Montag,16.Mai 2022
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Aktienmärkte runter, Goldpreis stabil

Gold, Goldpreis, Aktien (Foto: Goldreporter)
Der deutsche Leitindex DAX verlor vergangene Woche 3 Prozent, die Technologie-Börse NASDAQ gab unter dramatischen Schwankungen 1,25 Prozent ab. Dagegen sank der Goldpreis nur um 0,4 Prozent.

Im Zuge deutlich sinkender Aktien-Indizes überstieg der Goldpreis vergangenen Woche zeitweise wieder die Marke von 1.900 US-Dollar. Das geschah am US-Terminmarkt!

Goldpreis vs. Aktien

Die Aktienmärke rutschten im Zuge hoher Volatilität vergangene Woche weiter ab, Gold blieb weitgehend stabil. Zwar unterlag auch der Goldpreis erheblichen Schwankungen und die Marke von 1.900 US-Dollar konnte nur kurzzeitig zurückerobert werden. Aber höhere Kurse erscheinen angesichts der allgemeinen Krisen-Agglomeration nur eine Frage der Zeit.

Am US-Terminmarkt haben die Einzelgruppen zuletzt weiter Gold-Positionen abgebaut. Wir betrachten die jüngsten CoT-Daten mit den Zahlen vom US-Futures-Handel per 3. Mai 2022.

CoT-Daten

Hier sank die Netto-Short-Position der „Commercials“ in der dritten Woche in Folge, um noch einmal 7 Prozent auf 231.852 Kontrakte. Auf der Gegenseite nahm die Netto-Long-Position der „großen Spekulanten“ um 8,6 Prozent ab auf 199.168 Kontrakte. Damit wurde der niedrigste Wert seit dem 8. Februar 2022 erreicht. Einmal mehr bauten vor allem das „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) Terminkäufe ab. Denn deren Netto-Short-Position sank gegenüber Vorwoche um 16 Prozent auf 67.847 Kontrakte.

Gold, CoT, Positionen

Gold, COT-Daten

Open Interest

Dagegen stieg der Open Interest, also die Summe aller offenen Gold-Kontrakte an der COMEX, gegenüber Vorwoche leicht um 0,48 Prozent auf 560.441 Kontrakte. Allerdings ging es dann bis zum gestrigen Freitag nach Börsenschluss um 0,9 Prozent nach unten auf 554.984 Kontrakte.

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis ging auf Basis der US-Futures mit 1.888 US-Dollar pro Unze ins Wochenende (Juni-Kontrakt). Damit kam die Notierung gegenüber Vorwoche um 0,4 Prozent zurück. Allerdings waren am Donnerstag zeitweise wieder 1.910 US-Dollar erreicht worden. Dagegen ereignete sich das Wochentief bei 1.849 US-Dollar.

COMEX-Gold-Lager

Unterdessen stiegen die Goldbestände in den COMEX-Tresoren nach einem Rückgang in der Vorwoche per 5. Mai 2022 wieder um rund 170.000 Unzen auf 36,04 Millionen Unzen. Dabei erhöhten sich die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Bestände der Kategorie „eligible“ um 320.000 Unzen auf 17,81 Millionen Unzen.

Lieferanträge

Für den Kontrakt-Monat Mai liegen nun 1.912 Anträge auf physische Auslieferung vor (Vorwoche: + 1.669). Zum Vergleich: Im bisherigen Rekordmonat Juni 2020 wurden insgesamt 55.102 Anträge auf physische Warenlieferung eingereicht.

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11 Kommentare

  1. In der Tat, Gold hält sich grundsolide.
    Wir sehen derzeit fallende Aktienmärkte, die großen Indizes rutschten kurz vor dem Wochenende weiter ab. Gen Süden.

    Verunsicherung und Unberechenbarkeit dominieren die Märkte – die systemimmanente Krisenhaftigkeit dringt einmal mehr ins Bewusstsein der Marktteilnehmer.

    DREI WETTER GOLD: New York – Extrem volatile Aktienmärkte – das Haar sitzt. London – Flucht in den US-Dollar – die Frisur hält. Mit der Concorde über den Atlantik – Anleiherenditen, die ungebrochen ansteigen – das Haar bleibt geschützt.

    Und was macht derweil die Verschuldung der US-Verbraucher, deren Nachfrage immer noch DIE Stütze der US-amerikanischen Ökonomie ist? Die flottierenden Hypothekenzinsen sind jedenfalls nicht gerade hilfreich.

    Dazu eine kleine visualisierte Nachtmusik gefällig?

    https://www.visualcapitalist.com/us-consumer-debt-16-trillion/

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  3. Da beim GR [ur]plötzlich wieder von ‚totaler Konkurrenz‘, ‚Überbevölkerung‘ und ‚Sozialdarwinismus‘ die Rede ist, erlaube ich mir auch eine kleine Anekdote.

