Donnerstag,29.September 2022
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Russland erwägt Gold-Anbindung des Rubel

Gold, Russland, Goldstandard, Goldbarren (Foto: Goldreporter)
Russlands Zentralbank hat in den vergangenen Jahren systematisch Gold zugekauft. Offiziell besitzt Russland 2.298 Tonnen Gold als Währungsreserve.

Russland könnte den Rubel an Gold und andere Güter binden, um die Landeswährung zu stärken. Angeblich wird diese Maßnahme im Kreml diskutiert.

Goldstandard

Wenn die Zentralbank ihre Währung auf Wunsch des Besitzers jederzeit gegen eine festgelegte Menge an Gold eintauscht, dann handelt es sich um einen sogenannten Goldstandard. Eine solche Goldanbindung oder Golddeckung gibt es in unterschiedlichen Ausprägungen. Sie schafft Vertrauen in die Währung, sie birgt aber auch Risiken.

Gold-Rubel?

Laut Medienberichten erwägt man in Russland, den Rubel mit Gold und/oder anderen Gütern zu decken. Die Idee werde im Kremlin diskutiert, meldet unter anderem Alarabiya News.  Dort heißt es, ein einflussreicher russischer Beamter habe diese Woche erklärt, dass man mit der Kopplung des Rubels an russisches Edelmetall mehr Souveränität für das eigene Finanzsystem erlangen könne, das durch westliche Sanktionen erschüttert worden sei. Am 24. Februar waren russische Truppen erstmals in die Ukraine einmarschiert. Währenddessen habe Kreml-Sprecher Dmitri Peskow zuletzt in einer Telefonkonferenz mit Reporten erklärt, dass die Frage einer Goldanbindung des Rubels mit Putin diskutiert werde.

Historie

Hintergrund: Nach dem zweiten Weltkrieg einigte sich die Staatengemeinschaft auf einen Gold-Dollar-Standard. Das heißt, alle im sogenannten Breton-Woods-System vereinigten Währungen besaßen feste Wechselkurse und der US-Dollar besaß eine Golddeckung. Der Goldstandard zerbrach, als die Vereinigten Staaten die Konvertierbarkeit von Dollar gegen Goldreserven Anfang der 1970er-Jahre beendete.

Rückkehr zum Goldstandard?

Wenn Gold wieder Geld wird
Goldreporter-Spezial-Report „Wenn Gold wieder Geld wird“

Ist eine Rückkehr zum Goldstandard aus russischer Sicht wirklich realistisch und sinnvoll? Im Goldreporter-Spezial-Report „Wenn Gold wieder Geld wird“ hat die Redaktion ein solches Szenario bereits ausführlich thematisiert.

Fenn gemeinsam mit China, einem wichtigen Handelspartner Russlands und einem ebenso substanziellen Goldbesitzer, könnte ein wie immer geartetes, physisch gedecktes Währungssystem durchaus etabliert werden.

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11 Kommentare

  1. https://finance.yahoo.com/news/kremlin-says-russia-discusses-pegging-115807093.html
    Ein Krieg war Anlaß für die Amerikaner, die Goldbindung des Dollar zu beenden. Was wenn der Krieg in der Ukraine sich endlos hinzieht wie das Vietnam-Abenteuer der USA? Es könnte glatt sein, daß – Aluhut-Alarm! – der Krieg in Osteuropa nicht enden darf, um Rußland auszuzehren. „War of attrition“ hatte Scholl-Latour das genannt. Abnutzungs-Krieg. Vielleicht hat ZB-Chefin Elvira Nabiullina das als einzige begriffen und tritt daher auf die Bremse. Daß so ein lebenserfahrenes Frauenzimmer mit Hausfrauen-Verstand und Überblick Putins Nachfolgerin wird, kann ich mir vorstellen. Vielleicht hat sie auch eigene Kinder und daher eine natürliche Aversion gegen Kriege. Möchte wetten, die Abstoßung der US-Bonds und die Neu-Anschaffung riesiger Goldreserven war auch ihre Idee.

