Mittwoch,10.August 2022
Anzeige

Darum sitzt die EZB in der Falle

In Bezug auf die Möglichkeit, die Monetarisierung von Staatsschulden eine Zeit lang auszusetzen, bildet die EZB im Vergleich zu anderen Zentralbanken das Schlusslicht. Es handelt sich hier um ein komplexes politisches Problem.

Von Lyn Alden

Zentralbanken in der Falle

Mehrere der großen Zentralbanken sitzen in einer Falle, die sie sich selbst gestellt haben. Dazu zählen die US-Notenbank Federal Reserve, die Bank of Japan, die Europäische Zentralbank und weitere.

Das kreditbasierte globale Finanzsystem, das wir in den letzten einhundert Jahren aufgebaut haben und in dem wir leben, muss kontinuierlich wachsen oder zugrunde gehen. Es ist, als würden wir „Reise nach Jerusalem” spielen und müssten ständig neue Stühle und Mitspieler hinzufügen, damit das Spiel niemals endet.

Der Grund dafür: Die kumulierten Schulden sind viel höher als das gesamte Geldangebot, d. h. es gibt mehr Ansprüche auf Geld als Geld vorhanden ist. Folglich dürfen niemals zu viele Ansprüche auf einmal eingefordert werden. Die Party muss immer weitergehen. Wenn die Schulden im Verhältnis zur Geldmenge zu hoch werden und eingefordert werden, wird neue Währung geschöpft. Das kostet schließlich nichts als ein paar Tastendrücke.

So ist es heute in den meisten der führenden Nationen:

Schulden, BIP, Geldmenge, M2
Quelle: Federal Reserve Bank of St. Louis

Anders gesagt wachsen die Forderungen nach Dollars (Schulden) viel schneller als die Fähigkeit der Wirtschaft, Dollars zu generieren, und übersteigen bei Weitem die existierende Dollarmenge. Wenn dies zu problematisch wird, erhöht die Zentralbank ganz einfach die Geldbasis.

Ungedecktes Geld

Die Geldbasis stellt eine Verbindlichkeit der Zentralbank dar und wird von den Geschäftsbanken als Reserve genutzt. Die erweiterte Geldmenge ist wiederum eine Verbindlichkeit der Geschäftsbanken und wird von der breiten Öffentlichkeit für Ersparnisse genutzt. Staatsanleihen sind dagegen Verbindlichkeiten des Staates und werden von der Zentralbank und den Geschäftsbanken als Sicherheiten verwendet.

Anders gesagt werden Verbindlichkeiten ausschließlich durch andere Verbindlichkeiten abgesichert.

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Die Zentralbanken versuchen zu gewährleisten, dass das Kreditwachstum weder zu rasant fortschreitet und sich eine Blase bildet, noch dass es in einer deflationären Insolvenzspirale in sich zusammenbricht (womit sie oft scheitern). Ihr Ziel ist ein gleichmäßiges Kreditwachstum, eventuell mit einigen sanften Zyklen, und eine verlässliche Geldentwertung von 2 % jährlich.

Wenn das Wirtschaftswachstum stagnierte, haben die Zentralbanken jahrzehntelang die Zinsen gesenkt, um die Kreditvergabe anzukurbeln (d. h. das Schuldenwachstum), welche wiederum zu wirtschaftlichen Wachstumsschüben führt. Wenn die Wirtschaft dagegen boomte, erhöhten sie die Zinsen und bremsten so das Kreditwachstum, um die Situation abzukühlen.

EZB: Zinspolitik ausgereizt

Das Problem ist, dass dieses Mikromanagement, zusammen mit dem Wissen, dass das zugrundeliegende System notfalls immer gerettet werden würde, zu immer höheren staatlichen und privaten Schuldenständen im Verhältnis zum BIP und zu immer niedrigeren Zinsen geführt hat.

In den letzten vier Jahrzehnten wurde der Anstieg der Schulden im Laufe der Zeit immer durch Zinssenkungen ausgeglichen, sodass sich die Kosten für den Schuldendienst niemals deutlich erhöhten.

