Mittwoch,05.Oktober 2022
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Ukraine-Krieg: Nachfrage-Sprung im Edelmetall-Handel

Im Zuge der militärischen Eskalation im Ukraine-Konflikt ist mit dem Goldpreis auch die Nachfrage im deutschen Edelmetall-Handel stark gestiegen.

Gold, Edelmetall-Handel, Nachfrage, Händler (Foto: Goldreporter)
Stimmen aus dem Edelmetall-Handel: Deutsche Anbieter melden einen sprunghaften Anstieg der Goldnachfrage am Tag des Einmarschs des russischen Militärs in die Ukraine.

Invasions-Schock

In der Nacht zum Donnerstag sind russische Truppen in die Ukraine einmarschiert. Die harsche militärische Putin-Offensive hat viele überrascht. Dies spiegelte sich in Kurseinbrüchen an den Aktienmärkten und im stark steigenden Goldpreis wider (Goldreporter berichtete).

Wie deutsche Edelmetall-Händler gegenüber Goldreporter berichten, hat in diesem Zuge auch die Nachfrage nach Gold und Silber unter Privatanlegern stark zugenommen.

10-facher-Tagesumsatz

So schildert Henry Schwarz, Geschäftsführer der GfM Gesellschaft für Münzeditionen GmbH (Anlagegold24) die Lage: „Gestern Morgen wurden wir von den Ereignissen in der Ukraine überrascht. Wir sind nicht davon ausgegangen, dass Putin ernsthaft die Ukraine einmarschiert. Die Nachfrage nach Edelmetallen stieg deshalb sprunghaft an. Bereits um 9 Uhr morgens hatten wir unseren sonstigen Tagesumsatz erreicht. Am Ende des Tages war es dann der 10-fache normale Umsatz“.

Viele Erstkäufer

Ähnlich lief es bei der Solit Gruppe (GoldSilberShop.de): „Gestern war wieder ein anspruchsvoller Tag. Wir hatten doppelt so viele Bestellungen, wie in den Tagen davor. Auffällig war dabei, dass der Anteil an Neukunden sehr hoch war und von diesen überproportional viele ausschließlich Gold gekauft haben. Da Gold meist gegenüber Silber das Einsteigerinvestment ist, gehen wir davon aus, dass viele dieser Neukunden auch gleichzeitig Edelmetall-Erstkäufer sind. Zahlreiche Anrufe von besorgten Personen bestätigen diese Vermutung“, sagt Geschäftsführer Tim Schieferstein. Außerdem sei der durchschnittliche Warenkorb um ein Viertel höher gewesen als üblich.

Auch Andreas Heubach, von Heubach Edelmetalle mit der Niederlassung in Schwaig bei Nürnberg spricht von einer riesigen Nachfrage: „Viele stehen vor der Tür, viele Onlinebestellungen. Die Lage ist sehr wild“. Bei Pro Aurum in München lagen die Aufträge am Donnerstag 40 Prozent über dem Durchschnitt der vorangegangenen Wochen, wie Mitgründer Robert Hartmann berichtet.

Auch Goldverkäufer

Allerdings gab es nicht nur Käufer. Das bestätigt beispielsweise Dominik Lochmann, Geschäftsführer der ESG Edelmetall-Service GmbH & Co. KG. Auch er spricht gegenüber Goldreporter von einem starken Nachfrageboom („5-facher Tagesumsatz“), er sagt aber auch: „Umgekehrt nutzten auch viele den hohen Kurs für Gewinnmitnahmen, so dass auch auf der Ankaufseite gut zu tun war.“ Die Erfahrung teilt auch Tim Schieferstein: „Nicht nur die Anzahl an Verkäufen war gestern hoch, sondern auch die der Ankäufe“. Diese Tendenz war auch aus den Daten unserer wöchentlichen Preiserhebung ableitbar.

