Sonntag,21.April 2024
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Goldpreis auf Rekordkurs: Jetzt kann es dramatisch werden

Der Goldpreis hat in Euro ein neues Allzeithoch erreicht. Auch am US-Futures-Handel gab es vergangene Woche starke Bewegungen. Was geschieht jetzt?

Gold profitiert

Die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahost-Konflikt bestimmten auch vergangene Woche das Goldpreis-Momentum. In Erwartung einer bevorstehenden Bodenoffensive Israels in den Gazastreifen, führten noch einmal zu einer Kapitalflucht aus den Aktienmärkten und in vermeintlichere „sichere Häfen“ und in Liquidität.

Gold, Goldbarren, Goldpreis, Nahost-Konflikt (Bild: Goldreporter)
Der Goldpreis profitiert von Unsicherheiten an den Finanzmärkten im Zuge des aktuellen Nahost-Konflikts. Eine mögliche Entspannung der Lage könnte zu einer Gegenbewegung bei den Kursen führen (Bild: Goldreporter).

In diesem Umfeld profitierte vor allem Gold. Dagegen konnten Staatsanleihen kaum profitieren, denn die Renditen hielten sich auf hohem Niveau. So kratzten die entsprechenden Marktzinsen in den USA vergangene Woche an der Marke von 5 Prozent und liefen damit auf eine neues Jahreshoch. Impulse erhielt aber auch der Bitcoin-Kurs, der seit dem September-Tief wieder um fast 20 Prozent zugelegt hat.

CoT-Daten

Was geschah vergangene Woche im Handel mit Gold-Futures? Dazu betrachten wir die aktuellen CoT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppen per 17. Oktober 2023. Und hier setzte zeigt sich ungeheure Dynamik der jüngsten Marktentwicklung. Denn die Netto-Short-Position der „Commercials“ stieg um 41 Prozent auf 127.999 Kontrakte.

Auf der Gegenseite schoss die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um 57 Prozent nach oben auf 112.738 Kontrakte. Dabei wechselte die Untergruppe des „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) wieder auf die Käuferseite. Denn nun sehen wir hier wieder eine Netto-Long-Position von 15.103 Kontrakten, nachdem diese Spekulanten zuvor zwei Woche in Folge „netto-short“ positioniert waren.

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Open Interest

Der Open Interest nahm gegenüber Vorwoche nur um 0,7 Prozent zu auf 439.581 Kontrakte. Das lässt darauf schließen, dass es die große Umschichtungen zunächst vor allem innerhalb der Händlergruppen gab. Allerdings stieg die Summe aller offenen Gold-Kontrakte dann bis zum Handelsschluss am Freitag deutlich an. Denn es ging um 4,6 Prozent nach oben auf 460.008 Kontrakte. Somit stiegen bis zum Wochenende bei steigendem Goldpreis zahlreiche Händler in den Gold-Futures-Handel ein.

Mehr Short-Optionen

Auch der Open Interest im Handel mit Gold-Optionen an der COMEX ist noch einmal gestiegen. Im Vorwochenvergleich ging es um 6,6 Prozent nach oben auf 1.048.764 Optionen. Dabei stieg die Put/Call-Ratio kräftig auf 0,51 zu (Vorwoche: 0,465). Das heißt, auf 100 Put-Optionen kamen zuletzt 196 Call-Optionen (Vorwoche: 215). Damit spekulieren jetzt wieder mehr Optionshändler auf einen kurzfristig fallenden Goldpreis – wobei der Optimismus weiter deutlich überwiegt.

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis beendete die Handelswoche im US-Futures-Handel mit 1.993 US-Dollar pro Unze (Dezember-Kontrakt). Damit erreichte Gold den höchsten Stand seit dem 31. Juli 2023. Am Freitag passierte das Edelmetall bereits kurzzeitig wieder die Schwelle von 2.000 US-Dollar.

