Sonntag,19.Mai 2024
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Krisenjahr 2023 – Lehman, oder noch schlimmer?

Die jüngste Bankenkrise in den USA weckt Erinnerungen an das Jahr 2008. Es gibt Parallelen und deutliche, allerdings nicht sehr vorteilhafte Unterschiede.

Gold, Goldpreis, Bär, Bulle, Bankenkrise
Bankenkrise? Noch gibt es keine Panik auf dem (virtuellen) Parkett. Aber jeder Sturm beginnt mit aufkommenden Böen (Foto: Goldreporter).

Von Jürgen Fröhlich

Krisenjahr 2023

Das Jahr 2023 rüstet dramaturgisch weiter auf. An den Märkten geht die Furcht vor einer neuen Bankenkrise um, nachdem innerhalb weniger Tage drei amerikanische Institute abgewickelt werden mussten. Damit verbunden ist eine Umschichtung von Kapital aus den Aktienmärkten in Anleihen, aber auch in Gold und Silber.

Parallelen zu 2008

Und instinktiv denken Investoren und Marktbeobachter an die Weltfinanzkrise von 2008. Es gibt allerdings einen Unterschied. Die Vertreter in US-Notenbank, US-Einlagesicherung (FDIC) und US-Finanzministerium haben aus den Folgen der Lehman-Pleite gelernt. Schon gleich zu Beginn einer möglichen Finanzkrise wird dort alles unternommen, um das Vertrauen in die Institutionen zu erhalten. Mit Janet Yellen sitzt zudem eine ehemalige Präsidentin der US-Notenbank im Treasury-Department. Sie weiß, was zu tun ist, um die Märkte zu besänftigen.

Unterschiede zu 2008

Allerdings gibt es weitere wesentliche Unterschiede zu 2008/2009. Und diese sind weniger vertrauenserweckend. Die weltweite Verschuldung ist seither weiter rasant gestiegen. Mit den Maßnahmen zur Krisenbewältigung (u.a. „Quantitative Easing“, Corona-Hilfe) hat sich die Bilanzsumme der US-Notenbank mehr als verachtfacht auf zuletzt 8,3 Billionen US-Dollar. Die US-Schuldenquote stieg von 67 Prozent auf zuletzt 121 Prozent – so hoch wie nach dem 2. Weltkrieg.

Fed, Bilanz, Bilanzsumme
Fed-Bilanz seit 2004: Die Fed hat die Märkte nach oben gekauft. Entstanden ist eine gigantische Finanzblase, die einmal mehr zu platzen droht! (Quelle: Federal Reserve Bank of St. Louis)

Dabei hat sich die US-Geldmenge M2 seit 2008 auf 21 Billionen US-Dollar verdreifacht und in diesem Zuge kam es zu erheblichen Kursübertreibungen bei vielen Vermögenswerten (v.a. Aktien, Immobilien, sonstige Finanzanlagen).

Geldmenge, USA, M2, Wachstum
Jährliches Wachstum der US-Geldmenge M2 seit 1990: Durchschnittlich 6 Prozent pro Jahr. In der der Corona-Krise müssten die Zentralbanken noch einmal ordentlich Geld drucken (Quelle: Federal Reserve Bank of St. Louis).

Das heißt, eine mögliche Bereinigung dieses aufgeblähten Finanzvermögens (Crash/“Bust“), droht für alle noch deutlich schmerzhafter zu werden als damals. Und es wird erheblich größere Mittel erfordern, um eine Kernschmelze des Finanzsystems abzuwenden – sollte es zu dieser Bedrohungslage kommen.

Gold-Perspektive

Immerhin: Noch ist es nicht soweit. Auch wenn jeder Sturm mit aufziehenden Böen beginnt. Die Fed hat zumindest wieder etwas mehr Spielraum, die Zinsen erneut zu senken und die Märkte zu beruhigen. Wie 2008 gilt es, einen großen Bankenansturm zu verhindern.

Sollten jedoch Staat und Zentralbanken zu einer erneuten Bankenrettungs-Arie gezwungen sein, dann ist der Beginn einer neuen „Boom-and-Bust“-Phase vorgezeichnet. Denn die Mängel unseres alleine auf Kredit basierten Geld- und Finanzsystems wurden seit Aufgabe des Gold-Standards Anfang der 1970er-Jahre nie beseitigt. Und es wird kommen, wie bislang nach jeder Finanzkrise. Der Goldpreis dürfte erneut eine Stufe höher klettern – zwischenzeitlicher Einbruch nicht ausgeschlossen, wie in der vorübergehenden Liquiditätskrise im Jahr 2008!

