Montag,23.Mai 2022
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Goldpreis und Aktien: Was preisen die Märkte ein?

Die Aktienmärkte zogen in den vergangenen Tagen deutlich an. Der Goldpreis konsolidiert. Ist das nur die Ruhe vor dem Sturm?

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Aktien im Rally-Modus, Goldpreis konsolidiert: Sehen wir demnächst wieder deutliche Gegenbewegungen?

Von Jürgen Fröhlich

Goldpreis stabil

Am heutigen Vormittag um 11:30 Uhr notierte der Goldpreis am Spotmarkt mit 1.925 US-Dollar pro Unze. Das entsprach 1.742 Euro. In beiden Fällen ergab sich gegenüber Freitag ein leichtes Plus von 0,2 Prozent. Die gleiche Entwicklung sehen wir bei Silber mit 25 US-Dollar beziehungsweise 22,60 Euro pro Unze.

In der Ukraine wird weitergekämpft. Und es besteht nach wie vor eine große Ungewissheit darüber, wohin der russische Angriffskrieg münden wird. An den Börsen herrscht allerdings Zweckoptimismus. Oder sagen wir es so: die Stimmung war zuletzt so negativ, dass es kaum mehr Verkäufer gab. Also steigen die Kurse wieder und Spekulanten folgen der Rally. Immerhin hat der DAX von seinem Tief Anfang März bereits wieder fast 2.000 Punkte gutgemacht – mit rund 14.410 Punkten am heutigen Montagvormittag.

Marktentwicklung

Häufig ist zu hören, an der Börse würden Entwicklungen eines halben Jahres vorweggenommen. Das bedeutet wohl, Investoren setzen auf eine baldige Entspannung im Ukraine-Krieg, oder zumindest auf keine weitere Eskalation. Dafür fallen mir spontan drei Szenarien ein. Entweder es kommt tatsächlich zu erfolgreichen Verhandlungen, die einen Waffenstillstand oder sogar eine Kompromisslösung ermöglichen (z.B. politische Neutralität der Ukraine, Ost-Ukraine und Krim gehen offiziell an Russland). Weitere Möglichkeit: Wir erleben einen lange andauernden, für alle Seiten zermürbenden militärischen Konflikt. Oder aber: Putins Vorhaben, die Ukraine unter seine Kontrolle zu bekommen, scheitert gänzlich – aus welchen Gründen auch immer.

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DAX und Goldpreis (FOREX), 5 Jahre: Sehen wir bei Aktien eine Bärenmarkt-Rally oder kommt es zu einer steilen Erholung wie zu Beginn der Corona-Krise? Der Goldpreis befindet sich kurzfristig im Abwärtstrend (Quelle: GodmodeTrader).

Markterwartungen

An den Aktienmärkten sind gewisse „Gewöhnungseffekte“ im Zusammenhang mit geopolitischen Krisen nicht ungewöhnlich. Ukraine-Krieg, hohe Energiepreise, hohe Inflation, Rohstoffknappheit, weitere US-Zinsanhebungen in diesem Jahr: alles scheint momentan eingepreist zu sein. Und das (noch) reichlich vorhandene Geld sucht ja weiter nach renditeträchtigen Anlagemöglichkeiten. Und dennoch dürften die Motive Angst und Gier an der Börse weiterhin sehr eng beieinander angesiedelt sein. Sprich: Die Märkte können jederzeit sehr schnell drehen.

Derweil sucht der Goldpreis in der aktuellen Konsolidierung einen belastbaren Boden. Die jüngsten Daten vom US-Terminmarkt deuten eine Abnahme der Marktschwäche bereits an: Goldpreis konsolidiert, kein Ausverkauf!

Meine Einschätzung: Der Goldpreis dürfte in den kommenden Jahren weiter ansteigen, angesichts der systematischen Geldentwertung, die von Krise zu Krise an Fahrt gewinnt. Erst recht dann, wenn staatliche Haushaltsdisziplin (verständlicherweise) in der dramatischen Aneinanderreihung von Krisen, wie wir sie in den vergangenen Jahren erleben, keine Rolle mehr spielt. Allerdings ist eine weitere Goldpreis-Explosion jetzt alles andere als wünschenswert. Denn das hieße, dass der Krieg womöglich in einer Härte eskaliert, die auf allen Ebenen fatale Folgen für uns alle hätte. Und dieses Szenario ist auch an den Aktienmärkten derzeit nicht eingepreist.

