Samstag,15.Juni 2024
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Goldpreis: Woher kommt der nächste Impuls?

Der Goldpreis ist seit dem Rekordhoch um rund 4 Prozent zurückgekommen. Gleichzeitig wertete der Euro gegenüber dem US-Dollar auf. Was macht China?

Goldpreis

Am Dienstagnachmittag um 14:45 Uhr notierte der Goldpreis am Spotmarkt mit 2.315 US-Dollar pro Unze. Das entsprach 2.148 Euro. Damit gab Gold nach einer Kurserholung am Montag wieder jeweils 0,4 Prozent nach. Nach der Fed-Sitzung am vergangenen Mittwoch und den moderateren geldpolitischen Untertönen kamen die Marktzinsen zuletzt wieder etwas zurück.

Gold, Goldpreis (Bild: Goldreporter)
Sind das schon wieder Kaufkurse? Der Goldpreis hat sich im Zuge der Konsolidierung über 2.300 US-Dollar stabilisiert.  Der Abstand des Shanghai Goldkurses hat sich gegenüber dem europäischen Spotkurs etwas reduziert. Es gibt aber weiterhin deutliche Aufschläge (Bild: Goldreporter).

Marktzinsen

Denn 10-jährige US-Staatsanleihen rentierten am Dienstag mit 4,47 Prozent. Dagegen waren es vor einer Woche noch 4,67 Prozent. Die gleiche Entwicklung sehen wir bei den Zinsen im Euroraum. Dort kam die Rendite für deutsche Staatspapiere mit entsprechender Laufzeit von 2,59 Prozent auf 2,44 Prozent zurück.

Anleihen, Zinsen, Renditen, USA, Deutschland

Mittlerweile haben sich die Erwartungen an eine erste Zinssenkung im Euroraum im Rahmen der EZB-Sitzung im Juni verfestigt. In diesem Zuge hat auch der Euro gegenüber dem US-Dollar in den vergangenen Wochen aufgewertet. Und das belastet auch den Euro-Goldpreis. Seit Mitte April zog der Euro gegenüber dem US-Dollar um 1,5 Prozent an auf zuletzt knapp 1,078 US-Dollar. Im gleichen Zeitraum ist auch Goldpreis von seinen Allzeithochs um rund 4 Prozent zurückgekommen.

US-Dollar, Euro, Wechselkurs, Chart
Während der Goldpreis seit dem 19. April um rund 4 Prozent zurückkam, hat der Euro im gleichen Zeitraum um 1,5 Prozent gegenüber dem US-Dollar aufgewertet (Quelle: Stock3)

Konjunkturdaten

Große Aufmerksamkeit an den Märkten erhalten nach wie vor die laufenden Konjunkturdaten. Schwächere US-Ergebnisse, wie zuletzt der US-Arbeitsmarkt-Bericht für April und der ISM-Einkaufsmanager-Index trugen zu jüngsten Rückgang der Renditen bei. Mehr dazu auch hier: Keine Kursänderung der Fed trotz Konjunktureintrübung. Allerdings stehen in dieser Woche keine allzu bedeutenden makroökonomischen Zahlen aus den USA an.

Goldpreis in China

Zuletzt hatte der Goldhandel in China deutlichen Einfluss auf den internationalen Goldpreis. Aber auch der an der Shanghai Gold Exchange gehandelte Goldunze kam zuletzt deutlicher zurück. Am gestrigen Montag notierte der Goldpreis am Nachmittag (8:30 MESZ) mit 544,08 Yuan pro Gramm. Das entsprach 2.369 US-Dollar. Zum gleichen Zeitpunkt wurde Gold hierzulande mit 2.315 US-Dollar pro Unze gehandelt (FOREX). Hier haben wir in den vergangenen Woche auch schon deutlich größere Gaps gesehen.

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21 Kommentare

  1. Die zahlreichen Impulse die schon da sind wie z.b. Weltkriegsgefahr , untragbare und weiterhin explodierende Weltverschuldung , absaufende Weltwirtschaft , Handels und Währungskrieg all diese impulse die sich automatisch weiter verschlimmern werden reichen schon aus um den Goldpreis in neue dimensionen zu befördern .