Auf Euro-Basis sehen wir mit 1.882,58 Euro per Wochenschluss ein neues Allzeithoch. Gegenüber Vorwoche ging es für die Dollar-Notierung noch einmal um 2,5 Prozent nach oben. Auf Euro-Basis sprang der Goldpreis sogar um 5,1 Prozent nach oben. Der Futures-Preis notierte zuletzt noch 13 US-Dollar über dem Spotkurs.

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Goldpreis-Entwicklung in der vergangenen Woche auf Basis der US-Futures. Auf Dollar-Basis ist der Gold noch knapp 4 Prozent vom Allzeithoch entfernt (Dezember-Kontrakt; Quelle: CME Group).

COMEX-Gold-Lager

Unterdessen sanken die Goldbestände in den COMEX-Tresoren gegenüber Vorwoche noch einmal kräftig um 480.000 Unzen auf 19,83 Millionen Unzen (Vorwoche: -430.000). Dabei nahmen die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ um 450.000 ab auf 9,85 Millionen Unzen (alle Zahlen gerundet).

Erkenntnis: Bei einem Open Interest von 460.008 Kontrakten wurden Ende der Woche insgesamt 46.000.800 Unzen Gold in Form von Standard-Futures gehandelt (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war offiziell noch zu 43,1 Prozent mit entsprechenden Lagerbeständen gedeckt (Vorwoche: 45,8 %).

Lieferanträge

Diese Unterdeckung wird vom Börsen-Betreiber damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt werden. Das heißt, am Ende des Kontrakt-Monats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Wie hoch der Anteil ist, kann man ebenfalls aus einer wöchentlichen Pflichtmitteilung ersehen.

So meldete die Börsenaufsicht CFTC nun für den Kontraktmonat September nun 10.877 Anträge auf physische Auslieferung von Gold. Damit kamen in der vergangenen Woche nur 1.216 hinzu (Vorwoche: +424). Zum Vergleich: Im September waren es insgesamt 4.913. Dagegen lag die Summe im bisherigen Rekordmonat (Juni 2020) bei 55.102 Anträgen auf physische Auslieferung des als Futures gehandelten Goldes.

Goldpreis-Ausblick

Mit dem Anstieg des Open Interest bei gleichzeitig stark steigendem Goldpreis ist ein Zeichen zunehmender Marktstärke bei Gold. Aber in der Handelswährung US-Dollar hat der Goldpreis sein altes Rekordhoch noch nicht erreicht. Auf Basis der US-Futures liegt es bei 2.069,40 US-Dollar und stammt vom 6. August 2020. Der Abstand beträgt derzeit noch 3,8 Prozent. In diesem Bereich wird Gold also auf einen hartnäckigen technischen Widerstand stoßen.

Nun stehen in der kommenden Woche an der COMEX die Verfallstermine an. So werden am kommenden Freitag die Dezember-Kontrakte letztmalig gehandelt. Und natürlich steht der Nahost-Konflikt weiterhin im Zentrum der Anlageentscheidung vieler Investoren. Eine gewisse Entspannung, etwa im Rahmen des für Samstag anberaumten Friedensgipfel in Ägypten, könnten beim Goldpreis kurzfristig zu einer (kräftigen) technischen Gegenbewegung führen. Dieses Szenario sollte man zumindest auf dem Schirm haben.

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12 Kommentare

  1. Wenn man den Artikel liest, wird einem Angst und Bang. Dass die USA so gut wie pleite ist weiss man ja inzwischen, und dass ein Krieg die logische Konsequenz aus dem Schuldenschlammassel ist. Aber ich interpretiere das so, dass ein Nahost Krieg unumgänglich für die Amis ist und daraus eine Hyperinflation auf jeden Fall resultieren MUSS! Dass dann EM sich auf den Weg zum Mond macht, ist ein netter Gedanke der EM-Spekulanten, aber ein überlebenswichtiger für diejenigen, die EM als Versicherung ansehen. Man darf hoffen, dass sich die Welt besinnt, mir fehlt aber der Glaube daran.

    https://www.goldseiten.de/artikel/596945–Gold–und-Silbermarktupdate~-Der-Beginn-einer-deutlichen-Bewegung.html

