Freitag,01.Juli 2022
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Goldpreis: Gegenwind von der Anleihefront

Gold, Goldpreis (Foto: Goldreporter)
Wenn die Zinsen steigen, dann hat dies einen negativen Einfluss auf den Goldpreis. Am Ende zählen allerdings die Realzinsen, also Zinsen minus Inflation. Und diese sind weiter deutlich im Minus (Foto: Goldreporter).

Die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen sind in der ersten Handelswoche des neuen Jahres stark angestiegen. Der Goldpreis hält sich aber über 1.800 US-Dollar.

Goldpreis über 1.800 USD

Am heutigen Mittwochvormittag um 9:30 Uhr notierte der Goldpreis am Spotmarkt mit 1.816 US-Dollar pro Unze. Das entsprach 1.606 Euro. Dabei zeigt sich Gold innerhalb der ersten Handelstage des neuen Jahres volatil, nachdem zwischenzeitlich erneut die Marke von 1.800 US-Dollar getestet wurde.

Steigende Anleihe-Zinsen

Gegenwind kommt vom Anleihenmarkt. Hier sind die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen zum Jahresauftakt stark angestiegen. So rentierten US-Papiere zuletzt mit 1,68 Prozent. Das ist im Rahmen unserer wöchentlichen Analyse der höchste Wert seit dem 13. April 2021. Vor Weihnachten waren diese Scheine an der Börse noch mit 1,47 Prozent verzinst.

Einflussfaktoren

Die gleiche Tendenz sehen wir bei den europäischen Anleihen. Hier weisen in unserer Beobachtungsliste nur noch Deutschland und die Schweiz negative Renditen auf. Die Entwicklung steht neben technischen Faktoren unter dem Eindruck hoher Inflationsraten und einer erwarteten Straffung der Geldpolitik in den USA und Europa.

Staatsanleihen, Renditen Zinsen, Länder, USA, Deutschland

Relevanz für den Goldpreis

Wenn Staatsanleihen mit guter Bonität höhere Zinsen bringen, dann steigt deren Attraktivität unter defensiv ausgerichteten institutionellen Investoren. Dagegen wirkt das zinslose Gold als Anlageform dann in normalen Zeiten für solche Kapitalverwalter weniger lohnenswert. Auf solche Einflüsse reagieren auch automatisierte Handelssysteme.

Am Ende zählen allerdings die Realzinsen, also Zinsen minus Inflation. Und diese sind weiter deutlich im Minus. So betrug die offizielle US-Inflationsrate zuletzt 6,8 Prozent. Die Dezember-Daten werden in einer Woche veröffentlicht.

Dies ist allerdings nur einer von vielen Aspekten, die eine Rolle bei der Entwicklung von Goldnachfrage und Goldpreis spielen. Wenn Gold etwa in einer Krise stark gefragt ist und Anleihen gleichzeitig gemieden werden (sinkende Anleihekurse), können beide Werte parallel steigen.

Goldreporter

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8 Kommentare

  1. https://www.godmode-trader.de/artikel/gold-grosse-enttaeuschung-im-kommenden-jahr,10405305

    Was müssen da meine waidwunden Augen lesen – dabei muten derlei Aussichten fast schon @marutiesk an: Realzins [Tiefgarage] und Inflation [Penthouse] müssten Gold bereits zur Genüge pushen. Das könne also in Bälde mit dem Güldenen nur bergab gehen, und zwar bis auf 1300 Dollar!? In God We @Trust und selbiger möge selbiges verhüten!

    Das argumentative Axiom derer von Godmode beruht aber auf der Annahme, das der Realzins [Nominalzins minus Inflation] bald wieder ansteigen wird. Dass also entweder die Inflation wieder auf ein „Normalmaß“ sinkt oder aber die Zinsen über Gebühr angehoben werden. Oder beides, versteht sich. Der Anleihenmarkt würde diesbezügliche Signale senden.

    Nichts dergleichen wird passieren. Zinsanhebungen in nennenswertem Ausmaß werden ausbleiben, da ist die fragile, ja schüchtern leptosome Konjunktur vor. Und die Inflation macht sich die Welt sowieso, wie sie ihr gefällt. Die Anleihenmärkte wiederum werden jede Zinserhöhung mit Kursverlusten quittieren. Und die Anleihenbubble ist bekanntermaßen die aufgeblähteste.

    https://www.manager-magazin.de/finanzen/norwegens-staatsfonds-erwartet-inflation-und-kursverluste-a-041831bf-3d76-442d-bcb8-64c8b7822d29

    • Nachtrag zum Staatsfonds Norwegens

      Ausgerechnet NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg will neuer Chef der norwegischen Zentralbank werden. Und damit würde er pikanterweise auch die Aufsicht über den weltgrößten staatlichen Investitionsfonds übernehmen.

      Parallel dazu ventilieren die großen Zentralbanken zunehmend nervös eine Exit-Strategie aus der expansiven Geldpolitik. Eine signifikante Erhöhung des Leitzinses liegt aber in weiter Ferne, denn einen Kollaps des Finanzsystems gilt es tunlichst zu vermeiden.