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10 Kommentare

    • @Translator

      Du kennst mich, auch ich liebe das Narrativ von der Dedollarisierung. Es ist objektiv notwendig und ich verfolge gerne die Unternehmungen, um selbiges zu implementieren. Ein Narrativ, welches von ganz unterschiedlichen Publikationen wie Cashkurs, den Toitschen Wirtschaftsnachrichten oder etwa die Junge Welt immer wieder lanciert werden.

      Nur fehlt mir inzwischen ein wenig der Glaube – denn auch hier gilt das universelle Prinzip ‚Reality bites – voll das Leben‘, vulgo das Realitätsprinzip.

      Russische Schuldverschreibungen sind immer noch vollumfänglich in das finanzkapitalistische Konzert eingebunden. Russische Anleihen erwartete bei der Wiederaufnahme ihres Handels einen erneuten Kurssturz. Der Verkaufsdruck im vorbörslichen Geschäft trieb die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Rekordhoch von nahezu 20 Prozent [Rendite = Risikogratifikation, Anm. d. Red.]!

      By the way: Die Spekulationen um einen Zahlungsausfall Russlands gehen in eine neue Runde. Der russische Leviathan bediente zwar in der vergangenen Woche seine Dollar-Anleihen und zahlte Zinsen im Gesamtvolumen von 117 Millionen Dollar – zumindest weitgehend. In den kommenden Wochen werden aber um ein Vielfaches höhere Beträge fällig.

      Heute wurden zunächst Zinsen in Höhe von 66 Millionen Dollar für einen bis 2029 laufenden Dollar-Junkbond fällig. Bis zum Monatsende muss Russland Cuponzahlungen im Gesamtvolumen von 615 Millionen Dollar leisten. Am 4. April folgt dann die Rückzahlung einer ausgelaufenen Anleihe im Volumen von zwei Milliarden Dollar. Wie, um Himmels Willen, konnte das passieren?

      Und der Außenhandel läuft, ähm lief zu knapp 90 Prozent über das Weltleidwährungs-Paar Petro-Dollar/Krisen-Euro. Vielleicht sollte man das Prinzip ‚der Wunsch ist der Vater des Gedankens‘ ein wenig mit klassischer Musik beschallen, um dem Realitätsgedanken wieder zu seinem Recht zu verhelfen. Empfehle unbedingt das Requiem Lacrimosa von Mozart!

      https://www.msn.com/de-de/nachrichten/panorama/klassische-musik-an-vier-stationen-bvg-will-berliner-u-bahnh%C3%B6fe-beschallen-lassen/ar-AAVjY8r?ocid=msedgntp

      https://youtu.be/k1-TrAvp_xs

      Lacrimosa dies illa
      Qua resurget ex favilla
      Judicandus homo reus
      Lacrimosa dies illa
      Qua resurget ex favilla
      Judicandus homo reus
      Huic ergo parce Deus
      Pie Jesu, Jesu Domine
      Dona eis requiem
      Dona eis requiem
      Amen

      • @Thanatos
        https://de.wikipedia.org/wiki/Drittes_Rom
        „Moskau ist das 3. Rom, und ein 4. wird es nicht geben.“ Hab als Student mal eine Seminar-Arbeit geschrieben. Zu Zar Iwan IV. (dem Schrecklichen). Und seinem polemischen Briefwechsel mit Fürst Kurbski, der erst sein treuer Vasall und dann sein Widersacher war. Die Dauer der Imperien verkürzt sich. Schreibt Peter Scholl-Latour in seinem Buch „Die Angst des weißen Mannes“. Sowas wie die Versuche von Zbigniew Brzezinski & Co., ein 2. goldenes Jahrhundert der Amis herbei zu beschwören, lösen bei mir schon fast mitleidsvolle Lachanfälle aus. Wirklichkeits-Verweigerung at its best. @Klapperschlange hat schon Recht. Dieses untote Imperium hat es viel zu lange geschafft, seine vampirische Existenz stets dadurch zu verlängern, daß es andere vor den Bus schubst. Schon wieder brennt Europa, diesmal die Ukraine. Bloß könnte es diesmal anders laufen. Die Probleme zu Hause haben ein Ausmaß erreicht, daß ihnen die Hütte abbrennt. Hab zu Ray Dalio was geschrieben, daß er Aufstände und Bürgerkriege für wahrscheinlich hält. Das Hauptproblem der Amis halte ich darin, daß sie geist- und gottlos sind. Der Tanz ums Goldene Kalb ist kein Ersatz, das war schon Moses klar, als er vom Berg Sinai zurückkam. Hab heute den alten Diakonissen im Krankenhaus Frankfurt (Oder) ein Paket Kaffee geschenkt. @Thanatos, eine Gesellschaft muß auf Werten basieren, sonst taugt sie nichts. Sonst hat sie keinen Bestand.