Letztlich haben die großen Zentralbanken jedoch alle Zinssätze von null oder sogar leicht negative Zinsen erreicht und es gab keinen realistischen Spielraum mehr nach unten. Jedes weitere Schuldenwachstum kann kaum noch durch niedrigere Zinsen ausgeglichen werden. Die Zinskosten würden im Verhältnis zum BIP und zum Einkommen tatsächlich steigen.

Sollte die Welt zudem jemals einen signifikanten Rückgang der Produktivität erleben – beispielsweise durch Deglobalisierung oder fehlende Investitionen im Rohstoffsektor, wie wir es heute sehen – dann wäre es schwierig, die daraus resultierende Inflation durch Zinsanhebungen zu kompensieren.

Inflationsrate, Leitzins, USA, EZB
Quelle: YCHARTS

Eine solche Entkoppelung von Inflation und Zinsniveau haben wir schon seit den 1940-er Jahren nicht mehr gesehen. Das war auch das letzte Mal, dass die Staatsschulden im Verhältnis zum BIP in den Industriestaaten ein mit den heutigen Werten vergleichbares Niveau erreicht hatten.

EZB mit dem schwersten Los

Wie in den 1940-ern sitzen viele Zentralbanken heute in der Falle. Sie können die Zinsen nicht hartnäckig über die aktuelle Inflationsrate anheben und müssen sich stattdessen mit allmählichen Zinsschritten, langatmiger Forward Guidance, Kontrolle der Zinskurve und dem Versuch, einen Teil der Schulden wegzuinflationieren, begnügen.

Die EZB hat jedoch die wohl schwierigste Aufgabe von allen.

In einem kürzlichen Interview mit der EZB-Vorsitzenden Christine Lagarde wurde das mehr als deutlich.

Sie wurde gefragt, wie sie die Bilanz wieder senken wird, während eine Grafik mit der EZB-Bilanz eingeblendet wurde.

EZB, Bilanz

Sie antwortete: „Sie wird sinken. Zu gegebener Zeit wird sie sinken.“

Ihr Gesprächspartner stutze kurz verwirrt und fragte dann „…wie?“

Sie antwortete: „Zu gegebener Zeit wird sie sinken.“ Und lächelte dann.

Sie gab keine Antwort, keine Beschreibung, keine Erklärung und nutzte während des gesamten Interviews ziemlich ungeschickte Formulierungen.

Das liegt daran, dass die EZB wie die meisten anderen Zentralbanken keinen Plan hat. Die Bilanz wird nicht sinken. Die Staatsschulden müssen monetarisiert werden, in welchem Umfang auch immer, oder es kommt zum Kollaps. Für die EZB ist das besonders schwierig, weil sie für bestimmte Staaten mehr Schulden monetarisieren muss als für andere.

Währungsunion ohne Fiskalunion

Die Staaten im Euroraum haben ihre monetäre Hoheit abgegeben. Statt ihre eigenen Währungen zu verwalten, haben sie sich auf die Verwendung einer Gemeinschaftswährung und damit auf eine gemeinsame Zentralbank geeinigt.

Das hatte Vor- und Nachteile, aber aufgrund der Strukturierung war das Konstrukt von Anfang an politisch instabil.

Die Vereinigten Staaten können im Alleingang Dollars drucken. Japan kann allein Yen drucken. Die Regierungen dieser Staaten können die jeweiligen Zentralbanken wenn nötig stark beeinflussen. Doch Italien kann zum Beispiel nicht im Alleingang Euros drucken oder die EZB beeinflussen.

Auf den ersten Blick scheint die Situation nicht so verschieden von den USA. Texas, Kalifornien, New York und alle anderen Bundesstaaten können schließlich auch nicht einfach Dollars drucken. Warum ist es also so problematisch, dass die Länder des Euroraums das nicht können?

Vorteile der USA vs. EZB

Der Unterschied besteht darin, dass die USA zusätzlich zur Währungsunion weitgehend auch eine Fiskalunion bilden, während das für Europa nicht gilt.

Die US-Bundesstaaten haben überwiegend das gleiche Renten-, Sozial- und Verteidigungssystem. In allen Staaten zahlen die Bürger in die Gesundheits- und Sozialversicherung ein und finanzieren die Streitkräfte, drei Posten, die zusammen den Großteil der US-Staatsausgaben ausmachen. Die US-Bürger sind nicht Bürger eines bestimmten Bundesstaates, sondern können sich im Rahmen eines weitgehend homologen Sozialsystems frei bewegen. In Europa unterscheiden sich diese Systeme dagegen von Land zu Land stark voneinander.