    • @Translator

      Oder auch Narrativ 2 – Russland ist fahrlässig und ganz ohne Not in sein geopolitisches Endgame eingetreten, aus dem der Hegemon USA [und mit ihm der Appendix der westlichen Satellitenstaaten] als Sieger hervorgehen wird. Die entscheidende Frage wird sein, ob das Imperium sich so weit stärken kann, dass es das nächste Level – die Konfrontation mit China – überstehen kann.

      Zunächst aber muss das russische Schwellenland aus der tiefen [Semi-]Peripherie des Weltsystems niedergerungen werden. „Wir wollen, dass Russland so weit geschwächt wird, dass es das, was es beim Einmarsch in die Ukraine getan hat, nicht mehr tun kann“, so der US-Verteidigungsminister Austin. Und das wird bei dieser einmaligen Gelegenheit konsequent zu Ende gebracht.

      Keine Überraschung: Es geht dabei der USA weniger um die Ukraine, als um die direkte Konfrontation mit dem sino-russischen Block. US-amerikanische Denkpanzer [‚Think Tanks‘] machen aus diesbezüglichen Visionen keinen Hehl: „Die Frage ist nicht, wie die neue Weltordnung aussehen wird, sondern vielmehr, ob die USA und ihre Verbündeten durch die Ukraine die Erosion der Errungenschaften des letzten Jahrhunderts rückgängig machen können, um so einen ersten Schritt zur Schaffung der ersten wirklich „globalen“ Weltordnung zu tun“, so Frederik Kempe vom ‚Atlantic Councel‘.

      Wohlgemerkt eine frackingdollarbasierte Weltordnung des ungehinderten angloamerikanischen Finanzkapitalismus. Quasi die BraveNewWorld-Ordnung frei nach Aldous Huxley.

      https://www.heise.de/tp/features/Beim-Ukraine-Krieg-geht-es-nicht-um-die-Ukraine-7069677.html

      • @Thanatos
        Dagegen spricht die Erfahrung der Geschichte,
        https://de.wikipedia.org/wiki/Falscher_Dmitri
        1612 hatte ein polnisches Invasionsheer schon Moskau besetzt. Man zog den Polen dennoch den Zahn. Große Teile der Ukraine brachten sie aber lange Zeit unter ihre Kontrolle. Es ist der ewige Kampf des Katholentums gegen die orthodoxe Kirche, der man die Kirchen-Spaltung von vor über 1.000 Jahren nie verziehen hat. Es gab im Mittelalter mehrere Kreuzzüge Roms gegen die Orthodoxen. Auch Byzanz wurde von Kreuzrittern mehrfach verheert und geplündert, so daß es geschwächt dem türkischen Ansturm unterlag. Anmerkung: Mit dem Fall Konstantinopels erwuchs Moskau zum Zentrum des orthodoxen Glaubens griechischer Prägung.
        In diesem Zusammenhang sehe ich auch den gescheiterten Rußland-Feldzug von Napoleon Bonaparte von 1812. Auch der hatte Moskau schon besetzt. Angewidert meinte der Korse, die Kuppeln der russischen Kirchen erinnern ihn an Moscheen. Am Ende nahmen die Franzosen im Laufschritt Reißaus. Von 600.000 Mann der Grande Armee erreichten 30.000 wieder heimatlichen Boden.
        Zu unserem GröFaZ und seinem Abenteuer 1941-45 muß ich nichts sagen.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Monroe-Doktrin
        Irgendwie sind die Panzerdenker der USA dieser Psychose treu geblieben. Ausgestattet mit reichlich Sendungs-Bewußtsein, das an ihrer Mickymaus-Wesensart nichts zu deuteln erlaubt. An ihrem Wesen soll die Welt genesen. Obschon sie grad dran verreckt.
        https://www.youtube.com/watch?v=xSlPTvYL5lk
        Pride cometh before the fall. Seinen Gegner nicht zu kennen, ja nicht einmal kennen zu wollen, ist der tödliche Fehler, den diesmal auch Amerika begeht. Hochmut kommt vor dem Herbst. Will sagen, die USA wurden zu schnell gebacken und zu heiß. Es wird sie nicht mehr lange geben. Der Indianer Red Crow hat vollkommen Recht. Strategisches Denken ist den Amis so fremd wie unseren Grünen Mathe und Physik. In dem Moment – ich spiele wieder mal die Kassandra – wo sie sich als Sieger wähnen und beruhigt zurücklehnen, fällt ihr Stuhl rückwärts um. Nächstes Jahr ist die Monroe-Doktrin 200 Jahre alt. Das wird wie der 40. Geburtstag der DDR sein. Die Mauer sollte ja auch noch 50 oder 100 Jahre lang stehen.
        @Thanatos
        https://www.youtube.com/watch?v=JgveW_2EHVE
        Schau mal, was General Jackson zu General Stuart – da trugen sie noch nicht die graue Uniform – sagt. Ab 1:25min. „Wenn der Norden triumphiert, dann können sich die Bürger auf die Vernichtung dessen, was uns gehört, einstellen. Es ist das Vorspiel zu Anarchie. Gottlosigkeit. dem schlußendlichen Verlust jeder freien sowie verantwortungsvollen Form von Regierung auf diesem Kontinent. Es ist der Triumph von Kommerz, Banken und Fabriken.“

