Samstag,02.März 2024
Anzeige

Eine katastrophale Schulden-Explosion kann unglaublich schnell sein

Steht die Welt vor einer katastrophalen Schulden-Explosion? Physisches Gold ist die Königsklasse für Vermögenssicherungszwecke.

Von Egon von Greyerz, Matterhorn Asset Management AG

So wie das kürzlich implodierte U-Boot Titan kann auch die globale Schuldenblase „innerhalb nur eines Millisekundenbruchteils“ implodieren. Mehr dazu später im Artikel.

Dante beschreibt in seiner „Göttlichen Komödie“ 9 Kreise der Hölle (Inferno). Der dritte Kreis ist für Völlerei bestimmt, was passend ist für die maßlose westliche Welt mit ihrem exzessiven Konsum von Materialien und Finanzressourcen.

Jeder Kreis steht für eine schrittweise Zunahme des Bösen, welches im Zentrum der Erde, wo Satan gefangen gehalten wird, am stärksten ist. Ihren Verbrechen entsprechend werden die Sünder in den jeweiligen Kreisen bis in alle Ewigkeit bestraft.

Auch die Finanzmärkte sind seit langer Zeit von Völlerei dominiert. Und das führte zur größten Finanzanlageblase der Geschichte.

Doch trotz der beispiellosen Risiken an den Anlagemärkten treffen nur wenige Investoren die richtige Entscheidung; in der aktuellen Phase bieten sich große Chancen, die nicht allein die Sicherung, sondern auch den Ausbau von Vermögen betreffen. Mehr dazu später.

Ende des heutigen Westreiches

Heute, im 21. Jahrhundert, steckt das derzeitige westliche Imperium in den letzten Zügen seines langfristigen Niedergangs, der stark dem Untergang des Weströmischen Reiches des 5. Jh. ähnelt. Kriege, Schulden, Defizite, Währungsverfall, Dekadenz, Korruption und Sozialismus – Plus ça change, plus c’est la même chose… (Je mehr sich die Dinge ändern, desto mehr bleiben sie sich gleich.)

Ob dieser Zyklus das Ende einer Ära von 100, 300 oder 2000 Jahren markiert, werden allein die zukünftigen Historiker entscheiden können.

Kriegstrommeln und Nato

Um von den wahren Gründen für den ökonomischen wie finanziellen Zusammenbruch des Westens abzulenken, ist ein Krieg bestens geeignet. Führer lieben echte Kriegsspiele, obgleich die meisten von ihnen nie eine Frontlinie gesehen haben. Ein Krieg löst Angst unter den Menschen aus und erlaubt es den Führern, das Land auf unverantwortliche Weise zu regieren – mit Blick auf die Ökonomie und hinsichtlich der allgemeinen Kontrolle von Menschen.

Deshalb sind alle Führer des Westens beim NATO-Treffen in Vilnius (Litauen) letzte Woche zusammengekommen, um Selenskyjs Wutreden zu hören über mehr Geld und Waffen in einem Krieg, den die Ukraine wahrscheinlich nie gewinnen wird. Da es hier aber um einen Stellvertreterkrieg für die wahre Schlacht zwischen den USA und Russland geht, gibt der Westen vielen Forderungen Selenskyjs widerwillig nach und heizt damit den Krieg derart an, dass sich katastrophale Konsequenzen für die Welt ergeben könnten.

Im besten Fall könnte dieser Krieg zu Hunderttausenden weiteren Toten führen. Das ukrainische Volk möchte keinen Krieg, wahrscheinlich haben schon mehr als 10 Millionen Menschen das Land verlassen und werden nicht zurückkehren. Auch das Volk in Russland, Amerika und Europa möchte keinen Krieg, nur seine Führer. Im Kriegsfall bekommen Führer die höchste Machtbefugnis und auch Zugang zum Geld. Obwohl kein Land über das Geld für diesen Krieg verfügt, werden die nötigen Finanzmittel geliehen und gedruckt – zum Nachteil der jeweiligen Länder und Völker.

Im besten Fall wird dieser Krieg beschränkt bleiben und unter massiven Verlusten von Menschenleben und Ressourcen jahrelang weitergeführt werden. Im schlimmsten Fall jedoch könnte es einen globalen und nuklearen Krieg mit desaströsen Folgewirkungen geben.