        • Fortsetzung folgt..

          …getüncht sein. Und der US-amerikanische Hegemon ist ein Auslaufmodell, da beißt die Maus keinen Faden ab. Soweit ist Ruhe im Karton.

          Moskau scheint allerdings weniger ein 3. Rom, als tatsächlich ein subalterner Rohstoff-Lieferant im globalen Weltsystem zu sein. Quasi ein abhängiger Paria-Staat, der dem Zentrum zuliefern darf.

          Wobei genau das die Demütigung darstellen dürfte. Lieber @Translator, mach Dir bitte nichts draus, diese Perspektive trifft God Own’s Country ganz genauso. Also die Sache mit der Demütigung.

          Gute Nacht allseits.

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  2. https://ca.finance.yahoo.com/news/soaring-prices-everything-used-food-110008963.html
    Die Nahrung wird teurer auf der Welt. Das befeuert eine ohnehin schon ausgeuferte Inflation nur noch mehr. Ach ja, was unser EM angeht, so sollten wir uns alle drauf gefaßt machen, daß ein ruchloses System erst recht, nachdem man alles an die Wand gefahren hat, versuchen wird, es zu konfiszieren. Ich erbte 2013 von meiner Mutter 13,3 Hektar Land. Das ist verpachtet. War das eine Latrinen-Parole oder nicht, daß 2020 ein Zensus abgehalten wird? Welches und wie viel Vermögen besitzen Sie? Wie groß ist ihr Garten, wie viel Acker gehört Ihnen? Wie viel Cash und EM haben Sie? Wie viele Quadratmeter Wohnfläche hat ihr abbezahltes Häuschen? Gewiß viel zu viel für einen Spinner von Translator mit Kater Hugo.

    • @WS
      Land und Haus wird Dir nie gehören.
      Du mußt, ob gekauft oder geerbt dafür Miete bezahlen.
      OK damit es nicht so negativ klingt sagt und schreibt man Grundsteuer.
      Rechne schon mal damit, dass diese in Zukunft stark steigen wird, real nicht nominal.

      Lg rolandb

    • @Wolfgang Schneider
      Die Japaner würden sagen: Es reichen 3m³ pro Person zum Schlafen. Der Rest (plus Kater Hugo) kann geteilt werden. Und überhaupt, was machst du denn daheim? Ab in die Arbeit und dann gleich danach wieder in der Bar und den Shoppingzentralen alles wieder verkonsumieren. Hop hop. Für den Konsumkreislauf kann man nie zu alt sein.
      https://www.youtube.com/watch?v=U7Q3sKNuZA0

      • Dummkopf:
        Der Verband der Immobilienwirtschaft hat in der vergangenen Woche mitgeteilt, man gehe davon aus, dass ein Mehrbedarf von bis zu 500.000 Wohnungen für die Flüchtlinge aus der Ukraine entstehe.
        Wer diese Wohnungen wo und wie bauen soll, ist mir schleierhaft. Wer als Privater Wohnimmobilien in Deutschland baut, um sie dem Markt zur Verfügung zu stellen, der kann meiner Meinung nach nur geisteskrank sein.
        Ich gehe davon aus, dass es auf eine Wohnungszwangswirtschaft wie nach dem 2. WK hinausläuft. Wer mehr Fläche als benötigt zur Verfügung hat, der bekommt Leute zur Unterbringung zugewiesen.

        • @Racew
          Der Grundeigentümerverband München empfiehlt, dringend die Nebenkostenvorauszahlungen der Mieter massiv anzupassen, eine Verdoppelung kann richtig sein. Für den Anfang.
          Damit die Mieter dann nicht im Sommer 2023 mit Nachzahlungen über zigtausend Euro überlastet werden.
          Beispiel: Unsere Hausverwaltung hat die Immos 2020 für 40 Cent den Liter Heizöl bedankt, heute 1,5 Euro.
          Nette + 400 %.
          Und das, bevor es ein Embargo gegen Russland gibt.
          Bei Erdgas wäre es weit schlimmer.
          Mit Embargo wird allein die Wohnungsheizung dann 1000 im Monat kosten.
          Gute Nacht.

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