Entscheidend ist letztendlich die Schuldendifferenz infolge dieses Fehlens einer Fiskalunion. Die europäischen Staaten hatten einen höheren Schuldenstand, als sie sich zur Währungsunion zusammenschlossen, und dieser ist seitdem nur weiter angestiegen.

Hier der Anteil der öffentlichen Schulden der fünf wirtschaftlich stärksten US-Bundesstaaten an ihrem jeweiligen BIP:

  • Kalifornien: 5 %
  • Texas: 3 %
  • New York: 8 %
  • Florida: 3 %
  • Illinois: 7 %

Und nachfolgend die nationale Schuldenquote der fünf europäischen Staaten mit dem höchsten BIP:

  • Deutschland: 70 %
  • Frankreich: 113 %
  • Italien: 151 %
  • Spanien: 118 %
  • Niederlande: 52 %

Die Schuldenquote der US-Staaten und der europäischen Staaten fällt höher aus, wenn wir außerbilanzielle Verbindlichkeiten im Rahmen des Sozialsystems mit einkalkulieren, mit denen in Zukunft zu rechnen ist. Dabei handelt es sich praktisch um Schulden, die noch nicht marktnah bewertet wurden. Auch Schulden auf lokaler Ebene können wir in die Berechnung mit einbeziehen.

Verschuldungsproblem

Doch unabhängig von der Berechnungsweise besteht eine große Differenz zwischen den Schuldenquoten der US-Bundesstaaten und denen der europäischen Staaten. In den USA konzentriert sich die Verschuldung in erster Linie auf die gesamtstaatliche Ebene, während sie in Europa vor allem auf die Einzelstaaten entfällt. Und diese Einzelstaaten haben keine individuellen Zentralbanken mit der Fähigkeit zur Geldschöpfung mehr.

Zudem halten die Geschäftsbanken in Europa die Staatsschulden einzelner Länder als Teil ihrer Sicherheiten. Für die Geschäftsbanken in New York stellen Anleihen des Bundesstaates New York dagegen keinen fundamentalen Teil ihrer Sicherheiten dar. Sie verwenden gesamtstaatliche US-Treasuries als wichtigste Reserve.

Hier zeigt sich, dass die Situation kaum vergleichbar ist. Die meisten US-Staaten benötigen keine Schuldenmonetarisierung seitens der Fed, um zahlungsfähig zu bleiben. Manche von ihnen könnten in Zukunft in Zahlungsschwierigkeiten in Bezug auf das Rentensystem geraten, doch dabei handelt es sich nicht um ein so essenziell strukturelles Problem. Mehrere europäische Staaten sind dagegen auf die permanente Monetarisierung ihrer Schulden durch die EZB angewiesen, um Jahr für Jahr liquide zu bleiben. Dies betrifft folglich auch den gesamten Sektor der Geschäftsbanken.

Monetarisierung von Staatsschulden

Um es ganz deutlich zu sagen: Den USA fehlt es nicht an Problemen. Ich habe zahlreiche Artikel darüber geschrieben, wie das System des Petrodollars die inländische Produktion in den USA untergraben hat, mehr als in anderen Industriestaaten. Im Gegensatz zu Europa haben die USA seit Jahrzehnten ein strukturelles Handelsbilanzdefizit und einen negativen Auslandsvermögensstatus. Zudem ist die Finanzialisierung in den Vereinigten Staaten weiter fortgeschritten als in Europa, sodass der Aktienmarkt groß genug ist, um die Wirtschaft zu beeinflussen, statt nur andersherum. Wir sind so konsum- und aktienorientiert und so abhängig davon, dass das Ausland unsere Handelsdefizite recycelt und wieder unserem Kapitalmarkt zuführt, dass „der Schwanz mit dem Hund wedeln kann“, wie es in einer Redensart heißt.

Doch in Bezug auf die Möglichkeit, die Monetarisierung von Staatsschulden eine Zeit lang auszusetzen, bildet die EZB im Vergleich zu anderen Zentralbanken das Schlusslicht. Es handelt sich hier um ein komplexes politisches Problem.

