Donnerstag,20.Juni 2024
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Goldpreis: Vorbereitung auf den nächsten Kurssprung?

Der Goldpreis tendierte nach dem Kurseinbruch am Montag wieder fester. Dabei gab es im Gold-Handel in den USA und China interessante Entwicklungen. 

Goldpreis konsolidiert

Nachdem der Goldpreis im US-Futures-Handel am Freitag vor einer Woche mit 2.413,80 US-Dollar (2.264,99 Euro) sein letztes Allzeithoch erreichte, begann in dieser Woche die lange erwartete Konsolidierung. Allerdings haben wir bislang keinen großen Ausverkauf gesehen. Denn im Wochenverlauf erholte sich das Edelmetall wieder tendenziell und die fundamentalen Rahmen haben sich nicht verändert.

Gold, Goldbarren, Goldpreis (Bild: Goldreporter)
Während Privatanleger hierzulande weiterhin viel Gold verkaufen, bleibt das Edelmetall in Fernost stark gefragt. Und nun werden am US-Terminmarkt im Options-Handel wieder ähnlich hohe Wetten auf einen steigenden Goldpreis angeschlossen wie vor dem Kursprung Anfang März (Bild: Goldreporter).

CoT-Daten

Was geschah am US-Terminmarkt? Dazu analysieren wir zunächst die aktuellen COT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures per 23. April 2024 an der COMEX. Hier stieg die Netto-Short-Position der „Commercials“ erstmals seit drei Wochen wieder an – um 1,8 Prozent auf 226.872 Kontrakte. Auf der Gegenseite nahm die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um 0,48 Prozent zu auf 202.891 Kontrakte. Dabei stiegen die Netto-Käufe des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) um knapp 5 Prozent auf 142.139 Kontrakte.

Open Interest

Beim Open Interest gab es gegenüber Vorwoche zunächst nur geringe Veränderungen. So ging die Summe aller offenen Gold-Kontrakte an der COMEX per 23. April um 0,1 Prozent zurück auf 516.249 Kontrakte. Bis zum Handelsschluss am Freitag ging es dann noch einmal um 1 Prozent rauf auf 521.618 Kontrakte. Im Vorwochenvergleich (Freitag bis Freitag) blieb der Open Interest fast unverändert (+0,07 %).

Gold-Optionen

Bei den Gold-Optionen sehen wir eine interessante Entwicklung, die Hinweise auf die Markstimmung an der COMEX gibt. Denn hier ist der Open Interest nach dem Verfallstermin in der vergangenen Woche um 12 Prozent zurückgegangen auf 1.006.295 Optionen. Dabei sank die Put/Call-Ratio auf 0,63. Das heißt, auf 100 Put-Optionen kamen zuletzt wieder 159 Call-Optionen. In der Vorwoche waren es nur noch 132 gewesen. Kurz vor dem Verfallstermin und der Goldpreis-Konsolidierung war der Put-Anteil deutlich angestiegen. Nun ist die Put/Call-Ratio so niedrig (der Optimismus im Optionshandel wieder so groß) wie Anfang März, als die beschleunigte Rekord-Rally begann.

Gold, CoT, COMEX

Gold, COT, Positionen, Gold-Optionen, Put/Call-Ratio, Open Interest

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis im US-Futures-Handel (Juni-Kontrakt) ging am Freitag mit 2.347,20 US-Dollar (2.195,08 Euro) ins Wochenende. Damit ergibt sich gegenüber Vorwoche ein Kursrückgang von 2,8 Prozent (-3,1 % in Euro). Der große Kurseinbruch kam am Montag mit einem Tagesverlust von 2,7 Prozent. Danach kletterte der Goldpreis unter deutlichen Tagesschwankungen wieder langsam nach oben. Das Wochentief (Intraday) ereignete sich am Dienstag mit 2.304 US-Dollar.

