Mittwoch,05.Oktober 2022
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Goldpreis schwächer, Zinsen heben ab

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Stark steigende Zinsen sorgen für eine Menge Probleme an den Finanzmärkten. Auch der Goldpreis leidet kurzfristig.

Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen ist mittlerweile auf 3 Prozent angestiegen. Der Goldpreis zeigt weiterhin Schwäche.

Goldpreis runter

Der Goldpreis am Spotmarkt notierte am Dienstagvormittag um 11 Uhr mit 1.854 US-Dollar pro Unze. Das entsprach 1.767 Euro. Damit setze das Edelmetall seinen schwachen Einstieg in den Handelsmonat Mai fort und notierte gegenüber Vortag rund 0,3 Prozent niedriger.

Anleihe-Renditen rauf

Währenddessen schießen die Anleiherenditen weiter nach oben. 10-jährige US-Bonds weisen an der Börse mittlerweile 3,0 Prozent Zinsen aus. Die Rendite entsprechender deutscher Staatsanleihen sind auf 0,96 Prozent angestiegen (Vorwoche: 0,85 Prozent). Die Entwicklung steht unter dem Eindruck deutlich steigender US-Leitzinsen. Am Mittwochabend wird in den USA ein weiterer Zinsschritt um 50 Basispunkte erwartet.

Problem steigender Zinsen

Mit dem starken Zinsanstieg tun sich mittelfristig gleich mehrere Probleme auf. Zunächst einmal verteuern sich die Hypothekenkredite, was den Immobilienmarkt unter Druck bringen kann. Ein Platzen von Immobilienblasen war in der Vergangenheit mehrfach Vorbote einer Bankenkrise. Außerdem steigen die Kosten der Staatsfinanzierung. Und das in einer Phase mit kontinuierlich steigender Schuldenlast und deutlich erhöhter Staatsausgaben. Des Weiteren können die Aktienmärkte unter Druck geraten, weil vermeintlich risikoärmere Geldmarktpapiere mit den steigenden Zinsen wieder attraktiver werden.

Anleihen, Renditen, Zinsen, USA, Deutschland

Währenddessen kam der Goldpreis, historisch gesehen, im Zuge anstehender Zinserhöhungen immer wieder einmal unter Druck. Im späteren Verlauf zogen die Edelmetall-Kurse aber wieder an, auch wegen der Grundproblematik (hohe Inflation, hohe Schuldenlast, Krisenszenarien).

Anleihe-Renditen und Goldpreis

Welchen Einfluss haben die Anleiherenditen auf Gold? Generell lässt sich sagen: Wenn Staatsanleihen mit guter Bonität höhere Zinsen bringen, dann steigt deren Attraktivität unter defensiv ausgerichteten institutionellen Investoren. Dagegen wirkt das zinslose Gold als Anlageform dann in normalen Zeiten für solche Kapitalverwalter weniger lohnenswert. Auf solche Einflüsse reagieren auch automatisierte Handelssysteme.

Allerdings sind die Anleiherenditen nur einer von vielen Aspekten, die eine Rolle bei der Entwicklung von Goldnachfrage und Goldpreis spielen. Wenn an den Kapitalmärkten sichere Häfen gesucht sind, steigt der Goldpreis oft, während die Anleiherenditen sinken (steigende Anleihekurse).

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22 Kommentare

  1. Keine Schwäche wohl eher konzentrierte Drückung um den kapitalfluss richtung des Schrottdollar zu leiten welches immer mehr an Einfluss verliert . Niemand der bei Verstand ist verkauft seine physische Edelmetalle in diesem Marktumfeld und Endstadium des Finanzsystem außer es handelt sich um ungedecktes Papiergold . Denke nach der Fed Sitzung wird es wieder richtung $1900+ gehen weil es für die Finanzmafia viel zu teuer ist den Goldpreis auf so einen supergünstigen level zu halten da mit sicherheit die physische Nachfrage wieder sprunghaft angestiegen ist was nicht in ihrem interesse ist weil so ihre Goldvorräte rasant schrumpfen.

    • Naja, es gibt genügend Investoren, die die Goldwelle reiten und auch abverkaufen, um kurzfristig Geld zu verdienen. Da muss nicht sofort immer ein böser Banker und seine Drückerkolonne dahinterstecken. Die Goldrally war und ist auch von Spekulanten getrieben. Die Börse ist keine Einbahnstraße (3 Euro ins Phrasenschwein) und der größte Teil des Goldhandels wird abgewickelt, ohne dass sich auch nur eine Unze physisch bewegt.