Gold, Goldpreis, Goldchart
Goldpreis in US-Dollar seit 1980: Das Edelmetall folgt den „Boom-und-Bust“-Zyklen der vergangenen Jahrzehnte. In Liquiditätskrisen kann auch Gold unter Druck geraten. Aber langfristig geht es mit der Geldmenge nach oben.

Bleibt zu hoffen, dass es so bald nicht zum ganz großen Crash kommt, der eine komplette Neuordnung des Geld- und Finanzwesens erfordern würde. Aber einmal mehr wird nun deutlich, wie wichtig es ist, sich mit realen Werten gegen einen Kollaps abzusichern. Und dazu gehört nun einmal Gold.

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18 Kommentare

  1. Was gibt es Neues [[im Westen]?

    Der CEO der untergegangenen Silicon Valley Bank [SVB], Greg Becker, hat noch 24 Stunden vor der Pleite persönlich Kunden angerufen, um ihnen zu versichern, dass ihr Geld bei der Bank sicher sei. Er selbst brachte aber sein Geld frühzeitig in Sicherheit. Nach Angaben der Aufsichtsbehörden verkaufte Becker am 27. Februar 12.451 SVB-Aktien für 3,6 Millionen Dollar. Außerdem wurde auch ihm noch ein Jahresbonus kurz vor der Pleite ausbezahlt. Seine Jahresbezüge bei SVB lagen zwischen 9 und 10 Millionen Dollar im Jahr.

    Seitdem verloren Finanzunternehmen weltweit massiv an Marktkapitalisierung. Wie Bloomberg berichtet, haben globale Finanz-Aktien innerhalb von nur zwei Tagen 465 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung verloren, da die Anleger nach dem Banken-Crash die Branche meiden, wie der Teufel das Weihwasser.
    https://www.bloomberg.com/news/articles/2023-03-14/global-financial-stocks-lose-465-billion-on-svb-impact-worry

    Apropos Teufel, sollte Greg Becker mal eine rituelle Reinigung von seinen Sünden benötigen, so werde ich gerne – und gratis! – einen Exorzismus an ihm durchführen. Versprochen.

    • @Thanatos
      Da hättest Du aber viel zu tun.
      https://www.cnbc.com/2023/03/14/moodys-cuts-outlook-on-us-banking-system-to-negative-citing-rapidly-deteriorating-operating-environment.html
      Das vielzitierte Verdauungs-Endprodukt ist am Dampfen, würde ich sagen.
      https://www.dailymail.co.uk/news/article-11852345/Americas-620-billion-ticking-time-bomb-FDIC-reveals-unrealized-losses-banks.html
      Und man hat sich allenthalben die Schulden kleingelogen. Wie die Zahlen zur Inflation. Und dann noch solche Versprechen: „As the government scrambles to prevent contagion, the Federal Reserve announced on Sunday night that all depositors would get their money back.“
      https://www.nakedcapitalism.com/2023/03/bankruptcies-surge-across-eu-as-companies-hit-wall-at-fastest-rate-since-records-began.html
      Und es sind ja nicht nur die Banken, siehe die Folgen der „Energiekrise“ in Europa. Jetzt kommt eins zum anderen. Fehlt noch die Teilnahme am Krieg. Am 1. April steht in BILD, daß Annalena und Robert in Bad Bank Urlaub machen. Unsere unnachahmlichen Qualitätsmedien werden uns bald Friedrich den BlackRocker als Erlöser anpreisen. Maschmeyer wird dann sein Finanz- und Tenhagen sein Wirtschaftsminister. Die übelsten Böcke als neue Gärtner.
      @Thanatos
      Was meinst Du? Wie viele Jahre im Gulag erwarten mich für meine Spottlieder?

      • Herz-Jesu-@Translator

        Keine bzw. ganz genau Nullkommanull. Ich habe Dir doch die Absolution verliehen, damit findet die Feier des Bußsakraments seinen Abschluss. Du bereust als notorischer Sünder Dein Tun und zeigst die ernste Absicht zur Besserung [die Ablass-Leistungen an die Kindergärten und überhaupt].

        Ein Glück, dass es die katholische Soziallehre gibt.

        A guats Nächtle.

    • @Thanatos
      Jetzt nur mal so privat unter uns:
      Wenn Sie ein Bankchef unangemeldet anruft, um Ihnen zu versichern, Ihr Geld wäre auf seiner Bank sicher, was würden Sie dann in den nächsten 15 Minuten machen ?

      A, B, oder C ?