  2. Auch Zerohedge bestätigt in einem Artikel, daß der Kreml die Absicht habe, den Rubel
    mit Gold und Rohstoffen stützen will:

    „Ein neuer Goldstandard? Kreml bestätigt die Absicht, den Rubel mit Gold und Rohstoffen
    zu stützen“.

    Das dürfte den „Wolfram-Security-Diensten“ in Fort Knox einige Kopfzerbrechen bereiten:
    Zeit für ein Audit !

    https://www.zerohedge.com/markets/new-gold-standard-kremlin-confirms-intention-back-ruble-gold-and-commodities
    (งᓀ‸ᓂ)ง

    • @Klapperschlange

      Ich spiele jetzt einfach mal den Bedenkenträger – einer muss es ja machen.

      Der Krieg und die Wirtschaftssanktionen gegen Russland haben den Rubel in schwere Kalamitäten [καλάμη, sprich Schwulität, Bredouille] gebracht. Und was ist das Mittel der Wahl, wenn man eine leptosome FIAT-Währung sein eigen nennt? Richtig, man verleiht ihr mit Gold eine gewisse Gravitas – Gold ist vom Körpertyp her also quasi der Pykniker.

      Um gegenzusteuern, erwägt Präsident Putin nun offenbar eine Bindung der Landeswährung an den Goldpreis. Russland ‚produziert‘ jährlich immerhin etwa 10 Prozent des weltweit geförderten Goldes. Aber: Die russische Zentralbank hatte im März auch erklärt, sie würde bis zum 30. Juni Gold zu einem festen Preis von 5000 Rubel pro Gramm kaufen. Dies werteten geneigte Beobachter als Versuch, den Rubel an Gold zu koppeln.

      Doch schon zwei Wochen später, nachdem der Rubel wieder stark gestiegen war, machte die Zentralbank einen Rückzieher. Sie erklärte, sie würde zu ausgehandelten Preisen kaufen. Wie ehedem.

      Außerdem bekommt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow Widerspruch von gewichtiger Seite [Achtung: Das ist kein Body Shaming, Anm. d. Red.]. Die russische Zentralbankchefin Elvira Nabiullina sagte, dies werde „in keiner Weise diskutiert“. Ja, was denn nun, zur Hölle?

      Also abwarten und R̵i̵o̵j̵a̵ Tee trinken.

      https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/waehrung-russland-aeussert-sich-widerspruechlich-zu-bindung-des-rubel-an-gold/28291710.html

      • @Thanatos

        Die „Kopplung an Gold“ ist derzeit groß in Mode:
        militärische Würdenträger und übermäßig hoch gelobte und
        bewunderte Staatsmänner
        zeigen sich gespickt mit Gold:
        das ist ein untrügerisches Zeichen, daß Gold nicht nur Währungen,
        sondern auch Persönlichkeiten „aufwertet !

