Mittwoch,30.November 2022
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Globaler Finanzsturm von epischen Ausmaßen

Zum ersten Mal in der Geschichte wird die Welt jetzt Zeuge eines globalen Ereignisses, in das jedes Land und jede Zentralbank verwickelt ist.

Von Egon von Greyerz, Matterhorn Asset Management AG

Die dunklen Jahre rücken näher und die Welt geht in den Überlebensmodus über. Zugegeben, wer heute in ein gehobenes Restaurant in New York, London oder Zürich geht, wird dort keinen Hinweis auf Elend finden, sondern auf unfassbaren Überfluss.

Was gerade in Mittelamerika oder England passiert, hat die Wall Street oder die City of London, wo ausgezeichnetes Essen vorhanden ist und die besten Weine fließen, noch nicht erreicht.

Das ist natürlich immer so in Endphasen von Epochen, die von großen Exzessen und Dekadenz geprägt sind. So auch am Höhepunkt des Römischen Reiches vor 2000 Jahren oder im Jahr 1929, kurz bevor der Dow um 90 % einbrach.

Preisschock

Realwirtschaft und Otto-Normal-Verbraucher befinden sich aber schon jetzt im Überlebensmodus; die Lebenshaltungskosten steigen in einem Umfang, den sich der Durchschnitt nicht mehr leisten kann. Energie, Treibstoff, Essen, Hypothekenzinsen, Mieten und die meisten anderen Dinge sind im letzten Jahr um 20 % oder mehr gestiegen.

MEHR ZU DEN EXTREMEN RISIKEN UND GLOBALEN WARNSIGNALEN AM ENDE DES ARTIKELS

Alles ging so schnell, dass die Menschen im Schockzustand sind. Tatsache ist aber: Von echtem Elend sind heute die einfachen Leute betroffen.

Wie Charles Dickens in David Copperfield schrieb:

Jahreseinkommen 20 Pfund – Jahresausgaben 19 [Pfund] 19 [Schilling] und sechs [Pence], Ergebnis: Glück. Jahreseinkommen zwanzig Pfund – jährliche Ausgaben genau zwanzig Pfund und noch sechs [Pence], Ergebnis: Elend.

Für Otto-Normal-Verbraucher geht es schon nicht mehr darum, über die Runden zu kommen, für ihn ist es eine Frage des ökonomischen Überlebens geworden.

Die US-Notenbank und andere sogenannte „unabhängige“ Zentralbanken tun alles dafür, um die diese Krise zu verschlimmern. Die zwei offiziellen Ziele der Federal Reserve sind stabile Inflation und Vollbeschäftigung.

Stabile Inflation wurde von der Fed in den vergangen Jahren mit 2 % definiert. Doch wie kam die Notenbank auf eine solche Zahl? Die Notenbanker wissen das wahrscheinlich selbst nicht, denn nichts ist gut an diesen 2 %. Schließlich bedeutet eine jährliche Inflationsquote von 2 %, dass sich die Preise innerhalb von 36 Jahren verdoppeln, was höchst unerstrebenswert ist.

Auch nachdem die Notenbanker die M1-Geldmenge zwischen 2006 und Dezember 2021 um 19 Billionen $ aufpumpten und die Zinssätze bei 0 % hielten, zeigen sie sich bei der Frage, warum die Inflation steigt, immer noch völlig ratlos.

Viele von uns lachten über Powell und Lagarde, als diese das Inflationsgeschehen als vorübergehend bezeichneten!

Die ahnungslosen Zentralbankenchefs sind tatsächlich vorübergehend, die heutige Inflation ist es mit Sicherheit nicht.

Geldmenge, Finanzsystem, Panik

Hyperinflationäre Rakete

Es ist einfach unfassbar, dass die Chefs der größten Zentralbanken der Welt – Federal Reserve und EZB – nicht über das Basiswissen verfügen, um zu begreifen, dass mehr als ein Jahrzehnt unbegrenzte Geldschöpfung wie ein Streichholz wirkt, das man an die größte Inflationsrakete der Geschichte hält.

Ja, es schien sehr lange zu dauern, bis diese Inflationsrakete letztlich zündete. Die Erklärung dafür liegt auf der Hand. Die Rakete war in verschiedene Kammern unterteilt. Bevor die Verbraucherpreise schließlich Feuer fingen, brannte die Inflationsflamme längst schon bei Finanzanlagen wie Aktien, Anleihen und Immobilien. Zwischen 2009 und Januar 2021 stieg der Nasdaq um das 16-fache, der S&P um das 7-fache und die Immobilienpreise verdoppelten sich.

Der bequeme Umstand für die Fed: Diese Hyperinflation bei den Vermögenspreisen zählt nicht als Inflation.