      • Würde normalerweise zustimmen wenn wir nicht soviele Baustellen hätten und das Finanzsystem vor dem Reset stehen würde .Sorry aber in so einem Umfeld müsste der Goldpreis wesentlich höher stehen und mit der Meinung stehe ich nicht allein da auch z.b. Max otte und Dimitri Speck sprechen von Manipulation . Man muss kein Genie sein um zu wissen das die Zentralbankenmafia alles tun würde um den Zerfall der „Währungen“ zu kaschieren damit es nicht zu Bankrun bzw um die Flucht vom Falschgeld in die Edelmetalle zu verhindern .

    • @goldi
      Da ja nahezu der komplette Handel im Rohstoffsektor aus Papier, sprich Futures, besteht, muss man sich schon fragen, ob die Zentralbanken beide Parts gleichberechtigt unterstützen. Die Spekulanten auf fallende Preise genau so wie solche, welche auf steigende Preise wetten.
      Ich denke, die Antwort ist eindeutig.
      Den Dollar halte ich nicht für eine Schrottwährung, ist er immerhin die Leitwährung und momentan sehr stark.
      Jedenfalls stärker, als so manchen lieb ist. Er ist eben wie Gold auch, ein Krisen Asset. Das nur am Rande.

      • Die vermeintliche stärke des Dollar resultiert nur daraus dass die anderen Papierwährungen kollabieren vor allem wegen dem Euro der heftig in den letzten Wochen verloren hat . Das könnte ein grund sein warum die US Kriegstreiber kein interesse an einem Frieden in der Ukraine haben weil sie davon profitieren während ihre EU handlanger die größten verlierer sind .

        • @Goldi
          Kriegstreiber ist ein hartes Wort. Abgesehen davon, muss sich ja auch jemand treiben lassen.
          Sicher zündeln die USA mal gerne etwas, wenn es ihren Interessen dient. Aber das ist kein Grund, wie die Axt im Walde über andere Länder her zu fallen.
          Dazu kommt noch, dass Europas Politiker ziemlich blauäugig, ja sogar naiv waren, wenn es um Russland ging. Man kann nicht in Frieden leben, wenn es einem anderen nicht gefällt.
          Europas Wirtschaft wird leiden, unser aller Wohlstand auch. Und profitieren wird die USA, möglicherweise mehr, als es so manchem gefallen mag.
          Letztlich muss man sagen, so hart es klingt, wir haben es ziemlich verbockt.
          Mit der Energiewende, der Immigration, mit Russland und letztlich auch mit übertriebenem Gutmenschentum und Pazifismus.
          Ich sagte ausdrücklich, übertrieben.
          Nicht mehr und nicht weniger.

  2. Goldi liegt schon richtig, der GR natürlich auch, denn bei EM gibt es mehrere Preisbildungsfaktoren.
    Immer, kurz bevor die Fed das Zinsgespenst rauslässt kommt es zu Preissenkungen.
    Somit war ich heute wieder ab 8 Uhr als
    Silbermuli unterwegs und habe ein weiteres
    Masterpaeckchen Silberlinge eingesackt.
    Sauteuer, aber die Baumwolle muss weg, denn aus meinem VW Elektro Up wurde nichts. Preiserhöhung 25 % und die Kiste mit lächerliche n 250km Reichweite gab’s nur mit blödem
    Schnickschnack und in daemlichen babyblau und mit Tageszulassung.
    Da ich die Baumwolle nicht mit Trollinger versaufen kann und keinen Schnaps mag, habe ich mir zusätzlich noch eine Unze Krügerrand
    gegoennt.
    S a u t e u e r das Zeug, aber die kommende
    Hyper Depression wird uns diesen Preis in ein paar Jahren als Superschnäppchen erscheinen
    lassen.
    Im Juni gibt’s eine Wiederholung, sofern ich Lust
    aufs Schleppen habe.Das böse Volumen und das böse Gewicht sind schon heftig. Das Aufgeld ist
    allerdings eine Sauerei.

  3. ✌(༼•!•༽)✌

    Das ist ja ein Ding: „Gottes Hirte“ [dem ja trotz steigender Lieferengpässe an nichts
    mangeln wird; kritische Anm.d.Red. ] stellt sich gegen die westliche „Mainstreampresse“
    und predigt standesgemäß:

    Der Papst gibt zu, dass die NATO <strike<wahrscheinlich Putins Invasion
    provoziert hat: „(Sie) Bellen vor den Toren Russlands“.

    was erlauben ‚Heiliger Vater ‚?

