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Inflation vs. Deflation: Warum die EZB Anleger ins Gold treibt

Euro Erdrutsch (Speedfighter - Fotolia.com)

Achtung Steinschlag: Vor der Euro-Lawine wird gewarnt

Am heutigen Donnerstag entscheidet der EZB-Rat einmal mehr über ihre Geldpolitik im Euroraum. Egal wie die Banker in Frankfurt entscheiden, Gold als Vermögensschutz ist weiter unerlässlich.

Von Nadine Smeding

Immer öfter ist zu hören, dass wir uns langsam aus der Krise herausbewegen. Die kürzlich vorgenommene Senkung der Zinsen auf ein historisch niedriges Niveau von 0,25 Prozent zeigt aber, dass die Eurokrise alles andere als gelöst ist. Deutschland, die Niederlande und Österreich stimmten gegen diese Zinssenkung. Die südlichen Mitgliedsstaaten waren dafür. Das sind deutliche Beispiele für die uneinheitliche Geldpolitik innerhalb der Europäischen Union.

Uneinheitliche Haltung innerhalb der EU
Das größte Problem der Europäischen Zentralbank: Sie kann nur eine Geldpolitik für alle Euroländer machen. Vor Gründung der EU führte die Rezession eines Landes dazu, dass auch die Nachfrage nach Produkten in diesem Land automatisch abnahm – und damit auch die Nachfrage nach Geld. Dadurch sanken gleichzeitig die Preise. Importe wurden teurer, während man erfolgreicher exportierte. Die Folge war, dass die Nachfrage nach Produkten auf natürliche Weise wieder stieg und sich die Wirtschaft wieder erholen konnte.

Heute ist die EZB gezwungen, eine Geldpolitik durchzusetzen, von der eigentlich kein einziges Land profitieren kann. Deutschland erzielt einen Handelsüberschuss und macht deshalb bei einem steigenden Eurokurs Gewinne, während die südeuropäischen Länder vor allem einen schwächeren Euro brauchen. Daher bleiben wir in einer Rezession stecken, die sich möglicherweise in Zukunft noch verschärfen wird. Die EZB hat zwar versucht, durch ein extrem niedriges Zinsniveau Kredite attraktiver zu machen, um so Investitionen anzukurbeln. Die einzige strukturelle Lösung scheint aber zu sein, Geld aus Ländern mit einem Handelsüberschuss an Länder mit einem Handelsdefizit zu verteilen. Das ist natürlich keine Lösung, mit der alle glücklich sind. Daher sieht sich die EZB unter einem immer stärkeren Druck, die Inflation so schnell wie möglich zurückzudrängen, bevor sie eskaliert und die nördlichen Mitgliedstaaten – nicht ganz zu Unrecht – ihre eigenen Ziele verfolgen.

Schreckensbild Deflation
Seit jeher wird Gold als wichtiger Schutz gegen Inflation angesehen. Aber was würde ein etwaiges Deflations-Szenario für Gold bedeuten? Deflation bedeutet, dass das Vertrauen in das Finanzsystem durch eine Wertsteigerung der Währungen bei gleichzeitig allgemein sinkendem Preisniveau wegbricht. Während Inflation gerade durch die Geldvermehrung erzeugt wird, entsteht Deflation durch eine Verringerung der Geldmenge im Verhältnis zur vorhandenen Warenmenge.

Bei Deflation steigt zunächst die Kaufkraft, was eigentlich einen positiven Effekt auf die Wirtschaft haben müsste. Deflation kann allerdings ausgesprochen schädlich für die Wirtschaft sein. Denn bei einer Deflation erwarten die Verbraucher, dass die Waren in Kürze noch günstiger werden und schieben ihre Ausgaben daher auf. Dadurch gerät die Wirtschaft unter erheblichen Druck.

Durch eine Verlangsamung des Geldumlaufs steigen die realen Zinsen, so dass die Wirtschaft schließlich in eine viel schwerere Rezession geraten kann. Das ist genau der Grund, weshalb die Zentralbanken alles daransetzen, um eine Deflation zu verhindern, gleichzeitig die Inflation aber gering zu halten. Da die Inflation in Europa in den vergangenen beiden Monaten schnell gesunken ist und im letzten Monat mit 0,7 Prozent sogar einen neuen Tiefpunkt erreicht hat, können wir davon ausgehen, dass dieses Ziel offenbar nicht erreicht wurde.