  2. Man muss neidlos anerkennen, dass trotz des Endes der chinesischen Feiertage es die Drücker geschafft haben, dass der Goldpreis noch immer 117 $ vom ATH am 12.04.
    bei 2431 $ entfernt ist.
    Eine Drückung um 100 Dollar verschlingt ca 40-50 Tonnen reines physisches Gold. Ohne selbiges ist eine Drückung lediglich per Short Selling nicht möglich.
    Diese 50 Tonnen sind weg und man kann nur hoffen, dass es US Gold ist und nicht deutsches Gold in den USA gelagertes.

    • Naja man muss nicht gleich übertreiben es sollte für jeden klar sein das nach so einem anstieg eine Korrektur überfällig war bei der sich übrigens auch die Chinesen beteiligt haben . Viel wichtiger ist das es sich um eine relativ kleine Korrektur handelt wo der Goldpreis immer noch nahe des Hochs befindet und nicht wie früher nach einem kräftigen Anstieg dieser gleich wieder abverkauft würde . Das es eben nicht mehr so wie früher ist hat eben viel mit den Chinesen zu tun .

      • @blockbuster

        Wie weit die Korrektur im Gold geht wissen wir doch noch gar nicht. Das werden wir erst wissen, wenn der Preis über das alte Hoch angestiegen ist. Abwarten und Tee trinken.

  3. Hauptsache ist, dass der Goldpreis so hoch ist, dass sich die Privaten davon trennen. Wenn man sieht, was da gerade an Gebrauchtware bei den Händlern mit z.T. kleinsten Aufschlägen verkauft wird, da haben sich sogar welche von ihren geliebten Lunar 1 getrennt, die Vrenelis liegen im Gegensatz zu sonst massig in den Kisten rum und vergammeln, zur Schmelze wird noch mehr gelangen. Viele haben Gold nur aus Zufall oder Laune heraus gehabt. Das wandert jetzt alles nach Asien und hier sind alle glücklich über ihren so finanzierten Urlaub.

    • @todo
      Die Abschläge beim Ankauf sind noch immer sehr hoch.
      So wird der 23er Krügerrand um 2.223 Euro verkauft, angekauft wird dieser aber um 85 Euro darunter.
      Sicher, gebrauchte Ware hat andere Preise, ich spreche von Neuware.
      Bei manchen Verkäufern sitzt der Schock 2013 und 2020 noch in den Knochen und wollen schnell Gold los werden, mit wenig Verlust oder kleinem Gewinn.
      Bei Silber ist es noch dramatischer.
      Weg mit dem Zeug heisst die Devise, bringt ja nichts.
      Man konsumiert, zahlt lieber Schulden ab ( Zinsen)
      und investiert nicht oder in falsches, wie Bitcoin und macht noch grössere Verluste. Ist aber modern eben.
      Wir, Goldanleger können nicht meckern, höchstens über die hohen Kaufpreise.
      Mein Goldvorrat hat sich in Euro gerechnet in den letzten
      20 Jahren verdoppelt, was heisst, der Euro hat sich halbiert.
      Mehr will ich auch nicht und erwarte ich auch nicht.
      Die Sicherheit ist mir wichtiger als die Rendite.

    • @Todo
      Wenn es an den Finanzmärkten ein Grundgesetz gibt dann das:
      Das Vermögen wandert immer von den Dummen zu den Cleveren.

      Funktioniert wie die Gravitation nach Newton.
      Immer.

  4. Christian
    @Meister Eder
    … und ebenfalls nach Einsteins Relativitätstheorie. Wenn er recht hat, hat er recht, der Meister Eder !
    Ich freue mich auf weitere Spezial-Kommentare von Meister Eder und seinen Freunden und wünsche allen ein schönes und langes Wochenende und ein goldenes Erwachen in der kommenden Woche.