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Goldpreis in US-Dollar, US-Futures (Juni-Kontrakt): Nach dem Kurseinbruch am Montag arbeitete sich der Kurs wieder schrittweise nach oben. Gegenüber Vorwoche gab der Goldpreis aber um 2,8 Prozent nach (Quelle: CME Group)

COMEX-Gold-Lager

Unterdessen stiegen die Goldbestände in den COMEX-Tresoren gegenüber Vorwoche um 40.000 Unzen auf 17,62 Millionen Unzen. Dabei nahmen die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ um 120.000 Unzen zu auf 10,18 Millionen Unzen (alle Zahlen gerundet).

Erkenntnis: Bei einem Open Interest von 521.618 Kontrakten handelten Trader Ende der vergangenen Handelswoche insgesamt 52.161.800 Unzen Gold in Form von Standard-Futures (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war offiziell noch zu 33,7 Prozent mit entsprechenden Lagerbeständen gedeckt – wie in der Vorwoche.

Lieferanträge

Diese Unterdeckung wird vom Börsen-Betreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt werden. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Wie hoch der Anteil ist, kann man ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung ersehen.

So meldete die Börsenaufsicht CFTC für den Kontraktmonat April nun 18.166 Anträge auf physische Auslieferung von Gold. Damit kamen innerhalb einer Woche 1.986 hinzu (Vorwoche: +1.933). Im gesamten Vormonat waren es lediglich 6.057 Anträge. Dagegen lag die Summe im bisherigen Rekordmonat (Juni 2020) bei 55.102 Anträgen auf physische Auslieferung des als Futures gehandelten Goldes.

Gold in China

Am Donnerstagnachmittag um 14:30 Uhr (8:30 Uhr Berlin; 2:30 Uhr New York) notierte der Goldpreis an der Shanghai Gold Exchange mit 547,68 Yuan pro Gramm. Damit sank der Kurs im Vorwochenvergleich um 2,9 Prozent. Zu diesem Zeitpunkt entsprach der Goldpreis in Shanghai umgerechnet 75,58 US-Dollar oder 2.351 US-Dollar pro Unze.

Gleichzeitig wurde Gold an der COMEX (Juni-Kontrakt) mit 2.333 US-Dollar pro Unze gehandelt. Währenddessen kostete die Feinunze Gold am europäischen Spotmarkt (FOREX) 2.321 US-Dollar. Das heißt, Gold wurde in China weiterhin mit einem Aufschlag von bis zu 30 Dollar auf den internationalen Kurs gehandelt. Allerdings lag diese Differenz in der Vorwoche bei bis zu 94 US-Dollar.

Neben den Margin-Erhöhungen am US-Terminmarkt, hatten auch die Betreiber der Shanghai Gold Exchange vergangene Woche die Sicherheitsleistungen im Handel mit Gold-Kontrakten sowie die täglichen Preislimits angehoben. Bei Letzteren wird der Handel vorübergehend gestoppt, wenn der Kurs gegenüber Vortag prozentual stärker als gewünscht schwankt. Dieses Limit lag zuletzt bei 8 Prozent. Das jeweilige Vorgehen wird als Maßnahme zur Risikokontrolle gesehen. Die gleichen Vorkehrungen gibt es an der COMEX.  

Goldpreis-Ausblick

Nach dem Kursrücksetzer am Montag haben wir keinen Ausverkauf erlebt, sondern die Bullen zeigten erneut Stärke und der Goldpreis tendierte im Wochenverlauf wieder leicht nach oben. Auch die Positionierung am US-Optionsmarkt verdeutlicht, dass die Marktstimmung bei Gold weiterhin bullisch bleibt. Kommende Woche steht die Sitzung der US-Notenbank im Fokus der Marktbeobachter. Außerdem kommen neue Inflations- und Wirtschaftsdaten aus Deutschland. Die Shanghai Gold Exchange bleibt von Mittwoch (1. Mai) bis Sonntag (5. Mai) übrigens geschlossen. Für Spannung ist weiter gesorgt.

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7 Kommentare

  1. Um die Zeit bis 5. Mai zu nutzen, könnte man eigentlich den Goldpreis noch etwas reduzieren.
    Trotz der Erholung bei DAX und Gold würde ich bis 4. Mai mit grösseren Käufen vorsichtig sein.
    Die chinesischen Feiertage wurden bisher gerne von Shortsellern genutzt.