Die Fed konnte also weiterhin ihre Hauptaufgabe verfolgen, die darin besteht, die Reichen reicher zu machen. Da die Fed von Privatbankern 1910 auf Jekyll Island gegründet wurde, mit dem Ziel die Banker und deren Freunde zu bereichern, müssen wir unseren Blick natürlich als erstes auf diese Elitegruppe richten.

Null Inflation und Nullzinsen

Im Herbst 2021, als die Inflationsflamme die Verbraucher erreichte, steckten die US-Notenbank, die EZB und andere Zentralbanken in ihrer Nullinflation/Nullzins-Lethargie fest.

Doch im Jahresverlauf 2022 mussten die Zentralbanken dieser Welt plötzlich erkennen, dass die Inflation tatsächlich da war und bleiben würde. Da sich die Reichen dieser Welt zu dieser Zeit wahrscheinlich längst über Sachwerte diversifiziert hatten, konnten die Banker nun mit geldpolitischen Straffungen beginnen, ohne ihre reichen Freunde damit zu sehr zu schaden.

Global betrachtet, hinken die US-Notenbank und deren Partnerzentralbanken den Entwicklungen ausnahmslos immer hinterher (sie bleiben „hinter der Kurve“). Deswegen hatten sie die globalen Märkte auch viel zu lang mit geschöpftem Geld zu Nullkosten geflutet.

Und jetzt wird ihnen plötzlich klar, dass die verschärfte Geldschöpfung (Schuldenproduktion) seit 2019 nicht nur inflationär wirkt, sondern hyperinflationär. Die Inflationsrakete ist jetzt also komplett gezündet und steht erst am Beginn ihrer Reise.

Powell, Lagarde und mindestens 32 andere Zentralbanker dieser Welt haben vom Zustand der Lethargie inzwischen in den Panikmodus gewechselt, weshalb sie global gerade eine Serie von Zinssatzerhöhungen koordinieren.

Unendliche Geldschöpfung

Die normalen Menschen dieser Welt leiden derzeit massiv unter der enormen Preisinflation für den Alltagsbedarf. Sie kommen nicht mehr über die Runden!

In vielen Ländern wird der nächste Schritt also die Wiederaufnahme von Geldschöpfung oder QE sein. In Großbritannien hat der neue Finanzminister Kwarteng entschieden, Unternehmen und Individuen über niedrigere Besteuerung und Sozialabgaben, Energiezuschüsse etc. deutlich zu entlasten. Für die kommenden Jahre wurden dafür Gesamtkosten von mehreren hunderten Milliarden Pfund veranschlagt. Das ohnehin schwache Pfund fiel um weitere 5 % und die Zinssätze sprangen in die Höhe. Seit Mai 2021 ist das Britische Pfund um 24 % gefallen.

Die Folge dieses Geschenke-Haushalts in Großbritannien ist also steigende Inflation und steigende Lebenshaltungskosten für die Bürger. Das ist ein Teufelskreis, in den auch die meisten anderen Nationen geraten werden, denn auch sie treten in diesen Abstiegswettlauf ein.

Diesmal kommt es anders!

Seit Jahrzehnten herrscht unter Aktienmarktinvestoren die übermäßige Zuversicht, dass sie von ihren Bankerfreunden vor großen Verlusten gerettet werden; Kursverluste stellten somit immer auch Kaufgelegenheiten dar.

Wir haben also eine ganze Generation von Investoren, die noch nie einen ausgedehnten Bärenmarkt kennengelernt haben, weil sie stets von Zentralbanken gerettet wurden.

Doch dieses Mal kommt es anders! Sie können mich beim Wort nehmen. Die Zentralbanken verfolgen gerade eine Strategie der Deflationierung von Anlagemärkten. Und für gewöhnlich halten sie dabei länger durch, als alle erwarten würden.

Doch letztendlich entsteht dabei wiederum ein Teufelskreis aus steigenden Zinssätzen, steigender Inflation, noch höheren Zinssätzen und noch mehr Inflation – solange bis Zentralbanken und Märkte panisch werden, weil die Welt von einer „depressiven“ Hyperinflation erfasst wird.

Es ist vielleicht schwer vorstellbar, wie Depression und Hyperinflation gleichzeitig existieren können. Doch wenn die Vermögenspreise einbrechen (nicht vergessen: sie sind kein Teil der Inflationsberechnungen), werden die Konsumgüterpreise sprunghaft ansteigen.

Und die Anfänge dessen können wir jetzt schon sehen!

Aktien sind bislang schon um ca. 25 % gesunken, die Anleihen sind im Minus, die Immobilienmärkte unter Druck – und Nahrungsmittel, Energie, Treibstoff, Hypothekenzinsen verdoppeln oder verdreifachen sich.