Den Völkern des Westens wäre viel besser gedient, wenn ihre Führer stattdessen Friedensstifter schicken und sich auf ihre eigenen Ökonomien konzentrieren würden, welche kurz vor einer großen Implosion stehen.

Womit wir wieder beim Thema Schulden sind, die den Westen letztendlich zerstören werden und wahrscheinlich zu jahrzehntelangem Elend führen werden.

US-Schuldenanstieg der letzten 5 Jahre so hoch wie in den ersten 221 Jahren der Nation

Die jüngste Finanzkrise begann im September 2019, als das US-Bankensystem ernsthaft unter Druck geriet und die US-Notenbank enorme Liquiditätsmengen in das nahezu bankrotte System einspeiste. Seit dieser Zeit hat sich die Gesamtverschuldung der USA um 21 Billionen $ erhöht.

Nur um diese Zahlen im Kontext darzustellen: Die Vereinigten Staaten von Amerika hatten 221 Jahre gebraucht, um von NULL Dollar Verschuldung im Jahr 1776 auf 21 Billionen $ Verschuldung im Jahr 1997 zu kommen. Doch allein in den letzten 4 Jahren ist die Verschuldung nun um genau diesen Betrag – 21 Billionen $ – angestiegen!

USA, Schulden, Anstieg

Jetzt werden einige sagen, dass das Geld von heute auch nicht mehr das von vor 200 Jahren ist.

Natürlich ist es nicht mehr dasselbe Geld! Und das liegt daran, dass jede Regierung den Wert der eigenen Währung zerstört, indem sie unbegrenzte Mengen davon aus dem Nichts produziert – auf Kosten von Sparern und Rentenempfängern.

Das Diagramm unten zeigt die Schuldenexplosion, die sich in meinem Arbeitsleben bislang ereignet hat: von 1,5 Billionen $ 1969 auf 95 Bill. $ heute – eine absolut irre Verdreiundsechzigfachung (63-mal so viel).

Um Macht zu gewinnen, müssen künftige Regierungen große Versprechungen machen. Sobald sie an der Macht sind, erkennen sie, dass sich der Erfolg nur durch den Kauf von Wählerstimmen mittels chronischer Defizite und Geldschöpfung aufrechterhalten lässt. Aus diesem Grund hat es seit 1930 auch nur eine Handvoll von US-Regierungen gegeben, unter denen die US-Staatsverschuldung nicht gestiegen ist. Selbst in den Clinton-Jahren stieg die Verschuldung; die ausgewiesenen Überschüsse waren also Ergebnis falscher Bilanzierung.

Die US-Gesamtverschuldung stellt allerdings nur einen Teil der Gesamtverpflichtungen dar. Es kommen noch ungedeckte Verpflichtungen aus den Sozialversicherungs- und Gesundheitssystemen (Medicare) von, sagen wir, 150 Billionen $ hinzu. Und dann gibt es noch die Brutto-Derivate innerhalb der Banken- und Schattenbankensysteme, die sich womöglich auf 2 bis 2,5 Billiarden $ belaufen. Dabei handelt es sich um eine Kreditform, die schnell ausfallen kann, sobald die Gegenparteien zahlungsunfähig werden.

Ein kommendes Inferno

Kommen wir zurück zu Dantes Inferno und zu den neun Kreisen der Hölle. Diese sind: 1. die Vorhölle – wo es keinen Gott gibt, 2. Lust, 3. Völlerei, 4. Gier, 5. Zorn, 6. Häresie, 7. Gewalt, 8. Betrug und 9. Verrat.

Viele der 9 Sünden aus Dantes Inferno treffen auf die heutige Welt zu, allerdings passt die Völlerei besonders gut zur genusssüchtigen westlichen Welt.

Kerberus, der dreiköpfige Höllenhund, bewacht die Nimmersatten und malträtiert sie bis in alle Ewigkeit. (Sorry, das klingt ziemlich schrecklich. Eine modernere Version finden wir vielleicht im Eagles-Song „Hotel California“, wo es heißt: „You can check out any time but you can never leave.“). Doch auch Homer hatte schon über Kerberus geschrieben.