Angebotslage noch entspannt

Wie sieht es mit der Angebotsseite aus. Gibt es noch genügend Ware im deutschen Edelmetall-Handel, wie lange sind die Lieferzeiten? Bei Pro Aurum schildert man die Lage als „derzeit noch entspannt“. Tim Schieferstein sagt aber: „Da die Warenverfügbarkeit schon vor Kriegsbeginn angespannt war und die globale und insbesondere europäische Nachfrage durch die jüngsten Ereignisse weiter stark steigt, rechnen wir mit weiteren Engpässen bei beliebten Barren und Münzen. Wir haben daher unsere Warenvorräte nochmals erhöht. Gerade bei Goldbarren heimischer Produzenten sind zurzeit aber Lieferzeiten von Wochen üblich. Diese hatten zuletzt coronabedingte Produktionsausfälle, was für zusätzliche Knappheit sorgte“

Ausblick

Henry Schwarz schildert die Lage bei Anlagegold24: „Die Liefersituation war gestern noch bei den Prägestätten und Barrenlieferanten gut, da die Läger noch gut gefüllt waren. Wir rechnen aber mit Lieferengpässen in der nächsten Woche. Silber ist immer noch sehr knapp, da die Prägestäten vor allem Dingen Goldunzen geprägt haben. Auch kleinere Goldstücklungen sind jetzt schon schlecht zu bekommen.“

Wie sind die weiteren Aussichten? „Im Moment haben sich die Kurse wieder beruhigt, was viele Kunden zum Nachkaufen nutzen. Die Nachfrage ist auch heute wieder auf sehr hohem Niveau, aber nicht vergleichbar mit dem gestrigen Run auf Gold“, erklärte uns Schwarz am Freitagmorgen.

Robert Hartmann vom Pro Aurum erwartet weitere Umschichtungen in Edelmetall: „Die Stimmung an den internationalen Finanzmärkten kann man gegenwärtig folgendermaßen interpretieren: Bei den meisten Investoren rückt das Erzielen attraktiver Renditen, um die hohen Inflationsraten zu kompensieren, im Zuge der Ukraine-Krise erst einmal in den Hintergrund. Stattdessen genießt ein anderes Ziel eine hohe Priorität – nämlich der Vermögensschutz. Gold eignet sich hierfür aus zwei Gründen besonders gut. Erstens: Gegenüber Aktienmärkten weist Gold eine negative Korrelation aus. Vor allem während Börsentalfahrten schichten verunsicherte Investoren in Gold um und treiben dadurch den Goldpreis nach oben. Zweitens: Obwohl man das gelbe Edelmetall wahrlich nicht als diversifiziertes Investment einordnen kann, schwankt es seit Längerem weniger stark als breit diversifizierte Aktienindizes und verfügt somit über ein geringeres Verlustrisiko.“

Goldreporter

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31 Kommentare

  1. Schöne EM-Drückung heute. Der Metallhandel zieht aber zum Teil nicht mit. Degussa zum Beispiel hat ein Aufgeld, dass einem schlecht dabei werden kann.

  2. Engpässe und lange Lieferzeiten aber der Goldpreis fällt nennt sich wohl Zermürbungstaktik der Finanzmafia sie versuchen alles mögliche um euch das schöne Edelmetall unappetitlich zu machen . Das wichtigste ist das man JEDE art von Papiergold meidet und nur physisches Gold das ist das effektivste was man gegen diese Finanzmafia machen kann .

    • @Goldi
      Ich verstehe die ganze Jammerei über die Drückerei nicht.
      Wenn hier Mitforisten das Wort „Drückerei“ schreiben, lese ich immer „Sonderangebot“.
      Wenn man sich ein wenig klug angestellt hat und die Jungs der Finanzmafia richtig eingeschätzt hat, dann waren in wenigen Monaten 100 Euro je Unze drin.
      Danke Kartell !