Erst zu Ende, wenn der Vorhang fällt

Das ist der perfekte Sturm. Trotzdem nicht vergessen: Das ist erst der Anfang! Wie ich in zahlreichen Artikeln und Interviews meinte: Das Stück ist nicht zu Ende, bevor der Vorhang fällt.

Doch wann fällt der Vorhang? Nun, falls wir am Ende eines sehr großen Zyklus stehen, und ich glaube, dass wir das tun, dann könnte der Vorhang vielleicht in einem Jahrzehnt oder länger gefallen sein.

Dabei darf nie vergessen werden, dass nichts kerzengerade fällt und dass es unterwegs heftige Korrekturen geben wird, die bei Investoren anfänglich Euphorie auslösen werden. Doch die meisten dieser Reaktionen werden kurzlebig sein, was Kursrücksetzerkäufe zu etwas sehr Gefährlichem macht.

Wir könnten zuerst das Einsetzen einer richtigen Hyperinflation erleben, während Aktien- und Immobilienmärkte um mindestens 75 % fallen, möglicherweise um 95 %. Die Anleihemärkte werden nicht aufhören zu sinken, bis Zinssätze von 20 % und mehr erreicht sind. Viele Anleihen werden auf NULL fallen, weil die Gläubiger zahlungsunfähig werden, darunter auch viele Nationalstaaten.

Die USA oder EU werden die Bezeichnung „Zahlungsausfall“ nicht verwenden. Sie werden einfach eine neue Währung schaffen wie z.B. eine CBDC (Central Bank Digital Currency, Digitalwährung der Zentralbank), und mit dieser Zauberformel werden dann alle von ihnen gemachten Schulden ganz einfach verschwinden…

Allerdings kann man Schulden nicht einfach konsequenzlos verschwinden lassen. Wenn Schulden abgeschrieben oder unter den Teppich gekehrt werden, dann implodiert auch der Wert der Anlagen, die von diesen Schulden getragen wurden. Und auf diese Weise wird die Welt von einer Hyperinflation mit „depressiver“ Wirtschaftsentwicklung in eine deflationäre Depression rutschen. An diesem Punkt werden große Teile des Finanzsystems in die Insolvenz rutschen.

Das eben beschriebene Szenario ist die unausweichliche Folge einer Welt, die seit einem Jahrhundert, und insbesondere seit 1971, über ihre Verhältnisse gelebt hat. Wenige wissen bspw., dass sich die USA seit 90 Jahren jedes Jahr weiter verschulden, mit nur einer Handvoll von Ausnahmen.

Globale Verschuldung: 2,5 Billiarden Dollar

Angesichts von 2,5 Billiarden $ in globalen Schulden, Eventualverbindlichkeiten und Derivaten existieren also jede Menge Aktiva/ Passiva, die noch implodieren werden müssen, bevor die Welt erneut gesundes und schuldenfreies Wachstum hervorbringen kann.

Schulden, Blase, Global

Epische Geldschöpfungsbonanza

Bevor die deflationäre Implosion einsetzt, wird die Welt die monumentalste Geld- und Schuldenschöpfungswelle ihrer Geschichte erleben. Das wird auch der letzte, verzweifelte Versuch von Zentralbanken und Regierungen sein, ein Schuldenproblem mit neuen wertlosen Schulden zu lösen.

Diese Bonanza wird das große finale Feuerwerk sein, das das Ende einer weiteren Ära des finanziellen wie ökonomischen Bankrotts markiert.

Natürlich sind Booms und Krisen Eigenschaften ökonomischer Zyklen, das ist historisch nie anders gewesen. Doch zum ersten Mal in der Geschichte wird die Welt jetzt Zeuge eines globalen Ereignisses, in das jedes Land und jede Zentralbank verwickelt ist. Also ist das Ausmaß der Ereignisse diesmal sehr viel größer, unvergleichbar viel größer.

Wie immer bei Prognosen reden wir hier von Wahrscheinlichkeiten, denn wir alle wissen, dass nur sehr wenige Dinge im Leben gewiss sind. Was wir aber wissen, ist, dass das Risiko heute höher ist als zu jedem anderen Zeitpunkt in der Geschichte. Nie zuvor hat es auf der Welt epische Blasen von diesen Ausmaßen gegeben – und das auf globaler Ebene.

Ein Freund von mir meinte dazu: Es könnte schon passieren, doch nicht mehr solange ich lebe. Eine solche Haltung zeugt von gesundem menschlichen Optimismus, nach dem Motto: „Ich werde es wohl nicht mehr miterleben müssen.“ Doch jetzt ist nicht die Zeit für übermäßigen Optimismus, sondern für Bescheidenheit und Bereitschaft.