Kerberus, Cerberus, Höllenhund (Bild: Goldreporter)
Kerbereus – der dreiköpfige Höllenhund: „Anleger müssen Völlerei und Gier vergessen und sich von Kerberus’ Hölle fernhalten.“

Wir wissen zumindest, dass sich während dieser finalen Phase, die wahrscheinlich 1913 mit der Gründung der Federal Reserve begann und sich mit der Schließung des Goldfensters durch Nixon ab 1971 beschleunigte, die notwendigen Exzesse oder Völlereien ereignet haben, die am Ende unausweichlich zu einer harten Bestrafung führen.

Wir haben in der Geschichte schon alle möglichen Vermögensblasen gesehen, bei Aktien, Anleihen, Immobilien und in vielen anderen Bereichen.

Wir haben auch schon Schuldenexplosionen erlebt, insbesondere seit 1971. Wie man in den finalen Phasen eines Weltreiches immer sehen kann, verlangsamt sich zuerst das reale Wachstum und hört dann ganz auf.

Die Welt hat das Fördermaximum für billige Energie erreicht

Seit der zweiten Hälfte des 18. Jh., beginnend mit der industriellen Revolution, ist die Entdeckung und Nutzung von Energiequellen auf industriellem Niveau zur Haupttriebkraft von Wirtschaftswachstum geworden.

Dieses Wachstum wird nicht durch Geld angetrieben, sondern durch Energie.

Tim Morgan von Surplus Energy Economics meint dazu:

„Die Ökonomie entspricht einer Energieüberschussgleichung und keiner monetären; das Wachstum der Produktion (und der Weltbevölkerung) seit der industriellen Revolution ist das Ergebnis der Nutzung immer größerer Energiemengen. Allerdings verschlechtert sich das entscheidende Verhältnis zwischen Energieproduktion und den Kosten für deren Gewinnung derart schnell, dass die Wirtschaft, wie wir sie seit mehr als zwei Jahrhunderten kennen, ins Wanken gerät.“

Das Dilemma der Energiekosten von Energie verschärft sich zunehmend. 1990 lagen die Kosten bei 2,6 % der fossilen Brennstoffe, im Jahr 2025 werden es geschätzt 12 % sein. Angesichts der steigenden Energiekosten von Energie, so Dr. Morgan, schrumpfen inzwischen Realwirtschaft und Wohlstand, und dieser Trend wird wahrscheinlich Jahrzehnte anhalten.

Wir sind also mit einem Fördermaximum billiger Energieträger (peak cheap energy) konfrontiert, und das zu einer Zeit, in der auch die Vermögensmärkte im Bubble-Bereich schweben und das Niveau von Verschuldung und Defiziten derart hoch ist, dass daraus nur noch eine Implosion resultieren kann.

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen, dass billige Energie eine Grundvoraussetzung für Wirtschaftswachstum ist.

Panische Regierungen handeln irrational

Also: Was machen Staaten und Regierungen aus dieser Situation? Sie sind sich durchaus der Risiken bewusst. Und aus diesem Grund erfinden sie alle möglichen Anlässe, die sie in die Lage versetzen werden, die Menschen zu kontrollieren. Dazu zählen auch Covid-Lockdowns, Impfzwang, Klimakontrolle, CBDC (Zentralbankdigitalwährungen), Kriege, unbegrenzte Vorschriften, Regulierungen und Gesetze. In den USA gibt es heute z.B. schon mehr als 300.000 Gesetze, die alle Aspekte des täglichen Lebens regeln und allen das Gefühl geben, jederzeit ein Schwerverbrecher zu sein.

Gold-Aufwertung

In früheren Artikeln hatte ich schon die tektonischen Verschiebungen thematisiert, die sich von West nach Ost/Süd vollziehen werden und auf Rohstoffen und Produktion aufbauen, anstatt auf Schulden und Dienstleistungen. Dies wird ein langer Prozess werden, der gerade erst beginnt: „UNGEORDNETER RESET MIT GOLDAUFWERTUNG UM EIN VIELFACHES“

Auch wenn viele Goldanleger fasziniert sind von der Aussicht auf eine goldgedeckte BRICS-Währung, so ist diese aus meiner Sicht noch weit entfernt. Der Tweet eines Funktionärs der russischen Botschaft in Kenia reicht als Bestätigung dahingehend nicht wirklich aus.