  3. Der Dax mit über 2% rauf und Gold bei 1886, fast
    100 Dollar weniger als noch gestern.
    Die Krise scheint wohl doch harmlos zu sein.
    Wie ich schon mal schrieb, selbst wenn Putin vorm Brandenburger Tor steht, wird der DAX mit 2% im Plus und Gold bei 1.000 Dollar stehen.
    Wenn einer glaubt, das Kartell hat aufgegeben, sehe sich den gestrigen und heutigen Chart an.
    Die Gold Käufer von gestern können einem leid tun.

  4. Die Wall-Street feiert die vermutliche Übernahme der Ukraine durch Russland. Die Sanktionen stören offensichtlich niemanden. Klare Verhältnisse werden gerade hergestellt. Das mag die Börse, EM mag das nicht.

  5. Vielleicht drücken die Verbrecher den Goldpreis im vorfeld der FOMC meeting (mitte März) es ist gut möglich das es keine Zinsanhebung gibt obwohl man schon von 50 basispunkte ausgeht .

  6. Gold nach dem gestrigen Ausrutscher weiter auf dem Wege runter. Ziel 1875. Da müssten dann aber schnell Käufe einsetzen und es zum rebound kommen, sonst ist es zappenduster.
    Die Aktien teilweise mir 3% im Aufwind, auch die russischen.
    Die Sanktionen der EU sind ein Witz und Tusk sagte es ganz deutlich: Eine Schande, besonders Scholz, welcher die Swift Keule blockierte.
    Das sind keine Sanktionen, sondern eher ein
    “ Aber, Aber, das sollst du doch nicht, das tut man nicht“
    Die Börse jubelt heute, Putin bietet Verhandlungen an.
    Dümmer gehts nimmer
    Man sehe sich den Film “ der Pate an“
    Der Pate zu seinem Killer Chef:
    Verhandeln sie mit ihm, machen sie ihm ein Angebot, welches er nicht ablehnen kann“
    Das lautete dann so:
    Entweder ihre Unterschrift auf dem Papier oder….
    ( ich gebe das lieber nicht wieder, da sind zu viele Sensibelchen)

    • @Maruti-Fahrer

      „ Alles halb so wild . . .“ ♪ ♫ ♬

      Die Androhung, nun in Europa auch russische Aktien
      vom Handel auszuschließen, sieht man bei Gazprom
      (und „Altkanzler Schröder“) offenbar gelassen,
      (guckst Du bitte hier:)

      An den Finanzmärkten rechnet man im Rahmen von
      neuen Sanktionsmaßnahmen mit einem Handelsverbot
      russischer Aktien an West-Börsen. Das könnte für
      Gazprom & Co. das Aus bedeuten.
      Auch ETFs, Zertifikate und Fonds könnten betroffen sein.“

      Diese Androhung soll wohl bewirken, daß Besitzer russischer
      Aktien schon nächste Woche eine große Verkaufswelle
      in Gang setzen?
      (hat Altkanzler Schröder die Gazprom-Aktien auch in
      seinem Portfolio?).

      Schaun‘ wir doch bitte mal nach oben !, zur
      Weltraumstation „. ISS.“

      “Der russische Raumfahrtchef warnt, daß die ISS aus
      der Umlaufbahn stürzen und die USA treffen wird, wenn
      Präsident Biden Sanktionen verhängt.“

      Der Leiter der russischen Raumfahrtbehörde hat den
      USA und der NASA mit ernsthaften Konsequenzen
      gedroht, falls die Biden-Administration Sanktionen
      verhängen sollte, die die Zusammenarbeit zwischen
      den beiden Ländern im Weltraum beeinträchtigen würden.

      Sollten die USA Russland den Zugang zu bestimmten
      Raumfahrttechnologien verwehren, die für die
      Aufrechterhaltung des Betriebs der Internationalen
      Raumstation erforderlich sind, könnten die Russen im
      Endeffekt zulassen, dass die Internationale Raumstation
      [ natürlich erst nach Evakuierung der russischen
      Astronauten; kritische Anm.d.ISS-Red.
      ] einfach aus
      der Umlaufbahn fällt und . . . auf das Weiße Haus „crasht“.