    • @Ahnungsloser Danke für die Bereitstellung des Links, dessen Inhalt ich mit Sorge zur Kenntnis genommen habe. Ich gehe nach wie vor nicht davon aus, dass das System in der nächsten Zeit zusammenbrechen wird. Jedoch kann man davon ausgehen, dass je länger der Missstand vor sich her geschoben wird, die Reaktion am Ende beim Zusammenbruch, wann immer der auch sein mag, heftiger denn je ausfallen wird. Bisher gab es keine Währung, die alle unruhigen Zeiten überstanden hat. Auch nicht der US-Dollar, weil er streng genommen 1971 durch die Aufhebung des Goldstandards „neu aufgelegt“ wurde.

    • @Ahnungsloser
      Eine Hyperinflation wird man nicht zulassen.
      Man streicht ein paar Nullen und legt neue Scheine auf.
      Alte Euro, mit Umtauschfrist und hübsch anzusehene bunte neue Euros.
      Ich habe das in Polen als Besucher miterlebt.
      10 Mio alte Szloty wurden glaube ich in 100 neue getauscht. Mit 1:1 zum Euro.
      Danach ging es auf 1:4 und dabei blieb es dann auch.
      Das Problem war nur mit den Rentnern.
      Die wurden in alten Zloty ausbezahlt.
      Meine Schwiegermutter, Ärztin in besserer Stellung
      ( Militärkrankenhaus), bekam 50 Euro mtl als Rente.
      Das bedeutete, ich flog 1x pro Monat mit Geld hin.
      Was wiederum das Finanzamt wurmte, weil ich Geld ins Ausland brachte und mir eine Anzeige bescherte.
      Von lieben Nachbarn:
      Der bringt sein Geld ins Ausland !, dazu noch mit dem Privatjet ! ( einer Cessna 182, Wert 35 tausend Euro), muss ein Steuerbetrüger sein.
      So ein Privatjet um 35 T Euro ist schon was.
      Der anzeigende Nachbar fuhr übrigens einen Porsche Cyenne oder so um 130 T Euro. Privat natürlich und fürs Finanzamt dienstlich natürlich.
      Das sind die schönen Seiten des sozialen Neides.
      Gott behüte uns vor derartigem.
      PS kennen Sie den “ Privatjet“ von Herrn Merz ?
      Einer Katania 40, war ehemals ein Motorsegler, bekam nur einen 2. Motor, einen Diesel aus Österreich und ohne Bleihaltigem Sprit wie bei meiner Cessna.
      Die braucht Blei im Sprit. Nennt sich Avgas 100 LL.
      ( Low Lead).
      Schon toll, die links grüne Presse, Null Ahnung, aber grosse Klappe.

      • Man kann soviel Nullen streichen wie man will, am Wert der Währung ändert sich nichts. Siehe Venezuela, ausserdem muss weiterhin Geld gedruckt werden, was die Inflation weiter anheizt.
        Sobald das Vertrauen in die Währung weg ist, kann man die Scheine als Kaminanzünder verwenden.

        • @Ahnungsloser
          Das war aber in Polen damals nicht so.
          Mit dem neuen Zloty und strukturellen Umstellungen ging es wirtschaftlich aufwärts.
          Die Währung ist nicht so entscheidend, die Wirtschaftskraft ist es. Da kann die Währung noch so schlecht sein ( siehe Dollar), wirtschaftlich ist die USA noch immer die stärkste Macht.
          Auch der chinesische Remembi oder der Yen ist keine so pralle Währung. Aber die Wirtschaft.
          Letztendlich kommt es auf die Wirtschaft an, ist die schwach, nützt auch die beste Währung nichts.
          Die kann dann ruhig Gold sein, leben möchte dort aber keiner.
          Leider aber ist es häufig so, dass der Währungsverfall mit dem Wirtschafts Verfall einhergeht.

          • Maruti, anscheinend sprechen Sie den Umtausch Zloty in Euro bei der damaligen Euroeinführung an. Da war die wirtschaftliche Welt auch noch halbwegs in Ordnung, was sie heute bei weitem nicht ist, nicht einmal in den USA. Und die Welt war lange nicht so fragil wie heute. In allen Bereichen.

