Dienstag,06.Dezember 2022
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Gold am US-Terminmarkt schwer umkämpft

Gold, Goldpreis (Foto: Goldreporter)
Der Goldpreis unterliegt immer wieder großen Schwankungen. Das gilt auch für die Gold-Positionen der spekulativen Händler am US-Terminmarkt (Foto: Goldreporter).

Die spekulativen Gold-Positionen am US-Terminmarkt weisen seit Wochen hohe Schwankungen auf. Der Goldpreis schaffte kurzfristig die Rückkehr über 1.800 US-Dollar.

Goldpreis: $ 1.800 umkämpft

In der vergangenen Woche war die Marke von 1.800 US-Dollar einmal mehr umkämpft. Aber mit einem kurzen Ausflug unter diese Schwelle verdaute der Goldpreis die Verfallstermine am US-Terminmarkt. Am Ende schaffte Gold es erneut, sich zum Wochenende über dieser Marke zu etablieren.

CoT-Daten Gold

Wir betrachten die jüngsten CoT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures per 29. Juni 2022. Hier sank die Netto-Short-Position der „Commercials“ gegenüber Vorwoche um 2,77 Prozent auf 182.007 Kontrakte.

Auf der Gegenseite nahm die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um 3,43 Prozent ab auf 157.693 Kontrakte. Dabei reduzierte die Untergruppe des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) ihre Netto-Käufe um 27 Prozent auf 36.102 Kontrakte. Hier haben wir in den vergangenen Wochen eine sehr große Fluktuation der Positionen gesehen. Diese Schwankungen von Woche zu Woche sind Ausdruck erheblicher Unsicherheit über die weitere Goldpreis-Entwicklung unter den spekulativ ausgerichteten Händlern.

Open Interest

Gleichzeitig hält sich das Engagement von Terminhändler auf dem Goldmarkt sehr in Grenzen. Denn der Open Interest, also die Summe aller offenen Gold-Kontrakte an der COMEX, weist auch in dieser Woche nur kleine Veränderungen auf. Er sank im Vorwochenvergleich um 0,65 Prozent auf 497.005 Kontrakte. Bis zum Handelsschluss am gestrigen Freitag ging der Open Interest dann noch einmal um 0,3 Prozent zurück auf 495.502 Kontrakte.

Gold, COMEX, Positionen

Gold, CoT-Daten, Futures

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis im US-Futures-Handel ging in dieser Woche mit 1.812,90 US-Dollar pro Unze in Wochenende (August-Kontrakt). Das heißt, gegenüber Vorwoche ergibt sich ein Kursverlust von 0,8 Prozent. Das Wochenhoch ereignete sich am Montag mit 1.852 US-Dollar. Dagegen rutschte der Goldkurs am Freitag zwischenzeitlich auf 1.783 US-Dollar.

Gold, Goldpreis, COMEX, Futures, Chart
Gold in US-Dollar, Kursentwicklung US-Futures (August-Kontrakt), 3 Tage, 1 Minuten-Kurse: Der kurze Einbruch am Freitag lockte Käufer an. Unter hohem Handelsvolumen ging es zurück über 1.800 US-Dollar (Quelle: COMEX).

COMEX-Gold-Lager

Unterdessen nahmen die Goldbestände in den COMEX-Tresoren in der siebten Woche in Folge ab. Denn per 30. Juni 2022 summierten diese sich auf 32,98 Millionen Unzen. Damit wanderten weitere 330.000 Unzen ab. Dabei gingen die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Bestände der Kategorie „eligible“ um rund 170.000 Unzen zurück auf 15,87 Millionen Unzen.

Erkenntnis: Bei einem Open Interest von 495.502 Kontrakten wurden Ende der Woche insgesamt 49.550.200 Unzen Gold in Form von Standard-Futures gehandelt (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war offiziell zu rund 66,5 Prozent gedeckt mit entsprechenden Lagerbeständen gedeckt (Vorwoche: 66 %).

Lieferanträge

Diese Unterdeckung wird vom Börsen-Betreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt werden. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen per Barausgleich. Wie hoch der Anteil ist, kann man ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung ersehen.

So meldete die Börsenaufsicht CFTC für den vergangene Woche ausgelaufenen Kontrakt-Monat Juni nun insgesamt 24.091 Anträge auf physische Gold-Lieferung. Das heißt, vergangene Woche kamen nur noch 166 hinzu (Vorwoche: +184). Zum Vergleich: Im bisherigen Rekordmonat Juni 2020 wurden insgesamt 55.102 Anträge auf physische Gold-Lieferung eingereicht.