Wie dem auch sei: Wir reden hier über Risiken, nicht Gewissheiten. Und wenn das Risiko hoch ist, müssen wir vorbereitet sein und uns schützen. Vergessen Sie nicht: Niemand wird uns eine Brandschutzversicherung verkaufen, wenn das Feuer schon ausgebrochen ist.

Mit Gewissheit wissen wir nur, dass zukünftige Historiker der Welt erzählen werden, was genau passierte und auch wann. Ich würde nur allzu gerne für kurze Zeit auf die Erde zurückkehren, um zu erleben, wie die zukünftigen Experten und Historiker sagen, dass dies der vorhersehbarste Zusammenbruch in der Weltgeschichte war. Und trotzdem sieht das heute praktisch niemand so.

Und wie ich gerne sage: „Die Rückschau ist die exakteste aller Wissenschaften!“

Extremes Risiko gebietet außergewöhnliche Vorsicht

Aktien

Seit Mitte August warne ich in meinen Artikeln vor Epischen Einbrüchen bei Aktien, Schulden, Währungen etc. sowie einem 30%igen Aktienmarktcrash.

Der Crash findet gerade hier und jetzt statt. Der S&P ist seit Mitte August um 15 % gesunken und weitere Verluste von ähnlicher Stärke können für die kommenden Wochen als recht wahrscheinlich gelten. Doch auch wenn solche Verluste eintreten und dann eine temporäre Pause und Korrektur folgt: Diese Baisse hat gerade erst begonnen!

Währungen

Seit 1971 haben der Dollar und alle anderen Währungen 97-99 % verloren. Der effektive Maßstab für den Dollar ist hier die einzige Währung, die bislang alles überlebt hat – GOLD.

Goldpreis, Währungen, Abwertung

Also: Die Währungen befinden sich in einem Wettlauf zum Nullpunkt, bei dem es keinen Preis für den Erstplatzierten gibt. Selbstverständlich können nicht alle Währungen gleichzeitig gegeneinander fallen, weshalb sie sich abwechseln. Dieser Wettlauf dauert schon ein halbes Jahrhundert und keine Währung hat die Ausdauer, immer Spitzenläufer zu sein.

Insgesamt betrachtet, hat der Schweizer Franken hier die Topleistung erbracht, was wahrscheinlich auf die am besten gemanagte Wirtschaft der Welt zurückzuführen ist. Als ich 1969 in Genf anfing zu arbeiten, kostete mich ein Dollar 4,30 Schweizer Franken. Heute kostet mich derselbe Dollar 0,98 Schweizer Franken. Das bedeutet, dass der Dollar 77 % gegenüber dem CHF verloren hat.

Von einem starken Dollar zu reden, ist in diesem Fall einfach lächerlich. Im Moment zeigt der Dollar vorübergehend Stärke. Doch das wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach relativ bald schon ändern, da er in der Tendenz wieder schwächelt.

Wenn die heutige monetäre Ära zu Ende geht, was womöglich in kommenden 5-8 Jahre geschehen wird, werden alle Währungen einen Wert von NULL haben. Darin unterscheidet sich die heutige monetäre Ära von keiner anderen vergangenen.

Gold

Aus Faulheit und Gewohnheit heraus wird Gold in erster Linie in US-Dollar bemessen. Selbst in Großbritannien, Deutschland oder auch in den Medien wird immer der Dollarpreis für Gold gezeigt.

Wenn aber die Immobilienpreise in Großbritannien oder Deutschland nie in Dollar angegeben sind, warum sollte das dann für Gold gelten? Wenn das Pfund oder der Euro die Ausgangswährung sind, dann sollte Gold auch in dieser Währung gemessen werden!

Der absolut korrekte Weg ist natürlich, Gold in Gramm zu quotieren. Welchen Sinn hat es, ECHTES Geld – GOLD – in einer Fiat-Währung zu bemessen, wenn Fiat-Währungen im Verlauf der Zeit immer auf NULL fallen. Es mag sich gut anfühlen, Gold in einer entwertenden Währung zu bemessen, doch der wahre Wert von Gold kommt dabei sicherlich nicht zum Ausdruck.

Gold, Zeitung, MedienGold, gemessen in Dollar, ist temporär schwach. Doch das hat sehr wenig mit Gold selbst zu tun, sondern mit einem Dollar, der aktuell überbewertet ist.

Misst man Gold in Euro, Pfund, Yen, Australischen Dollar etc. so steht Gold in der Nähe seiner Höchststände. Und das wird bald auch in US-Dollar der Fall sein.