      Derzeit arbeiten vier US-Amerikaner, zwei Russen und der
      deutsche Astronaut Matthias Maurer auf dem Außenposten
      im All.

      Also bitte: vertragt Euch wieder ! Der blaue Planet
      sieht von dort oben so schön aus: die Vorstellung, daß dort
      unten Krieg herrscht, paßt überhaupt nicht in dieses „schöne“
      WELTBILD !

      ✌ ❤ ✌

      • @klapperschlange
        Glaubst Du wirklich, dass sich Putin nach jahrelanger Vorbereitung nicht auf all das vorbereitet hat ? Ich hätte es getan.
        Schon gemerkt, dass die Medien hier vom Nato Hauptquartier eine neue Order bekommen haben :
        Weniger berichten und wenn, nur Siegesmeldungen:
        Wie: Hausfrau macht einen russischen Soldaten verbal zu Schnecke…….
        oder Raketen ( Dachrinnen) werden in die Erde gesteckt und von siegreichen Abschüssen selbiger gefaselt.
        Übrigens, keine Armee lässt sich auf Häuser oder Strassenkämpfe ein. Das macht man ander, wie schon Troja zeigte. Aushungern.

        • @Maruti
          „Zieht das Pferd nicht in die Stadt, ich habe Troja brennen sehen.“ Sprach Kassandra. Es wollte ihr bloß keiner glauben. Hatte sie doch schon 10 Jahre vordem Recht behalten. „Wenn Prinz Paris aus Griechenland ein Weib mitbringt, wird es Krieg geben.“ Der Prophet gilt nichts im eigenen Vaterlande. Das steht alles in der Sammlung der griechischen Sagen von Gustav Schwab.
          https://reason.com/video/2022/02/23/forget-the-great-reset-the-great-escape-is-here/
          Ein anderer Schwab, der Klaus nämlich, ging auch unter die Propheten: „Many of us are pondering when things will return to normal. The short response is: never.“

  7. @Klapperschlange
    2008 soll Putin das auch gemacht haben sowie später erneut. Als die Aktien der russischen Rohstoff-Konzerne im Keller waren, stand der Staat mit viel Cash bereit – dazu loyale Oligarchen – und kaufte diese für ein Butterbrot. So machte Putin einen Teil der Räuber-Privatisierung aus Jelzins Zeiten rückgängig. Der russische Staat erlangte zumindest entscheidungs-wesentliche Anteile (wie Niedersachsen bei VW) an den strategisch wichtigen Rohstoff-Konzernen und bestimmt mit, an wen was geliefert werden darf. Könnte glatt sein, daß die USA kein Titan mehr bekommen für ihre Luft- und Raumfahrt. Wenn durch Nordstream 1+2 nichts (mehr) kommt, fließt das Gas durch die 2 Stränge von Power of Siberia halt nach China, Indien & Südkorea. Kleines, dickes Kim darf sich über schöne Gastransit-Zahlungen freuen. Oder erhält Ressourcen für die Industrie stattdessen. Da kann der Ami gar nix machen. Die wollten mal die Regierung Indiens zurechtweisen, weil die iranisches Öl für ihren Weizen (Barter) eingetauscht hatte. Den Emissären aus Amiland wurden die Köpfe gewaschen wie dummen Schuljungen. „Die Angst des weißen Mannes“ ist eins der letzten Bücher vom Scholl-Latour. Sein Fazit lautete, das Zeitalter der Herrschaft des weißen Mannes über die bunten Völker dieser Welt ist vorbei. Sowas wie Saddam Husseins Ende und Gaddafis Tod verzögert das nur, verhindert es aber nicht. Ach ja, wer Libyen, Irak & Syrien unter „Shit happens“ einordnet, möge zu Putin das ungewaschene Maul halten. Damit meine ich die Qualitäts-Medien hierzulande, für die ich jetzt gern mehr GEZ entrichte. Damit der klebrige Claus davon eine schöne Betriebs-Rente zusätzlich zur gesetzlichen erhält.