      Die Bank für internationalen Zahlungsausgleich [die Zentralbank der Zentralbanken BIZ, Anm. d, Red.] warnt nun wiederum vor der Dominanz ominöser „Schattenbanken“, die die Geldpolitik der Staaten diktiere. In dem am 6. Dezember veröffentlichten Quartalsbericht fordert BIZ-Generaldirektor Agustín Carstens, Investment-, Geldmarkt- und Hedgefonds, Vermögensverwalter und sogenannte institutionelle Investoren [wie den norwegische Staatsfonds] stärker zu regulieren.

      Diese Schattenbanken kontrollierten mittlerweile 200 Billionen US-Dollar und damit die Hälfte der Vermögenswerte an den Finanzmärkten der Welt – zu viel Geld, konzentriert in zu wenigen Händen. Die Schattenbanken seien maßgeblich für den Börsencrash im März 2020 verantwortlich gewesen.

      Ob da der NATO-Stoltenberg der richtige Mann zur richtige Zeit an der richtigen Stelle ist, darf aber mit Fug und Recht bezweifelt werden.

      https://www.jungewelt.de/artikel/416562.inflation-preisdiktat-der-schattenbanken.html

      • @Thanatos
        https://de.rt.com/inland/129516-aiwanger-warnt-vor-enpassen-bei/
        Wir haben bald andere Sorgen. Hier haben schon Foristen im GR geschrieben, daß wir zur Not den hungernden Asiaten das Essen aus der Reisschüssel wegkaufen werden. 1996, so las ich mal, wurden nur noch 40% der in D verbrauchten Lebensmittel auch hier erzeugt. Vielleicht kommt nach den grünen Ausflügen ins Nirwanaland bei uns auch ein Chu’che. Hat doch schon Jean Ziegler im Film „We feed the world“ moniert, daß die Schweiz ihr Getreide in Indien kauft, wo 200 Mio. Menschen hungern. In den Jahren nach dem Krieg gab es unheimlich viel Diebstähle von den Feldern. Kann sein, du gräbst und machst, und die „city slackers“ bedienen sich dann des nachts. Besonders die, welche jetzt noch über meine Tiraden zu Straßen-Obstbäumen lachen. Das EM holt sich dann der Staat mittels Verbot und Durchsuchungen.
        https://www.youtube.com/watch?v=VJH2-oAvU5g
        War schon 1720 in Frankreich so. Den Besitz von Gold & Silber hatte der Staat verboten, und Büttel durchsuchten die Häuser. Die Gefängnisse waren gefüllt mit Leuten, wo man EM im Haus gefunden hatte.

        • @Wolfgang Schneider
          Nach aktuellen Zahlen hat Dummland bei Lebensmitteln einen Selbstversorgungsgrad von 79 % , wenn die Zahlen nicht beim Friseur waren.
          Klingt gar nicht so schlecht, oder ?
          Heisst aber anders gerechnet, dass wir für knapp 18 Mio. keine eigene Versorgung haben.
          Das wären z.B. Bayern und BW ohne was auf dem Teller.
          Jetzt gibt es für 2022 kaum noch Kunstdünger (und wenn zu Preisen, dass es sich für Bauern kaum noch lohnt überhaupt etwas anzubauen) und Russland hat den Export von Dünger und Getreide verboten.
          Das kann sehr schnell sehr ungemütlich werden.
          Unsere Hauptsorge kommt aber aus einer anderen Ecke: seht Euch beim Statistischen Bundesamt mal die Übersterblichkeit an, seit Ende September geht da was los.
          Die Ärzte in unserem Netzwerk hatten ja schon vor 1 Jahr die Idee, dass der Strom vielleicht doch noch reicht. Für den Rest.
          Wir befürchten, dass der Goldpreis 2022 nicht unser grösstes Problem sein könnte.

