Samstag,01.Oktober 2022
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Zinsen rauschen nach oben, Goldpreis fest

Gold, Goldpreis, Zinsen, Staatsanleihen (Foto: Goldreporter)
Die Renditen 10-jähriger deutscher Staatsanleihen befinden sich auf dem höchsten Stand seit 5,5 Jahren. Der Goldpreis notierte am Dienstag knapp unter der Schwelle von 1.600 Euro (Foto: Goldreporter).

Die Erwartungen hinsichtlich steigender Zinsen haben nun auch die Renditen europäischer Staatsanleihen nach oben getrieben. Der Goldpreis notiert dennoch fester.

Steigende Zinsen

Steigende Zinsen sind eigentlich Gift für den Goldpreis. Am Ende entscheidet aber der Realzins wie vorteilhaft Gold gegenüber anderen defensiven Anlageklassen erscheint. Solange also die Inflation auf dem deutlich erhöhten Niveau verharrt, dürfte auch der Goldpreis profitieren.

Goldpreis stabil

Eine Feinunze Gold kostete am Dienstagvormittag um 9:15 Uhr 1.818 US-Dollar. Das entsprach 1.594 Euro. Auf Dollar-Basis zeigte sich das Edelmetall gegenüber Vortag praktisch unverändert. Allerdings gab der Euro wieder etwas zum US-Dollar nach, so dass der Euro-Goldpreis 0,25 Prozent vorn lag. Im Vorwochenvergleich stand der Kurs dagegen 6 Euro niedriger.

10-jährige Anleihezinsen

Währenddessen ziehen die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen kräftig an. US-Papiere rentierten um Vormittag mit 1,95 Prozent und damit fast 10 Prozent höher als in der Vorwoche. Allerdings sind nun die europäischen Zinsen dramatisch auf dem Vormarsch. So schnellte griechische Schuldscheine am Markt nun auf 2,35 Prozent. Das ist im Rahmen unserer wöchentlichen Datenerhebung der höchste Wert seit Ende Juni 2019.

Anleihen, Renditen, Zinsen, Länder, USA, Deutschland, Staatsanleihen

Negativzinsen ade

Vor Negativzinsen ist in der Tabelle nichts mehr zu sehen. Auch die deutsche Staatsfinanzierung wird nun deutlich teurer. Denn die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen ist nun auf 0,21 Prozent angestiegen. Für einen höheren Wert mussten wir in unserer Statistik bis zum 22. Januar 2016 zurückblättern.

Anleihe-Renditen und Goldpreis

Welchen Einfluss haben die Anleiherenditen auf den Goldpreis? Generell lässt sich sagen: Wenn Staatsanleihen mit guter Bonität höhere Zinsen bringen, dann steigt deren Attraktivität unter defensiv ausgerichteten institutionellen Investoren. Dagegen wirkt das zinslose Gold als Anlageform dann in normalen Zeiten für solche Kapitalverwalter weniger lohnenswert. Auf solche Einflüsse reagieren auch automatisierte Handelssysteme.

Allerdings sind die Anleiherenditen nur einer von vielen Aspekten, die eine Rolle bei der Entwicklung von Goldnachfrage und Goldpreis spielen. Wenn an den Kapitalmärkten sichere Häfen gesucht sind, steigt der Goldpreis oft, während die Anleiherenditen sinken (steigende Anleihekurse). Auch das haben wir zuletzt immer wieder erlebt.

Goldreporter

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17 Kommentare

  1. @Inflations-Beobachter

    Auch die Kaffee-Preise „rauschen vorübergehend nach oben:“

    Tchibo erhöht erneut die Kaffee-Preise (für das beliebteste Getränk in
    deutschem Land) – und WER in den letzten Tagen einmal die Preise für z.B.
    „Küchenrollen-Papier“ verglichen hat, wundert sich über Preis-Steigerungen von
    gut über 30% beim 4er-Pack.

    https://www.wz.de/wirtschaft/auf-verbraucher-kommen-hoehere-kaffeepreise-zu_aid-66021239