    Meine Mathetochter bekam heute Abend über eine Social-Media-Plattform [Klassenchat, Anm. d. Red.] ein Gnadengesuch: „Hilfe, ich bin neoliberal!!!“ Daraufhin folgten viele Beileidsbekundungen und lustige Schmähungen.
    Ihr verzeiht hoffentlich, ich musste jedenfalls sehr lachen.

    Apropos – eine bessere Überleitung könnte es kaum geben.

    Habe einen interessanten Artikel aufgetan, der die sozioökonomischen und politischen Verwerfungen in Russland am Neoliberalismus nach dem Zerfall der Sowjetunion festmacht: Das „marktreligiöse“ Treiben der Chicago-Boys, die auf Einladung Jelzins quasi ein IWF-Strukturanpassungsprogramm durchsetzten.

    ‚Totale Konkurrenz, ‚freie‘ Preisbildung, Zerschlagung der sozialen Absicherungen, Privatisierungen. Die bekannte „Schocktherapie“ in Russland zugunsten der zukünftigen Oligarchen. Bereits 1993 erreichte die Inflation 900 Prozent, flächendeckende Pauperisierung setzte ein.

    @Translator kann ein Lied davon singen. By the way, auch meine Schwester war zu dieser Zeit als Sprachstudentin in Wolgograd. Und kam mit Skorbut zurück.

    Das System Putin ist dann Geschichte.

    https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/analyse-der-transformation-russlands-in-den-1990ern

    • @Thanatos
      Das finde ich plausibel. Was soll schon aus einer Gesellschaft werden, die mit der Übernahme des westlichen Finanzsystems Heilserwartungen verbindet? Die Realität: Bereichert Euch! Plündert!
      Putin soll dann ja mit den Olgarchen aufgeräumt haben. Ein Märchen! Das waren nur die, die sich nicht unterordneten. Läuft gerade die zweite Säuberungswelle?
      https://www.businessinsider.de/politik/diese-sechs-russischen-oligarchen-sind-in-den-vergangenen-wochen-gestorben-teils-mit-ihren-familien-und-unter-mysterioesen-umstaenden-d/

      • @Christian

        Vielen Dank für die Erinnerung.

        Das vielbesungene „Bereichert Euch“ wird zwar einem gewissen Louis-Philippe von Orléans zugeschrieben, der am 9. August 1830 die ihm angebotene Krone von Frankreich annahm und dessen politisches Programm, wie soll ich sagen, recht einseitig war – Die Begünstigung der wohlhabenden Bourgeoisie. Punkt. -, aber wirklich populär wurde der Slogan mit Deng Xiaoping [鄧小平 / 邓小平, Pinyin Dèng Xiǎopíng], der seine ‚marktwirtschaftlichen‘ Reformen damit unters Volk brachte.

        Bereichert Euch! [丰富你! Fēngfù nǐ!]

        Aber natürlich, das soll nicht verschwiegen werden, schon Nikolai Bucharin forderte 1925 in der Sowjetunion die Produktivität im Land im Rahmen der Neuen Ökonomischen Politik [NÖP] zu steigern: „Wir müssen der ganzen Bauernschaft, allen ihren Schichten sagen: Bereichert euch, akkumuliert, entwickelt eure Wirtschaft!“ [„Всему крестьянству, всем его слоям нужно сказать: обогащайтесь, накапливайте, развивайте своё хозяйство“]. Die Auseinandersetzungen um die NÖP sollten dann zu schweren Konflikten führen.

        Ein wirklich spannendes Thema, wie ich finde. Lenins Diktum von „Kommunismus gleich Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes“ ist ja vielleicht bekannt.

        Dabei verkörperte das Gebilde des „Real Existierenden Sozialismus“ tatsächlich nichts weniger als ein „Gegensystem“. Selbiger war nämlich in seinem Entwicklungsprozess maßgeblich von den Funktionsimperativen der „nachholenden“ Modernisierung geprägt. Schon die junge Sowjetunion orientierte sich an kapitalistischen Rationalitätsstandards [Fordismus/Taylorismus] – entscheidend war der Bezug auf den Kapitalismus als Referenzgesellschaft und Ziel war ein vergleichbares Produktions- und Konsummuster [„Einholen und Überholen“]. Die wirklichen materiellen Produktionsverhältnisse zeigten sich denn auch in der innerbetrieblichen Arbeitsverfassung: Das marxsche Ziel der möglichst weitgehenden Befreiung des individuellen Menschen von der abstrakten Zweckrationalität der Kapitalverwertung wurde im KONKRETEN Arbeitsprozess, der weiterhin den – die Entfremdung vorantreibenden – industriellen Technologien und dem Arbeitsregime des Westens verpflichtet war, zu keinem Zeitpunkt erreicht.
        Das Ergebnis dieser Art von „Übergangsgesellschaft“ im Dienste der nachholender Industrialisierung/Modernisierung ist hinlänglich bekannt.

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  5. Na die Theorie liefern deine Medien.
    Hatte noch nicht erlebt das Geheimdienste ihre Visitenkarten da lassen. Aber du wirst schon recht haben. Immer den einfachen Erklärungen folgen. Ist ja wieder in Mode gekommen.

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