Gerade erschien im Wall Street Journal ein Artikel mit dem Titel „Gold verliert Status als Hafen“.

Solche Artikel erscheinen ausnahmslos immer dann, wenn Märkte Talsohlen markiert haben.

Bankensystem – Globale Warnung

Die finanzielle Verfassung von Investoren gerät gerade stark unter Beschuss.

Wenn die Aktienmärkte jetzt, wie ich glaube, in einen langfristigen Bärenmarkt übergehen, der erst nach 75-95%igen Verlusten wieder enden wird, dann stecken die meisten Investoren gerade in großen Schwierigkeiten. Wenn zudem noch Anleihen und Immobilien einbrechen, bleiben kaum noch sichere Anlageklassen.

Gold- und Silberaktien haben großes Aufwärtspotential. Wenn die Titel innerhalb des Finanzsystems gehalten werden, ergeben sich aber Depotrisiken. Besser, man lässt sich direkt beim Unternehmen als Aktieneigentümer registrieren (Namensaktie).

Angesichts der aktuellen Probleme an den Finanzmärkten sowie der globalen Gesamtschuldenlasten, Derivate eingeschlossen, ist auch das stark gehebelte und brüchige Bankensystem ein extrem riskanter Ort geworden.

Weltweit geraten die Banken jetzt unter Druck, denn die Schuldenkrise verschärft sich und die meisten Gläubiger können ihre Schulden aufgrund steigender Zinssätze nicht mehr bedienen. Im nächsten Schritt werden die Banken einen großen Anstieg bei den schlechten Schulden zu verzeichnen haben und zunehmend auch Schuldenausfälle.

Der starke Dollar wird zudem die globalen Dollarkredite massiv belasten – gerade in den Schwellenländern.

Angesichts der Probleme in Europa sind die meisten europäischen Banken derzeit extrem anfällig.

Berücksichtigt man zudem noch die 2 Billiarden $-Derivatebubble dann wird klar, dass die Welt vor einem Finanzsturm steht, der historische Ausmaße annehmen wird.

Ich persönlich würde keine größeren Summen mehr im Finanzsystem halten.

Vermögenssicherung

Die ultimative Form der Vermögenssicherung sind Gold und Silber.

Wer seine Vermögenssicherungsanlagen innerhalb eines riskanten Bankensystems hält, hat im Grunde nicht viel gewonnen. Schlimmer noch sind selbstverständlich Papiergold oder Papiersilber in ETF oder anderen Fondsstrukturen.

Auch in den großen Schweizer Banken werden erhebliche Mengen physischer Edelmetalle gehalten. Die zwei größten Schweizer Banken sind stark kreditbelastet und laufen von einem großen Kredit- oder Derivateverlust in den nächsten, wobei Milliarden Schweizer Franken zu Buche schlagen. Und sie wechseln ihr Topmanagement fast so schnell wie Normalbürger ihre Hemden wechseln. Definitiv kein Zeichen für Stärke.

Gold und Silber sollten in physischer Form gehalten werden – im eigenen Namen beim zuständigen Verwahrer, so dass persönlicher Zugang möglich ist.

Edelmetalle, die in Banken gehalten werden, sind nicht versichert.

Auch die Versicherungsunternehmen werden wahrscheinlich große Verluste bei ihren eigenen Assets erleiden, wenn ihre Hauptanlageformen – Aktien und Anleihen – im Wert einbrechen. Deswegen ist es essentiell, dass man seine Metalle in Einrichtungen verwahrt, die auch ohne Versicherung noch sicher sind.

Denken Sie auch daran, dass es bei vielen Produkten, auch Lebensmitteln, Knappheiten geben wird. Halten Sie also einige Vorräte.

Leider tritt die Welt jetzt in die Dunklen Jahre ein, die ich in vielen Artikeln diskutiert hatte.

Doch bedenken Sie auch Folgendes: Wenn Sie sich selbst vorbereitet haben, sind die wichtigsten Dinge im Leben Familie und Freunde. Sie sind ein Unterstützerkreis, der in den kommenden Jahren von ganz entscheidender Bedeutung sein wird.

Egon von Greyerz ist Gründer und Managing Partner der Matterhorn Asset Management AG (www.goldswitzerland.com).

Hinweis: Meinungen oder Empfehlungen im Rahmen von Gastbeiträgen geben die Einschätzung des jeweiligen Verfassers wieder und stellen nicht notwendigerweise die Meinung von Goldreporter dar.