    Papst Franziskus hat sich nach Angaben der vatikanischen Nachrichtenagenturen
    bereit erklärt, Präsident Wladimir Putin in Moskau zu treffen, um ein Ende des Krieges
    in der Ukraine zu erreichen. In einem Interview, das die italienische Tageszeitung
    Corriere della Sera am Dienstag veröffentlichte, sagte er: „Ich fahre vorerst nicht nach
    Kiew;
    [ der Terminkalender vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Oleksandrowytsch
    Selenskyj ist ja wegen der unzähligen TV-Auftritte und Treffen mit allen noch
    verbleibenden 148 Staatsoberhäuptern sowieso übervoll; Anm. der „Worldwide ukrainian
    Travel Agency“, WUTA. ], ich habe das Gefühl, dass ich nicht fahren darf.
    Zuerst muss ich nach Moskau gehen. Zuerst muss ich Putin treffen.
    Aber ich bin auch ein Priester, was kann ich tun? Ich tue, was ich kann.
    Wenn Putin nur die [ goldenen ] Türen im Kreml öffnen würde…“.

    Die Kritik des römisch-katholischen Führers an Russlands Vorgehen
    in der Ukraine wurde in dem gesamten Interview deutlich, aber zu
    den interessanteren und überraschenderen Zeilen gehörte, als er die
    Wurzeln der Invasion und des Krieges ansprach, der am 24. Februar
    begann. Er sagte der Zeitung, dass „das Bellen der NATO vor den
    Toren Russlands“ wahrscheinlich der Grund für Putins Angriff auf die
    Ukraine war.“

    ¯\_(ツ)_/¯

    • @Klapperschlange

      Mein Lieblingspapst Franziskus ist Gott sei Dank [sic!] meinungsstark!

      Noch vor seiner Sozialenzyklika, die by the way für alle Gläubigen bindend ist und in der er den Neoliberalismus, das Diktat der Finanzwelt und überhaupt den Kapitalismus als unvereinbar mit den Grundsätzen christlicher Ethik beschreibt, hat er sich zu den globalen Kriegsursachen geäußert.

      Das globale Wirtschaftssystem sei „unerträglich“. Und damit das System fortbestehen könne, müssten Kriege geführt werden, wie es die großen Imperien immer getan haben. „Einen Dritten Weltkrieg kann man jedoch nicht führen, und so greift man eben zu regionalen Kriegen.“

      Sein Wort zu den regional begrenzten Kriegen in Gottes…na, Ihr wisst schon.

      Und weiter: Wenn man Fotos von unterernährten Kindern aus verschiedenen Teilen der Welt sähe, mache einen das ratlos. „Das Wirtschaftssystem sollte im Dienst des Menschen stehen. Aber wir haben das Geld in den Mittelpunkt gerückt, das Geld als Gott.“

      https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-06/papst-franziskus-kapitalismuskritik

      ~~~Fratelli Tutti~~~

      • Apropos

        Man kann natürlich seinen Glaubensbekenntnissen folgen – ist nur allzu menschlich! – oder aber man lässt das Realitätsprinzip zur Geltung kommen. Hier die eineindeutig negative Korrelation der Renditen 10-jähriger US-Treasuries mit Gold. Das gefällige Schaubild zeigt die Entwicklung seit dem 6. April. Claro, dazu kommt noch der bärenstarke Dollar-Index und die flottierende Zinsangst – und fertig ist der Schlamassel.

        https://finanzmarktwelt.de/wp-content/uploads/2022/05/goldpreis-gold-10-scaled.jpg

      • @Thanatos
        Bin kein Freund der katholischen Kirche, aber diesmal stinkt der Fisch NICHT vom Kopf ;).
        Guter Mann!

      • @Thanatos Dass man einen dritten Weltkrieg nicht führen kann und darf, mag der Franziskus wohl wissen.Bei Leuchten die hier in Europa und in dem Friedenbündnis das Sagen haben ist diese Erkenntnis aber noch nicht angekommen.Die glauben offensichtlich mit ein paar neu getünchten WKII -Bunkern und etwas Kriegsspiel ,auch das überstehen zu können.Das ist es was mir zur Zeitz ganz gewaltig Angst macht.Ich lebe zur Zeit schon fast nach dem Geist des Buches Zeit zu Leben Zeit zu sterben von E.M.Remarque.Dieses Buch würde ich Robert & Co dringend mal empfehlen, ,ist nicht sehr lang.

