Kontrakte.

Open Interest

Beim Open Interest gab es wie in der Vorwoche nur geringe Veränderungen. So stieg die Summe aller offenen Gold-Kontrakte an der COMEX per 30. April um knapp 0,7 Prozent zurück auf 519.791 Kontrakte. Bis zum Handelsschluss am Freitag ging es dann noch einmal um knapp 1 Prozent rauf auf 524.576 Kontrakte. Im Vorwochenvergleich (Freitag bis Freitag) stieg der Open Interest lediglich nur um 0,6 Prozent. Insgesamt gab es also im US-Futures-Handel erneut keine großen Bewegungen.

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Gold-Optionen

Dagegen sehen wir bei den Gold-Optionen erneut größere Veränderungen. Denn hier stieg der Open Interest mit dem neuen Handelsmonat 4,7 Prozent auf 1.053.680 Optionen. Dabei stieg die Put/Call-Ratio leicht auf 0,65. Das heißt, auf 100 Put-Optionen kamen zuletzt wieder 158 Call-Optionen. Nun ist die Put/Call-Ratio weiterhin so niedrig (der Optimismus im Optionshandel wieder so groß) wie Anfang März, als die beschleunigte Goldpreis-Rally begann.

Goldpreis-Entwicklung

Mit dem Wochenauftakt ging es für den Goldpreis gleich kontinuierlich nach Süden. Nach der Fed-Sitzung am Mittwochabend gab es eine deutlichere Kurserholung. Am Freitag ging es dann volatil und mit kleinen Verlusten ins Wochenende. Der Schlusskurs im US-Futures-Handel (Juni-Kontrakt) lautete 2.308,60 US-Dollar pro Unze. Das entsprach 2.144,94 Euro. Damit kam der Goldpreis in der vergangenen Woche noch einmal um 1,6 Prozent beziehungsweise 2,2 Prozent (in Euro) zurück.

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Goldpreis in US-Dollar, US-Futures (Juni-Kontrakt): Fed-Sitzung und US-Arbeitsmarktdaten am Freitag sorgte für kurzzeitig Dynamik, ansonsten ging es vergangene Woche um 1,6 Prozent nach unten (-2,2 % in Euro). Quelle: CME Group

COMEX-Gold-Lager

Unterdessen stiegen die Goldbestände in den COMEX-Tresoren nun zwei Wochen in Folge, um zuletzt 200.000 Unzen auf 17,72 Millionen Unzen. Dabei blieben die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ unverändert bei 17,20 Millionen Unzen (alle Zahlen gerundet).

Erkenntnis: Bei einem Open Interest von 524.576 Kontrakten handelten Trader Ende der vergangenen Handelswoche insgesamt 52.457.600 Unzen Gold in Form von Standard-Futures (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war wie in den beiden Vorwochen noch zu 33,7 Prozent mit entsprechenden Lagerbeständen gedeckt.

Lieferanträge

Diese Unterdeckung wird vom Börsen-Betreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt werden. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Wie hoch der Anteil ist, kann man ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung ersehen.

So meldete die Börsenaufsicht CFTC für den neuen Kontraktmonat Mai nun 1.779 Anträge auf physische Auslieferung von Gold. Im gesamten Vormonat waren es 18.166 Anträge. Dagegen lag die Summe im bisherigen Rekordmonat (Juni 2020) bei 55.102 Anträgen auf physische Auslieferung des als Futures gehandelten Goldes.

Goldpreis-Ausblick

Nach der Rekord-Rally im März/April ist der Goldpreis nun drei Wochen in Folge gefallen. Impulse aus China blieben aus, denn dort wurde vom 1. Mai bis 3. Mai nicht gehandelt. Hinsichtlich der US-Zinserwartungen gibt es nichts Neues. Dagegen wird im Juni mit einer Zinssenkung in der Eurozone gerechnet.

Das Gold-Futures-Geschäft an der US-Warenterminbörse COMEX war in den drei vergangenen Wochen von sehr geringen Veränderungen in den Positionen der großen Händlergruppen geprägt. Wie sehr der Goldmarkt vom chinesischen Einfluss geprägt ist, werden wir womöglich kommende Woche erleben, wenn die Shanghai Gold Exchange ihren Handel wieder aufnimmt. Ist der chinesische Goldhunger vorläufig gestillt oder sehen wir eine weitere Kaufwelle? 