          • @MeisterEder
            Du schreibst, Rußland habe den Export von Getreide verboten. Die Russen sind aber seit 4 Jahren weltgrößter Exporteur von Getreide, insbesondere bei Weizen. Als der Ölpreis eingebrochen war, haben sie das eben damit kompensiert, und so, anders als Venezuela, genug Devisen gehabt, mit denen sie beachtliche Goldvorräte erwarben – von fast null auf wieder 2.300 Tonnen. Auch wenn die Moskauer Zentralbank jetzt kein Gold mehr kauft – nunmehr deckt sich der „Nationale Wohlstands-Fonds“ mit Au ein, der die Renten verwaltet und zahlt. Ein bißchen wie die Norweger. Besonders China kauft an Weizen und Soja von Rußland, was es nur kriegen kann. Die Russen hatten extra Weizen-Sorten wie Moskowski / Moskowskaja gezüchtet, die, so als Saatgut verwendet, gegen Kälte, Hitze und Trockenheit resistent sind, woraufhin auch die Mexikaner jetzt russischen Weizen kaufen und den US-Farmern trotz NAFTA den langen Finger zeigten – offenbar wegen Monsanto. Auch an die ehemaligen Todfeinde Saudi-Arabien und Pakistan liefert Rußland jetzt Weizen. Da konnte auch der Trump nichts machen, so sehr ihm seine Farmer (Stamm-Wähler) auch in den Ohren lagen. Der Rest der Welt will kein genetisch verändertes Brotgetreide essen. (Ich will gar nicht wissen, was sie bei uns schon mit der Brauhefe für’s Bier angestellt haben.) Das ist noch was – lieber GR, verzeih mir den langen Salm – die globale Erwärmung hat gerade in Rußland dazu geführt, daß ganze Regionen, die wegen des Perma-Frosts untauglich waren, auftauen und nunmehr für Landwirtschaft geeignet sind. Ich könnte mir glatt vorstellen, daß der Export von was zu essen eine gezielte Strategie Moskaus ist, weil man so auf der Welt Politik machen kann. Taten die Amis doch früher auch. Doch mit Monsanto haben sie sich selber einen Nagel in den Fuß geschossen, die Deppen. Das Vermögen meines 2018 verstorbenen Vaters bestand am Schluß einzig aus BAYER-Aktien. Mich hielt er stets für einen doofen kleinen Spinner. 2008, als er viel verlor, wachte er nicht auf. Ich hab ihm fast die Ohren abgekaut, die BAYER-Aktien abzustoßen. Vergebens. Aber es gilt immer noch das 4. Gebot. @MeisterEder, bring doch mal einen Link (Quelle) zu diesem Getreide-Verkaufsverbot.

  2. @Wolfgang Schneider
    Quelle suche ich raus, war im Zusammenhang mit dem Düngerexportverbot.
    Kann aber etwas dauern, ich lese zu viel.
    Galt nur vorübergehend für 2022, da die Lage so unsicher ist.
    Oder Wladimir spekuliert schlicht auf hohe Preise ab Sommer 2022.
    Da stand auch drin, dass wg. Klimawandel in Russland etliche Mio. Km2 zusätzliche Fläche für die Landwirtschaft zur Verfügung stehen, die jetzt genutzt werden können.
    Das kann die Position Russlands massiv stärken, wenn zunehmende Gegenden in den USA trocken werden.

    Tja, das mit Monsanto war vielleicht der Todeskuss für Bayer. Schon klasse, wie die Amis eine Giftmülldeponie an einen dummen Ausländer verkaufen und sofort nach dem Verkauf mit Massenklagen in Milliardenhöhe anfangen.
    Jetzt hat Baumann sicher kapiert, dass das ein Spiel für Profis ist. Zu spät.

    • @MeisterEder
      https://www.youtube.com/watch?v=7yIRWAcldNY
      Andere denken strategisch. Wie Schachspieler. Die Deutschen haben es verlernt.
      Hier ein Film aus Australien. Die haben dort Angst vor einer Invasion aus Asien.
      Ein Land, ein ganzer Kontinent mit Flächen, Ackerland und Ressourcen.
      Und mit nur 22 Mio. Einwohnern. Ein Raum ohne Volk.

      • @Wolfgang Schneider
        Das Problem ist nur, dass sich Down Under seit Corona praktisch in eine Diktatur verwandelt hat.
        Sonst ein tolles Land mit Rohstoffen ohne Ende.

        Wieder mal zur Aufheiterung eine Anekdote:
        Wir sind zum Uluru nicht reingeflogen, sondern mit dem Auto gefahren.
        Das beginnt in den Weinbaugebieten bei Adelaide und geht auf dem Stuart Highway über Coober Pedy (die Opal -Stadt, Übersetzung: Weisser Mann im Loch) nach Norden.

        Offizielle Wegweisung in Coober Pedy: nächste geteerte Kreuzung nach links.
        Tipp vom Hotelier: man soll sich noch ein Stück weit nach der Stadt ans Tempolimit halten.
        Nachfrage: wie weit ?
        Antwort: so 70 bis 80km, weiter fährt die Polizei nicht raus ins Qutback.

        Ach ja, die nächste Strassenkreuzung kommt in Ghan, nach ca. 500km.
        Auf den 1.300 km von Port Augusta bis Yulara gibt es keinen McDonalds etc.
        Warum ?
        Das ganze Land auf der Strecke gehört 5 (Fünf) Farmern und die lassen die nicht rein.

        Zum Thema Kohleausstieg hatten wir auch ein praktisches Erlebnis: da steht man 10 Minuten am Bahnübergang und guckt einem Kohlezug zu.
        5 Loks, 3 Minuten Waggons, 2 Loks, 3 Minuten Waggons, 2 Loks.
        6 km lang Waggons und 12.000 Tonnen. Pro Zug.

        Ok, kleiner als Russland, aber für uns war es beeindruckend.
        Wir sind Fans von Kangaroos, den kleinen runden.
        Farbe egal.
        Hauptsache haltbar.

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