        • @Christian & @Materialist

          Und ich sah ein fahles Pferd
          Und der darauf saß, des Name hieß Tod,
          und die Hölle folgte ihm nach.

          Offenbarung des Johannes

          Habe mir den Film „Komm und sieh“ [russisch Иди́ и смотри́ / Idi i smotri] des russischen Regisseurs Elem Klimow aus dem Jahr 1985 in einer Deluxe-Ausgabe zugelegt [ich gönne mir ja sonst nix]. Ein Monument des sowjetischen Kinos – und wohl der beste Antikriegsfilm aller Zeiten. Die vier Reiter der Apokalypse sind hier alle vereint in der deutschen Soldateska. Dennoch wurde der Film in der Sowjetunion verboten, weil er nicht nur Antifaschismus transportierte, sondern eben auch als ein universeller Antikriegsfilm auftritt.

          Wer auch immer den Ukraine-Konflikt in seinen tieferen Schichten verstehen will, sollte diesen Film gesehen haben.

          Und gerade wir Deutschen sollten uns mit „Waffenexzess-Forderungen“ tunlichst zurückhalten. Steht uns gut zu Gesicht.

  4. Das ist ja ein Ding. Zinsen rauf und Gold runter. Donnerwetter, was für eine Überraschung.

    Diese elitäre Zinsmafia (der Markt = gesunder Menschenverstand) ist aber auch echt gemein.

    • @AlmPeter
      Was ist so schlecht daran ?
      Gehen die Zinsen rauf, wird Papiergeld begehrter, anders rum eben Gold.
      Die beiden halten sich die Waage, seit Jahrtausenden schon.
      Man muss eben beides haben, wie ich schon immer sagte.
      Cash und Gold.
      Wird das eine weniger, wird das andere mehr und umgekehrt. Man erhält damit sein Vermögen.
      Nur reich wird man nicht damit.
      Aber Reichtum kann sich ohnehin keiner ins Grab nehmen.

        • @1996
          Es gab Probleme, da Kommentare nicht durchkamen. Keine Ahnung, woran das lag.
          Möglicherweise im Filter des Betreibers.
          Trotzdem, es gibt bessere Kommentatoren als mich.
          Die sind auch weg.
          Ich hatte so den Eindruck, dass nur noch unsere
          “ Poeten“ veröffentlicht wurden und war schon nahe dran, auch alles in Gedichtform nieder zu schreiben womöglich noch im elegischen Distichon :).

  5. Prima, daß Orakoli wieder aufgetaucht ist.
    Schätze seine Kommentare und Prognosen
    sehr. Seine Voraussagen haben sich fast immer
    zu 50% bewahrheitet. Nur beim Dollarkurs zum
    Jahresende lag er etwas daneben mit seinen 1,18.
    Wie sagte Loriot immer: Man kann zwar ohne
    Mirakoli leben, aber dann ist das Leben sinnlos!

    • @Donaustreuner
      Es war nun wirklich schwer sicher zu sein, dass Russland trotz aller Warnungen Amok läuft. Denn, wäre es anders gekommen, würde auch die gesamt wirtschaftliche Situation in Europa und anderswo eine gänzlich andere sein als jetzt und heute.
      Es zeigt aber auch, dass Gold und Silber sich als Krisenmetalle wieder einmal bewahrheitet haben und der Dollar als Krisenwährung seine Eigenschaften zeigt.
      Was ich aber, hier im Forum vermisse, sind weniger Lästereien und Geschimpfe, gewürzt mit Fatalismus, dafür etwas mehr Sachlichkeit.
      Wir leben in kritischen Zeiten, die Spassgesellschaft ist schon lange vorbei. Strenggenommen seit 2001.

  6. @ Maruti
    Ihren weisen Worten kann ich nur zustimmen.
    Nobody ist perfekt und ich schon gar nicht.
    Die Spassgesellschaft hat schon lange fertig,
    nur gemerkt haben es diese Blindgänger noch
    lange nicht.
    Es kommen bittere Zeiten, Ballermann und
    Sangria aus dem Eimer mit Strohhalm zu saufen ist vorbei.
    Meine Eltern mussten nach dem Krieg in
    den Wald gehen und Bucheckern sammeln um
    Öl daraus zu pressen damit sie sich Bratkartoffeln
    braten konnten.
    Denen haben vor Hunger die Nasenlöcher geraucht. Vielleicht kommt es nicht ganz so
    schlimm, aber wer das weissen Klimpergeld hat
    wird garantiert weniger hungern.

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