    Unterdessen „grübeln“ die Währungshüter im EZB-Elfenbeinturm darüber nach,
    wie man den Kaufkraft-Verlust der €U-Bürger noch etwas beschleunigen könnte,
    damit Länder wie Griechenland, Italien, . . . nicht an ihrer Schuldenlast zusammen-
    brechen, sollte man sich doch gezwungen sehen, den „Leidzins etwas
    anzuheben: „einfach das Problem aussitzen“ ?
    (▀̿Ĺ̯▀̿ ̿)

  2. Kann ich nur bestätigen. Durch die Bank gepfefferte Preise. Mein Muenchner Lieblingskaffee pro Domina kostet im
    Supersonderangebot
    nur 56 % mehr als letztes Jahr. Habe aber schon
    im Sommer Kaffee und Klopapier für 3 Jahre
    gebunkert. Wobei ich allerdings mit einem
    Steckrübenwinter wie 1917/18 rechne und
    Letzteres dadurch überflüssig wird.
    S i l b e r ist der beste Inflationsschutz. Es ist
    stark zyklisch und immer im Sommer und
    Frühherbst am Billigsten; dann nämlich, wenn
    die Meute in den Urlaub fährt und auch noch
    den letzten € verbraet und gleichzeitig die
    Fed die Zinsen erhöht.
    Vielleicht die letzte Gelegenheit Silber zu hamstern.

  3. Konkurrenz für die Londoner ‚Goldpreis-Manipulateure‘ („LBMA“):

    „Vereinigte Arabische Emirate treten mit der Einführung des „UAE Good Delivery Standard“
    für Gold gegen die LBMA an“,

    (siehe hier:)

    Mal sehen, was das bringt ?

    ‹(•¿•)›

  4. Wer sagt es denn. Endlich gibt es Inflation und Zinsen.
    Jetzt müssten doch endlich alle, bis auf ein paar unentwegte Berufsnörgler, glücklich sein.
    Die Zentralbanken haben die Krise bewältigt und uns Normalität zurückgegeben. Sicher ist noch nicht alles perfekt geschliffen, aber das wird schon.
    Endlich Inflation, endlich auch Zinsen, hipp hipp hurra.

  5. Alles wieder Augenwischerei u. Ablenkung. Wenn Wirtschaft u. Pleitestaaten daraufhin noch rascher
    wegzukippen drohen (Stichwort Stagflation), wird die Gelddruckmafia ziemlich bald wieder zügig umschwenken.
    Wie Maruti schon sagte: Gold dürfte kurzzeitig weiter volatil bleiben ohne große Sprünge (von unkalkulierbaren exogenen Ereignissen wie Ukraine etc. abgesehen).

    • @Condor
      Eigentlich bedeutet volatil sprunghafte und mit große Preisänderungen. Die gab es bei Gold aber immer.
      Wenn der Trend noch ober funktioniert, ist das eigentlich unwichtig. Beim Aufmacher des GR, das Zinsen nach oben rauschen, dachte ich eher so an 6-8%. So ein Zinssatz und Null Inflation, dann haben auch Omi und Opi
      etwas Gutes von diesem Irrsinn.

  6. Ich interessiere mich zwar kaum für Politik und die deutsche schon gar nicht, aber eines fand ich doch bemerkenswert:
    Jo Biden, der US Präsident gab dem Deutschen Kanzler vor versammelten Journalisten zu verstehen, dass nicht er, der deutsche Kanzler über die deutsch russische Pipeline entscheidet, sondern Washington.
    Der danach kleinlaute Kanzler meinte nur, wir entscheiden gemeinsam.
    Nachzulesen bei NTV.
    Ob es sie also doch gibt, die Kanzler Akte ?
    Anzunehmen ist es.
    Souveränität sieht wohl anders aus.

