Anzeige
|

US-Banken verkaufen 500 Tonnen Gold auf Termin

An der amerikanischen Warenterminbörse COMEX wetteten vier US-Banken Anfang Juli weiterhin mit rekordverdächtigen Positionen auf fallende Goldpreise. Gegenüber dem Vormonat verkauften sie noch einmal rund 15 Tonnen Gold mehr auf Termin.

An der amerikanischen Warenterminbörse COMEX wurde Anfang Juli weiter in hohem Umfang mit Gold gehandelt. Der Open Interest, die Summe aller offenen Terminhandelskontrakte (Futures), summierte sich auf 577.538 Verträge (Rekord: 602.411 Kontrakte am 25 Juni 2010). Das entspricht einer implizierten Menge von 1.796,14 Tonnen Gold (Rekord: 1.873,49 t). Ein Plus von 4,3 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Umgerechnet 501,88 Tonnen dieser abgeleiteten Menge verkauften vier US-Banken auf Termin. Das waren noch einmal rund 15 Tonnen mehr als Anfang Juni. Anders ausgedrückt: Vier US-Banken verkauften 27,9 Prozent allen an der COMEX Anfang Juli auf Termin gehandelten Goldes. Dies zeigt die hohe Marktkonzentration am amerikanischen Terminmarkt, in dem nachweislich das Bankhaus JP Morgan die mit Abstand größte Rolle spielt.

Das Verhältnis von US-Banken gehaltenen Short- zu Long-Positionen betrug 6,83 : 1. Das heißt, auf jede Tonne Gold die US-Banken an der COMEX auf Termin kauften, kamen 6,83 Tonnen, die von diesen Instituten zum gleichen Zeitpunkt abgestoßen wurden. Vormonat: 7,76:1.

Die Zahlen zur Bankenbeteiligung am COMEX-Handel werden einmal im Monat veröffentlicht.

Abb.: Gold-Short-Wetten der US-Banken auf Rekordniveau

Im Bereich Silber stieg die Anzahl der von US-Banken gehaltenen Short-Futures Anfang Juli um 4,5 Prozent auf 31.803 Kontrakte. Das entspricht umgerechnet 4.945 Tonnen Silber.

Hintergrund
US-Banken spielen am Warenterminmarkt eine dominante Rolle. Mit großvolumigen Vorwärtsverkäufen (Short-Futures und -Optionen) besteht für sie die Möglichkeit, Kurse an der Warenterminbörse kurzfristig stark zu drücken. Durch Arbitrage-Geschäfte zwischen Spot- und Terminmarkt korrespondieren die Kurse auf beiden Märkten eng miteinander. Terminmarktgeschäfte haben also auch entscheidenden Einfluss auf den Preis für Gold zur sofortigen Lieferung (Spot Price).

Banken betreiben mit Warentermingeschäften Eigenhandel, bauen damit aber auch Gegenpositionen zu anderen Derivate-Geschäften auf, bei denen sie als Kontrahenten ihrer Kunden auftreten. Man spricht in diesem Zusammenhang von so genannten Bullion Banken.

Die starke Short-Konzentration bei Gold und Silber, dominiert von diesen wenigen Banken, wird von Kritikern seit langem als marktbeherrschend und manipulativ angesehen. Man geht davon aus, dass weniger große US-Häuser die Vormachtstellung am Terminmarkt nutzen, um den Gold- und Silberpreis zu drücken. Derzeit finden von Seiten der US-Kartellbehörde Untersuchungen zur Rolle der Großbank JP Morgan auf dem Terminmarkt statt. Insbesondere geht es um mögliche Marktmanipulationen auf dem Silbermarkt.
Die Aktivitäten der US-Banken am Terminmarkt sorgen immer wieder zu zeitweiligen Rücksetzern beim Goldpreis. Den kontinuierlichen Kursanstieg über die vergangenen zehn Jahre hinweg könnten diese Termingeschäfte allerdings nicht verhindern.

Goldreporter

Immer bestens über den Goldmarkt und Finanzkrise informiert: Abonnieren Sie den kostenlosen Goldreporter-Newsletter!


Genial einfach, sicher und günstig: Gold vergraben, aber richtig!


Was tun bei Goldverbot oder Goldengpass? Notfallplan für Goldanleger

Short URL: https://www.goldreporter.de/?p=895

Eingetragen von am 12. Jul. 2010. gespeichert unter Banken, Gold, News, USA. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

……………………………..

Ratgeber und Tipps


……………………………..

Zuletzt kommentiert

  • ?: @renegade Ich weiß nicht, ob Sie das ehrlich meinen. Aber egal. Jedenfalls mir reicht es vom Beamten und...
  • Robert: @ Tom Mango https://www.usdebtclock.org/go ld-precious-metals.html Schonmal diese Seite gesehn? vielleicht...
  • renegade: @? Sie machen es absolut richtig.Zwar spät, aber besser als nie. Ran an die staatlichen Töpfe und absahnen.
  • Klapperschlange: @renegade Die Rückkäufe erfolgen mit „Ansage“: siehe in der nachfolgenden Tabelle die bekannten...
  • Morty: http://www.der-postillon.com/2 020/06/trump-bombardiert-usa.h tml :-))
  • renegade: @klapperschlange Genau das ist es. Die kaufen ihre eigenen Papiere mit dem Geld der Staatshilfe, sprich...
  • Klapperschlange: Wenn die eskalierenden Unruhen in den USA von der Wallstreet auch als “bereits eingepreiste“ gute...
  • Tom Mango: Eben noch ein Bericht aus Schweiz gelesen. Da wird auch davon ausgegangen das die USA keine 8000t Gold...
  • Almut: Morty Das ist die gleiche doppelte Moral, wie sie die Regierung von Hongkong gerade den USA vorwerfen: Trump...
  • Klapperschlange: Wenn die Zahl der Kurzarbeiter bei 10.000 steht, muß der DAX bei 13999 Punkten stehen. BlackRock...

………………………………………………………………

Ratgeber von Goldreporter

…………………………………………..

▷ Altersvorsorge mit Gold

…………………………………………..

▷ Der Falschgold–Report

…………………………………………..

▷ Der Fed-Report

…………………………………………..

▷ Der neue Präsident und das Gold

…………………………………………..

▷ Effektiver Einbruchschutz

…………………………………………..
▷ Edelmetall sicher transportieren

…………………………………………..

▷ Gold-Jahrbuch 2018
…………………………………………..

▷ Gold vergraben, aber richtig!

…………………………………………..

▷ Historisches Gold als Geldanlage

…………………………………………..

▷ Investieren in Goldminen-Aktien

…………………………………………..

▷ Mit Gold durch den Zoll

…………………………………………..

▷ Mit Gold sicher durch den Crash

…………………………………………..

▷ Notfallplan für Goldanleger

…………………………………………..

Ratgeber Tresorkauf

…………………………………………..

▷ Schließfach- und Depotlagerung

…………………………………………..

▷ Spezial-Report Tresore!

…………………………………………..

▷ Strategien für Goldbesitzer

…………………………………………..

▷ Wenn Gold wieder Geld wird

…………………………………………..

▷ Whisky als Geldanlage

…………………………………………..

Hinweise für Kommentatoren