Robin Brooks, Chefökonom beim Institute of International Finance, ehemaliger Chef-Währungsstratege bei Goldman Sachs und ehemaliger leitender Ökonom beim IWF, hat einige der besten Grafiken zur Veranschaulichung dieser Lage. Die Solvenz von Italiens Staatsschulden liegt in der Hand einer Institution, der EZB, über die Italien keine alleinige Kontrolle hat.

Gold, Aktien und Co.

Langfristig kann ich mir nicht vorstellen als europäischer Investor ein dauerhaftes, umfassendes Exposure gegenüber der Gemeinschaftswährung zu haben, insbesondere in einigen der südeuropäischen Staaten.

Ich würde viel eher auf Immobilien, rentable Aktien, Rohstoffe, Gold und Bitcoin setzen als auf Euros und Euro-Anleihen. Das gleiche gilt für die USA, Japan und andere Länder, aber in Europa geht die Währung mit ganz eigenen Risiken einher, vor allem jetzt, da die Energiesicherheit des Kontinents ernsthaft auf die Probe gestellt wird.
Goldpreis, Euro, Chart

Quelle: Goldbroker

Goldreporter-Ratgeber

Wie Sie Ihr Geld retten können: Vermögen sichern in der Corona-Krise

Was tun bei Goldverbot oder Goldengpass? Notfallplan für Goldanleger

Abonnieren Sie den kostenlosen Goldreporter-Newsletter und erhalten Sie den Spezial-Report "Vermögenssicherung mit Gold" (PDF) kostenlos! Weitere Informationen?



12 Kommentare

  1. Eine Korrektur zum o.a. Artikel ist dringend angebracht: im Juni lag die
    EU-Inflationsrate schon bei 8,6 % und nicht bei 7,4 %.

    „EZB-Transferunion rettet Draghi-Land . (▀̿Ĺ̯▀̿ ̿)

    „Es liegt die Vermutung nahe, dass die EZB auf Weisung Dritter
    [WER könnte das wohl sein ? Etwa die „Mutter aller Banken“ in
    Basel ?, Anm.d.EU-Krisen-Red.
    ] von ihrem Primär-Mandat [ Erhalt
    der €-Kaufkraft gemäß dem „Wischi-Waschi-„Vertrag von Maastricht als
    Hauptmandat der EZB
    , Anm.d.Red. ] abweicht und nicht, wie behauptet,
    politisch unabhängig agiert. Anstatt die Kaufkraft des Euro zu schützen,
    schützt die EZB die Schuldentragfähigkeit überschuldeter südeuropäischer
    Staaten wie Italien quasi per „Transferunion“.

    (Wir erinnern uns an „Mutti‘s Versprechen“: „Eurobonds wird es nicht geben,
    nur über meine Leiche solange ich lebe“.)

    https://finanzmarktwelt.de/inflation-ezb-machtlos-euro-238800/

    ٩(˘◡˘)۶ ✌

    • @klapperschlange
      Alles nach dem Motto eines jeden Politikers:
      “ Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern heute noch“
      Vor 4 Wochen vollmundiges und pausbäckiges Lamento bezüglich der Ukraine. Von nie da gewesenen Sanktionen,
      kein Zentimeter ukrainisches Gebiet an Russland, Russland hat schon verloren usw.
      Und heute, ein paar Wochen später, wo es an den Wohlstandsspeck um die Hüften geht, beginnt man zu denken :
      Der Hüftspeck könnte wohl ! darunter leiden und das wäre nicht so wohl.
      Und so Erörtert man in Parlamenten und Medien:
      „+++ 11:25 „Westen könnte Ukraine zu Gebietsabtretungen drängen“ +++

      Ja, wenn es ums Eingemachte geht, kann auch gleich die ganze Ukraine abgetreten werden. Ich wette, dass es so kommt. Spätestens wenn Putin das Gas abdreht.
      Mehr bräuchte der gar nicht zu tun.
      Aber für das Aufdrehen des Gashahnes wird er viel mehr verlangen, als nur frisch gedruckte Euro.
      Könnte auch Ostberlin sein, was mit abgetreten wird.
      Aber wenn es um den Wohlstandsbauch geht, soll er es eben haben, wird man sagen. Konnte ja keiner ahnen.
      Fazit:
      Unsere Volksvertreter samt Lobbyisten und deren bezahlten Medien sind das, für was ich diese immer schon hielt.
      “ Everybodys Darling“
      ( Eine nette Umschreibung für everybodys asshohle).
      Jepp.