Wie ich an dieser Stelle schon geschrieben hatte, gehe ich davon aus, dass Gold zum favorisierten Vermögenswert der Zentralbanken werden wird, wenn es darum geht, andere Reserven als den Dollar zu halten. Solche Schritte würden eine enorme Auswirkung auf Gold haben, worüber ich in diesem Artikel geschrieben hatte: „GOLD & EDELMETALLE: GROSSE AUFWERTUNG STEHT AN

Also: Da die westliche Welt von einer Risikolage bedroht ist, die historisch beispiellos ist (u.a. geopolitische, finanzielle, ökonomische Risiken) und auch noch die größte Asset-Blase der Geschichte zu Ende geht, ist es einfach unmöglich, vorherzusagen, wohin das alles führen wird. Es lohnt sich nicht einmal, darüber zu spekulieren.

Wir wissen aber eines: Die Risikolage hat jetzt derart hoch, dass Anlagemärkte zu extrem gefährlichen Orten geworden sind. In den kommenden Jahren werden große Vermögen dauerhaft verloren gehen.

Asset & Schulden-Explosion – Implosion

Bevor wir uns anschauen, wie man die größte globale Vermögenswertblase, die jemals existierte, überleben wird, wollen wir uns noch einem Spektakel zuwenden, das wir in den letzten 54 Jahren miterleben konnten. Es geht um eine selbstsüchtige Zeit, die ich recht gut aus meinem Arbeitsleben kenne, das 1969 in Genf begann.

Schulden, USA, Explosion

Diese Phase fällt passenderweise mit der Aussetzung des Goldstandards durch Nixon im Jahr 1971 zusammen. Das war das Ende des werthaltigen Geldes und der Anfang von einer gigantischen, „niemand-zahlt-dafür“ Geldschöpfungswelle.

Also: Im Verlauf meines Arbeitslebens ist die US-Gesamtverschuldung seit 1969 um das 63-fache gestiegen – von 1,5 Billionen $ auf 95 Bill. $.

Alle Blasen platzen, und zwar immer. Natürlich ist auch bekannt, dass Blasen immer noch ein Stück weiterwachsen können, bevor sie schließlich platzen.

Was aber kaum jemand sieht: Wenn eine Schuldenblase platzt, oder wahrscheinlich eher implodiert, dann kann dies so schnell geschehen wie beim jüngst implodierten U-Boot Titan.

Der Druck auf dem Unterwasserfahrzeug war bemerkenswert:

Eine katastrophale Implosion verläuft „unfassbar schnell“ und findet innerhalb eines Bruchteils einer Millisekunde statt, so Aileen Maria Marty, ehemalige Marineoffizierin und heute Professorin an der Florida International University.

„Es würde alles in sich zusammensacken, bevor die Menschen im Inneren überhaupt mitbekommen, dass es ein Problem gab.“, sagte sie gegenüber CNN. „Unter allen möglichen Arten zu sterben, ist das letztendlich schmerzlos.“

Ich bezweifele, dass die globale Verschuldung und das Weltfinanzsystem in einem Bruchteil einer Millisekunde implodieren werden. Dennoch könnte die Implosion von 3 Billiarden $ Schulden und Derivaten sehr, sehr schnell gehen, davor hatte ich oft gewarnt. Sie würde sich mit einem solchen Tempo entfalten, dass keiner Zentralbank der Welt Zeit mehr zum Reagieren bliebe.

Ich hatte noch auf eine andere Sache aufmerksam gemacht: Wenn die Schulden implodieren, dann werden auch die Vermögenswerte implodieren, die durch diese Schulden aufgebläht wurden.

Also: Auch wenn es vielleicht nicht innerhalb von Millisekunden passiert, so wird es doch zu schnell gehen, um noch etwas zu retten. Das haben wir Mitte März gesehen, als 4 Banken, allen voran die Silicon Valley Bank, innerhalb von wenigen Tagen zusammenbrachen. Kurz danach implodierte dann auch die Credit Suisse.

Wie man weiß, lässt sich ein solches Ereignis unmöglich exakt vorhersagen. Das Gute wiederum ist, dass wir den Zeitpunkt auch gar nicht exakt bestimmen müssen.

Eine große Chance

Anleger müssen Völlerei und Gier vergessen und sich von Kerberus’ Hölle fernhalten. Wenn sie es schaffen, die aktuellen Risiken im System zu umschiffen, dann steigt nicht nur die Chance, dem Desaster zu entkommen deutlich an, sondern auch die Chance, das eigene Vermögen auszubauen.

