Dienstag,23.April 2024
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Goldpreis in Wartestellung: Was bringt die Fed-Sitzung?

Der Goldpreis verzeichnet gegenüber Vorwoche leichte Abgaben. Was ist vom Ergebnis der Fed-Sitzung am Mittwochabend zu erwarten?

Goldpreis

Am Dienstag um 8:45 Uhr kostete eine Feinunze Gold am Spotmarkt 2.155 US-Dollar. Das entsprach 1.984 Euro. Damit kam der Goldpreis gegenüber Vorwoche leicht zurück. Denn auf Dollar-Basis sank der Kurs um 0,9 Prozent, während der Euro-Goldpreis um 0,6 Prozent nachgab. Nun sind die Augen auf das Ergebnis der Fed-Sitzung am Mittwochabend gerichtet. Im Vorfeld zogen die Anleihe-Renditen deutlicher an, was sinkende Erwartungen an eine expansivere US-Geldpolitik widerspiegelt.

Gold, Goldpreis, Goldbarren, Fed (Bild: Goldreporter)
Nach der großen Rally ist bei Gold erst einmal der Deckel drauf. Das Fed-Statement am Mittwochabend kann deutlichen Einfluss auf die kurzfristige Goldpreis-Entwicklung haben (Bild: Goldreporter)

Marktzinsen gestiegen

So rentierten 10-jährige US-Staatsanleihen am Dienstagvormittag mit 4,33 Prozent. Dagegen waren es in der Vorwoche noch 4,10 Prozent. Und auch die deutschen Marktzinsen sind stärker gestiegen. Denn die Rendite kletterte von 2,30 Prozent auf 2,45 Prozent. Und im gleichen Maßstab ging es mit den Zinsen in den anderen Euroländern nach oben. Erwartungen, die EZB könnte die Zinsen sogar früher als die Fed, trugen zuletzt dazu bei, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar abwertete.

Fed-Sitzung am Mittwoch

Was muss man hinsichtlich des Mittwochstermins wissen? (Achtung: Termin am Mittwochabend um 19 Uhr, die USA haben schon auf Sommerzeit umgestellt). An den Märkten waren zuletzt drei Zinssenkungen zu je 25 Basispunkten für dieses Jahr eingeplant. Denn im Rahmen des so genannten „Dot Plots“, als Anlage zum Fed-Statement, sind die Zinsschätzungen der Fed-Mitglieder in grafischer Form als Punktansammlung festgehalten. Sofern es eine Veränderung in dieser Anordnung gibt, kann dies Auswirkungen auf die allgemeinen Zinserwartungen und damit auch auf den Goldpreis haben.

Zinserwartungen

Und diese manifestieren sich immer wieder auch in dem so genannten „Fed Watch Tool“. Darin werden die Wahrscheinlichkeiten für Zinsereignisse in den jeweiligen Sitzungsmonaten auf Basis von Wetten auf die Zinsentwicklung (Fed Funds Futures) abgebildet. Nun geht aus diesen Daten hervor, dass die Märkte den Juni als wahrscheinlichsten Zeitpunkt für eine erste Zinssenkung im Auge haben. Denn für dieses Ereignis wird eine Wahrscheinlichkeit von 55,2 Prozent angegeben, während sie für die aktuelle Sitzung mit praktisch null Prozent und für Mai nur mit 8,7 Prozent taxiert wird.  

Fed-Bilanz

Außerdem gibt es einen weiteren wichtigen Aspekt im Rahmen aktuellen Fed-Sitzung. Es geht um Diskussionen einer schrittweisen Reduzierung der Fed-Bilanz, bekannt als Quantitative Tightening (QT). Diese Maßnahme entzieht dem Markt Liquidität.

Der Versuch eines stärkeren Abbaus führte zuletzt zu Problemen bei der kurzfristigen Bankenfinanzierung (Repo-Markt). Aber mittlerweile wurden in den USA wieder hohe überschüssige Bankreserven aufgebaut, so dass die Gefahr einer unmittelbaren Liquiditätskrise im Bankensektor nun als deutlich geringer eingeschätzt wird.

Zinsen, Renditen, Länder, USA, Deutschland

Renditen und Goldpreis

Welchen Einfluss haben die Anleiherenditen auf den Goldpreis? Generell lässt sich sagen: Wenn Staatsanleihen mit guter Bonität höhere Zinsen bringen, dann steigt deren Attraktivität unter defensiv ausgerichteten institutionellen Investoren. Dagegen wirkt das zinslose Gold als Anlageform dann in normalen Zeiten für solche Kapitalverwalter weniger lohnenswert.

Auf solche Einflüsse reagieren auch automatisierte Handelssysteme. Allerdings sind die Anleiherenditen nur einer von vielen Aspekten, die eine Rolle bei der Entwicklung von Gold-Nachfrage und Goldpreis spielen. Wenn an den Kapitalmärkten sichere Häfen gesucht sind, steigen die Edelmetalle oft, während die Anleiherenditen sinken (steigende Anleihekurse).