  8. @Maruti
    https://www.youtube.com/watch?v=FNt7s_Wed_4
    Quod licet Jovi, non licet bovi. Was Jupiter zusteht, darf der Ochse noch lange nicht. Jupiter und den Göttern gleich ist man natürlich selber. Ansonsten halte ich mich an den Apostel Paulus: „Wehe aber dem, der da anderen predigt, und der doch selbst ein Sünder ist.“
    We are going to take out 7 countries in 5 years.
    Wir werden binnen 5 Jahren 7 Länder plattmachen.

  9. @Count Figure
    https://thecradle.co/Article/news/4857
    Hast Du je im Leben mal Kampfsport gemacht? Beim Kung Fu ist es so – ich hab dreieinhalb Jahre lang WT-Kung Fu gemacht – daß man das Ungestüm eines unterbelichteten Gegners nutzt. Man stellt sich einem 100kg-Gorilla nicht direkt entgegen. Man nutzt dessen Schwung, den man noch verstärkt, damit er als großer Fettfleck an der Wand endet. Putin selber hat hohe Grade in 3 Kampfsport-Arten. Die Asiaten verehren ihn wie einen Jackie Chan. Er kann denken wie ein Chinese oder Japaner. Wenn sie Rußland jetzt aus dem SWIFT heraus katapultieren, wird er allen möglichen Staaten dieser Welt ein Angebot machen, Öl, Gas u.a. Ressourcen günstig zu erhalten, wenn die nicht in US-Dollars fakturiert werden. Das untergräbt die Rolle des Greenbacks als Leidwährung der Welt endgültig, und bald ist Schluß damit, daß sich Uncle Sam weiter maßlos verschuldet oder durch Gelddrucken seine Probleme löst. Wenn die Amis dazu der Inflation freien Lauf lassen, wird ihnen auch keiner mehr was leihen. Klassisch ausgekontert wie beim Kung Fu. Die großkotzigen Amis werden eine harte Landung in der Wirklichkeit der Mathematik erleben. Was ich nicht einschätzen kann, wie Japan mit seinen 1,2 Bio. $ US-Bonds sich verhalten wird. Wird man in Tokio das Nerven-Flattern kriegen und sie der Fed vor die Tür schütten? Werden die Japaner untätig zusehen, wie ihr „Guthaben“ zu Klopapier degradiert wird? Der japanische Staat ist selber irre verschuldet, das aber bei der eigenen Bevölkerung. Sogar die Rentenkassen wurden geplündert, um US-Bonds dafür zu kaufen und den geliebten Verbündeten USA zu stützen. Es werden interessante Zeiten.
    Charles de Gaulle eckte mal bei einem Staatsbesuch in Moskau tierisch an. Er meinte zu Chrustschow, der Imperialismus der UdSSR wird krepieren, so wie auch der ganze Sozialismus Stalinscher Prägung. Aber danach wird das alte Rußland, wird Mütterchen Rußland wieder auferstehen wie Phönix aus der Asche. Ihm erging es wie Kassandra von Troja. Keiner wollte ihm glauben, man wünschte ihm die Pest an den Hals, aber seine Worte wurden und werden Realität.

