Sonntag,03.März 2024
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Geldentwertung: Wie Sie Ihr Vermögen langfristig schützen

Seit Ende des Goldstandards befinden sich die Zentralbanken im Teufelskreis der Geldentwertung. Gold bietet einen hervorragenden Schutz vor der Entwertung des Dollars und anderer Fiatwährungen.

Von Slimane Himora

Seit drei Jahren sehen wir uns mit den größten Liquiditätsspritzen der Geschichte konfrontiert. Diese bleiben langfristig nicht ohne Folgen für Ihre Kaufkraft.

In diesem Beitrag werden wir Aspekte betrachten, die die langfristige Geldentwertung erklären und Lösungen aufzeigen, um sich dauerhaft davor zu schützen.

Warum gibt es die Liquiditätsspritzen und welche langfristigen Folgen haben sie?

Die führenden Politiker und Zentralbanker heben die positiven Effekte hervor, die die Liquiditätsspritzen kurzfristig auf die Wirtschaft haben. Die langfristigen Folgen kommen allerdings kaum je zur Sprache.

Wenn es zu einer Wirtschaftskrise kommt, können sich die Zentralbanken veranlasst sehen, die Wirtschaft durch Geldspritzen zu stützen, so wie das in den vergangenen Jahren bei der Subprime- und bei der Corona-Krise der Fall war. Während dieser beiden Krisen haben sich die Bilanzen der Zentralbanken mehr als verdoppelt.

Wir können zwei Formen der Geldpolitik unterscheiden:

  • Akkommodierende Geldpolitik („dovish“): zielt durch lockernde geldpolitische Maßnahmen vorranging auf Wirtschaftswachstum ab (Zinssenkungen).
  • Restriktive Geldpolitik („hawkish“): zielt durch straffende geldpolitische Maßnahmen auf die Garantie der Preisstabilität ab (Zinserhöhungen).

Um die durch die weltweite Covid-19-Pandemie ins Stocken geratene Wirtschaft wieder anzukurbeln, fiel die Wahl zuletzt auf akkommodierende Geldpolitik.

Das Ergebnis dieser Geldpolitik ist Folgendes: Die Zentralbanken haben den Wert ihrer Bilanzen verdoppelt, die Märkte mit Liquidität überschwemmt und dadurch eine der größten Spekulationsblasen der letzten 20 Jahre geschaffen.

Inflation außer Kontrolle

Wir haben parabolische Rallys (deren Wertgewinne mittlerweile wieder komplett getilgt wurden) bei der Mehrheit der spekulativsten Finanzassets gesehen:

  • Kryptowährungen
  • Aktien nicht profitabler Unternehmen
  • Aktien von neu an der Börse gelisteten Unternehmen
  • Aktien von Unternehmen, die Bankrott gehen werden (z. B. die Gamestop-Aktie, die das Internet in Aufregung versetzte)

Die Party ist mittlerweile vorbei und die Zentralbanken nehmen nun die Umkehr der vor einigen Jahren umgesetzten Geldpolitik in Angriff.

In den Vereinigten Staaten ist die Inflation außer Kontrolle geraten und beginnt die wirtschaftlichen Perspektiven einzutrüben.

Die US-Notenbank Fed sah sich gezwungen, ihren Leitzins drastisch anzuheben, um die seit April 2021 unkontrollierbar gewordene Inflation zu bremsen, die die Geldstabilität gefährdet.

Wie dieser Tweet erklärt, hat der Teufelskreis begonnen und die Inkompetenz einiger Mitglieder dieser Institutionen trägt nicht zur Verbesserung der Lage bei:

Wie lange wird es so weitergehen? Der Teufelskreis der Geldentwertung, in dem sich die Zentralbanken seit dem Ende des Goldstandards für den Dollar befinden.

  • Schwache Wirtschaft, sinkende Konjunktur ⇒
  • QE (Erhöhung der Umlaufgeldmenge, Zinssenkung)
  • Anstieg der Inflation (je mehr Geld in Umlauf ist, desto stärker verliert Ihr Geld an Wert)
  • Zinserhöhungen zur Bekämpfung der Inflation (was logischerweise zu einer Wirtschaftsabkühlung führt…)
  • „weiche Landung“, die oft in einer Rezession endet
  • unendlich wiederholen

Die Liquiditätsspritzen wirken sich stark auf die Inflation und folglich auf die langfristige Kaufkraft aus, wie die folgende Grafik illustriert:

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Je größer die im Umlauf befindliche Geldmenge wird, desto deutlicher verliert das Geld an Wert.