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16 Kommentare

  1. https://www.theguardian.com/business/2022/oct/06/bank-of-england-confirms-pension-funds-almost-collapsed-amid-market-meltdown
    Auch die Rentenrücklagen haben sie verzockt. Als ich 1990/91 in der Endphase der UdSSR in Moskau war, konnte ich erleben, daß es die einsamen alten Omas (Babuschkas) hart erwischte. Es waren viele, die im Krieg Ehemann und Angehörige verloren hatten, auf sich allein angewiesen. Staat und Bonzen waren mit sich selbst beschäftigt. Weil die Versorgung mit Lebensmitteln bescheiden war, nahm ich in 3 Monaten 10kg ab. Was freute ich mich, als am Kirowskij-Bahnhof ein Kiosk eröffnete, wo es deutsche Bockwurst gab. Einmal vertilgte ich so eine Bockwurst in ein paar Sekunden und bekam von einer alten Oma die Kopfwäsche meines Lebens. Überall in der Stadt standen Kaukasier herum, die Schaffleisch am Spieß brieten und feilboten. Oft nicht durchgebraten und innen noch blutroh. Dazu gab es eine Scheibe Weißbrot. Preis 3 Rubel. Die Putzfrauen im Studenten-Wohnheim verdienten im Monat 100 Rubel. Dicht daneben standen stets alte Leute, als ob sie auf was warteten. Ich hatte mir angewöhnt, weil das andere Leute auch so machten, auf dem Papier-Teller die Scheibe Weißbrot akkurat zurückzulassen, und diese Brotscheiben holten sie sich dann. Die Generation der Alten, die den Krieg gewonnen und das Land wieder aufgebaut hatte, war um ihre Lebens-Leistung schlichtweg betrogen worden. Ihrer Wut ließen sie nicht freien Lauf, sie waren diszipliniert. Auch habe ich die Russen als einen sehr stolzen Menschenschlag in Erinnerung. Aber wer keine Verwandten hatte, die einem unter die Arme griffen, war aufgeschmissen. Die Putzfrauen in meinem Wohnheim waren allesamt schon im Rentenalter. Weil aber die Rente vorn und hinten nicht reichte, waren sie über die 100 Rubel Lohn heilfroh. Der Versuch des Staates, die Preise künstlich niedrig zu halten, führte dann dazu, daß es in den (allesamt staatlichen) Läden nichts zu kaufen gab. Die Leiter der Verkaufsstellen verschoben alles hintenherum. Die Waren gab es dann auf den „freien“ Märkten, die man nur als üble Basare bezeichnen konnte, zu unverschämten Preisen. Der Rubel stürzte in Abgründe, verlor täglich an Wert. Hattest du Westgeld, unterlagst du nicht dem Darwinismus. Weil auch Jeans-Jacken und -hosen knapp und begehrt waren, brachte ich vom ersten Heimaturlaub einen Koffer voll davon mit. Allesamt meine aus der Flegelzeit, die mir längst nicht mehr paßten. Ich überließ die einer alten Putzfrau, die einen Stall voller Neffen und Enkel hatte. Sie fiel fast in Ohnmacht und schlug über mir mehrmals das Kreuz, segnete mich. Und das 50 Jahre nach Adolfs Barbarossa. Ja – ich weiß, ich bin wie ein nerviger alter Zausel, der von Stalingrad erzählt. Nur was glaubt ihr alle, die ihr im GR-Forum mitlest, wieso ich zum Goldbug wurde? Konfuzius sagte, wer zur Quelle gelangen will, muß gegen den Strom schwimmen. War heute wieder allein auf weiter Flur bei den Apfelbäumen hinterm Nachbardorf; das ganze Auto ist beladen mit vollen Säcken. Morgen früh bin ich wieder Saft holen.

    • @WS
      Dein Beispiel zum Nachwenderussland ist gut. Wäre aber auch in der DDR
      nicht anders gewesen, wenn es die alte BRD nicht gegeben hätte.
      Wie wird es aber das nächste Mal werden?

      • @Goldhase
        So, wie Sie die Frage stellen, wissen Sie es ja schon.
        Zimbabwe, Argentinien, Venezuela…….Alemana.
        Wir müssen dann nur aus dem Fenster sehen, was alle die machen werden, die nicht hier mitgelesen und entsprechend gehandelt haben.
        Zynismus off.

      • @Goldhase
        Kann man schon besichtigen: Argentinien, Simbabwe, Venezuela…. demnächst Alemana.
        Böse, aber auch verrückt ?
        Wir leben (genau: lebten) davon, billige Rohstoffe, Vorprodukte und Energie in gefragte Produkte zu verwandeln und zu verkaufen.
        Fehlt nur eine dieser Voraussetzungen, isch Game over.
        Die Regierung kann Geld drucken (wie lange noch?) aber kein Öl und Gas.
        Dass die OPEC gerade jetzt die Fördermengen kürzt zeigt, was gespielt wird. Und wer mit wem paktiert.
        Und wir verzichten obendrauf auf Schwedt.