  7. https://wolfstreet.com/2022/02/07/consumers-did-their-part-borrowing-more-to-buy-much-less-what-happened-with-auto-loans-is-truly-amazing/
    Wer jetzt einen Konsumenten-Kredit an der Backe hat, wird sich über gestiegene Zinsen nicht freuen. Der Hang der Amerikaner, auf Pump zu leben, ist ungebrochen.
    https://confoundedinterest.net/2022/02/05/inflation-what-the-fed-sees-3-versus-what-main-street-feels-18-bare-shelves/
    Bloß kriegt man für’s geborgte Geld immer weniger. Schaut Euch mal das leere Regal auf dem Foto an. Erinnert mich an Moskau, wo ich 1990/91 war. @Donaustreuner tat gut daran, Klopapier und Kaffee zu horten. Hab ich auch gemacht. Jetzt kann ich auf dem Jacobs-Kaffee kein Haltbarkeits-Datum finden. Wißt Ihr noch, wie Alfred Tetzlaff seine Besucher aus der DDR begrüßte? „Das hier ist echter Bohnen-Kaffee, den werden Sie ja noch kennen.“ Früher hat die Verwandtschaft sog. West-Pakete in die DDR geschickt. Mit lauter schönen Sachen drin. Hab mal ein edles Paket 1992 nach Moskau von jemandem überbringen lassen an eine liebe, alte Uni-Dozentin. Die hatte keinen Pfennig und dafür einen doofen Enkel, dem sie alles hinten rein schob, und der nicht erwachsen werden wollte. Damit die Nachbarn im Wohnblock nicht pickrig und neidisch werden, verschenkte sie alles an diese. Und besorgte Nachschlagewerke & Deutsch-Russisch-Wörterbücher zum Thema Wirtschaft, die sie mir in einem Paket schickte. Stürzte sich also noch in Unkosten, weil sie glaubte, mir was schuldig zu sein. Es gibt solche Menschen, da bittet man wirklich Gott auf Knien, daß er es diesen vergilt. Frau Nikolajewa hieß sie. Ich kann mich nicht daran erinnern, daß in Rußland Horden von Primaten Züge plünderten. Sind andere Leute als die Amis. Vor denen hab ich keine Angst.

    • @Wolfgang Schneider
      Ich weiss nur nicht, ob das mit der Konsumentenverschuldung bei uns noch viel anders ist.

      USA, OK, das ist der echte Wahnsinn. Es lief dort nach einem ganz einfachen Muster:
      Folgend das „Modell“ für die „unteren 90 %“:
      1.) Immer grösser werdende Schere bei den Einkommen und Vermögen.
      2.) Die Leute versuchen den Lebensstandard zu halten und gehen in die Schulden.
      3.) Sie lassen sich vom Marketing jeden Blödsinn aufquatschen, den sie „unbedingt haben müssen“
      4.) Als das nicht mehr ging, weil Schulden ja Zinsen kosten und getilgt werden müssen hat man:
      5.1.) Die Zinsen gesenkt (da kann man plötzlich mit derselben Monatsrate noch mehr Blödsinn kaufen)
      5.2.) Die Schulden in Wertpapiere verbrieft und in die Welt an dumme Anleger verkauft.

      So, dumm nur, dass das Spiel nun zu einem Ende gekommen ist. Zinsen unter Null geht nicht.
      Man kann also nicht noch mehr Kredite in die Leute pressen und die können somit nicht auch noch mehr Blödsinn damit kaufen.
      Ein Schulden-Luftballon, der eben irgendwann platzt.
      Und auf dem Schulden-Luftballon ist die komplette Wirtschaft aufgebaut.

      Aus der Lebenspraxis unserer damaligen Nachbarn:
      Man hat ein Monatsbudget. Das wird komplett rausgehauen. Und zwar für neue Kreditraten.
      Beispiel: ich „brauche“ ein neues Auto. In USA kommt jedes Jahr ein „neues“ Modell. Und wenn sich nur die Form des Blinkers ändert.
      Dann guckt man nach, wie viel Luft noch im monatlichen Budget ist, Beispiel 500 Dollar.
      Dann wird die größte Kiste geleast, die man für die 500 gerade noch bekommt.
      Ob man es braucht ist kein Argument.
      Beispiel:
      Die 1,55 Meter Tochter unseres Nachbarn hat sich so einen Jeep Grand Cherokee (signifikant grösser als ein Cayenne) vors Haus gestellt. Einsteigen war eine Kletterpartie. Aussteigen ein „Absprung“. Kein Witz: Kissen auf dem Sitz, um nach vorne raussehen zu können.
      6,2 Liter V 8 (überall Tempolimit bei 110 kmh) und die höchste Ausstattungslinie mit schwarzem Leder (tolle Idee in Florida). Wir hätten uns an ihrer Stelle einen Toyota CHR gekauft.
      Wir haben unsere kleinen Japaner drüben Cash gekauft, sowas passiert dem Händler 3 x im Jahr.
      Die verdienen an der Vermittlungsgebühr für die Bankkredite mehr als am Verkauf des Autos.
      98 % der Autos gehören der Bank.
      Oder:
      Man hat einen 1,60 Meter großen Fernseher, aber es gibt bei Walmart einen mit 1,70 Diagonale.
      Daß das TV-Signal nicht mal für ein klares Bild bei den 1,6 Meter ausreicht ist egal.
      Das große Ding muss her.
      Für 40 Dollar Monatsrate für 4 Jahre.
      Blasen über Blasen über Blasen.