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12 Kommentare

  1. Moin,
    15 Tage geht der Goldpreis gen Süden und von diesen 15 Tagen war die Shanghai Gold Exchange gerade mal drei Tage im Urlaub. Da bleiben bei mir Fragen offen. Ich denke wir werden jetzt wieder mal eine recht lange andauernde Seitwärtsbewegung vor uns haben. Da hilft nur eins, den Gürtel NOCH enger schnallen und den guten Schotten mit etwas Floppi Cola verlängern. Und dann nachkaufen? Übrigens könnte ich bei meinem Händler derzeit zB den Maple Leaf oder Krüger Rand für fünf Euro über dem Goldpreis bekommen. Gab es das schon mal?

    Gruß in die Runde
    barmbekbasch

    • @barmbekbasch
      Das gibt es sicherlich. Man muss da aber auch genau hinsehen.
      Goldhändler haben relativ viel angekauft, teilweise auch Ware, welche nur den Schmelzpreis wert war. Die Abschläge betrugen fast 100 Euro. Und diese Ware will man nun los werden, einerseits, weil man eben nur den Schmelzpreis bekommt, anderseits hat es ja einen gewissen Werbe Effekt.
      Letztlich bedeutet das, dass der Händler mit weiter fallenden Preisen rechnet, womöglich nun über seinem Ankaufspreis.
      Denn, eines ist 100%, im Goldgeschäft gibt es keine Schnäppchen, da hat keiner was zu verschenken.
      Schnäppchen gibt es im im Privatankauf.
      Da, wo manche verkaufen müssen, aber ohne Ausweis und bar auf die Hand.
      Das gibt es, wobei Barzahlungen heute nicht mehr all zu viele Vorteile bringen, denn es stellt sich die Frage, wohin dann mit dem nun anonymen ( Schwarz-Bargeld.)
      Viel mehr als Urlaub oder Restaurant, Supermarkt oder hin und wieder einen Gebrauchtwagen fällt mir auch nicht mehr ein.
      (Auffallen tut es dann, wenn sich plötzlich das Girokonto nicht mehr stark bewegt.)
      Das merken Banken und melden es weiter.

    • @Barmbekbasch
      Klar geht es seit 2 Wochen rückwärts, auch mich erfreut das nicht unbedingt.
      Aber wir müssen das große Bild im Auge behalten.
      Wir haben hier Monate über den unüberwindlichen Deckel bei 2000 diskutiert.
      Der ist einfach weggeflogen, aktuell 2.300 Dollar.

      Ich habe Mitte Januar 1.999 Euros für einen gebrauchten Krüger gezahlt, aktuell 2.139 (Degussa, gerade eben).
      240 Euro oder 12 % steuerfrei Plus in 3,5 Monaten.
      Absolut sicher, ohne dafür arbeiten zu müssen, faktisch steuerfrei.
      Ich bin zufrieden.

      Wer an Gold als Anlage zweifelt: einfach die US-Schuldenuhr ansehen.
      Die Gläubiger werden ihre Geldanlage garantiert nie wiedersehen.

  2. Also da bin ich auch gespannt. Fas würder mehr Licht ins Dunkel bringen, denn damit würde der Beweis endgültig erbracht, dass die Goldpreismanipulation von den USA kommen und damit von der FED.
    Als einen Witz kann man es betrachten, wenn jemand dann behauptet, der Goldpreis sei deswegen gefalle, weil in China Feiertage waren.
    ( Oder der Ölpreis steigt, weil Castro neues Benzin für sein Feuerzeug braucht und weil Zitronenfalter seine Zitronen gefaltet haben)

  3. @Maruti
    So ganz gehe ich da noch nicht mit. Die Chinesen sind ja nicht doof; was ist, wenn die sich tatsächlich & absichtlich mal ganz mucksmäuschenstill nur auf die Lauer gelegt haben? Die Feiertage nutzen (still ruht der See…) um den Preis ein wenig nachgeben zu lassen? Um dann ganz plötzlich wieder aufzutauchen und besonders heftig nachzukaufen!? Die Taktik ist bekannt aus’m U-Boot-Krieg: das ganze graue Rudel liegt in der Tiefe aus der Lauer (Funkstille!), bis ein besonders fetter Convoi vorbeikommt – und dann gehts los; Aale marsch! Entwickelt übrigens vom BdU Dönitz (am Anfang war das sehr erfolgreich).
    Dass die FED & andere Bankster auch einen großen Manipulationsanteil haben, ist klar! Vermutlich sind die Auswüchse eine Kombination aus ALLEM – und wer weiß, wer da noch alles mitmischt…? Die Liste der Manipulations-Profiteure dürfte seeehr lang sein…
    Aber morgen sind wir ja wieder schlauer – ich behaupte: strammer Kurs Nord-Nord-Ost!
    Der Dokta