      A) Das Geld sofort abheben.
      B) Sofort das Geld abheben
      C) Nix wie nach Hause mit dem Geld

      Als kleine Anleitung für das Purgatorium an Mr. Becker empfehle ich die in dieser Kirche in Padua vor einigen hundert Jahren verewigte Bedienungsanleitung.
      Das Frontbild, rechtes Quadrat unten.
      Ist von Giotto. Also eine amtliche Bedienungsanleitung.

      Kein Witz: gestiftet hat die Kirche ein Banker aus Angst vor der Hölle. Er muss auch sehr nett zu seinen Kunden gewesen sein.
      https://de.dreamstime.com/giotto-freskenzyklus-der-scrovegni-kapelle-padua-italien-das-kapellen-italiener-cappella-degli-ist-eine-kleine-kirche-region-image169890818

      • @MeisterEder
        https://memory-beta.fandom.com/de/wiki/Erwerbsregeln_der_Ferengi
        Erwerbsregel Nr. 19, Teil 1: „Bezahlung wird nicht garantiert.“ Teil 2: „Zufriedenheit wird nicht garantiert.“
        Nr. 27: „Es gibt nichts gefährlicheres als einen ehrlichen Geschäftsmann.“
        Nr. 39: „Verrate den Kunden nie mehr, als sie unbedingt wissen müssen.“
        Nr. 60: „Wenn du lügst, bleibe konsequent.“
        Nr. 99: „Vertrauen ist die größte Strafe von allen.“
        Nr. 200: „Ein Ferengi ist stets nur auf seiner eigenen Seite.“
        Nr. 261: „Ein reicher Mann darf sich alles leisten außer einem Gewissen.“

        @MeisterEder
        Ich war gestern im kleinen Kinderheim in Frankfurt (Oder). 2×5 Liter Saft in den Vorraum hinter der Eingangstür gewuchtet, dazu zwei große Kartons mit Schokolade, Puddingen, Marzipan und Zeugs zu Ostern. Es war kurz nach 13 Uhr, und da ist die Schule aus. Ein kleines Mädel (ca. 9) kam an und „erwischte“ mich. „Ich kenn dich. Ich weiß, wer du bist.“ Dazu ein unschuldiges, liebevolles Lächeln. Ich mag kein Ferengi sein. Die Kinder überall, wo ich aufschlage, trinken die Säfte sehr gern, und ich hoffe auf eine gute Obsternte 2023.

        • @Thanatos
          Das mit der Hölle ist „Fakenews“.
          Zum Beweis zwei Geschichten von gläubigen bayerischen Katholiken.

          1.) Die strenggläubige Huber-Bäuerin kommt in den Himmel.
          Von dort droben kann man direkt runter in die Hölle gucken. Völlerei, Orgien, wie Sodom und Gomorrha. Ein Laster jagt das andere. Angewidert wendet sie sich ab.
          Als Zeit für das Mittagessen ist, kommt Gottvater mit einem Tell Wurstbrote.
          Sie ist baff erstaunt, hier sei doch der Himmel.
          Und in der Hölle wird gevöllert.
          Antwort vom Chef:
          Ja glaubst Du, wegen uns 2 fang ich hier gross das Kochen an ?

          2.) Der Huber-Bauer war ein gerissenes Schlitzohr und muss deswegen in die Hölle.
          Er hat sowas von Angst, als die Türe aufgeht und ihn Lucifer persönlich begrüsst (die anderen Dämonen sind auf einer LQBTQ-Demo) .
          Der Huber ist baff erstaunt; ganz anders als ihm der Pfarrer immer gesagt hat sieht es aus wie im Paradies. Das Oktoberfest in XXL.
          Erstaunt fragt er den Chef.
          Der nur kurz: Aha, ein katholischer Bayer, na dann komm mal mit.
          Am Ende eines Ganges eine Falltüre aus schwerem Eisen.
          Wendeltreppe nach unten, hunderte Stufen , noch eine Eisentüre, es wird immer wärmer….( so geht es weiter..) .
          NAch 10 Minuten öffnet Lucifer die letzte Eisentüre und dahinter ist das, was der Pfarrer immer erzählt hat.
          Lucifer: ich versteh ja überhaupt nicht, was ihr so für seltsame Wünsche habt, aber das haben wir extra für euch Katholiken aus Bayern hier unten einbauen müssen.