      Alle die Schulden sind inzwischen wieder in „Wertpapieren“ verbrieft und an Pensionsfonds etc. verkauft.
      Und wenn die Leute auf die wahnwitzige Idee kommen würden nur noch das zu kaufen, was sie wirklich brauchen, bricht das ganze Kartenhaus zusammen. Vielleicht gehen ihnen auch die Kredite dafür aus.

      Frage: ist es bei uns noch wirklich anders ?
      Hatte gestern ein Prospekt von Mediamarkt im Briefkasten: bei den großen Fernsehern (haben die dann auch ein erträgliches Programm ???) stand in groß nicht der Kaufpreis, sondern die Monatsrate.
      Bei einem Autohändler in der Nähe („Premium“) klebt auch nur noch der Zettel mit der Monatsrate am Fenster.
      Aha.

      Deswegen mag ich kein Papiervermögen mehr.
      Das irgendwo durch einen alten Fernseher „abgesichert“ ist.
      Nur SCHWERES ist WAHRES.

      • @Meister Eder
        1936 verbot Göring den Besitz von Edelmetall im 3. Reich. Die letzten Kaiser-Wilhelm-Goldmünzen wurden außer Kurs gesetzt. Selbst Juweliere und Industrie mußten alles Gold, Silber und Platin bei der Reichsbank abliefern. Unter Androhung der Todesstrafe bei Nichtbefolgung. Als ich meinen alten, roten VW 2019 abgeben mußte – der war Ende 1994 vom Band gelaufen – kamen mir fast die Tränen. Was habe ich mit dem nicht alles an Obst zur Mosterei geliefert. Birnen und Äpfel jahrein, jahraus nicht zentnerweise, sondern tonnenweise. Saft und Most dafür eingeheimst, die ich zumeist verschenkte. Hast Du vielleicht nicht miterlebt, aber wir Ossis mußten 12-14 Jahre lang auf einen neuen Pkw warten. Für eine gebrauchte, alte Mumie hast Du mehr bezahlt als für den Neuwagen aus Zwickau oder Eisenach. TÜV und DEKRA gab es im Osten nicht. In der UdSSR war es noch schwieriger. Einen Pkw gab es auf Zuteilung. Oder eine Schrankwand für die Wohnung. Mußtest einen Kriegs-Veteranen in der Familie haben, dann ging es leichter. Die durften sich übrigens in jeder Schlange vorn anstellen. Deshalb liefen die stets mit all ihren Orden an der Jacke draußen herum. Als es die DDR nicht mehr gab, haben viele wie behämmert auf Kredit ein „westliches Fabrikat“ angeschafft. Und ihre Trabis einfach im Wald abgestellt. Viele gebrauchte Pkw aus sowjetischer Produktion waren plötzlich für paar hundert Mark zu haben. Das nutzten die Berufs-Soldaten der abziehenden russischen Armee. Jedes Taxi in der DDR war ein „Wolga“. Im Westen von Daimler. Mein Vater war damals Dorf-Bürgermeister und kannte etliche Offiziere aus mehreren Garnisonen. Als die mitbekamen, daß Helmuths Sohn ein Dolmetscher ist, wurde ich fast zwangs-vergattert und mußte mitkommen, wenn sie den Leuten die Moskwitsch, Saporoshez, Lada, Wolga und Zhiguli für paar hundert DM abkauften. Oder tauschten gegen 2 Lkw-Ladungen Briketts, weil sie clever die riesigen Kohle-Bestände in den Garnisonen, die aufgelöst wurden, plünderten. Zu Hause, so erklärten mir dann etliche, können sie ein gutes, intaktes Fahrzeug gegen eine Wohnung eintauschen. Wohnungs-Mangel war das größte Problem der Militär-Heimkehrer. Wer es schaffte, kurz vor seinem Abzug aus der Ex-DDR ein paar Pkws in die Heimat zu verbringen, war ein gemachter Mann oder hatte Startkapital für ein anderes Leben außerhalb der Armee. Am begehrtesten waren Pkw-Anhänger aller Art. Die wurden bei mehreren Fahrten mit den Möbeln beladen. In die Heimat fuhr man stets im Konvoi. Sie wurden in Polen unterwegs häufig ausgeraubt. Die Räuber trugen Polizei-Uniformen. Ob es nun echte Polizisten waren oder falsche (wie in Italien häufig), das weiß bis heute keiner. Du merkst es sicher schon, ich hab ’ne andere Sozialisation als Du. Und bin auch beim „Schweren“ gelandet. Schließlich führen alle Wege nach Rom. (Hoffentlich nicht ins alte.)