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5 Kommentare

  1. Höhere Mathematik:
    Die Goldbestände der Comex gingen 7 Wochen lang zurück, jedoch blieb die Deckung gleich oder stieg sogar auf 66.5%.
    Also, weniger Gold aber gleiche Vertrags-Deckung.
    Demnach müssen nach Adam Riese die Verträge überproportional weniger geworden sein.
    Weniger Gold, weniger Verträge, beides seit 7 Wochen rückläufig. Kann ja nur bedeuten, auch weniger Vertrauen in die Comex.
    Richtig oder falsch ?

  2. Goldembargo eher eine farce:
    So schreibt ein Kommentator auf n-tv

    „Somit bleibt ein Goldembargo vom Wirkungsgrad weitgehend auf der Ebene der Symbolik. Es wird weder die Kriegskasse von Präsident Wladimir Putin merklich schmälern, noch wird es dem Westen selbst großen Schaden zufügen. Russlands knapp zehnprozentiger Anteil am Weltgoldmarkt wird nicht so spürbar fehlen wie Erdgas, Getreide oder Düngemittel. Da es global ein Überangebot !!! gibt, betonen Analysten, sind Engpässe und preisliche Auswirkungen !!! nicht zu befürchten. Und außerdem gilt der Boykott nur für neues russisches Gold. Alte Goldbarren, die vor der russischen Aggression im Umlauf waren, dürfen weiter gehandelt werden.“

    Eine Preiserhöhung wird es nicht geben, da ein Überangebot vorliegt und bereits gelagertes Gold weiter gehandelt werden darf. Ausserdem gibt es noch den Umweg über China, Indien….
    Komisch, bei Gas gibt es merkwürdigerweise kein Überangebot, bei Öl auch nicht, aber beim Gold schon.
    Keine Sorge für den Winter. Es wird auch im Winter genügend Gold geben, es wird billig bleiben und wer will kann es statt Gas zum Heizen verwenden.
    Wieder ein typ. Beispiel von Bezahl – Medien oder Propaganda Presse.

  3. Habt ihr gewußt, daß Heinrich Hoffmann von Fallersleben eine englische Version des Deutschland-Lieds verfaßte? Die hat er mir unlängst im Traum offenbart.
    Glorious things of thee are spoken
    https://www.youtube.com/watch?v=WGPM0nDEDfQ

    Glorious things of thee are spoken, hidden splendour of our gold.
    It whose worth cannot be broken, worthy for its own abode;
    In the cosmic star blasts founded, what can shake thy sure repose?
    With short sellers’ walls surrounded, thou may’st smile at all thy foes.

    See the streams of printed money springing from Jay Powell’s trove,
    Well mislead thy sons and fathers, and all common sense remove;
    Who can drown, when such a river ever flows their thirst t’ assuage?
    Fate which, like the Fed, the giver, ever cheats from age to age.

    Dweller of the Goldbug City, I, through grace, a member am,
    Let the world deride or pity — I will glory in Thy name.
    Fading is the broker’s pleasure, all his boasted pomp and show;
    Solid joys and lasting treasure, none, no none, none but bullion’s children know.
    Solid joys and lasting treasure, none, none but bullion’s children know.
    Joy they know.

  4. Bei der COMEX muß man bedenken, wieviele Großbanken sich überhaupt als Gegenpartei beteiligen: Von den ehemals 8 sind es nur noch 2, wobei JPM über 80% stellt.
    Und dann will jemand noch an einen freien (Papiergold-)Markt glauben?

    Da ist die Shanghai Goldbörse deutlich solider aufgestellt würde ich meinen…

    Einen schönen Sonntag!

    Ingo Diekmann

    • @ingo dieckmann
      Bei nur 2 Beteiligten an einem Markt spricht man kartellrechtlich von Absprachen oder Manipulation.
      Bei den Lebensmittel Diskountern gab es diesen Umstand. Lidl und Aldi machten die Preise. Und zwar untereinander aus.
      Komisch nur, weshalb es so ein Geschrei allenthalben darum gab.
      Die Mineralölkonzerne tun das heute noch munter.
      Irgend so eine Dumpf Pfeife unter den Politikern wollte sogar deshalb die Konzerne zerschlagen. So kündigte er es medienwirksam in der Öffentlichkeit an.Die Konzerne haben nur müde gegrinst, sonst nichts.Und meinten, nichts als Verschwörungstheorie und Geschwurbel.
      Und so blieb es dabei.

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