Gold in der Deflation: Lesen Sie weiter auf Seite 2


Keine Chance für Sondengänger: Gold vergraben, aber richtig!

Gold im Grenzverkehr: Mit Gold durch den Zoll

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Eingetragen von am 5. Dez. 2013. gespeichert unter EZB, Gold, Goldpreis, Inflation, Marktkommentare, News. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

12 Kommentare für “Inflation vs. Deflation: Warum die EZB Anleger ins Gold treibt”

  1. Dass bei einer Inflation Gold einen Schutz bieten kann,ist unumstritten.Bei einer Hyperinflation keine Frage mehr.Doch eine Deflation ? Hier könnte man annehmen, dass Sachwerte verlieren und Bargeld gewinnt.Jedenfalls ist es in Japan so.Doch Japan ist eine Ausnahme,da ein Inselstaat und die Verschuldung nur bei der eigenen Bevölkerung besteht.Die kaufen nichts sondern horten den Yen.
    Bei uns ist es sicher so, dass man nur anfangs mit Bargeld glücklich wird, denn
    die Wirtschaft und die Staatseinnahmen leiden.Und der Staat braucht Geld,also wird er es sich holen müssen.Es braucht keiner Phantasie sich vorzustellen wo.
    Abgaben, Steuern, Gebühren,alles steigt.Und der Bürger hat noch weniger zum konsumieren bei Diskounter.Sollte es aber dann zu Werksschließungen und Arbeitsplatzabbau kommen, trifft das dann gehortete Bargeld auf immer weniger Waren.Vorausgesetzt es liegt nicht auf der Bank,denn diese geht wegen der Kreditausfälle zuerst pleite. Das wäre dann der Beginn der Hyperinflation. Weshalb also jetzt oder vor 2 Jahren überhaupt Gold kaufen. ? Einfach warten, bis die Deflation das Gold billig macht und dann einsteigen ?
    Das Problem ist nur, dass der Staat die Vorgänge auch kennt und eventuell vorher schon Maßnahmen trifft.Diese können durchaus drastisch sein.
    Also Gold schützt in der Hyperinflation oder gallopierenden Inflation und schützt in der Deflation vor einem amoklaufenden Staatsgebilde.
    Bargeld schützt vor Bankpleiten.
    Gold und Bargeld schützen sich gegenseitig.Warum ?
    Geht Gold im Preis runter, steigt das Bargeld im Wert. So in der Deflation.
    Steigt Gold im Preis, sinkt der Bargeldwert, so in der Inflation.
    Passiert nichts, bleibt alles gleich.
    Heißt auf gut Deutsch: Ruhig schlafen, aussitzen und warten.

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    • Anaconda:
      Sie haben die möglichen Szenarien so gut geschildert, dass ich dies kopiert und gespeichert habe. Übrigens, heute ist wieder ein guter zukauf Tag! In Zürich ist die Oz.( Barren) Fr. 1.144.– zu haben.

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      • @Enzo Schweiz
        Richtig, wenn es Ihnen günstig erscheint, kaufen Sie ruhig.Bedenken Sie aber, niemals alles Geld in Gold zu tauschen.Sie brauchen einen Bargeldvorrat zum Leben und einen weiteren Bargeldvorrat für den Fall, dass die Deflation weiter fortschreitet und Sachwerte wie Immobilien etc billig zu kaufen sind.Auch in der Schweiz kann die Immobilienblase platzen.Um dann zuzuschlagen, brauchen Sie Bargeld.Warum ? weil Sie dann als Käufer im Vorteil sind,vor den anderen, die sich erst Kredite bei der Bank beschaffen müssen.Sie zahlen dann Cash und sofort und kommen zum Zug.
        Weil aber niemand weiß, ob es nicht andersrum kommt, brauchen Sie auch Gold, als ultimative Versicherung.