  5. Der Goldpreis stand Anfang 2024 bei etwas über
    2.000 Dollar. ( Ich habe das beobachtet, da ich da einige Krügerrand kaufte).
    Da anzunehmen ist, dass man Gold am Jahresende nicht über eine Performance von sagen wir mal 5% lässt
    ( jedenfalls unter den Aktienindizes), rechne ich mit einem Preis zum Dezember mit etwas über 2.100 Dollar.
    Heute steht er bei 2.315 Dollar und somit ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass es nochmals 200 Dollar runter geht, im Sommer 100 und im Spätherbst nochmals 100 ?
    Die alte Regel, Gold kauft man meist günstigam Jahresende oder knapp am Jahresanfang, vor dem Wochenende oder Feiertagen könnte sich wieder mal bewahrheiten.
    Im jetzigen Umfeld halte ich cash.

    • @ Maruti, Sie mögen wirklich viel Erfahrung haben und ich bin dankbar, dass Sie so wertvolle Beiträge liefern, aber ich weiss bei manchen Posts nicht, wie Sie drauf sind: einmal kaufen, egal wie der Preis ist, dann wieder warten, weil das Kartell wieder mal irgendwann zuschlägt…
      Sie wissen schon, wie die Jahresperformance von Gold 2023 war?

      • @Ahnungsloser
        Einfach auf sein Bauchgefühl und weniger auf Andere hören. Die liegen oft genauso
        falsch wie die Artikel bei Google News, Teil Unternehmen und Wirtschaft. Wer diesen Experten folgt, wird so oft unterschwellig mit Zweifeln zu Gold gefüttert.

  6. Interessant ist noch, dass sich der Goldpreis nun seit Tagen seitwärts bewegt.
    Der Clou ist allerdings, dass er nahezu auf den Cent genau am nächsten Tag endet, wo er am Vortag begann.
    Und das über mehrere Tage.
    Da das nicht der sogenannte Markt sein kann, so fragt sich maruti, wer treibt da seine Spässchen, und wer hat seine Maschine so programmiert ?

    • Geduld, Geduld … kann und sollte auch eine Tugend sein.
      Natürlich funktioniert die Gravitation nach Newton, Meister Eder und nach Einstein weiterhin und zuverlässig, aber sie wird den nach oben strebenden Goldpreis dennoch nicht aufhalten können – und mit zunehmender Höhe nimmt die Gravitation auch noch ab. Wenn das keine guten Nachrichten sind !

      • @Christian
        wohl wahr. Aus 40 km Höhe fiel ein Felix Baumgartner wie ein Stein zur Erde. In 400 km Höhe dagegen zieht die ISS völlig losgelöst von der Anziehungskraft ihre Bahnen um den Planeten. Irgendwo dazwischen verschwindet sie also, die Kraft, die das schafft.

      • @Christian
        Nur eine kleine Ergänzung: die Gravitation hält die Doofen und die Faulen zuverlässig unten.
        Die Cleveren haben (wie immer) einen Weg gefunden, um trotzdem nach weiter oben zu kommen, Angefangen mit Da Vinci, den Gebrüdern Wright, Sigmund Jähn etc.

        • @Meister Eder
          Ich freue mich, von Ihnen zu hören, und ich verehre ebenfalls Leonardo da Vinci, die Gebrüder Wright und natürlich auch Sigmund Jähn, den ersten Deutschen im All.
          Von Leonardo da Vinci, den Gebrüdern Wright und anderen Ikonen der Geschichte gibt es eine schöne und limitierte Serie von (derzeit 9) Silber-Unzen unter dem Namen „Icons of Inspiration“, darunter auch Galileo, Newton, Einstein und Marie Curie …
          Ich wünsche Ihnen und den anderen Cleveren ein schönes und goldenes Wochenende.