    • WS:
      Auf der Münchener Sicherheitskonferenz hatte Selenski am 19.Februar d.J. damit gedroht, dass die Ukraine eine atomare Bewaffnung in Betracht ziehen müsse, sollte sie nicht in die Nato aufgenommen werden.
      Am 21.02. folgte dann Putins Wutrede und am 24.02. der Angriff.
      Die Äußerung Selenskis mag eine Erklärung dafür sein, dass russische Truppen am ersten Tag des Feldzugs Tschernobyl einnahmen. Der Gedanke an eine schmutzige Bombe in der Hand der Ukraine könnte der Grund für diese Aktion gewesen sein.
      Wohlgemerkt heiße ich den Angriff nicht gut, das Gegenteil ist der Fall. Aber Selenski hat mit seinen Äußerungen gewaltig Öl ins Feuer gekippt. Jetzt haben die USA die von ihnen gewünschte Lage manifestiert und u.a. wir werden es ausbaden. Die Propaganda wirkt und die Menschen übersehen leider, dass zu einem Streit immer zwei gehören. Putin ist auf die Provokation eingegangen und man kann nur hoffen, dass aus diesem Konflikt kein dritter Weltkrieg entsteht. Ich hoffe, dass Putin wie ein erfahrener Kampfsportler agiert und nur die Aktionen setzt, die zur Abwehr einer Gefahr erforderlich sind.

      • @racew
        Der gefährlichste Gegner ist nicht der mächtigste, atomar Bewaffnete, sondern der unberechenbare
        Partner. Ein unberechenbarer Gegner ist gefährlicher als alle Weltmächte zusammen.
        Unberechenbare Menschen bezeichnet man wohl als geistesgestört, soziopathisch oder ähnliches und man hält sie gerne unter Verschluss, zum Schutz der Allgemeinheit. Weil sie eben so gefährlich sind, selbst dann, wenn diese eigentlich keine Verbrechen begangen haben.
        Es ist die Unberechenbarkeit des russischen Machthabers, welche in “ auszeichnet“
        Sei unberechenbar, unscheinbar und lerne, das lernt man in jeder Agentenschule.
        Ambiguity Agent, nennt man das bei der CIA.

        • @Maruti
          Das geht schon auf Sun Tse zurück, 500 v. Christus.
          Aber dennoch rennen die Amis von einem Desaster immer direkt in das nächste strategische Versagen.

        • @Maruti
          Ob Hitler sich für schlau hielt, als er sich Mussolini zum Verbündeten machte? Hier mal ein Cicero-Zitat: „Eine Nation kann ihre Narren überleben – und sogar ihre ehrgeizigsten Bürger. Aber sie kann nicht den Verrat von innen überleben. Ein Feind vor den Toren ist weniger gefährlich, denn er ist bekannt und trägt seine Fahnen für jedermann sichtbar. Aber der Verräter bewegt sich frei innerhalb der Stadtmauern, sein hinterhältiges Flüstern raschelt durch alle Gassen und wird selbst in den Hallen der Regierung vernommen. Denn der Verräter tritt nicht als solcher in Erscheinung: Er spricht in vertrauter Sprache, er hat ein vertrautes Gesicht, er benutzt vertraute Argumente, und er appelliert an die Gemeinheit, die tief verborgenen in den Herzen aller Menschen ruht. Er arbeitet darauf hin, dass die Seele einer Nation verfault. Er treibt sein Unwesen des nächtens – heimlich und anonym – bis die Säulen der Nation untergraben sind. Er infiziert den politischen Körper der Nation dergestalt, bis dieser seine Abwehrkräfte verloren hat. Fürchtet nicht so sehr den Mörder. Fürchtet den Verräter. Er ist die wahre Pest!“

          Will sagen, Putin handelte taktisch geschickt. Erst die westhörigen Witzfiguren unschädlich gemacht und Oligarchen, die nicht im patriotischen Sinne handelten – Chodorkowski wollte seine Anteile am YUKOS-Ölkonzern an Exxon übertragen und sich zum Präsidenten wählen lassen – die Kontrolle über die Zentralbank von den blauen Schildern zurück erlangt, die 118 Mia. $ US-Bonds abgestoßen, dafür die Goldreserven auf 2.300 Tonnen aufgestockt – Stalin hatte 1941 2.800 Tonnen – und Rußland auf die Art konfliktfähig mit dem Westen gemacht. Ich würde das durchaus als Nachvollziehbar und berechenbar einstufen. Nur schwamm er gegen den Strom. Was passiert denn mit einer Regierung sonstwo auf der Welt, die verkündet, aus dem Petro-Dollar raus zu wollen, und daß das Lithium, Öl oder Kupfer dem eigenen Volk gehören soll? Von Mossadegh über Nasser (Suez-Kanal) bis zu Allende und Morales – Putin war klar, daß es ohne blutige Nasen nicht abgehen wird. Warum soll er selber bzw. soll SEIN Land es sein, daß gef…leddert wird? Da sollte man begreifen, warum gewisse Kreise uns stets einimpfen, daß Liebe zur Heimat, daß Patriotismus etwas schmutziges, kackbraunes ist.