      • Maruti:
        Bevor man Partei ergreift und Maßnahmen einleitet, sollte man sich darüber informieren, wie es zu dem Krieg in der Ukraine gekommen ist und wer welche Verursachungsbeiträge gesetzt hat. Wer dabei auf die öffentlich-rechtlichen Medien setzt, der wird nur zu den Erkenntnissen gelangen, zu denen er gelangen soll.
        Im nächsten Schritt sollte man sich fragen, welchen Stellenwert die Ukraine aus deutscher Sicht einnimmt. Interessant wäre auch die Frage, was die Ukraine für Deutschland zu tun bereit wäre.
        Berücksichtigen sollte man ferner, dass wir Russland die Wiedervereinigung zu verdanken haben. Der Russe hat Wort gehalten und ist mit Mann und Maus aus Ostdeutschland abgezogen. Bislang sind die Russen ihren vertraglichen Verpflichtungen auf das Genaueste nachgekommen.
        Die Nato hat dagegen ihre Zusage gebrochen und ist Land für Land näher an Russland herangerückt. Die Ukraine wird nun in einem Stellvertreterkrieg geopfert. Und wir haben nichts Besseres zu tun, als uns völlig kopflos und ohne Rücksicht auf die möglichen Folgen in dieses Abenteuer hineinzustürzen. Dabei bleibt eine Frage völlig außen vor: warum tun wir das, welchen Vorteil hat unser Land daraus? Und weil es keinen solchen Vorteil gibt, wird diese Frage erst gar nicht gestellt.
        Putin hat einen großen Fehler gemacht, als er diesen Krieg begann. Dieser Irrsinn wird die Verhältnisse in Europa auf viele Jahre hinweg negativ beeinflussen und ein halbwegs vernünftiges Auskommen mit Russland wird auf viele Jahre nicht möglich sein. Deutschland sollte sich dafür einsetzen, dass dieser Krieg möglichst schnell beendet wird. Das wird jedoch nicht funktionieren, indem man immer mehr Waffen zur Verfügung stellt. So wird dieser Krieg nur verlängert werden und ein lachender Dritter wird davon profitieren.
        Maruti, wenn wir unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft an die Wand setzen, so helfen wir damit niemandem. Es wird auch kein Menschenleben gerettet, wenn wir im Winter frierend in unseren dunklen Buden sitzen.
        Denken Sie mal bitte daran, wie man Paulus dafür gescholten hat, dass er nicht kapituliert hatte und dass Zehntausende jämmerlich verreckt sind. Diese Erfahrung wird heute auf den Kopf gestellt und es sind gerade die SPD und die Grünen, die sich als kriegstreibende Kräfte darstellen. Gedient hat von diesen Qualitätspolitikern wahrscheinlich niemand und die Kartoffeln lässt man gerne von anderen aus dem Feuer holen. Oder meinen Sie, das Habeck oder U.v.d.L. ihre Kinder zur Bundeswehr schicken würden?
        M.E. sollte man der Realität ins Auge sehen. Die Ukraine kann und wird diesen Krieg nicht gewinnen. Die Frage ist, wie viele Menschen noch sterben müssen, bis endlich verhandelt wird. Kohl und Schröder hatten aus guten Gründen einen guten Draht in den Kreml. Für fremde Interessen wurde dieser über Bord geworfen. Anstatt Schröders Nähe zu Putin zu nutzen, hat man sich diese Option aus Trotz und Dummheit verbaut. Nun stehen wir mit dem Rücken an der Wand. Die vielen Fehler, Unterlassungen und Dummheiten der letzten Jahre erzeugen ihre Wechselwirkungen, potenzieren sich hierdurch und bilden eine Gemengelage aus einer Vielzahl nicht mehr lösbarer Probleme.