        0
        • @Anaconda:
          danke.
          In Italien ist die Situation wie Sie es oben beschreiben, Realität! Ich bin zwar erst seit 3 Monate in diesem Forum. Während dieser kurzen Zeit habe ich viel dazugelernt. Bin seit Jahrenzenten in der Sicherheitsbranche tätig, aus Sicherheitsgründen erwähne ich diesbezüglich nichts näheres. nur soviel sei gesagt, Diskretion ua. auch Internet, gilt als oberstes Gebot! Sie verstehen..

          0
  2. Die neuen Besitzer der ESM-Bank sind auch die „alten“Hauptaktionäre der US-Federal Reserve, damit haben diese auch Europa fest im Griff.

    Die meisten Leser werden noch nie die Namen dieser Finanztitanen gehört haben: BlackRock, State Street, Vanguard und Fidelity.
    http://www.mmnews.de/index.php/politik/16097-groko-rettung-bis-zum-untergang

    Aktuelle Fakten von der Comex-Terminbörse: erstmals seit 2004 sind die 4 größten Bullionbanken gemeinsam auf der „Long“-Seite, also „Käufer“ im Goldmarkt.
    Allein JP.Morgan ist mit 75.000 Kontrakten (=7.500.000 Unzen Gold“) auf der Käuferseite, die steigende Goldpreise erwarten.
    Kann man die Nachtigall schon „trapsen“hören?

    Zusätzlich wird JP.Morgan über 90% seiner Dezemberkontrakte (wegen des tiefen Goldpreises?!) ausliefern, also diese Kontrakte nicht in den Februar-Liefertermin „rollen“ bzw. verschieben.
    Wohin also soll die Gold-Reise gehen: abwärts, oder aufwärts?

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    • @watchdog.Black Rock ist eine sehr zuverlässige Bank.Nahezu jeder Umsturz,Revolution oder Diktator verfügt über finanziellem Zugang dieser Institution!DeBeers benötigt siezur „Reinigung“von Blutdiamanten.Ein Verwandter Dulles war Mitbegründer!

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      • Heiko
        DeBeers unterstützt sogar die UNO im Kampf gegen die Blutdiamanten. Das hat aber rein wirtschaftliche Interessen, es wurden große Mengen an Diamanten aus Angola und Sierra Leone auf den Markt geworfen und die Nr.1 DeBeers befürchtete einen massiven Preisverfall. Jetzt beseitigt die UNO mit ihren Resolutionen die lästige Billig-Konkurrenz aus den Kriegsgebieten. Es gibt in der Branche sogar das Gerücht, dass DeBeers der verdeckte Initiator der politisch korrekten Verdammung von Blutdiamanten war. Der Konzern hält selber Diamanten für mehrere Milliarden Dollar zurück um den Preis oben zu halten, da wären die Warlords die weit unter dem Weltmarktpreis verkaufen ein wirtschaftlicher Alptraum.

        0
  3. @Heiko
    Vielleicht hat der IWF/ die EZB bezgl. ESM unser „hohes“ Bundesverfassungs-gericht unterschätzt, denn seit Juni dieses Jahres (Rechtsprechnung im Namen des Volkes dauert eben ) warten wir noch auf ein Urteil, obwohl die brüsseler Ausbeuter, Glühbirnen- und Staubsauger-Diktatoren in der Zwischenzeit den Rettungsschirm zu Deutschlands Ungunsten zur großen Eurobond-Abzapfsäule
    der kriminellen Banken-Clique umgebaut haben.
    Mario Draghi wird sich aber schützend vor die EZB stellen, wenn die Verfassungsrichter „blank ziehen“ und mit Wattekugeln die Gegenoffensive starten…

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  4. Dr.med. M.Hanke

    Endlich erwähnt mal jemand das schwebende Verfahren beim Bundes-„Verlassungsgericht“, eine skandalöse Verzögerungstaktik.
    Das Bild mit den blankziehenden Verfassungsrichtern finde ich großartig!

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  5. Diese „Verfassungsrichter“ kannste alle 8 in der Pfeiffe rauchen!

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  6. und der IWF will von allen Bürgern noch viel mehr, und noch wesentlich schneller an deren geld. warum es wohl mit der Bankenunion schon so eilt, gell?

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