Wenn sich die Umlaufgeldmenge rasch erhöht, führt das in den meisten Fällen logischerweise zum Anstieg der Inflationsrate.

Diese Zunahme der Inflation geht einher mit einem Rückgang der realen Kaufkraft. Anders gesagt kann man mit jeder neuen Geldeinheit weniger Güter oder Dienstleistungen kaufen als zuvor…

Stellen Sie sich also vor, dass Sie 100.000 € in bar auf einem Bankkonto haben.

Selbst wenn wir die aktuelle Bankenkrise außen vorlassen, kämen Sie nicht auf die Idee, dieses Geld jahrelang auf dem Konto liegenzulassen, wenn sein Wert Jahr für Jahr schwindet…

Historisch betrachtet hat sich die Geldentwertung seit dem Ende des Goldstandards während der Großen Depression der 1930er Jahre drastisch beschleunigt. Im alten System war der Wert einer Währung direkt an eine bestimmte Menge Gold gekoppelt.

Der Goldstandard machte den Regierungen die exzessive Geldschöpfung schwer, was mit Sicherheit zu seiner Abschaffung beigetragen hat. Der Wertverlust des Dollars hat sich anschließend beschleunigt.

Die Banalisierung der Liquiditätsspritzen für die Wirtschaft wird diese Geldentwertungsmaschinerie, die nun schon seit fast einem Jahrhundert in Betrieb ist, sicherlich nicht bremsen.

Diese Lösung ist rein kurzfristiger Natur und wird den Verfall lediglich aufschieben.

Wie können Sie sich vor der Geldentwertung schützen?

Als Marktteilnehmer müsste ich Ihnen normalerweise sagen, dass die Finanzmärkte eine Absicherung gegen die Geldentwertung ermöglichen.

Doch die Risikoprämie auf Aktien ist aktuell auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahrzehnten und ein Engagement an den Aktienmärkten scheint zum heutigen Zeitpunkt wenig interessant.

Goldpreis inflationsbereinigt

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Goldpreis in Dollar, inflationsbereinigt

Im Gegensatz zu den Fiatwährungen besitzt physisches Gold einen inneren Wert, der seit Jahrtausenden anerkannt ist (die ersten Goldmünzen wurden im Jahr 212 n. Chr. im Römischen Reich geprägt). Das Edelmetall hat seine Nützlichkeit im Laufe der Zeit immer wieder unter Beweis gestellt.

Gold bietet sich daher als hervorragender Schutz vor der Entwertung des Dollars und anderer Fiatwährungen an, wie wir anhand der Grafik mit dem inflationsbereinigten Goldpreis gut erkennen können.

Da die Goldmenge auf der Erde begrenzt ist, wird das gelbe Metall auch in Zukunft weiter stark an Wert gewinnen.

Quelle: GoldBroker.de

Slimane Hirmora ist Geschäftsführer des Unternehmens Himora Finance und unabhängiger Trader, der zwei Jahre lang bei einem Privatfonds beschäftigt war. Experte in im Bereich Makroökonomie und Fundamentalanalyse der Märkte.

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6 Kommentare

  1. Kurz, bündig, verständlich beschrieben! Wußten wir aber eigentlich schon – die Grafiken sind bereits bekannt…
    Zumindest wissen wir Goldkäfer, dass wir auf dem richtigen Weg sind – ich jedenfalls schlafe deutlich ruhiger mit meiner EM-Quote von rd. 50 % der ges. Vermögenswerte. Und ein paar weitere Sachwerte sind auch noch da (z. B. die Zeiteisen mit den Krönchen aus Genf…). Rest ist cash, bzw. ETFs.
    So, jetzt gehe ich bei dieser Hitze hier erstmal auf’n Balkon – aber nicht, um EM runterzuwerfen! Stattdessen gibt’s eine „lustige Cola“ mit Schuss, Eis & Limette – quasi einen Schluck „freies Cuba“… Es ist Luftmanöver & so einige von den Kameraden mit den brennenden Schwanzfedern sind schon an meinem Cocktailglas vorbeigeballert… :-)
    Wünsche allen gutes Wetter & eine gewaltfreie Restwoche!
    Der Dokta

  2. @Golden Eye
    Wohl bekommts! Bei der Hitze ist genau richtig.
    Die Herrschaften werden das System nicht aufgeben, es wird munter weiter gehen. Wie viele Menschen haben Gold in physische Art? Eben. Gold ist immer noch unterbewertet, nicht interessant für die Mehrheit. Also weiter zukaufen, wenn die Gelegenheit günstig ist und genug Cash rumliegt.
    Habe für die Kids jeweils eine lunar Goldmünze gekauft, kommen zu den Gold Pandas dazu.