      • @Stillhalter
        Möglich ist alles bei diesem Hauen und Stechen.
        Bei Gold kann man zur Zeit nur regelmässig in kleinen Mengen kaufen und keinerlei ans verkaufen denken.
        Plant man Kaufen und Verkaufen, nehme man lieber einen Indexfond auf Aktien, am besten einen weltweiten, gemischt, mit Priorität USA , Japan und Europa.
        Sonst hat man nur Sorgen.
        Das ganze Gerede und die Panikmache von wegen Altersvorsorge stammt lediglich von gierigen
        Banken und deren Fondmanagern.
        Gold dient ausschliesslich als Versicherung, falls diese Herren den „Schettino“ machen.
        „Als Grund, warum er das Schiff früh verlassen hatte, bemühte er in einem Interview die slapstickhafte Ausrede, er sei bei einer Evakuierung „ausgerutscht und ins Rettungsboot gefallen“. Fare lo Schettino“, den Schettino machen, ist bis heute in Italien ein geflügeltes Wort für Feigheit.“

    • Ich weiss nicht wer du bist, Maruti, aber du hattest verdammt recht.
      Gold ist vorige Woche tatsächlich gefallen. So was soll man nutzen.

  2. @Maruti
    Genau, diese ganze ETF’S binden das Kapital des Kunden über Jahrzehnte. Diese Produkte werden von gewisse Anbieter auf den Markt gebracht, man kauft die weil durch Experten zusammen gestellt, man braucht sich über die Zusammenstellung und/oder minimieren/maximieren von Positionen keine Gedanken machen.
    Welchen Sinn hat das? Wenn man zb. Die falschen Aktien kauft oder zum falschen Zeitpunkt, da erleiden man womöglich ein Verlust. Dies gehört zu Aktienhandel dazu, man lernt aus Fehlern. Eine gute Recherche über das jeweilige Unternehmen und die Märkte sind ein muss, um selbstständig seine Entscheidungen zu treffen!
    Nun beim Gold wäre der einzige Fehler zu teuer zu kaufen, aus Gründen von Angst das man den Zug verpasst. Aber was heißt teuer? Hängt auch von haltedauer an, 30/40 Jahre, oder gar jemanden vermachten?
    Für mich persönlich egal wie gut die Aktien laufen, egal welche Performance die bringen, nur auf diese eine asset Klasse sich zu verlassen und Gold als Relikt alter Zeiten zu vernachlässigen könnte sich im schlimmsten Falle als fatalen Fehler erweisen.

    • @Bigdriver
      Da haben Sie völlig recht. 2008 zeigte, wie schnell es gehen kann. Da rutschte der DAX, aber auch der Dow um mehr sls die Hälfte ab.
      Danach bewertete man die Punkte anders und nahm einige Kanditaten zu Ginsten besserer raus und druckte massiv Geld um den Banke die Möglichkeit zu geben, die Kurse hochzukaufen.
      Das sind die Schulden von heute, pardon, das ist das heutige Sondervermögen.
      Gold hatte derartige Betrügereien nicht nötig, man musste es nur mit den abermals geschaffenen Sondervermögen nach unten knüppeln.
      Dafür sei den Organisatoren mein ganzer Dank, den ich konnte mehr als ein Viertel meines heutigen Goldanteiles unglaublich billig dazuerwerben.
      Und so erkläre ich heute:
      Ich habe das Gold und ihr die Schulden, die Inflation und die politischen Konflikte.
      Das ist euer Problem und nicht meines.

  3. Noch immer steht Gold etwa 80 Eiro unter dem ATH vom 12 April. Gaaaanz langsam versucht es sich von seitwärts nach oben zu bewegen. 2 Schritte vor und 3 zurück.
    Das ist der Markt, eine normale Marktreaktion.
    Die Minuten vom 12 April, mit einem senkrechte Absturz um 100 Dollar war eben kein Markt, sondern eine brutale Drückeraktion mit Geld der Steuerzahler.
    Das ist nun mittlerweise, obwohl klar ersichtlich, nun auch von allen Medien, Fachschriften anerkannt.
    Wer gegenteiliges behauptet, sollte bei seinen Verschwörungstheoretikern und Schwurblern auftreten.

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