  2. Der DAX heute mit 2% im Plus. Es geht wieder aufwärts.
    Danke an Powell und Biden und seine deutlichen Worte.
    The show has to go on.
    Krise gestern ? war da was ?
    Wie mir berichtet wurde, steht die BIZ schon mit 50 Paletten bereit auf dem Balkon.
    Also, etwas Geduld, liebe Goldfreunde.
    Es wird wieder günstiger. Nicht so bei den Häuslebauern.
    So mancher bekommt nun Schnappatmung.
    Donnerstag wird Lagarde die Zinsen weiter anheben.
    Ob es hilft ? Jedenfalls steigen Mieten und Preise in Immosektor weiter.
    Schon jetzt hat der Mittelstand Probleme mit Wohnungen.
    Diese werden sich bald nur sehr Reiche leisten können.
    Und die anderen ?
    Wohnt ihr schon oder haust ihr noch heisst es jetzt schon.

    • Oh, das wird teuer.
      Heute der DAX erneut 2.7% im Minus.
      Teuer für die Banken und noch teuerer für die unbedarften Anleger. Denn, jemand hat ja gestern und letzte Woche zu Höchstpreisen gekauft und darf heute zu Tiefpreisen wieder abstossen.
      Herrje, wie sag ich es bloss der Frau und der 7 köpfigen Kinderschar, meinte schon mal Kostolany bei derartigen Ereignissen.

  3. @Wolfgang Schneider
    Die in der US-Einlagensicherung organisierten Banken sollen unrealisierte (vulgo: versteckte) Risiken aus dem Wertverlust ihre Anleihen in Höhe von 620 Milliarden haben.
    Mit der nächsten 0,5 % Zinserhöhung der Fed wird es dann über 1000 Milliarden.

    Frage: warum realisieren die diese Verluste nicht, wie sie es eigentlich in der Bilanz müssten ?
    Fehlt da vielleicht ein klein wenig Eigenkapital ?
    Wenn das so ist, was passiert dann demnächst ?

    Ok, der nachfolgende Vergleich hinkt.
    Es wird in echt nicht so schön bunt.
    https://www.youtube.com/watch?v=B4_VQ0tnzoU

    • @MeisterEder
      https://www.marketwatch.com/story/government-bonds-held-at-banks-may-be-so-called-toxic-asset-of-next-financial-crisis-fund-manager-says-4ccf6b08
      Falls die Fed nicht emsig druckt, wie @HH meint, so spielt die Regierung den Staubsauger für die giftigen Bonds, die man mit Steuergeld aufkauft. Und schafft so das nächste Elend. Wie sagte der Zauberer Saruman? „One ill turn is worth another.“ Eine üble Wendung ist der anderen wert. Zieht die nächste nach sich.

      Hiermit beantrage ich noch 1 Jahr Gulag: Es klappert
      https://www.youtube.com/watch?v=NkMHK7v8aPQ

      Es klappert die Presse in Frankfurt am Main.
      Klipp, klapp! Klipp, klapp!
      Bei Tag und bei Nacht haut Christine voll rein.
      Klipp, klapp! Klipp, klapp!
      Sie drucket das Geld, sind die Banken in Not,
      und schlaget Rendite und Zinsen uns tot.
      Klipp, klapp, klipp, klapp, klipp, klapp!
      Klipp, klapp, klipp, klapp, klipp, klapp!

      Es steigen die Kurse, sie drehen am Rad.
      Klipp, klapp! Klipp, klapp!
      Steil aufwärts nach oben der Index geht ab.
      Klipp, klapp! Klipp, klapp!
      Der Zocker voll Adrenalin weitermacht,
      und niemals wird’s sein, daß die Börse mal kracht.
      Klipp, klapp, klipp, klapp, klipp, klapp!
      Klipp, klapp, klipp, klapp, klipp, klapp!

      Wenn reichlichen Kursgewinn Aktien gemacht,
      Klipp, klapp! Klipp, klapp!
      Der Tenhagen über die Goldbugs laut lacht.
      Klipp, klapp! Klipp, klapp!
      Doch leider hilft bald nur das Gold in der Not,
      der Aktien- und Bond-Markt von Blut ist tiefrot.
      Klipp, klapp, klipp, klapp, klipp, klapp!
      Klipp, klapp, klipp, klapp, klipp, klapp!

  4. Die FED wird alles mit geruckten Dollars zuschexxxxen.
    Nix wird passieren.
    Weiter, wie gehabt.

  5. Wenn die wirtschaftliche und finanzielle Lage auch zum K…. ist, so macht man sich immerhin noch die Mühe die Menschen mit lustigen Geschichten zu erheitern wie die um die NS 2 Sprengung durch ukrainische Hobbysegler. Wobei es gelinde gesagt eine Frechheit ohne Gleichen ist,denkenden so etwas aufzutischen…..

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