        • Maruti:
          Schon richtig, aber an erster Stelle sollte geklärt werden, wer wessen Gegner ist. Wer hat ein Interesse daran, dass Russland als militärische Macht und als Besitzer riesiger Mengen an Bodenschätzen kleingehalten wird? Möglicherweise ist es der Protagonist, der gleichsam ein Interesse daran hat, dass Europa als wirtschaftlicher Kontrahent mit Problemen überhäuft wird. Werden diese Parteien gegeneinander ausgespielt, so zieht der Dritte den Nutzen, ohne ein eigenes Risiko einzugehen. Das ist bis hierhin nichts Neues. Das Problem ist jetzt darin zu sehen, dass man jemanden aufs Glatteis geführt hat, der ein großes Atomwaffenarsenal befehligt. Diese Partei kann nun nicht zurück, ohne das Gesicht und seine Stellung zu verlieren. Das ist der Punkt der bewusst herbeigeführten Unberechenbarkeit in dem von Ihnen geschilderten Sinne.
          Um die Kuh wieder vom Eis zu holen, sollte man dieser Person eine Brücke bauen. Dafür braucht es allerdings geeignete Leute. Und das ist das Problem. Erstens haben wir solche Leute nicht und zweitens müsste zuvor der lachende Dritte zustimmen. Drittens wird Putin gerade medial ans Scheunentor genagelt und ein Vermittler könnte sich böse die Finger verbrennen.
          So ist es, wenn man Dinge wie wokeness, Gendern, Straßenumbennungen, Klimahysterie, etc. zu den Inhalten der Politik macht und die wirklichen Probleme solange ignoriert, bis sie einem böse auf die Füße fallen.

      • @RACEW
        https://www.youtube.com/watch?v=IVNp7Wm9XFI
        So doof ist nicht mal der Selenski, daß er nicht weiß, daß die NATO-Statuten die Aufnahme eines Landes mit ungelöstem Territorial-Konflikt verbieten. Also war das eindeutig eine Provokation. Schau mal „Der Krieg, der viele Väter hatte“ vom Schultze-Rhonhof auf Youtube. Die Polen benahmen sich bis zum WK2 genauso, provozierten Hitler UND Stalin bis aufs Blut. Ließen keine Gelegenheit aus, nur um dann von ihren Verbündeten verraten zu werden, die nur einen nützlichen Deppen als Kriegsanzünder brauchten. Der Führer tappte ihnen in die Falle wie ein dusseliger Bär. Daß Putin sich genauso benimmt, hätte ich nie für möglich gehalten. Übrigens haben die Ukrainer den Selenski als Nachfolger vom Poroschenko deswegen gewählt, weil er in einer Sitcom die Rolle des Präsidenten glaubwürdig gespielt hatte und ihn somit jeder kannte. Ronald Reagan – „I always got my girl.“ – läßt grüßen. Hier bei uns machen sie sich noch die Mühe, Doktorarbeiten zu plagiieren und akademische Lebensläufe aufzuhübschen. Obschon mir Günter Jauch als Kanzler lieber wäre als der erpreßbare Warburg-Olaf. Was viele im Westen verdrängen, ist die Tatsache der Monroe-Doktrin der Amerikaner. Die ist bald 200 Jahre alt. Jetzt macht ein anderer dasgleiche und ist auf einmal der Paria. Ich stell mir grad vor, wie Jauch einem BILD-Leser die 100-Euro-Frage stellt, wofür diese Doktrin steht. Die Antwort wird wohl sein: „Also ich hab nie gewußt, daß Busenwunder Marilyn sich in die Politik reingehängt hat.“

    • @Ws
      Es hat schon angefangen.
      Der gerade unterzeichnete 400 Milliarden Gasliefervertrag zw. Russland und China ist nicht in US Dollar.

