Sonntag,21.April 2024
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Goldpreis: Steigende Marktzinsen belasten

Trotz geringerer Leitzins-Erwartungen sind die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen im Vorwochenvergleich weiter angestiegen. Der Goldpreis notiert schwächer.

Goldpreis-Entwicklung

Am Dienstag um 12:30 Uhr notierte der Goldpreis am Spotmarkt mit 1.918 US-Dollar pro Unze. Das entsprach 1.789 Euro. Damit kamen die Kurse im Vorwochenvergleich um 0,9 Prozent beziehungsweise 0,5 Prozent (in Euro) zurück. Bei den Futures-Kursen für Gold (Dezember-Kontrakt) sehen wir derzeit wieder Aufschläge von rund 25 US-Dollar/Euro. Denn gestern schloss der entsprechende Goldpreis an der COMEX mit 1.947 US-Dollar pro Unze, was 1.811 Euro entsprach.

Gold, Goldbarren, Goldpreis (Bild: Goldreporter)
Der Goldpreis kommt weiterhin nicht recht vom Fleck. Was bewirken die Zinsentscheidungen in Europa (Donnerstag) und den USA (nächste Woche Mittwoch)? (Bild: Goldreporter)

Steigende Anleihe-Renditen

Die aktuelle Kursentwicklung bei Gold ist weiterhin begleitet von steigenden Marktzinsen. Denn 10-jährige US-Staatsanleihen rentierten am Dienstag mit 4,28 Prozent – nach 4,22 Prozent in der Vorwoche. Währenddessen ging es bei deutschen Papieren von 2,59 Prozent rauf auf 2,63 Prozent. In beiden Fällen liegen die Renditen nur relativ knapp über den mehrjährigen Hochs vom 22. August (4,32 % USA; 2,67 % D).

Geldpolitik

Dagegen stiegen die Marktzinsen im Vorwochenvergleich eigentlich nur bei britischen Papieren. Im Juli ist die Inflation dort von 7,9 Prozent (auf immer noch hohe) 6,8 Prozent zurückgekommen. Angesichts der überall schwächelnden Konjunktur, mehren sich aber die Erwartungen, dass die großen westlichen Notenbanken nach einer langen Reihe von Leitzinserhöhungen erst einmal die Füße stillhalten. Am morgigen Mittwoch erfahren wir in dieser Hinsicht mehr, dann gibt die EZB ihre Zinsentscheidung bekannt. Die Fed folgt in der kommenden Woche.

Anleihen, Zinsen, Renditen, Staatsanleihen, USA, Deutschland

Renditen und Goldpreis

Welchen Einfluss haben die Anleiherenditen auf den Goldpreis? Generell lässt sich sagen: Wenn Staatsanleihen mit guter Bonität höhere Zinsen bringen, dann steigt deren Attraktivität unter defensiv ausgerichteten institutionellen Investoren. Dagegen wirkt das zinslose Gold als Anlageform dann in normalen Zeiten für solche Kapitalverwalter weniger lohnenswert.

Auf solche Einflüsse reagieren auch automatisierte Handelssysteme. Allerdings sind die Anleiherenditen nur einer von vielen Aspekten, die eine Rolle bei der Entwicklung von Gold-Nachfrage und Goldpreis spielen. Wenn an den Kapitalmärkten sichere Häfen gesucht sind, steigen die Edelmetalle oft, während die Anleiherenditen sinken (steigende Anleihekurse).

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7 Kommentare

  1. Marktzinsen beeinflussen das Papiergold und erst über dieses marginal das physische Gold.
    Kein Mensch legt sich nämlich Papiergold Derivate über 20 Jahre ins Depot, ohne diese auch nur anzusehen.
    Bei physischem Gold ist das die Regel.
    Die FED inspiziert ihr Gold nur alle 10 Jahre mal.
    Es gilt also als sicher, dass der Zinsgipfel noch nicht erreicht ist. Er wird in den USA wohl Richtung 8-10% laufen und hier wohl bei 10%.
    Man preist nun eine heilende Rezession ein und sieht die Vorboten schon an den Aktienmärkten.
    Einige dieser Aktien wird es danach nicht mehr geben.
    Meistens sind Dividenden Aktien und sogenannte „ sichere Aktien“ dann darunter. Weil es nämlich keine sicheren Aktien gibt.
    Jeder, der ein Depot eröffnet und Aktien kauft, muss unterschreiben, dass ein Totalverlust möglich ist.
    Da steht nämlich nicht: Mit Ausnahme von Apple oder Coca Cola drinnen.