        • @Wolfgang Schneider
          Ich war direkt nach der Wende länger für einen Dax-Konzern insb. im Süden der DDR unterwegs, insb. in den Gebieten Karl-Marx-Stadt, Leipzig, Zwickau, Dresden.
          Mir war schon damals ein altes chinesisches Sprichwort über den Weg gelaufen: wer redet bleibt dumm, nur wer zuhört lernt.
          Habe da einige sehr interessante Menschen kennen gelernt.
          Da wir damals noch eine junge Familie mit wenig Geld waren (und ein altes renovierungsbedürftiges Haus selber hergerichtet haben) gab es abends nach Dienstschluss auch viel privaten Gesprächsstoff unter Heimwerkern. Das gab einen guten Einblick in das echte Leben der Menschen „drüben“.
          Damals habe ich angefangen, den Medien nichts mehr zu glauben.
          Fun-Fact am Rande: über mich hat wohl die erst HILTI den Weg in einen Haushalt in Zwickau gefunden.

          Und ich habe etwas für die Zukunft gelernt: Tauschwirtschaft und Netzwerke.

        • @ Wolfgang Schneider
          Na, so groß wie es vielleicht aussieht, ist der Unterschied gar nicht.
          Ich stamme aus einem echten Arbeiterhaushalt, Sozialbauplatte kurz hinter dem Schornstein eines BMW-Werkes. „Datsche“ alias Schrebergarten hatten meine Eltern auch. Papa bei den Sozis und in der IG Metall.
          Ich kann heute noch Gemüse bis zu Kartoffeln anbauen. Und in den Semesterferien hab ich als Postbote und Paketfahrer mir mein Studium zum Teil verdient.
          Als junge Familie mit wenig Geld haben wir ein altes Haus überwiegend selbst renoviert.

          Bei Pumuckl exakt dasselbe. Mit Omas altem Rad zur Uni statt mit der von Papa geschenkten neuen Vespa. Im August an der Kasse im Supermarkt. Die hat mit 30 gelernt, mit einer HILTI Steckdosenlöcher in alte Wände zu fräsen. Ohne angepappte Plastikfingernägel.
          Da war nix mit „reichen Wessis“.

          OK, so ab 40 sind die Kontoauszüge dann erfreulich „breit“ geworden.
          Aber wenn Geld den Charakter verändert, hatte man vorher keinen.
          Wir haben nicht vergessen, wo wir herkommen. Und sind stolz auf unsere Wurzeln.

          In der DDR war ich nach der Wende auch einige Zeit (Leipzig, Zwickau, Dresden) und habe dort tolle Leute kennengelernt, auch nach Dienstschluss „unter Heimwerkern“.
          Nur wer zuhört, lernt auch was.

          Das mit Netzwerken und der Kunst des „Organisierens“ knapper Güter wird man bald brauchen können. Und es wird nicht schaden zu wissen, dass es Äpfel etc. nicht nur im Supermarkt gibt.