        • @racew
          Alles sehr richtig. Aber genau das hat man auch vorher gewusst.Und trotzdem lief man sehenden Auges in diese Misere. Die Schweiz tat es nicht und hat fast keine Probleme mit Gas, Öl oder sonstigem, wie Inflation. Ich hoffe nicht, dass es Absicht war, sondern nur Dummheit und Grossmäuligkeit wie immer.
          Ob Putin einen Fehler gemacht hat oder nicht, werden die Geschichtsbücher zu klären haben, aber sicher nicht unsere Politiker wie Hofreiter und Co.

      • @Maruti

        Wegen der geplanten „Wartungsarbeiten“ an der Nordstream 1-Pipeline
        vom 11. bis 21. Juli 2022 muß „Wladimir der Schröckliche“ gar keinen
        Gashahn „abschalten„, sondern die Gaszufuhr aufgrund
        unerwarteter Schwierigkeiten
        (z.B. wegen fehlender, dringender
        Ersatzteile für die Gas-Turbinen, die unter die US-Sanktionen fallen
        und nicht geliefert werden können ) einfach . . . nicht mehr
        durchschalten, (siehe hier.)

        Als nächste „Fleißaufgabe“ kommt auf DEUTSCHLAND ein wesentlicher
        Beitrag zum „Wiederaufbau“ der Ukraine zu, der (inklusive aller Entschädigungsforderungen) auf ca. 600 Mrd. Euro geschätzt wird.

        Doch: „Null problemo“ – wir schaffen das: die 316 Milliarden Dollar
        an russischen Zentralbankreserven, welche die westlichen Länder
        eingefroren haben, wird man wohl für den („friedlichen“)
        Wiederaufbau verwenden.

        Wladimir hat dafür sicherlich Verständnis und wird die Gashähne
        in Richtung Westen bereitwillig öffnen . . .
        ( Ich bin mir – eventuell,- vielleicht – sogar ziemlich sicher ? )
        ‹(•¿•)›

        • @Klapperschlange
          Ich bekomme heute noch Besuch. Eine Dame vom Zensus. Interview. Ich gehe davon aus, daß der Staat an der Grundsteuer-Schraube drehen wird. Was ich als einzelner tue, besagt dieses Lied.
          Ein Goldbug
          https://www.youtube.com/watch?v=kRP8AR6ROVU

          Ein Sparer ins Mark ist erschüttert,
          Die Märkte und Börsen gekracht.
          Gefleddert, enteignet, verbittert.
          Er sich auf den Weg hat gemacht.
          Gefleddert, enteignet, verbittert.
          Er sich auf den Weg hat gemacht.

          Sein Fondsanteil futsch und gestrichen,
          Die Pleite, sie war ein Skandal.
          Der Strolch mit dem Geld ist entwichen,
          Nach Nassau, Bahamas zumal.

          Zum Goldhändler er ist gelaufen,
          Kauft Gold mit intrinsischem Wert.
          Um Maples und Phillis zu kaufen.
          Bis jetzt er gelebt hat verkehrt.
          Um Maples und Phillis zu kaufen.
          Bis jetzt er gelebt hat verkehrt.

          Gelesen er hat den Hans Bocker,
          Wo FIAT und Schuld sind erklärt.
          Will nicht ins Casino als Zocker.
          Dem Staat wird Enteignung verwehrt.

          Papierkram ist nur ein Versprechen,
          Das selten bis nie wird erfüllt.
          Mein Gold wird sein Wort niemals brechen,
          Deshalb den Tresor aufgefüllt.

          Ein Sparer ins Mark ward erschüttert.
          Die Märkte und Börsen gekracht.
          Nicht länger ist er nun verbittert,
          Ein Goldbug aus ihm ward gemacht.
          Nicht länger ist er nun verbittert,
          Ein Goldbug aus ihm ward gemacht.

    • @Klapperschlange
      https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/unbarer-zahlungsverkehr/target2/target2-saldo/target2-saldo-603478
      TARGET2-Saldo, For­de­run­gen der Bun­des­bank aus TAR­GET2
      Stand zum 31. Mai 2022: 1.​159.​715.​716.431,64 €

      https://www.youtube.com/watch?v=PRRn2s99_xA
      Freude schöner Druckerpressen, Geldstrom aus dem Draghi-Haus.
      Alle Schulden sind vergessen, Aktienmarkt der rastet aus.
      Deine Zinsen ringen nieder, was der Markt sonst hätt‘ geheilt.
      Alle Menschen werden rüder, wo des Falschgelds Prügel weilt.