  2. @ Maruti
    … das ist wohl richtig, aber bis Coca-Cola, Apple und co. in die Grütze gehen, bleibt andern Orts kein Stein auf dem anderen.
    Anfang ’80 habe ich mit Aktien aus dem Dax und auch MDax angefangen. Später habe ich auch in den „Neuen Markt“ investiert.
    In der Zeit kam es da auch zu einigen Crash’s, leider.
    Ganz zu schweigen von der späteren Dotcom Blase.
    In der Spitze musste ich Verluste von gut 60% hinnehmen.
    Dazu kam dann noch der ein oder andere Anfängerfehler, im Tief die Reißleine gezogen weil „Stiftsausen“ bekommen.
    Crashanalysten gab es auch schon damals.
    Was konnte ich daraus lernen? Ruhe bewahren, und kaufen wenn es kracht und donnert!
    Das kostete mich aber echte Überwindung das so zu machen.
    Spätere Erkenntnis: Nerven behalten und abwarten bis das Getöse vorbei ist.
    Später hat der Markt sich immer wieder nach oben gedreht.
    Die meisten Titel in meinem Portfolio hatten sich nach wenigen Wochen oder Monaten auch wieder deutlich erholt.
    Ja, ein Totalverlust war ebenfalls dabei.
    Auch eine wichtige Erfahrung.
    Als Anleger, muss ich leider sagen, ist meiner Meinung nach die Börse zu einer Art Spielcasino geworden.
    Ich halte es mehr wie André Kostolany als Florian Homm.
    Seit 2018 habe ich mich auf EM konzentriert. Wenn man verstanden hat wie EM funktioniert, kann das sehr beruhigend wirken.
    Ich denke, gute Valuetitel die man günstig reingekommen hat, sollte man durchaus halten, aber Risiken minimieren.
    Nach Regen kommt Sonnenschein.

    • @Goldfisch
      Aktien sind eher etwas für junge Leute. Da hat man Zeit genug um auszusitzen, oder wie Kostolany sagte, Valium nehmen und erst mal vergessen.
      Selbst eine Toralverlust kann man, da man ha noch einen Beruf hat, ausgleichen. Ähnlich wie bei einem Totalcrash mit dem neuen BMW.
      Jedoch im Alter, so ab 60/65 hat man diese Möglichkeiten nur noch eingeschränkt. Da ist sicherheit oberstes Gebot.
      Und solches bietet eben nur Gold und finanzielle Sorgen hat einer mit genügend Gold kaum.
      Genau darauf kommt es an.
      Ich mache das immer so, fällt Gold im Ankaufspreis ( nicht im Verkaufspreis oder gar Spotpreis an der Börse), gehe ich zum Goldhändler und kaufe ein paar Unzerln zu.
      Damit bleibt mein Goldvermögen immer gleich.
      Dazu nehme ich das Sparbuch oder das von der Pension übrig gebliebene. Bei etwas über 100 Kg gleiche ich meist so 1-2% aus.
      Deshalb warte ich auf günstigere Preise.
      Jedoch, war es bisher selten notwendig, auszugleichen, da meine persönliche Inflationsrate kaum tangiert wurde.
      ( Preissteigerungen bei Energie, Gastätten, Alkohol, Tabak, Lebensmitteln, Miete betreffen mich nur sehr gering).
      Eher noch die Krankenversicherung oder Gesundheitskosten.
      Es gibt nämlich so vieles, was man nun wirklich nicht braucht. Wie Fernseher, Filme, soziale Medien und 80% aller „Lebensmittel“, welche man auch aufbereiteten Sondermüll nennen könnte.
      Selbst bei den Energiekosten ist 75% unnötige Energie.
      Zukunftsangst ist bei mir etwas für andere.

      • @Maruti Warum kaufen Sie, wenn der Ankaufpreis fällt. Ich würde kaufen, wenn der Verkaufspreis fällt und somit niedriger ist. Können Sie mir das erklären?