  8. https://confoundedinterest.net/2022/02/07/pigs-facing-the-fire-again-portugal-italy-greece-spain-seeing-surge-in-sovereign-debt-yields/

    https://www.youtube.com/watch?v=dnfKSqRYlhE
    Zehn kleine Eurolein, die taten sich sehr freuen.
    Doch Griechenland saß mit im Boot, neune tun’s bereuen.
    Neun kleine Eurolein, die hatten nichts gedacht.
    In Irland ist jetzt Helloween, da waren’s nur noch acht.
    Acht kleine Eurolein, die haben’s übertrieben.
    Italien geht die Puste aus, nun sind es nur noch sieben.
    Sieben kleine Eurolein, die sind völlig perplex.
    In Lissabon ist Schicht im Schacht, da waren’s nur noch sechs.
    Sechs kleine Eurolein, die waren ganz genervt.
    Beim Ami zu viel Schrott gekauft, den Belgier hat’s entschärft.
    Fünf kleine Eurolein, die kam es ganz schön teuer.
    Der fünfte büßt den Persien-Feldzug nun im Höllenfeuer.
    Vier kleine Eurolein, die fanden nichts dabei,
    die Bankenrettung war zu viel, da waren’s nur noch drei.
    Drei kleine Eurolein, die riefen laut Hurra.
    Doch eines fiel beim Rating durch, zweie sind noch da.
    Zwei kleine Eurolein, die kamen nicht ins Reine.
    Den Staatsbankrott noch abzuwehren schaffte nur der eine.
    Ein kleines Eurolein, die hatte was gebissen.
    Sanktionen gegen Putinland, nun hat es sich geschrottet.

  9. @Meister Eder
    Genauso ist es. Meine letzte Freundin hat alles
    auf Ratenzahlung bestellt. Mit 60 hatte sie
    ihre Schrottimmobilie BJ. 1954 immer noch
    nicht abbezahlt bei 770,–€ Rente.
    2 Jahre habe ich sie finanziert und dabei
    7000 € verloren.
    Sie meinte, dass meine Investitionen in EM
    völliger Blödsinn sei. Nun lebe ich wieder seit
    3 Jahren alleine in meinem
    S I L B E R W A H N !

  10. @Meister Eder
    Schulden sind was Ekliges. Viele Bauern hatten welche, aufgenommen vor 1933. Die braune Regierung befahl den Banken, gegen überschuldete Bauern keine Vollstreckung mehr einzuleiten. Offenbar übernahm der Staat die Tilgung. Wir wissen ja, daß der Schacht die Druckerpresse bis 1938 hat heißlaufen lassen. Nach dem Krieg dann bei uns im Osten die Gretchen-Frage: „Sag, wie hältst du’s mit der LPG?“ Wer eintritt, braucht nicht zu tilgen. So köderte man die Bauern. Mir sind Fälle bekannt, daß z.B. in Friedersdorf bei Seelow Bauern all ihr Land, Vieh und Inventar in die LPG einbrachten und dann trotzdem aufgefordert wurden, die Altschulden zu tilgen. Nach 1990 dann nochmal. Da hatte – auch in Friedersdorf – der Opa von einem 1919 einen Kredit von einer Rittergut-Bank aufgenommen, und es erschien dann irgendein Fuzzy von irgendeiner Sparkasse, der einen „Titel“ hatte und das Geld einprügelte. Meine Oma Luise in Niederjesar bei Lebus wurde vom Staat enteignet. Der Bauer fehlte, Opa Karl war noch bis 1954 Kriegsgefangener. Mitte April 1945 wurde alles zerschossen – die finale Offensive der Russen über die Oder nach Berlin. Als sie das Land los war, kam noch die Aufforderung, den Kredit zu tilgen, mit dem der Opa den Hof eingerichtet hatte. Den haben wir bis in die frühen 1980er abgestottert. Bezahlt mit Unmengen Tomaten und Gurken aus eigener Erzeugung sowie Eiern. 93% der Eier in der DDR kamen von privaten Klein-Erzeugern; es gab bei uns keine Hühner-KZs. Owing money is a bitch. Debt is a motherfucker. Und hast Du eine Regierung, welche das eigene Volk nicht achtet, haben auch die Bauern nichts zu lachen. Oma Luise konnte – ohne den Bauern und mit den Kindern am Hals – von ihrem zerschossenen Hof das Ablieferungs-Soll nicht stemmen – deswegen wurde sie enteignet. Sie hatte 5 Kinder. 2 überlebten den Hunger-Typhus, mein Vater und sein Bruder Günter, der bei einem Arbeitsunfall ums Leben kam.

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