      Wem der große Wurf gelungen, eines Goldbugs Freund zu sein,
      wer ein Kilo Gold errungen, mische seinen Jubel ein!
      Doch wer auch nur einen Bitcoin sein nennt auf dem Erdenrund,
      und ist dann bankrott, der stehle weinend sich aus diesem Bund.

      Falschgeld trinken alle Banker an der Brust der EZB.
      Ist es dann verzockt, ist mir egal, es tut den andern weh.
      Das Ersparte von den Leuten, alles ist hinfort und weg.
      Renten und Versicherungen, alles futsch, hat keinen Zweck.

      Geldgier heißt die starke Feder in der menschlichen Natur,
      Gier und Dummheit treibt die Räder in der großen Weltenuhr.
      Zinsversprechung lockt die Dummen, Trugbild hoch am Firmament,
      Omas Geld aus ihrem Kissen an der Börse heut verbrennt.

  2. Erst steuert man mit voller Fahrt und laut spielender Bordkapelle in die Inflation und dann veranstaltet um den Dummichel zu beruhigen eine konzertierte Aktion.,welche gar nichts bringen wird.

    • @Racew,gratuliere wie aus meiner Seele gesprochen…wir müssen jetzt die Dummheit unserer Politiker ausbaden,oder gibt es eine Alternative?

  3. @RACEW
    https://www.youtube.com/watch?v=peAnEH4-T38
    Ich war selber 3 Jahre Soldat. „Genosse Unteroffizier“ in der NVA, Fahrer Panzertechnik, am Entlassungs-Tag zum Feldwebel ernannt. Bin Gorbatschow bis heute dankbar, daß er den Kalten Krieg abblies. Ein heißer hätte in unserem alten Europa keinen Stein auf dem anderen gelassen. Mal nebenbei, die wohlwollende Neutralität der Russen machte auch 1871 die deutsche Einheit überhaupt erst möglich. Aber wie sagte schon der österreichische Kanzler Schwarzenberg 1848 über die Russen? „Wir werden die Welt durch das Ausmaß unserer Undankbarkeit in Erstaunen versetzen.“ (We shall shake the world by the magnitude of our ingratitude. Tut mir leid, ist eine Berufskrankheit als Übersetzer.) Antirussische Außenpolitik als Axiom – das führte uns 1914 geradenwegs in die Katastrophe. Hab in meiner Ausbildung zum Dolmetscher (für Englisch & Russisch) eine gehörige Portion Landeskunde mit auf den Weg bekommen. Zu UdSSR / Rußland sowie GB / USA. Dazu alle Bücher vom Scholl-Latour im Regal. (Alle von ihm signiert übrigens.) Und dann so eine Außenministerin, die meint, die soziale Marktwirtschaft hätten die Sozis entwickelt. Ich kann mir nur noch vor Wut und Verzweiflung die Haare raufen! Dem Einzelnen mag Edelmetall als Rettungsseil dienen. Was aber wird aus unserem Land? Als ich die letzten Wochen emsig Kirschen pflückte und überall hin verschenkte, hörte ich jedesmal, ich sei der Einzige, der sich dazu bequemt. Leute, was ist bloß aus diesem Volk geworden? Alles verläßt sich auf den Staat, auf Ämter, die einen versorgen. Die Kirsch-Saison ist vorbei. Gestern pflückte ich die ersten Mirabellen (Straßenobst), die ich heute jemandem schenkte. Hier wachsen hunderte Mirabellen-Bäume an den Straßen und Wegen. Hab den ganzen Keller voll mit leeren Pappstiegen. Manche schauen mich an, als fehlte mir ein Sparren im Dachgebälk. Ich habe Angst um dieses Land.

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie Ihren Namen ein

Anzeige

Letzte Beiträge

 

Unsere Spezialreports und Ratgeber sind erhältlich im Goldreporter-Shop!

Anzeige