        CLEVER, dann eben Rettungspaket 14 mit 8-fach Wummmmms und noch mal 500 Milliarden Sondervermögen.
        Outing: ich hatte aus reiner Verzweiflung (aus absolutem Mangel an wählbaren Alternativen) gelb gewählt und habe nun einen FDP Finanzminister, der in einem Jahr mehr Schulden macht als Castro, Honecker und Kohl in 30 Jahren zusammen.

        Im Mittelalter hat man eine verfeindete Stadt (wenn man seine eigenen Soldaten schonen wollte) einfach belagert und ausgehungert.
        Wir werden in 3D sehen, ob sowas auch heute noch klappt, jetzt eben mit Energie.

        Es gibt Jahrzehnte, da passiert NICHTS.
        Und es gibt Jahre, da passieren Jahrzehnte.
        LENIN.

        Wir sind wohl gerade bei Satz 2.

        • Meistet Eder Das mit den von Schulden Castro, Honnecker und Kohl zusammen, die der Lindner in einem Jahr maht ist genau der Punkt.Es ist nur noch Irrsinn was abläuft und keiner checkt es ,siehe Wahl in Niedersachsen…

          • Materialist:
            Es ist wohl tatsächlich nur ein kleiner Teil der Menschen, der willens und in der Lage ist, sich Gedanken über den Lauf der Dinge zu machen.
            Am vergangenen Samstag war ich auf der Demo in Hannover. Diese firmierte zwar als Veranstaltung der „Querdenker“, faktisch waren die Redner und Teilnehmer m.E. aber im linken, rechten und im bürgerlichen Lager zu verorten.
            Laut NDR nahmen ca. 3.000 Menschen an der Demo teil. Ich würde sagen, dass diese Zahl realistisch ist.
            Bezogen auf die Stadt Hannover hätte etwa jeder 200. Einwohner teilgenommen. Nimmt man die Region hinzu, wäre es ca. jeder 500.Bürger gewesen. Wir reden hier also von einer Beteiligung, die sich im Bereich von 0,20 – 0,50 % bewegt. Selbst wenn man die Zahlen in Anbetracht des schlechten Wetters und der Bahn-„Sabotage“ verdoppeln würde, wäre das Ergebnis immer noch ernüchternd.
            Wenn man bedenkt, in welchen Schwierigkeiten das Land steckt, dann frage ich mich, was noch passieren muss, bis die Menschen aufwachen.

    • Fortsetzung:
      Ich rede gern mit mir selber, bin wohl schizophren. Finanzminister Pawlow (ohne Schäferhund) ließ zu der Zeit die Druckerpresse laufen, bis sie glühte. Deswegen auch die einsetzende Inflation, die man offiziellerseits gar nicht so gern zugab. Déjà-vu. Im Frühjahr 1991 hatte der Mann dann die Idee, einfach alle 50- und 100-Rubel-Scheine – die größten Nominale – für ungültig zu erklären, und das ganze Sowjetland hatte 72 Stunden Zeit, sich irgendwo vor einer Sparkasse oder Bank anzustellen, um die Scheine einzuzahlen und loszuwerden, wobei die koschere Herkunft nachgewiesen werden mußte. Angeblich weil es galt, die aufkommende Mafia zu bekämpfen. 72 Stunden lang stand das ganze Land still, keiner ging seiner Arbeit nach, weil jeder vor einer Bank anstand, und die Schlangen waren bis zum Mond. Bös erwischte es die vielen alten Omas, die Kriegswitwen, die allesamt ihre 3-4 Tausend Rubel (im wahrsten Sinne dieses Wortes) im Kissen eingenäht hatten. So viel kostete ein anständiges Begräbnis. Sie waren mit der Prozedur überfordert, schafften es millionenfach nicht rechtzeitig und wurden gefleddert. Kaum wer besaß Devisen, und Gold hatte damals in der UdSSR nicht so den Stellenwert. Das kam erst später. Die echten Mafia-Halunken machten es so: Man nahm sich einen Bankdirektor zur Seite, übergab ihm das Geld kofferweise, und die Einzahlungen wurden rückdatiert. Zum gegenseitigen Nutzen. Hab ich damals alles so miterlebt. Hab heute noch zwei ungültige, grüne, alte 50-Rubel-Banknoten – den Monatslohn einer Putzfrau – mit Lenins Abbild drauf. Nach dieser Aktion hatte die Masse der Leute das Vertrauen in das System und die (allesamt staatlichen) Banken und Sparkassen verloren, durften nur begrenzte, kleine Summen monatlich abheben und mußten zusehen, wie die rasende Inflation ihr Erspartes ruinierte. Unser @anaconda schrieb mal, daß Nestor Kirchner das in Argentinien auch so machte. Dort wissen die Leute, wie es ist, wenn die Bank-Automaten einfach kein Geld ausspucken, wenn du es am nötigsten brauchst. Das verstärkte natürlich die Sezessions-Tendenzen; insbesondere die Balten sahen ihr Heil in der Flucht und der Anbindung an den Westen. Hätte mir kurz vorher einer gesagt, daß die DDR einmal sang- und klanglos untergeht, und daß das Imperium UdSSR die Hufe hochreißt, dem hätte ich einen Vogel gezeigt. Die ganzen 90er Jahre und danach – bin ja Dolmetscher von Beruf – hatte ich dann die Ehre, an Deutschlands Ostgrenze miterleben zu dürfen, wie die Wogen menschlichen Elends aus dem Osten über uns kamen. All die dusseligen Frauenzimmer, die meinten, nach ein paar Monaten Blümchen-Sex als Stricherin mit Bündeln voll Westgeld nach Hause zu fahren. Was war bloß aus dem stolzen Volk geworden, das Napoleons und Hitlers Armeen aus dem Land gejagt hatte? Mit solchen Begleit-Erscheinungen rechne ich auch hier. Tausche Sex gegen 2 Büchsen Bohnen, damit die eigenen Kinder nicht verhungern. Ich kann EvG nur beipflichten: Leute, legt Vorräte an! An edlen Metallen, denn die waren und sind immer Geld, und an Lebensmitteln. Heute mit 32 Kartons á 5 Liter haltbarem Saft aus der Mosterei zurück gekommen. Die Ausbeute von 2 Tagen Fallobst sammeln, das hier in Mengen in den Straßengräben liegt und verrottet. Die Masse hat es noch immer nicht geschnallt, daß die Welt gerade dabei ist, sich für immer zu wandeln. Erst einmal nicht zum Besseren.

