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Goldindustrie baut wieder Hedging-Positionen auf

Die Hedging-Positionen der Goldförderer befinden sich insgesamt weiter auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

Im zweiten Quartal haben Goldförderer netto 6 Tonnen Gold auf Termin verkauft. Noch sind es aber nur kleine Produzenten, die sich gegen einen fallenden Goldpreis absichern.

Erstmals seit 10 Jahren haben die Goldproduzenten weltweit wieder in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen Hedging betrieben. Hedging bedeutet: Goldproduzenten sichern sich gegen einen fallenden Goldpreis ab, in dem sie Gold auf Termin verkaufen. Dass heißt, sie liefern Gold in einigen Monaten oder Jahren zu einem bereits „heute“ festgelegten Preis.

Für das zweite Quartal 2011 meldet der Marktforscher GFMS Hedging im Nettoumfang von 6 Tonnen. Für das Gesamtjahr 2011 werden 32 Tonnen erwartet. Das wäre das erste Jahr seit 1999 mit einem Anstieg der Hedging Positionen.

Laut GFMS sind es derzeit aber vor allem kleine Goldproduzenten, die hier auf Nummer sicher gehen. Für sie geht es vor allem darum, den Minen-Betrieb erst einmal zu stabilisieren und garantierte Einnahmen zur Refinanzierung ihrer Investments zu generieren. So verkaufte alleine der australische Junior-Produzent Alkane Resources im zweiten Quartal 3 Tonnen Gold auf Termin.

Die großen Goldproduzenten haben in den vergangenen zehn Jahren dagegen kontinuierlich De-Hedging betrieben, um wirtschaftlich direkt vom steigenden Goldpreis profitieren zu können. Im vierten Quartal 2010 löste die südafrikanische AngloGold Ashanti als letzte unter den großen Goldproduzenten alle Hedging-Positionen auf. Damit drücken die Unternehmen gleichzeitig ihre positiven Erwartungen an die künftige Goldpreisentwicklung aus.

Im so genannten globalen Hedge Book (Gesamtheit aller Hedging-Positionen) sind derzeit 158 Tonnen notiert. Von den Rekordwerten zur Jahrtausendwende ist die Branche damit weit entfernt. Im Jahr 2000 saß die Industrie auf Hedging-Positionen im Umfang von 3.000 Tonnen.

Hedging hat in den 90er-Jahren zum Goldpreisverfall beigetragen, De-Hedging zum Goldpreisanstieg der letzten zehn Jahre. Im letzteren Fall kauften die Produzenten Gold am Markt auf, um Vorwärtsverkäufe glattzustellen.

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Eingetragen von am 5. Okt. 2011. gespeichert unter Gold, Goldpreis, Hintergrund, Marktdaten, News, Welt. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

7 Kommentare für “Goldindustrie baut wieder Hedging-Positionen auf”

  1. Bedeutet das, dass der Pessimismus unter den Produzenten zunimmt? D.h. man meint, die Preise könnten noch weiter fallen? Das ist kein gutes Zeichen für Goldinvestoren.

    • So lange die großen Produzenten nicht anfangen, wieder zu hedgen, muss man sich diesbezüglich keine Sorgen machen. Die Majors können keine Hedging-Positionen mehr abbauen, da schon geschehen. Also führen die Terminverkäufe der kleinen Minen in der Masse zu einer Vergrößerung des Hedge Books.

  2. Solange die verschuldeten Pleitestaaten Europas mit immer mehr Schulden die verschuldeten Banken retten wollen, solange muss man sich wohl über die Preis keine großen Gedanken machen. Es sei denn, jemand ist mit Kredit im Markt.
    Denn natürlich wird es rauf und runter gehen!

  3. Hedging hin oder her,das hat letztendlich wenig mit dem physischen Gold zu tun.Es sind nur Papiere auf Gold,welches noch unter der Erde liegt und erst gegraben werden muss.Gold hat eben 2 Seiten: eine spekulative und eine präventive Seite.Den wahren Wert von Gold erkennt man erst,wenn das Kind im Brunnen liegt.Und das ist dann die präventive Seite.

  4. Also wenn ich’s richtig verstehe will die eine Seite,die Produzenten, dem Risoko einen Riegel vorschieben,verkauft also Gold in der Zukunft zu einem heute festgelegten Preis,weil sie mit niedrigeren Preisen rechnen. Daraus folgere ich, daß die andere Seite,die Käufer, mit höheren Preisen rechnet.Also wo ist jetzt das Problem?

    • Das Problem wird jener haben, der bei dem Geschäft Verlust macht, denn die eine Seite gewinnt, während die andere verliert. Die Produzenten sind Insider mit langjähriger Erfahrung und profunder Markteinschätzung. Die Käufer hingegen könnten unwissende Kleinanleger sein. Normalerweise sind die die Looser.

      • Sorry,aber die Produzenten schließen keine Verträge mit einem Kleinanleger,sondern mit großen Adressen aus der Industrie oder Prägeanstalten etc.Die Produzenten mögen wissen wie sie das Gold aus der Erde holen,aber ob sie wissen was den Goldpreis treibt,wodurch er beeinflusst wird und warum er manipuliert wird,das möchte ich zumindest in einigen Fällen bezweifeln.Die englische Notenbank ist zwar kein Produzent,aber auch hier könnte oder müsste man Insider mit profunder Markteinschätzung vermuten.Was haben die gemacht? Die haben es wahrhaftig geschafft ihr Gold 2001 für ca.280 US-Dollar zu veräußern.Was der Goldpreis seitdem gemacht hat wissen wir.

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