Also: Vergessen Sie kurzfristiges Timing! Und vergessen Sie Gier!

Vermeiden Sie einfach die potentielle Implosion der Vermögensmärkte und positionieren Sie sich sicher für unglaubliche Chancen, wann immer diese sich auch bieten mögen.

Ich persönlich denke nicht, dass es noch lange dauern wird, bis alles ins Wanken gerät; allerdings kümmere ich mich auch nicht um exaktes Timing, solange ich an der richtigen Stelle stehe.

Meine Ansichten stellen keine Empfehlungen dar, sondern nur mein persönliches Risikomanagement.

Erstens würde ich einen weiten, weiten Bogen um folgende Assets machen:

  • allgemeine Aktientitel, Anleihen jeglicher Art (ob staatlich oder von Unternehmen), Währungen, Bankeinlagen, Investitionen in Gewerbe- oder Wohnimmobilien
    Es gibt natürlich Ausnahmen wie rohstoffbezogene Aktien, Rüstungsaktien und viele mehr.

Doch denken Sie daran: In einem echten Bärenmarkt leiden tendenziell alle Aktien.

Selbst bei den besten Unternehmen können sich die Profite halbieren und die KGV von 20 auf 5 fallen. Das zum Beispiel würde zu einem Rückgang des Aktienkurses um 88 % führen!

Als ich während des Aktienmarktcrashs 1973/74 in Großbritannien für Dixons Plc arbeitete, habe ich einen ähnlichen Kursverfall miterlebt, obwohl das Unternehmen finanziell solide aufgestellt war. Doch von da aus bauten wir Dixons zur führenden Kette für Unterhaltungselektronik in Großbritannien aus, die im FTSE 100 gelistet wurde.

Wer also glaubt, dass es für gute Unternehmen gar keinen 90 %igen Einbruch geben kann, liegt damit völlig falsch.

Was man nicht halten sollte, ist einfach. Doch was sollte man dann halten?

Für mich zumindest liegt die Antwort auf der Hand.

  • Rohstoffe sind 2020 in einen Aufwärtstrend gestartet und haben noch einen langen Weg vor sich.

In diesem Bereich ist Gold – das einzige Geld, das die letzten 5.000 Jahre überlebt und die eigene Kaufkraft gehalten hat – eindeutig das Vermögenschutz-Asset par excellence.

Von Silber haben wir uns aus Gründen der Volatilität in den letzten 20 Jahren hauptsächlich ferngehalten. Es war kein gutes Metall für alle, die ruhige Nächte bevorzugen. Doch jetzt, da das Gold/Silber-Verhältnis bei 80 steht (d.h. Silber ist im Vergleich zu Gold relativ billig) und angesichts einer starken industriellen Nachfrage für Sonnenkollektoren, elektronische Geräte etc., werden wir wahrscheinlich einen Rückgang im Verhältnis auf vorläufig 30 und letztlich sogar 15 oder tiefer sehen. Das bedeutet, dass Silber 3- bis 5-mal schneller steigen wird als Gold.

Doch physisches Gold ist die Königsklasse für Vermögenssicherungszwecke und kleinere Investitionen in physisches Silber sollten als Investments/ Spekulation mit massivem Potential betrachtet werden.

Neben dem gelben Gold gibt es noch das schwarze Gold – Öl –, das sich kurstechnisch ganz ähnlich wie das gelbe Metall bewegt. Folglich sind Preissteigerungen auch beim Öl wahrscheinlich.

Somit werden sich Aktientitel guter Gold- und Silberunternehmen, aber auch Ölunternehmen mit Blick auf die kommenden Jahre wahrscheinlich als exzellente Investitionen herausstellen.

Doch an dieser Stelle muss wieder Folgendes betont werden: Ausreichender Schutz vor der wohl größten Anlageblase-Implosion der Geschichte setzt voraus, dass ein Großteil der Anlagemittel in physisches Gold und etwas Silber gesteckt wurde, die außerhalb des Finanzsystems in einem sehr sicheren Rechtsgebiet und Tresorlager verwahrt werden.

Vorzugsweise sollte der Großteil Ihrer Metalle außerhalb Ihres Aufenthaltslandes verwahrt werden. Im Notfall sollte man in der Lage sein, zum eigenen Reserve-Asset zu flüchten.