  3. @Maruti
    Goldfisch hat es recht treffend beschrieben. Der Aktienmarkt ist nichts für empfindliche Naturen, wie Buffet sagte “ sei gierig wenn andere Angst haben, habe Angst wenn andere gierig sind „. Bedeutet kaufe billig wenn andere in Panik verkaufen, halte die Füße still wenn andere kaufen. Persönlich halte ich nicht viel von tech-Aktien, man kann natürlich Amazon, Alphabet, META, Apple & Microsoft kaufen. Aber man kauft auch Hoch bewertete Unternehmen, die keine dividende zahlen, also spekuliert man auf einen höheren Verkaufspreis in der Zukunft. Ich halte neben Amazon auch BYD in Portfolio, mit sehr guten Steigerung, aber meine größten Positionen sind Industriesektoren, Energieerzeugung, u.a.
    Viele sind der Meinung das Apple alles überlebt, es hängt davon ab, wie weit der Markt crasht, geopolitische Spannungen, hohe Arbeitslosigkeit, usw. Man muss sich auch die Frage stellen, sind die Produkte von Apple vom Bestand wenn die Menschen teilweise einen Neubeginn wagen. Deswegen muss man sich absichern, und Gold gehört unbedingt dazu. Sollte so sein was ich nicht glaube, das alles crasht, dann wird Gold extrem steigen und die Verluste von sagen wir aktien Investment, glatt stellen. So oder so, Gold ist ein „must have“.

    • @BigDriver
      Damit eine Marke oder Konzern vom Markt verschwindet, also ein Totalverlust entsteht, bedarf es keineswegs einen allumfassenden Crash.
      Es reicht viel weniger. Vom Betrug oder kriminellen Machenschaften hin ( Wirecard) zu Fehlspekulationen oder Fehlentscheidungen wie Lehman oder HRE oder CS.
      Wenn man sich die Konzerne der letzten 75 Jahre ansieht, erkennt man, dass schon einige ehemals Bedeutende vergessen und Schnee von gestern sind.
      Investition ist nur ein anderes Wort für Verschuldung.
      Sie leihen jemandem Geld und bekommen dafür ein Papier und etwas Zins oder Dividende. Auch eine Aktie ist nichts anderes, nur ein schöneres Wort. Es ist und bleibt ein Versprechen auf Papier. Und auch sogenannte
      “ Schuldner mit guter Bonität“ wie Apple ( die waren schon 2 mal pleite) oder Cola können in Schieflage kommen, wie jedes andere Unternehmen auch.
      Gold kann niemals in Schieflage kommen und ist niemals ein Schuldner und basiert auch nicht, wie eine Aktie, auf Glaube und Hoffnung.
      Und genau letzteres Risiko macht den Aktiengewinn aus,
      da er dieses Risiko reflektiert.

  4. @Maruti
    Teilweise gebe Ihnen recht, aber das was auf Glaube und Hoffnung basiert, ist unser aller FIAT Geldsystem. Glaube, das das Papier echtes Geld ist, und Hoffnung, damit in Zukunft weiter etwas kaufen zu können. Die Unternehmen müssen sich in dieses System zurechtfinden, wie auch jeder von uns. Natürlich sind Aktien ein schuldschein, dafür gibt’s auch dividende oder auch nicht. Jede Firma ist bestrebt weiter zu wachsen, neu Absatzmärkte zu entschließen oder bestehende auszubauen, das Zauberwort heißt Wachstum, ohne Investitionen d.h. das Geld der Anleger wird es Teilweise schwierig.
    Es ist richtig das einzelne Unternehmen große crashes nicht überlebt haben, dafür gibt’s nicht wenige die 50, 80, 120 Jahre existieren. Die sind immer noch da, teilweise auch über Fusionen, Zukäufe.
    Was ist die Alternative, Geld auf der Bank lassen? Geld private leihen und auf höhere Zinsen hoffen, mit größere Gefahr eines Total Ausfalls. Immobilien kaufen und vermieten, mit der Gefahr von mietnomaden und staatlichen Repressalien. Ich sage Ihnen wie ich mit sowas umgehe. Immobilien ja, aber nur Eigennutzung, Ferienwohnung, und/oder Immobilien die nicht als Wohnraum gelten. Kleiner Geldbestand aufs Konto, Aktiendepot nur mit paar dutzend Aktien, selbst ausgewählt nach bestmögliche Prüfung aller Kriterien, keine ETF’S, kein Krypto. Dafür einige Kilo Silber in münzform, Gold ebenfalls in münzform, verteilt auf zwei Länder. Vergraben, einmauern, who knows.

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