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13 Kommentare

  1. Was wird Powell schon sagen können, als weie üblich herum zu eiern. Er sitzt in der Mausefalle und US Bonds sind alles andere als gute Bonität.
    Deutet er Zinssenkungen an, zieht die Inflation noch mehr in die Höhe und der Goldpreis gleich mit.
    Deutet er keine Zinssenkungen an, heisst das, die Inflation steigt und damit Gold auch.
    Spricht er gar von Zinserhöhungen ( die müsste er auf mindestens 20% anheben), weiss jeder, dass er keine Kontrolle mehr hat und damit explodiert der Goldpreis.
    Das nennt man Mausefalle.
    Die schlimmste aller. Hohe inflation, Stagnation in der Wirtschaft, Rezession und kaum noch Produktivität.
    Man sieht das an der Börse, einzig Nvidia boomt, wegen der sog. AI, welche nur jemand komplett ohne „ I „
    und Bildung braucht.
    Wozu lernen, die Schulbank drücken, oder gar arbeiten ?
    Gibt ja Bürgergeld ind AI für alle.
    Ein Paradies für Langzeitstudenten bis 55 und dann in Frührente.

  2. @Maruti

    ganz treffend auf den Punkt gebracht! mehr “verkacken” geht kaum mehr.. Lösungen gibts keine mehr.
    Gold musste haben..

  3. Die USA sind wohl finanziell komplett am Ende. Nachdem sie seit 1971 die Schulden vor sich herschieben und die Berge immer höher werden, läuft es aufs Ende zu, weil sie so „von der Realität umzingelt“ sind, dass jeder Maßnahme nur noch zum weiteren Ansteigen des Goldpreises führen kann – es sei denn, man würde Schulden abbauen, und das tut man nicht. Die Welt will auch nicht mehr für die USA bluten (außer der dummen EU), die BRICS-Staaten gehen schon neue Wege ohne Dollar. Den „Crash“ des Finanzsystems sagen ja schon viele seit Jahren voraus. Also dann freuen wir uns mal auf weiter steigende Goldkurse. Aber es ist schon fast beängstigend, wie schnell und massiv der Preis innerhalb weniger Monate gestiegen ist.

  4. der Goldpreis wird seit 1993 manipuliert es kann doch nicht sein das 1 Unze 2k kostet und ein Bitcoin über 50 k
    .
    *Es ist egal wie viel Gold du hast ,hauptsache hast du welches *

    • @HansPeter
      bei Aktien werden solche Steigerungen nicht nur als möglich angesehen, sondern sind das
      Hauptkaufargument. Seit Jahrzehnten geht`s nur nach oben (und das geht so weiter). Deshalb
      möchte die Bundesregierung ja auch die Rentenbeiträge dort anlegen lassen, damit alle von
      diesen permanenten und ewigen Kursgewinnen profitieren werden. Viel Glück! Dabei wird
      allzu gern ausgeblendet, dass alle diese fantastischen „Gewinne“ nur in den Büchern stehen.
      Werden die eines Tages aber geschlossen, bleibt zurück nur die reine Substanz. Wieviel man
      dann noch dafür bekommt, entscheiden nicht die Halter, sondern die Buchhalter.

      Bei Bitcoin sind die Kurssteigerungen jenseits von Gut und Böse, aber auch das wird allseits
      zur Kenntnis genommen wie der tägliche Sonnenaufgang.

      Dass solche Preisexplosionen den Edelmetallen nicht zugetraut werden, liegt m. M. nach an
      zwei Umständen, die bei den meisten eher unbewusst statt wissend zu Grunde liegen:

      1. Irgendwie ahnt man schon, dass nichts unbegrenzt wachsen kann, was auch auf die EM zutrifft.
      Von daher kann man sich solche Steigerungen da auch nicht vorstellen.
      2. Irgendwie möchte man schon daran glauben, dass alle Versprechen auch eingehalten werden,
      was ja die Regierungen und Zentralbanken letztendlich zu garantieren vorgeben. Und das möchte
      man sich gern weiter vorstellen können – und zwar z. B. bis zum Ende der eigenen Rente. Auch da
      kann man nur sagen: Alles Gute! Je älter man ist, umso näher kommt man dieser Zielvorgabe.

      Wenn auch nur ein paar Prozent der großen, institutionellen Anleger komplett ins Gold wechseln
      würden (was ihnen bislang eher verwehrt bleibt), hätten Sie ihre vielleicht fünf Stellen. Wird das
      Geldsystem an sich von der Schuldenbasis auf echte Guthabenbasis umgestellt und würden Gold bzw. Silber dann dieses Guthaben repräsentieren, dann wären die Voraussagen des seligen Walter Eichelburg erneut zu prüfen.

      • @ Nivek Wir scheinen in der Zeit der unbegrenzten Steigerungen zu leben.Egal ob DAX ,Bitcoin oder Irrsinn in der Politik.

      • @Nivek
        Für meinen einfachen Verstand: Diese Aktienrente dient nur der Riskoverlagerung, weil da wird von staatlicher Seite in die „guten“ Untenehmen investiert und somit subventioniert.
        Sprich: wer jetzt nicht mehr konsumiert, schadet seiner Rentenrendite.
        Hmm ich hoffe ich denke falsch, falls nicht holla die Waldfee, da warten großartige Zeiten auf uns.

        • @Ammit
          Die politisch gelenkte und gendergerecht besetzte Truppe mit der gleichen super Qualifikation wie die Regierung wird das Geld der wehrlosen Anleger ausschließlich in feinste ESG-Anlagen investieren.
          Genau das Zeug, das Blackrock, Vanquard, JP Morgan und die anderen Profis gerade wie eine heisse Kartoffel fallen lassen, weil sie 2 Jahre nur Verluste damit gemacht haben.

          Im Vergleich zu dem was da kommt, war Riester noch eine Bombenanlage.

  5. @HansPeter
    Warum sollte 5-stellig nicht möglich sein? Wenn unsere „Fachkräfte“ so weitermachen, dürfte das kein Problem darstellen… :-)
    Der prophetische Dokta (Betonung auf „Fetisch“!)

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