  3. Der beste Weg sein Vermögen zu schützen:
    1. Gar keines anschaffen, dann braucht man es auch nicht zu schützen.
    2. Doch irgendwie zu Vermögen gekommen, es ganz schnell verpulvern, dann erledigt sich das Problem von selbst.
    3. Gold kaufen und im Meer versenken. Muräne Annegret passt darauf auf und übernimmt kostenlos und zuverlässig den Schutz.
    Letztlich gilt immer noch das Murphey Gesetz:
    Das letzte Hemd hat keine Taschen.
    Das gilt auch für diejenigen, welche immer nur Profit wollen und ihn letztendlich doch nicht bekommen.

    • Maruti:
      Die Entreicherung läuft doch schon seit geraumer Zeit munter. Und um mit den Worten der Politiker zu sprechen: “jeder wird mitgenommen“. An der Inflation kommt niemand vorbei. Genauso verhält es sich mit den künstlich hochgeschraubten Energiepreisen, der CO2-Besteuerung und der anstehenden Heizwende. Medial vorbereitet wird das angebliche Problem der Wasserknappheit. Hier wird der nächste Kostenhammer kommen. Gewinner ist immer der Staat, währenddessen der Bürger stets verliert. Im Übrigen sind in Deutschland Sparvermögen von weit über sieben Billionen Euro vorhanden, die im Fokus stehen werden. Einzige Option ist, die Werte aus dem System zu nehmen. Mit Guthaben auf Konten oder in irgendwelchen Anlageformen geht das nicht. Mit Immos und Aktien ebenfalls nicht. Ich sehe keine Alternative zu EM. Nach und nach in überschaubaren Mengen gekauft entzieht es sich dem Zugriff der Umverteiler.
      Nebenbei: wo steckt Wolfgang Schneider?

  4. @Racew
    Ja, es gibt keine Alternative zum Gold.
    Gold kann nicht pleite gehen, weil es uns vom Allmächtigen ( ich weiss nicht, ob Sie daran glauben, ich tue es), gegeben wurde und der geht eben nicht pleite weil unfehlbar.
    Alles andere ist von Menschenhand gemacht und eben fehlbar. Es gibt kein einziges Asset vom Menschen, welches all die Jahre überlebt hat.
    Es gibt keine einzige Währung mehr, keine Aktie, keinen Bond, ja nicht mal Grund und Boden oder Immobilien,
    über 500 Jahre, geschweige denn, tausend Jahre überlebt haben. Höchstens als Ruinen :).
    Man bekommt einen Zettel in die Hand, unterschrieben von irgendjemandem, welchen man meist gar nicht mal kennt, darauf steht, das ist von nun an dein Geld, deine Aktie, dein Haus oder dein Grundstück.
    Man stelle sich das mal vor, Mein Eigentum, mein Vermögen besteht aus einem Zettel Papier, genannt Vertrag auf Gegenseitigkeit.
    Und so stehen seit tausenden von Jahren immer mal mehr oder weniger Menschen da, mit nur einem Zettel in der Hand und haben Nichts.
    Und nebenan steht jemand, mit Gold in der Hand.
    Dann, und nur dann zeigt sich der wahre Wert.
    Ich persönlich möchte es lieber nicht ausprobieren.

  5. Es scheint wohl so, wie es Herr Dr.Krall unlängst ausdrückte:
    Die Notenbanken werden auch weiterhin einen Drahtseilakt ausführen und zwischen Inflation und Rezession ( Deflation) hin und her schwanken.
    Dazwischen stagflatorische Einlagen, mit Teuerungswellen und gleichzeitig vermindertem BIP.
    Trotz alledem, an Sparen kommt keiner herum.
    Und dazu gehört eben das absolut sichere Gold mit langer Tradition, Valuten, und wer sich den Stress antun möchte, Aktien oder wenigstens Indexfonds.
    Beides ist aber, das sollte man sich stets vor Augen halten, nur ein Stück Papier mit sehr fraglicher Werterhaltung. ( Wenn es wenigstens ein Rembrandt, eine blaue Mauritius oder so etwas wäre ……)

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