Welt am Scheideweg

Für mich ist es klar, dass die westliche Welt heute am Scheideweg steht. Und wie Shakespeares Brutus in seiner Rede sagte: Die richtige Richtungsentscheidung „führt zum Glück“, die falsche aber zu „Not und Klippen“, durch die man sich winden muss.

Es gibt Gezeiten für der Menschen Treiben;
Nimmt man die Flut wahr, führt sie uns zum Glück,
Versäumt man sie, so muß die ganze Reise
Des Lebens sich durch Not und Klippen winden.
Wir sind nun flott auf solcher hohen See
Und müssen, wenn der Strom uns hebt, ihn nutzen,
Wo nicht, verlieren, was zur See wir wagten.

Shakespeare – Julius Caesar

Für alle, die den Ernst der Lage erkennen, sollte die Wahl auf der Hand liegen, um letztlich nicht alles zu „verlieren, was […] wir wagten.“

Angesichts solcher folgenschwerer Risiken muss der Schutz von Familie und Teilhabern die einzige Option sein.

Egon von Greyerz ist Gründer und Managing Partner der Matterhorn Asset Management AG (www.goldswitzerland.com).

Hinweis: Meinungen oder Empfehlungen im Rahmen von Gastbeiträgen geben die Einschätzung des jeweiligen Verfassers wieder und stellen nicht notwendigerweise die Meinung von Goldreporter dar.

Goldreporter-Ratgeber

Genial einfach, sicher und günstig: Gold vergraben, aber richtig!

Was tun bei Goldverbot oder Goldengpass? Notfallplan für Goldanleger

Abonnieren Sie den kostenlosen Goldreporter-Newsletter und erhalten Sie den Spezial-Report "Vermögenssicherung mit Gold" (PDF) kostenlos! Weitere Informationen?

12 Kommentare

  1. Wer glaubt, das läge als neue erstmalige Entwicklung noch vor uns, wage einen Blick in die Geschichte.
    Es reichen die letzten 100 Jahre.
    1923: Reichsmark, in einem Jahr auf Null
    1929: weltweiter Aktiencrash, minus 90 %, auch rasend schnell, folgend Weltwirtschaftskrise.
    1945 ff: finanzielle Repression in den USA (hohe Inflation bei Niedrigzinsen radiert Geldvermögen aus)
    1948; Währungsreform in Germanien, 95 % weg.
    2000: Dot-Com Bubble platzt, Dax minus 85 %
    2008…..

    Dagegen: seit 1971 steigt Gold von 31 auf 1950 USD.

    Neu ist nur, dass es diesmal ein weltweites vollvernetztes Problem ist.
    Wen hätte vor 50 Jahren eine US-Regionalbank interessiert ?
    Jetzt ist Argentinien und Simbabwe eben überall.
    Obendrauf ist Berlin eifrig dabei, Germanien in Venezuela zu transformieren (nur mit schlechtem Wetter und ohne Ölvorräte im Boden).
    Die globale Vernetzung (jeder Fonds/Bank hält Aktien und Anleihen von überall und allem) und die netten Tausende von Milliarden in Wetten (sorry Derivate) wirken wie Nitroglycerin, wenn es anfängt zu schaukeln.

    Egon schreibt mal wieder für die extrem kleine Gemeinde derer, die sowieso schon wissen, was gespielt wird.
    Er kommt mir immer vor wie damals der Zimmermann namens Noah, der ein grosses Boot gebaut hat und alle haben ihn ausgelacht.
    Bis es angefangen hat zu regnen.
    Die Masse da draussen hat wie immer keine Ahnung, was los ist.
    Und so bleibt es auch, bis es zu spät ist.
    Wie immer.

    Nach der ersten schlechten Nachricht stehen die wieder in 100 -Meter plus x-Schlangen vor den EM-Händlern. Aber es wird nach 2 Stunden nichts mehr geben.
    Metall kann man eben nicht drucken wie die bunten Zettelchen.

    Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.
    und:
    You can ignore reality, but you cannot ignore the consequences of ignoring reality.
    (Amy Rand)

    Schönes Wochenende und genießt das Leben !