        Zugegeben: Militärs übertreiben gerne mit der Gold-Dekoration,
        sodaß „kugelsichere Westen“ überflüssig werden.

        (Aber siehe selbst: )

        ٩(˘◡˘)۶ ✌

        • @Klapperschlange

          Einfach herrlich! Wenn schon Fantasie-Uniformen, dann die nordkoreanischen!

          Mich hat übrigens gerade der Militärattaché der nordkoreanischen Botschaft kontaktiert. Ich soll Dir mitteilen, dass Du aufgrund Deiner Nähe zum und Deines tiefen Verständnisses des koreanischen Volkes folgende Orden ehrenhalber verliehen bekommst:

          1. Den Militärverdienstorden 3.Klasse
          2. Den Orden der Drei Revolutionen
          3. Den Orden der Nationalfahne 2.Klasse
          und natürlich
          4. Den Orden der Arbeit 1.Klasse

          Zum Vergleich:
          https://www.welt.de/politik/ausland/article118568449/Was-all-die-Orden-fuer-Nordkoreas-Generaele-bedeuten.html

          Ich hoffe, Du erweist Dich ihnen würdig!

          • @Thanatos

            Ich werde mich bemühen, obwohl ich kleinlaut eingestehen muß,
            daß ich beim „Orden der Nationalfahne“ schon auf die 1. Klasse
            spekuliert hatte, nachdem ich den 25-%-tigen Reisschnaps „
            Soju
            [ bei feuchter Aussprache gern wie “ ​[⁠so.dʑu⁠]​ “ dahingesäuselt,
            Anm.d.Red. ] bei jeder passenden (und unpassenden) Gelegenheit
            bis über beide Ohren gelobt habe. ◕_◕

            Wie dem auch sei – ich vergaß zu erwähnen, daß auch der
            berühmteste Schimmel zwischen „Beijing“ und „Tokio“
            beim Ausritt auf dem heiligen Berg schreibe und sage
            echtes Gold mit einem Gewicht von 26 Unzen stolz zur Schau
            trägt; guckst Du bitte noch mal hier:

            Ach ja,- irgendwie habe ich den Eindruck, daß die guten, alten Zeiten
            vorbei sind . . . (@_@;)

  3. Liebe @Klapperschlange,

    ja, das sind sie – let the good times roll, wir können immerhin noch davon zehren.

    Die Krise hat die Zentren eingeholt, hat UNS eingeholt. Die Fettlebe auf Kosten anderer, das EWIGE Wachstum, die klaren Feindbilder – alles blowin‘ in the wind.

    Das Eisenbahngleichnis
    Erich Kästner 1931

    Wir sitzen alle im gleichen Zug
    und reisen quer durch die Zeit.
    Wir sehen hinaus. Wir sahen genug.
    Wir fahren alle im gleichen Zug.
    Und keiner weiß, wie weit.

    Ein Nachbar schläft, ein andrer klagt,
    ein dritter redet viel.
    Stationen werden angesagt.
    Der Zug, der durch die Jahre jagt,
    kommt niemals an sein Ziel.

    Wir packen aus, wir packen ein.
    Wir finden keinen Sinn.
    Wo werden wir wohl morgen sein?
    Der Schaffner schaut zur Tür herein
    und lächelt vor sich hin.

    Auch er weiß nicht, wohin er will.
    Er schweigt und geht hinaus.
    Da heult die Zugsirene schrill!
    Der Zug fährt langsam und hält still.
    Die Toten steigen aus.

    Ein Kind steigt aus, die Mutter schreit.
    Die Toten stehen stumm
    am Bahnsteig der Vergangenheit.
    Der Zug fährt weiter, er jagt durch die Zeit,
    und keiner weiß, warum.

    Die erste Klasse ist fast leer.
    Ein feister Herr sitzt stolz
    im roten Plüsch und atmet schwer.
    Er ist allein und spürt das sehr.
    Die Mehrheit sitzt auf Holz.

    Wir reisen alle im gleichen Zug
    zur Gegenwart in spe.
    Wir sehen hinaus. Wir sahen genug.
    Wir sitzen alle im gleichen Zug
    und viele im falschen Coupé.

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