    • @GoldenEye
      Es gibt da so einen Spruch:
      Wenn der Bademeister das Wasser ablässt, sieht man, wer nackt geschwommen ist.
      Ab Montag werden wir sehen, wer das war.

  4. Moin,
    @ Meister Eder
    Also Sorgen mache ich mir auch keine. Wie schon mal geschrieben, bin ich seit 2002 dabei also diesbezüglich ein Jungspunt. Für jede Unze Gold habe ich rund 1100 Euro ausgegeben und für jede Unze Silber rund 16 Euro. Wenn das kein Grund ist sich ganz beruhigt einen Schotten zu gönnen, natürlich ohne Floppi Cola wie ich weiter oben in ketzerischer Weise erwähnte, dann weiss ich auch nicht. Dennoch, Mit dem Nachkauf hadere ich noch, erst recht beim Silber. Werde mir doch nicht meinen Schnitt versauen GRINS.

    Gruß auch in die Runde
    barmbekbasch

  5. Da schau her; wie ich gestern schon schrieb: nordwärts!
    Wenn das jetzt erstmal so bleibt bedeutet das: der goldene Drache ist wieder erwacht! :-)
    @barmbekbasch
    Wenn Sie können, kaufen Sie! In diesen Zeiten kann es gar keinen totalen AU-Absturz mehr geben – eher andersrum! Sie sind doch sicher Hamburger – da wissen Sie doch, was die Tage am Hafen ein Krabbenbrötchen gekostet hat: 10,– EUR!!! Wenn dat man nich Inflation ist – oder hätten Sie für dat Rundstück damals DM 20,– auf’n Tresen gelegt? Mehr muß man nicht wissen… So bei ca. 1.100,– EUR hatte ich vor einigen Jahren auch nochmal nachgelegt. Ganz zu schweigen von 2005 – da habe ich 379,– EUR für eine Unze bezahlt! Und schon da hat man mich kritisiert, weil ich auf 1 Schlag EUR 5.000,– angelegt hatte („wozu für AU so viel Geld ausgeben…“)! Ich denke, jeder Kommentar ist da überflüssig… :-)
    Auch so hab ich immer mal wieder nachgeunzt – und es hat IMMER gelohnt. Ich weiß schon, was MeisterEder sagen wird: „Egal, weg mit den bunten Baumwolllappen…“
    Der Fischberater-Dokta

    • @goldenEye
      Am 12.04. fiel der Goldpreis innerhalb von knapp 4 Stunden um mehr als 100 Dollar. Heute sind es in 8 Stunden ein Anstieg um nicht mal 10 Dollar.
      Das sieht man schon, wie und wer die Preise macht.
      Heute möge es der Markt gewesen sein, vor 3 Wochen war es der devinitiv nicht.
      Bleibt nicht viel übrig, wer da nackt geschwommen ist, als ungedeckter ( unbedeckter) Shortseller.:).

  6. Hier der Bericht von Gold.de
    https://www.gold.de/artikel/gold-ruecksetzer-in-richtung-ausbruch-niveaus/
    von Florian Grummes, midas report
    Das zeigt, dass der Goldpreis durchaus wieder
    unter die 2.000 Euro Grenze fallen kann.
    Die Vergangenheit hat ähnliches oft genug gezeigt.
    hier wird zum abwarten geraten und erst bei genügend bärischer Stimmung zum Nachkaufen.
    Ich werde jedenfalls den Krügerrand dann kaufen, wenn er
    wieder 1900 + Euro kostet und keine 2.200 Euro oder gar 2.330 wie am 12 April.
    Mein letzter Kauf von 10 dieser Stücke Anfang des Jahres
    war zu noch etwas unter 1900 Euro.
    Ich persönlich kann also durchaus warten.

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