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Euro-Goldpreis auf Rekordkurs

Irland wird mit 85 Milliarden Euro gerettet. Zur Beruhigung der Märkte hat das jedoch in keinster Weise beigetragen. Kommt es zum gefürchteten Domino-Effekt in der EU-Schuldenkrise? Der Goldpreis in Euro nähert sich seinem Allzeithoch.

Die Hilfe für Irland aus dem gemeinsamen Rettungstopf von Internationalem Währungsfonds und EU umfasst nun 85 Milliarden Euro. Damit wurde nicht nur die grüne Insel gerettet. Einer ganzen Reihe von Banken, nicht nur irischen, kommt die nun verabschiedete Kapitalspritze zugute. Während Aktien, Euro und Staatsanleihen nach der Griechenland-Stütze im vergangenen Mai unmittelbar profitierten, sind die Märkte nach der Irland-Rettung alles andere als entspannt. Wir machen folgende Beobachtungen.

1) Die Renditen europäischer Staatsanleihen
Die Renditen europäischer Staatsanleihen fallen nicht etwa, sie steigen weiter! Hier zeichnen sich vor allem für Spanien ernste Probleme ab. Spanische Banken sind mit rund 60 Milliarden Euro in Portugal engagiert. Wenn Portugal fällt, ist das ebenfalls angeschlagene Spanien direkt davon betroffen. Die Märkte nehmen dies bereits vorweg. Das verdeutlicht auch die folgende Grafik mit der Rendite-Entwicklung spanischer 10-Jahres-Anleihen. Aus Spanien könnte somit deutlich früher ein Hilferuf nach Brüssel erfolgen, als viele erwarten. Spanien muss im kommenden Jahr immerhin knapp 180 Milliarden Euro an Staatsschulden refinanzieren. Zu den aktuellen Marktpreisen von deutlich über 5 Prozent ist das für Spanien kaum mehr machbar.

Rendite 10-jähriger spanischer Staatsanleihen (Quelle: Bloomberg)

Rendite 10-jähriger spanischer Staatsanleihen (Quelle: Bloomberg)

2) Euro / Euro-Goldpreis
Er steigt nicht, er fällt weiter kräftig (wie von uns auf Basis der Charttechnik prognostiziert). Am Montagnachmittag rutschte der Euro sogar bis auf 1,30 Dollar. Davon profitiert der Goldpreis in Euro. Um 19 Uhr kostete die Feinunze Gold bereits wieder 1.043 Euro. Das ist nahe am Allzeithoch von 1.048 Euro (London A.M. am 08.06.2010). Für eine Krügerrand-Münze (1 Unze) muss man vielerorts bereits mehr als 1.100 Euro bezahlen.

3) Presseberichte
Die Formulierungen der Publikumspresse verschärfen sich. So titelt die Wirtschaftswoche beispielsweise in ihrer aktuellen Ausgabe „Lebenslüge Euro“. Der Spiegel schreibt: Szenario Euro-Crash – Finanzexperten fürchten den D-Mark-Alptraum.

Erkenntnis: Im Grunde genommen warten nun alle darauf, dass die nächsten Länder Finanzhilfe beantragen. Was aber nun kommen könnte, ist eine gemeinschaftliche Euro-Anleihe. Dies wurde von der deutschen Politik bislang strikt abgelehnt. Es wäre ein weiterer Schritt in Richtung Transfer-Union. Denn dann müssten auch die wirtschaftlich stärkeren Länder, allen voran Deutschland, höhere Zinsen für ihre Staatsfinanzierung zahlen.

Und nach wie vor gilt: Seit Beginn der Schuldenkrise wurde kein einiger Schulden-Euro abgebaut! Darüber können auch diverse Sparpakete und eine geringere Netto-Schuldenaufnahme (z.B. Deutschland) nicht hinwegtäuschen. Im Gegenteil, die Schulden steigen weiter und weiter an.

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Eingetragen von am 29. Nov. 2010. gespeichert unter Euro, Europa, Gold, News, Politik, Währung. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

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