    • @ Wolfgang Schneider___Ich, selbst früherer, 1989 noch „ausgereister“ DDR-Bürger, mag Ihre Schilderungen wirklich sehr. Aufrichtigen Dank dafür. Es ist wirklich so, dass ich sagen muß: Wie man sich doch täuschen konnte. Doch es ist wie es ist, man muß das Beste draus machen.

    • Gold ist nur fürs Endgame darum sammle ich Gold und nehme dafür auch gerne Gewinne aus Aktien bis der Finale Super GAU eintrifft
      Von Investitionen in Rohstoff Aktien die gute Dividenden bezahlen spricht doch nichts dagegen nur von Firmen die total überbewertet sind wie zb USTech Werte würde ich die Finger lassen

      • @katerMikesch
        Dividenden sind nichts weiter als Zinsen oder besser gesagt Risikogeld.
        Der Börsenguru Kostolany sagte mal:
        Ich kann Ihnen jeden Zins zahlen, wenn ich das Kapital nicht tilgen muss.
        Was nützt Ihnen die ehemals gezahlte Dividende von Wirecard, Solarworld u.a, wenn die Aktie wertlos geworden ist.
        Sie müssen sich stets fragen, warum zahlt der Konzern überhaupt Dividende ?
        Antwort: Weil er hoch verschuldet ist und Geld braucht.

    • @Ahnungsloser
      Das Spiel heisst Bullenfalle.
      Anleger glauben /wollen glauben/ SOLLEN glauben, daß der Absturz vorüber ist und man wieder rein kann.
      Es geht ein paar Tage oder auch 3 Wochen bergauf, was den Profis erlaubt, noch nicht verkaufte Restbestände an Dummies zu verticken und so die eigenen Verluste zu begrenzen.

      Sehen Sie sich als Beispiel den Dax Chart von 2000 bis 2003 vergrößert an.
      Es gab immer wieder kurze rebounds.
      Aber am Ende stand ein – 85 % Blutbad.
      Immer wieder dasselbe Spiel und die Leute fallen immer wieder drauf rein.
      Sagenhaft.

  2. Das ist der beste und durchdringendste artikel, den ich die letzen zwei jahre gelesen habe — in bezug auf währungen, wahren werten und menschen in beziehung zueinander, deren wertigkeit in letzer konsequenz mehr darstellt, als die summe alles anderen, von dem wir immer dachten, es wäre das wichtigste.

    Werthaltige essets sind gut und wichtig — aber ist der mensch in beziehung zueinander nicht mehr als das?

    Wir sollten all jenen, die an dieser elementaren krise profitiern als das erkennen, was sie sind — sie sind die schädlinge und urheber all dessen, das über uns kommen wird. Und? Lassen wir sie so davon kommen?

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