Dienstag,07.Februar 2023
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Goldpreis gibt Gas: Neue Allzeithochs voraus?

Der Goldpreis hat am Freitag erstmals seit acht Monaten wieder die Marke von 1.900 US-Dollar überschritten. Sehen wir bald neue Rekordkurse?

Gold, Goldpreis

Von Jürgen Fröhlich

Goldpreis macht Dampf

Einmal mehr zeigt sich, dass der Januar ein guter Gold-Monat ist. Denn am Freitagvormittag um 9:15 Uhr notierte der Goldpreis am Spotmarkt mit 1.903 US-Dollar pro Unze. Damit stieg der Kurs erstmals seit Anfang Mai 2022 wieder über die Schwelle 1.900er Schwelle.

Begleitet wurde der jüngste Goldpreis-Anstieg von einem deutlichen Rücklauf des US-Dollars. Denn seit vergangenem September gab der Dollar-Index (Währungskorb in US-Dollar berechnet) um fast 10 Prozent nach. Dabei wertete auch der Euro gegenüber dem Dollar auf. Dementsprechend hingt der Goldpreis auf Eurobasis dem aktuellen Kursanstieg hinterher. Denn am Freitag kostete eine Goldunze 1.754 Euro. Damit ergibt sich hier seit Jahresbeginn ein Plus von 2,9 Prozent während Gold in Dollar bereits um etwas mehr als 4 Prozent zulegte.

Zinserwartungen

Die Kursentwicklung wird gestützt durch sinkende Zinserwartungen in den USA, die wiederum auf den zuletzt rückläufigen Inflationszahlen basieren. Denn die am Donnerstag veröffentlichte US-Inflation im Dezember lag bei 6,5 Prozent, nach 7,1 Prozent im Vormonat.

Die nächste US-Zinsentscheidung steht am 1. Februar an. Und diesbezüglich sind die Markterwartungen klar vorgegeben. Denn auf Basis der US-Futures ermittelte Wahrscheinlichkeit für einen moderaten Zinsschritt von nur 25 Basispunkten wurde am Freitagvormittag mit 93 Prozent gehandelt. Dagegen dürfte die EZB nach ihrer nächsten Sitzung am 2. Februar noch einmal einen größeren Zinsschritt wagen. In diesem Fall wird der Euro weiter an relativer Stärke gewinnen.

Neue Goldpreis-Hochs?

Sehen wir also in diesem Jahr neue Allzeithochs beim Goldpreis, wie einige Bank-Analysten prognostizieren? Auf Dollar-Basis heißt es, 2.069 US-Dollar zu überbieten. Das Rekordhoch stammt vom 6. August 2020. Bis dahin müsste der Goldpreis noch rund 9 Prozent zulegen. In Euro gerechnet beträgt der Abstand lediglich 7 Prozent. Denn den Höchststand erreichte der Kurs am 8. März 2022 bei 1.874 Euro pro Unze.

Was kann die Gold-Rally aufhalten? Aus meiner Sicht ist dies aber noch kein Grund für übertriebene Euphorie. Schon in den vergangenen Jahren erlebten wir wiederholt ordentliche Kursdämpfer, sobald die kapitalstarken Trader im Verlauf des Januars aus dem Urlaub zurück an ihre Trading Desks kamen.

Allerdings hat sich auch das fundamentale Umfeld verbessert und auch charttechnisch stehen die Ampeln vorerst auf grün. Mit den zuletzt sinkenden Inflationsraten nimmt auch die Wahrscheinlichkeit für weitere kräftige Zinsanhebungen ab. Davon profitiert nun der Goldpreis, aber auch die Aktienmärkte springen an. Dabei bleiben die mittel- und langfristigen Probleme der enormen staatlichen Schuldenlast aber bestehen. Das heißt, die Gefahr einer neuen Staatsschuldenkrise wie 2010 bis 2012 in Europa bleiben ein beachtenswertes Szenario.

Ausblick

Kurz- und mittelfristig kann sich an den Märkten das Narrativ ändern. Während die allgemeine Kursentwicklung zuletzt vor allem an die Zins- und Inflationserwartungen geknüpft waren, sind neue Katalysatoren denkbar. So dürften Rezessions-Risiken und die Gewinnaussichten der Unternehmen wieder stärker in den Vordergrund rücken. Die Börsen sind derzeit stark vom Momentum getrieben.

Und niemand weiß, welche finanziellen und geopolitischen Widrigkeiten uns in den kommenden zwölf Monaten begegnen werden. Mit einer angemessenen Gold-Gewichtung im Portfolio wird man weiter auf der sicheren Seite sein.

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8 Kommentare

  1. WENN Gold und Silber erstmal ins Rennen kommen, dann geht’s meistens sehr zügig mit nur kurz eingestreuten Pausen, teilweise sogar mit leicht steigender „Konsolidierung“ wie jüngst im Gold, wo viele Charttechniker einen bearishen Keil gesehen haben. WENN beide laufen, geht’s rund. :) Über 1920 Dollar/ 1760 EURO dürfte der Weg frei sein bis ATH. Dann schauen wir weiter.

    • @mare Imbrium
      Das geht mir nur etwas zu schnell. Ähnlich wie 2011/2012.
      Nachträglich sagte der damalige FED Chef:
      „Wir hätten Gold niemals so hoch steigen lassen dürfen“
      Damit sprach er aus, was ohnehin alle wussten:
      1. Gold wird von der Notenbank kontrolliert und manipuliert.
      2. Man hatte damals die Kontrolle übers Gold verloren.
      Er sagte auch:
      Wir haben Vorkehrungen getroffen, dass sich so etwas nicht wiederholt.
      Und Präsident W. Bush erwähnte noch:
      „Die Wallstreet war wohl besoffen und hat nun einen Kater“ ( Typisch für einen US Präsident, solch flapsige Sprüche.)
      Dieses Ausbrechen des Goldpreises hätte durchaus dem Dollar die Existenz kosten können. Es war sehr knapp, wie man mir berichtete.
      Ich sagte dem “ Freund“ daraufhin nur:
      Knapp daneben ist auch daneben.
      Und darüber bin ich nachträglich ganz froh, denn der Euro wäre gleich mit baden gegangen.

    • @ Mare Imbrium
      Ich sehe den Weg frei erst über 1980.-usd Die nächsten Tage werden es uns zeigen
      sollte es nicht so sein dann erwarte ich abwärts bis 1780.- möglich
      Herzliche Grüße an Alle hier aus dem sonnigen Malaysia

      • @ukunda
        Bei 1980 werden eine gewaltige Werbetrommel und hunderte Nebelkerzen aufgefahren.
        Von Statements des Herrn Powell bis zur Bank in Hawai, Von Asteroiden Bergbau bis hin zu grünen Gewölben in der Ukraine, vom Meerwasser bis zu unerschöpflichen Gold Funden einer Mine im Nirgendwo.
        Denn der Goldhimmel hat bei 2.000 Dollar zu enden, what ever it takes.
        Ich bin ehrlich gespannt, was man sich diesmal wird einfallen lassen.

  2. Wer sich wie ich seit vielen Jahre ausgiebig mit den „Finanzmärkten“ und deren „Produkte“ beschäftig, dem wird Angst und Bange.
    Ich habe schon so viele SEC filings und Quartalsberichte gelesen, es geht nicht mehr anderst.
    Nur Gold und andere Edelmetalle an einem sicheren Plätzchen.
    Auch die beiden grossen dt. Banken für den Normalbürger versuchen händeringend diese in ihre Fonds reinzutreiben.

    Grüße an die Wallstreet Cheerleader

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