  2. Wie immer zeichnet Egon von Greyerz ein Bild, welches ich in Teilen, vielleicht auch in großen Teilen, zustimmen kann. Allerdings ist es auch wieder extrem überspitzt dargestellt. Das Bild, welches sich mir beim Lesen des Artikels aufdrängt, hat immer so etwas von Weltuntergangsstimmung.
    Dass das Gold/Silber-Verhältnis auf bis zu 15 runtergehen kann, halte ich aufgrund der Vorkommen von Gold und Silber auf der Erde für nicht realistisch. Sollte jedoch Silber industriell stärker nachgefragt werden, könnte ich mir dies dann doch vorstellen. Letztendlich kann das aktuelle System noch Jahrzehnte weiter bestehen. Die Kosten dafür zahlen all jene, die Vermögen haben und der Inflation zum Beispiel unterliegen.

  3. Natürlich, es kann schnell gehen, so schnell, dass keiner mehr reagieren kann. Also weder schnell noch kaufen oder verkaufen.
    Das wäre dann, wenn die Lenker des Finanzwesens die Kontrolle verlieren oder komplett Amok laufen.
    Beides wäre aber nur gering wahrscheinlich, aber durchaus im Bereich der Möglichkeiten.
    Siehe : Das Law of Murphey.
    Und dieses Gesetz des Murphey ist auch der Hauptgrund, weshalb selbst die Lenker des Finanzwesens selbst Gold horten.
    Doch solange Schuldner und deren Partner, die Gläubiger, freundlich und wohlwollend miteinander verkehren, passiert nicht viel, ausser einem erhobenen Zeigefinger.
    All unser Bemühen Gold zu sammeln dient einzig und alleine diesem Zweck, wenn Drohungen verstummen und irrationales Handeln die Oberhand gewinnt.
    Solches sollte man, wie @ukunda gerne sagt, stets
    „auf dem Radar haben“

    • @Maruti Sie schreiben oben, dass es sehr schnell gehen kann. Da stimme ich Ihnen zu. Ich möchte an der Stelle daran erinnern, wie schnell es mit dem Silber ging, als der Gesetzgeber zum Wochenende die Differenzbesteuerung abgeschafft hat. Es wird genauso schnell mit der Besteuerung von Gold gehen. Da der Staat nicht mehr weiß, wo er das Geld für die Verpflichtungen herholen soll, ist es für mich nur eine Frage der Zeit, bis dies über Nacht passiert. Aber das wäre in Anbetracht dessen, was alles passieren kann, nur nebensächlich…

  4. @Maestro Irgendwie habe ich auch das dumme Gefühl dass es bis zum grossen Knall bei den Aktien nicht mehr allzu lange dauern kann.Die Differenz zwischen ungebremsten DAX Höhenflug und wirtschaftlicher Realität war noch nie so gewaltig wie jetzt. Da ich auch noch eine überschaubare Menge von den Dingern habe, werde ich auf alle Fälle sehen dass ich bis zum Ende des Jahres ständig in der Lage bin über Onlinebanking das Zeug kurzfristig umzurubeln. Nicht so wie letztens, als ich 1 Woche wegen verpassten Roaming in dieser Richtung handlungsunfähig war.Ansonsten sieht man heut wieder dass man mit Gold wunderbar entspannt leben kann,ob nun 1940 oder aber 1970 ist mir doch nun völlig egal .

    • Materialist:
      Heute ging es durch die Nachrichten: BASF hat einen Gewinnrückgang um 76 %. Dazu ist Deutschland Schlußlicht in Sachen Wachstum. Tag für Tag gibt es neue Hiobsbotschaften. Und der Dax klettert beständig nach oben. Mit der Realität hat das nichts mehr zu tun. Mag sein, dass das noch so weitergeht. Dennoch würde ich nicht eine Kopeke in dieses verrückte Spielcasino werfen.

      • @racew
        Das ist in der Tat erstaunlich.
        Ich kann mir das nur so erklären, dass die Aktienkäufer meinen, schlechte Wirtschaftsnachrichten sind gut für die Papiere.
        ( Welche aber letztlich Schuldscheine sind und Aktien genannt werden).
        Das ist durch die Annahme begründet, dass die Notenbank gezwungen sein könnte, den Markt wieder mit Geld zu fluten, sprich, die Zinsen auf Null zu senken.
        Der Markt muss nur laut genug brüllen, dann senken die schon.
        Das ist ein fataler Irrtum und Frau Lagarde und Herr Powell haben das klar und deutlich gesagt:
        „Über eine Zinssenkung wird erst dann gesprochen
        ( noch nicht gehandelt), ! ,wenn die Inflation und Kerninflation nachhaltig ! unter 2% gerät.
        Nachhaltig heisst, mindestens 1 Jahr lang.
        Das könnte für viele Spekulanten fatal enden, wenn dies erst mal von der Masse realisiert wird.
        Im Prinzip könnte der DAX oder DOW um 75% einbrechen, ohne dass die Welt untergeht, wie man 2008 ja deutlich gesehen hat.

