Mittwoch,30.November 2022
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Darum sind Silbermünzen plötzlich wieder günstiger!

Silbermünzen, Differenzbesteuerung
Das Aufgeld für Silbermünzen ist gegenüber Vorwoche deutlich gesunken. Edelmetall-Händler können bis Ende des Jahres vielfach die Differenzbesteuerung wieder anwenden.

Dank einer Übergangsregelung können Edelmetall-Händler Silbermünzen teilweise noch bis zum Jahresende differenzbesteuert anbieten.

Neuregelung beim Verkauf von Silbermünzen

Die Anfang Oktober durchgesickerte Neuregelung zur Besteuerung von Silbermünzen sorgte für mächtig Unruhe im deutschen Edelmetall-Handel (Steuerhammer für Silbermünzen: Die Folgen für Anleger und Händler). Über Nacht entfernten viele Händler Silbermünzen aus ihren Shops oder schlugen den vollen Mehrwertsteuersatz auf. In jedem Fall schoss das Aufgeld für Silberanlagemünzen in die Höhe und Anbieter fürchteten erhebliche Steuernachzahlungen. Denn im Raum stand: die Steuergesetzgebung im Bereich des Anlagesilbers wurde womöglich jahrelang nicht rechtskonform angewandt.

Doch dann nahte Rettung. Ende Oktober gab es Hinweise, dass das Bundesfinanzministerium mit den Ländern eine „Nichtbeanstandungsregelung“ abstimme, so dass zumindest Händlern zumindest Nachzahlungsforderungen erspart bleiben (Silbermünzen-Besteuerung: Wohl keine Nachzahlungen für Händler).

Silbermünzen kurzfristig günstiger

Aber das ist noch nicht alles. Denn nun kommt der Fiskus den Anbietern auch mit einer Übergangsregelung entgegen. Und dieser Umstand verbilligt die Abgabepreise für klassische Silbermünzen noch einmal kurzfristig. Denn laut den Informationen von Edelmetall-Händlern, dürfen Stücke, die vor dem 30. November 2022 nach Deutschland eingeführt wurden, mit dem geringeren Einfuhrsteuersatz berechnet und differenzbesteuert bis zum 31. Dezember 2022 verkauft werden.

„Durch den Protest vieler Edelmetallhändler und des Branchenverbandes `Fachvereinigung Edelmetalle´ wurde jetzt eine Nichtbeanstandungsregelung durch das Bundesministerium der Finanzen (BMF) zum Schreiben vom 26.9. beschlossen, dass die Besteuerung der Silbermünzen überwiegend erhöht und damit wesentlich verteuert hat. Sie könnte Anlegern das eine oder andere Silberschnäppchen bis Ende des Jahres bescheren“, so Tim Schieferstein, Geschäftsführer der SOLIT Management GmbH (GoldSilberShop.de).

Achtung bei aktuellen Silber-Angeboten

Diese Übergangsregelung schlägt sich auch bereits in den Ergebnissen unserer wöchentlichen Preiserhebung bei fünf deutschen Edelmetall-Händlern nieder. Denn das durchschnittliche Aufgeld für Maple-Leaf-Silbermünzen kam nun innerhalb einer Woche von 57 Prozent auf knapp 42 Prozent zurück. Das heißt: Wer am Freitag um 11 Uhr mehr als 30 Euro für eine Silberunze zahlte, bezahlte definitiv zu viel für diese Münzen. Denn nicht alle Anbieter haben die Preisen so deutlich gesenkt. In unserer ergab sich ein Durchschnittpreis von 29,07 Euro. Der Silberpreis notierte zum gleichen Zeitpunkt mit 20,48 Euro pro Unze.

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Das durchschnittliche Aufgeld für Maple-Leaf-Silbermünzen des aktuellen Jahrgangs ist im Rahmen unserer Erhebung innerhalb einer Woche von 57 Prozent auf knapp 42 Prozent gefallen.

Allerdings ändert das nichts an der Tatsache, dass Silberbarren ab einem Kilogramm weiterhin einen günstigeren Grammpreis aufweisen. Denn hier lag das Aufgeld zuletzt auf dem Niveau der Vorwoche, bei 33,47 Prozent.

Krügerrand-Goldmünzen

Wie haben sich die Preise bei den Goldanlageprodukten entwickelt? Eine Krügerrand-Goldmünze zu einer Unze kostete am Freitagvormittag auf Basis unserer Daten durchschnittlich 1.772 Euro. Währenddessen notierte der Goldpreis am Spotmarkt mit 1.684 Euro pro Unze. Somit lag der Preis für eine Krügerrand-Goldmünze 5,20 Prozent über dem aktuellen Goldkurs. Dagegen waren es in der Vorwoche noch 5,07 Prozent.

Parallel ist auch das Aufgeld für 100-Gramm-Goldbarren wieder angestiegen. Ein Stück kostete im Mittel zuletzt knapp 5.570 Euro. Damit betrug der Aufschlag auf den Goldpreis 2,83 Prozent (Vorwoche: 2,63 %). Zum Vergleich: Lange Jahre waren Krügerrand-Goldmünzen mit einem durchschnittlichen Aufgeld von weniger 3 Prozent zu haben. Bei 100-Gramm-Goldbarren waren es in der Regel weniger als 2 Prozent.

Edelmetall kaufen

Hinweis: Mit den von uns erhobenen Daten beobachten wir die allgemeine Marktpreis-Entwicklung und sondieren Hinweise auf die Veränderung von Angebot und Nachfrage in deutschen Edelmetall-Handel. Allerdings können die Preisangaben bei einzelnen Händlern deutlich variieren. Unsere wöchentlichen Durchschnittspreise ermitteln wir bereits seit dem Jahr 2010.

Wer Edelmetall kaufen möchte, sollte beachten: Kleinere Veränderungen beim Aufgeld sind nicht als Beurteilungsgrundlage für kurzfristige Kaufentscheidungen gedacht, da Silber- und Goldpreis ohnehin ständigen Schwankungen unterworfen sind. Aber das von uns errechnete durchschnittliche Aufgeld gibt einen Anhaltspunkt über das Preisniveau bei verschiedenen Anbietern.

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4 Kommentare

  1. Grundsätzlich bleibt Gold angesichts der Krisenlage ein
    bedeutender sachkapitalistischer Vermögensbaustein.
    An den Rohstoffterminmärkten wird bereits auf höhere Preise spekuliert, weshalb die internationalen Notenbanken in beeindruckenweise physisches Gold
    anhäufen. Wohl dem, der peu a peu seinen Schatz aufgebaut hat

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