      • @MeisterEder
        https://thecradle.co/Article/news/4857
        Unser @anaconda meinte mal, wenn der Bademeister pfeift, müssen alle raus aus dem Wasser, und wir werden sehen, wer nackt geschwommen ist. Will sagen, fällt der Dollar, dann kippt er die anderen Dominosteine um, nämlich Pfund, Euro und Yen. Dann muß und wird Schland wieder eine eigene Währung einführen, und die sollte, um Vertrauen zu genießen in der Welt, schon eine EM-Deckung aufweisen.
        https://www.nach-welt.com/der-milliardar-ray-dalio-warnt-davor-dass-die-wohlstandslucke-in-den-usa-zu-einem-schrecklichen-burgerkrieg-fuhren-konnte/
        Wie lange will denn Weidmanns Nachfolger noch mit der Au-Rückholung warten? Bis in den USA, wie von Ray Dalio befürchtet, der 2. Bürgerkrieg ausgebrochen ist?

        • @Wolfgang Schneider
          Wir hatten ja wirklich mit dem Gedanken gespielt, unser Rentnerdasein in den sonnigen warmen Südstaaten der USA zu verbringen.
          Mit dem richtigen Bankkonto (und der richtigen Hautfarbe) kann man dort wie im Paradies leben (wenn man auch noch die Scheuklappen eng aufsetzt und quasi Dahlem oder Grunewald den Rest seines Lebens nicht mehr verlässt, oder direkt von dort nach Sylt fliegt).
          Als blöde Europäer sind wir aber mit offenen Augen herumgefahren und haben das echte „Traumland“ jenseits der Touri-Ziele gesehen. Grauenhaft.
          Der Unterschied zwischen Grunewald und Marzahn ist ja auch sichtbar, aber in den USA würde die Polizei sich nur noch tagsüber und gepanzert nach Marzahn trauen.
          Und als Bewohner von Grunewald wüsste man schon als Kind, dass die Welt in Charlottenburg aufhört. Tagsüber.

          Wir haben aus Angst vor einem Bürgerkrieg (oder schwersten sozialen Verwerfungen) die USA verlassen. Bei über 300 Millionen Schusswaffen kann eine verzweifelte Unterschicht (wenn sie dann irgendwann 50 % der Bevölkerung ausmacht) von keiner Polizei mehr unter Kontrolle gehalten werden.
          Bei Corona hat man die Probleme mit Helicopter-Money zugeschüttet (über die Hälfte der da Arbeitslosen hatte mit den Regierungsschecks mehr Geld in der Tasche als vorher mit den Billigjobs bei Mac oder Walmart etc. ).
          Damit hat man diese zig-Millionen satt und vor der neuen Playstation still gehalten.
          Wenn der Schuldenturm aber umfällt, sollte man weit weg sein.

          Deutschland: habe da keine Hoffnung. Wir haben uns zum Zahlidioten der EU gemacht und werden von unseren Politikern in den finanziellen Untergang geführt. Bis zum bitteren Ende.
          Vorteil: unsere Vorgängergenerationen haben 2 x ihr Vermögen nach einem Krieg verloren. Diesmal ist das Geld einfach so weg. Und die Häuser stehen noch.
          Hoffentlich.
          Heute mal mit Lesebrille und (hoffentlich) ohne Rechtschreibfehler.

  10. Der eine Irrsinnige droht mit Atomwaffen droht mit Atomwaffen und die anderen Irrsiinnigen meinen sich dagegen verteidigen zu können ,schlimmer als 1914 !!

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