        • Maruti:
          Eine sehr plausible Erklärung. Die Aussicht auf alternativlose Rettungsgelder beflügelt. Aber was soll geschehen, wenn etwa die Derivateblase platzt? Es ist und bleibt m.E. Zockerei auf kürzeste Sicht. Da lob ich mir den Spatz in der Hand (= EM).

      • @ Racew Man solite das nicht zu verbissen sehen.Es ist klar wer hoch steigt wird tief fallen.und lange kann das 100% ige ausblenden der Realität auch an der Börse nicht mehr gut gehen.Ich bin aber Rentner und kann das Pokerspiel dort ständig beobachten.Sobald einer will sehen sagt steige ich aus und lege den Gewinn in einem Maple anDer 24er fehlt mir nämlich noch.

    • @Materialist
      Kleiner Tipp, abseits von Gold:
      Wenn die Nerven etwas Thrill brauchen, kann man das Aktiencasino schon noch reiten, sogar mit Airbag namens Stopp-Loss-Orders.
      Dabei definiert man einen automatischen Auslösekurs, bei dessen Durchbrechen ( von oben) die Aktien automatisch verkauft werden.
      Der Trick der Profis besteht darin, WO man den Auslöser setzt.
      Anfänger machen folgenden Fehler: Aktie z.B. bei 115, dann setzten die das Stopp-Loss bei 100.
      Immer schön auf eine gerade Zahl.
      Das heisst aber NICHT, dass die Aktie dann bei 100 verkauft wird, sie wird nur bei 100 zum Verkauf angeboten.
      Verkauft wird sie erst, wenn sich ein neuer Kurs bildet, es also genug Käufer zu einem sich neu bildenden Marktpreis gibt.
      Wenn es richtig knallt, kann der Kurs z.B. bis auf 85 durchrutschen, bis sich ein neuer Kurs bildet und die Aktien dann raus gehen.

      Profis setzen das Stopp Lass daher auf irgendeine ungerade Zahl OBERHALB einer geraden Zahl.
      Im obigen Beispiel 105,56 (nur als Beispiel).
      Wenn es bergab geht, ist man als Erster bei den Verkäufern. Und es gibt wenige andere Verkäufer zu diesem komischen Kurs.
      Man hat dann die Chance, seine Aktie loszuwerden, bevor die Masse zu 100 verkaufen will.

      Wie bei der Titanic: immer schön vor den anderen Passagieren ins Rettungsboot.

  5. @ Maestr Sicher,ein guter und logischer Tiipp aber die 2 Positionen um die es da geht kann ich auch so im Auge behalten und entsprechend hsndeln.Ich glaube nicht an die Zukunft von Aktien aber kurzfristig kann auch damit um überschaubaren Rahmen gegen Inflationsverluste ankämpfen.Hatte vor Dividendenzahlung 100 BMW bei 101 Euro gekauft es gab 6 Euro Dividende und jetzt sind sie sogar auf 111 gestiegen,wenn es runter geht stoppe ixh bei 105,09

    • @Materialist
      Sie machen es offenbar richtig. Nur Stopp Loss kosten eben etwas und das mindert den Gewinn. Dividenden muss man versteuern ( 26% ? ) und das eingesetzte Kapital von über 10.000 Euro ist auch noch inflationsbelastet, auch wenn man bei 10.500 verkauft, sind diese eben dann weniger wert als damals beim Kauf.
      Was bleibt also unter dem Strich, auch noch nach Abzug von Depot und Kontogebühren.
      Ist einem das dann auch noch das Risiko wert.
      Irgendwie finde ich auch den Ratschlag gut, immer auf selten gewählte Lottozahlen zu setzen. Dann muss man den Gewinn nicht mit 100 anderen teilen :).

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie Ihren Namen ein

Anzeige

Letzte Beiträge

 

Unsere Spezialreports und Ratgeber sind erhältlich im Goldreporter-Shop!

Anzeige