  7. @Meister Eder
    Erst einmal wünsche ich Ihnen gute Besserung !
    Ein sehr schönes Hobby haben Sie da (wie groß etwa ist Ihre Anlage ?) – als Kind (vor Jahrzehnten) war ich auch begeistert von Modelleisenbahnen, wurde dann aber zu einem soliden Briefmarken- und Numisbriefsammler.
    Zu den Silbermünzen der auch von Ihnen genannten Naturwissenschaftler kam ich nur, weil ich diese sehr verehre – ein wirklicher Münzsammler bin ich nicht.
    Bezüglich Edelmetalle berät mich ein sehr guter Freund und Spezialist; als Anlage habe ich mich nur etwas mit dem 1 Unzen-Krügerrand beschäftigt.
    Ihre Expertisen, die häufig durch eine optimistische Satire begleitet werden, brachten mich mehrfach zum Lächeln (und das erlebe ich selten im Netz; bin kein Freund der sozialen Medien), und was Ihr Pseudonym angeht, hätten Sie kein passenderes wählen können …
    Abschließend meine Fragen an den „Meister Eder Goldspezialisten“:
    Wie bewerten Sie die Goldpreis-Entwicklung in den kommenden Monaten, und wird es global gesehen zeitnah tatsächlich wieder zu goldabgesicherten Währungen kommen ?
    Beste Grüße, gute Besserung und eine interessante Woche wünscht Christian.

    • @Christian
      Mit den Antworten fange ich von unten an:
      1.) Goldpreisentwicklung in den kommenden Monaten ?
      Habe meine Glaskugel verbummelt, keine Ahnung. Hatte mal 2.500 für August vorausgesagt, aber ….
      Mir ist die kurzfristige Denke auch komplett egal (da kommt der Schreinermeister durch: gutes Holz wächst langsam….). Oder mein oft strapaziertes Beispiel mit der Titanic: im Rettungsboot war es am Anfang auch schaukeliger und unkomfortabler als auf der (noch schwimmenden) Titanic mit Gratisdrinks und Bordkapelle. Der „Nachteil“ hat sich aber nach gut 1 Stunde massiv gelohnt.

      Ich halte Gold als Versicherung gegen Politikerwahnsinn mit langfristiger Perspektive (habe dazu gerade eine längere Antwort an Maruti geschrieben) .
      M.E. „Alternativlos“.
      In diesem Fall aber wirklich.

      2.) Goldabgesicherte Währung?
      Naja, da haben Krall etc. schon viel zu gesagt. Das würde Politikern jede Chance nehmen, wieder neue Schuldenblasen aufzubauen, um sich damit Wähler zu kaufen.
      M.E also eher nicht.
      Tolle Idee, aber der Mensch eben…….
      Die Brics Plus bauen derzeit ja an Währungsswaps, also faktisch einer internen Verrechnungswährung evtl. wie die Erstidee des ECU. Einfach um den Dollar aus dem Handel zu nehmen.
      Clever. Wir übel für uns.

      Positive Satire ?
      Da schreibe ich offenbar anders als ich denke !
      In einer Ecke meines Kopfes sitzt ein rabenschwarzer Zyniker.
      Aber ich muß mich hier ja auch für Herrn Fröhlich zurückhalten: sonst kommen beim GR und bei mir 3 x die Woche Nancy, Haldenwänglein und deren Schergen vorbei (wird bei mir aber schwierig , wg Wohnsitz) .

      Eisenbahn: kurz. der reine Wahnsinn. Ich sammle seit 20 Jahren. Bisher nur kleine „Vorführanlage“ (1,30 x 3,80m ).
      Es sind 73 (kein Druckfehler) komplette Züge. Fängt 1880 mit Länderbahnen an, über mehrere Versionen Orient-Express, Rheingold etc. bis hin zum Doppelstock-TGV Atlantique und Kanaltunnel-TGV. Leichter (?) Anflug von Perfektionswahn.
      Bei Schlechtwetter (im Keller bin ich vor dem Verbrennen durch die Klimakrise sicher) wir derzeit auf 17 qm geplant, in 3 Etagen übereinander. Ich kann ja schlecht den TGV neben den 1910 er Orientexpress fahren lassen. Da kommt der Handwerker durch.
      Hoffentlich lebe ich lange genug, bis das fertig ist.

      Danke für die genesungswünsche !

  8. @Meister Eder
    Vielen Dank für die ausführlichen Antworten – ich melde mich bald wieder !
    Beste Grüße !

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