Samstag,23.Oktober 2021
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Polen will mehr Gold kaufen und enthüllt Strategie

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Polen besitzt 230,2 Tonnen Gold – bei Teilen davon handelt es sich um „Papiergold“, wie Notenbank-Präsident Adam Glapiński in einem Zeitungsbeitrag erklärt (Foto: Goldreporter).

Polen will mehr Gold kaufen. Notenbank-Präsident gewährt in einem Zeitungsbeitrag Einblicke in die polnische Goldstrategie. 

Polens Gold

Polen besaß per Ende August 2021 offizielle Goldreserven im Umfang von 230,2 Tonnen. Zuletzt hat die Zentralbank des Landes kontinuierlich Gold gekauft. In einem aktuellen Beitrag für die polnische Zeitung Do Rzeczy („Zur Sache“) erläutert der Präsident der polnischen Zentralbank (NBP) Prof. Dr. Adam Glapiński seine Goldstrategie.

Begründung

„Es gibt mehrere Gründe, warum Gold eine besondere Rolle in der Strategie des NBP-Reserven-Managements spielt. In erster Linie ist es niemandem gegenüber haftbar und daher frei von Kreditrisiko – der Fluch aller Vermögensverwalter. Darüber hinaus ist Gold frei von direkten Verbindungen zur Wirtschaftspolitik eines Landes, resistent gegen Turbulenzen auf den globalen Finanzmärkten und seine physikalischen Eigenschaften sorgen für Langlebigkeit und praktisch Unzerstörbarkeit“, so Glapiński.

Polen will mehr Gold kaufen

Und er sagt weiter: „Gold ist der beste Bestandteil der Währungsreserven. Es diversifiziert geopolitische Risiken und ist eine Art Vertrauensanker, gerade in Zeiten von Spannungen und Krisen. Daher werden wir durch die Fortsetzung der derzeitigen Politik versuchen, unsere Goldressourcen zu erhöhen, aber Umfang und Tempo der Käufe werden unter anderem von zur Dynamik der Veränderungen der amtlichen Währungsreserven und der aktuellen Marktbedingungen“ erklärt er.

Gegenposition zum US-Dollar

Da Gold in der Regel unter Bedingungen eines erhöhten Risikos von Finanz- oder politischen Krisen steige, werde das Edelmetall als „sicherer Hafen“ gehandelt. Dadurch weise Gold eine relativ geringe Korrelation mit den wichtigsten Anlageklassen auf – insbesondere gegenüber dem US-Dollar, der das Reserven-Portfolio der NBP dominiere. Das wirke sich positiv auf die Diversifikation des Finanzrisikos aus.

Goldreserven auf „zugewiesenen Konten“

Und Polen legt großen Wert darauf, große Teile des Goldes im eigenen Land zu lagern. Derzeit befänden sich 8,392 Goldbarren im Gesamtgewicht von 104,9 Tonnen in den Tresoren der Zentralbank. Der Rest (125,4 t) befinde sich im Ausland, vor allem auf „zugewiesenen Konten“ bei der bei der Bank of England, wie Glapiński es bezeichnet.

Er erklärt: „Es ist erwähnenswert, dass die Bank of England nicht nur die Lagerung von Goldbarren anbietet, sondern auch den Markt für ihren Handel organisiert – abgesehen von der Polnischen Nationalbank werden Konten auch von den meisten auf dem Goldmarkt tätigen Unternehmen geführt, dank in die unsere Ressourcen aktiv investiert werden können, z. B. im Rahmen der sogenannten Platzierungstransaktionen.“

„Flexibles Goldmanagement“

Und dann wird es interessant: „Zu Anlagezwecken werden auch Goldkonten verwendet, die die NBP bei anderen Korrespondenten führt, aber die auf diesen Konten geführten Guthaben machen einen sehr geringen Prozentsatz der Goldreserven aus. Eine solche Vielfalt an Goldlagerstätten passt nicht nur gut zur Praxis der Zentralbanken, sondern ermöglicht auch ein flexibles Management der Goldressourcen und reduziert gleichzeitig die Kosten für die Goldhaltung.“

Papiergold

Was will er damit ausdrücken: Nicht alles Gold, was auf den Auslandskonten bei der Bank of England ausgewiesen ist, ist auch (sofort) physisch verfügbar. Es handelt sich in Teilen um Papiergold, also reine Goldforderungen. Das ist im Grunde nichts Neues, aber interessant, es so unverblümt zu lesen.

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2 KOMMENTARE

  1. Bank von England? Hat die nicht grad erst Venezuela’s Gold veruntreut bzw. Ohne jede Rechtsgrundlage(eigene GERICHTE!!!) die Herausgabe verweigert? Denen UND den Amis wuerde ich nicht mal mehr ein Fertigsandwich anvertrauen, geschweige denn auch nur 1 Gramm Gold.

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  3. Es ist schon lange erwiesen, dass nur ein Teil aller Goldforderungen und ausgewiesenen Goldbestände nur auf dem Papier existieren und physisch nicht vorhanden sind. Man muss sich die Barren im Falle einer Auslieferung woanders “ besorgen “ ( Afghanistan, Venezuela, Argentinien, …).Eigene tatsächliche physische Bestände rührt die BoE oder auch die anderen natürlich nicht an. Die sind natürlich gesondert gelagert und gesichert.
    Das könnte dazu führen, dass, wenn alle Goldforderungen erfüllt werden müssten, viel zu wenig Gold “ für die anderen“ vorhanden ist, zumal man in erster Linie natürlich die eigene Mischpoche bedient.

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