          • Maruti:
            Das “Wegstreichen von Nullen“ würde sich sehr wahrscheinlich als Brandbeschleuniger erweisen. Diesenfalls würden auch die letzten Schläfer aufwachen. Das Vertrauen in die Währung wäre dahin und es würde eine Panik verbunden mit einer Flucht in alle irgendwie werthaltigen Anlageformen einsetzen. Dann wird auch keine Manipulation den Preis der EM im Zaum halten können.

          • @Maruti
            Ihren letzten Satz können Sie gerade wunderbar in 3D und Farbe in Debilistan und Lagarde-Zimbabwe beobachten.
            In knapp über 10 Jahren hat das Lagarde-Papierchen über 40 % gegenüber Dollar und Franken verloren. Den Verfall ggü. GOLD braucht man gar nicht mehr rechnen.
            Die deutsche Autoindustrie hat ihre Inlandsproduktion in wenigen Jahren gut halbiert auf nur noch etwas über 3 Mio. Stück p.a. (China 24 Mio. STÜCK).
            3/4 der „deutschen“ Autos werden mittlerweile im Ausland gebaut (von Mexiko bis China) und nur noch mit der deutschen Preisliste an uninfornierte Dummies verkauft.
            China exportiert mittlerweile deutlich mehr Autos als der einstige Exportweltmeister, der inzwischen ein Importland geworden ist.
            In 5 Jahren erledigen BYD etc. den Rest.
            In den nächsten 2 Jahren werden die asiatischen Weltmarktführer die deutsche Wärmepumpenindutrie platt machen, mit riesigen neuen Fabriken in Osteuropa.
            Die Flügel für die Windräder müssen inzwischen auch komplett importiert werden.
            Dabei gibt es ein tolles deutsches Problem: die bis zu 96 m langen und bis zu 50 Tonnen schweren Teile kommen in Wilhelnshaven oder Bremerhaven an und müssen dann mit 150 m langen und bis zu 200 t schweren Schwertransportern bis nach Bayern transportiert werden. Das geht kaum noch, weil es kaum noch Brücken gibt, die das noch aushalten.
            Toll.
            Beispiel: westlich des Ammersees werden in einer perfekten Flautezone gerade völlig sinnfrei 3 von diesen 250 m hohen Riesenwindrädern gebaut. Als man zu 2/3 fertig war hat man festgestellt, dass die Flügel Risse haben und weg müssen.
            Importware aus Irgendwo.
            Also erst mal kompletter Rückbau.
            Zu doof um Windräder aufzustellen.
            Debilistan 2023.
            Will man davon eine Währung für seine Spargroschen haben ?
            Sicher nicht.
            Gut wenn man Gold hat.

          • @Maruti
            „Es war schön Amerika zu entdecken. Noch besser wäre es gewesen es zu verpassen.“ Mark Twain

          • Ein paar „Nullen streichen“ das geht vielleicht bei unbedeutende Währungen wie Zloty und Simbabwe Dollar die nur lokal gehandelt werden aber mit sicherheit nicht beim US dollar oder Euro da hätten die Staaten die diese Währungen horten mit Sicherheit ein wörtchen mit zureden .

            Und was die angebliche starke US Wirtschaft angeht es ist um ganz genau zu sein eine brutal von Schulden getriebene Wirtschaft im grunde ist es ein Schneeballsystem weil die meisten US unternehmen unprofitabel sind und nur durch neue Verschuldung exestieren können . Wie kann man von einer starken Wirtschaft reden wenn das defizit immer größer wird ?
            Eine funktionierende Wirtschaft hat z.b. Russland deren Staatsverschuldung ist gering und sie bauen ihre Cashreserven auf auch die Chinesen haben eine üppige Kasse mit weit über $3 Billionen davon kann der US Pleitestaat nur träumen .

            Wäre der Dollar eine lokale Währung also nur auf USA begrenzt wären die schon längst in einer Hyperinflation versunken das es NOCH nicht passiert ist liegt daran das sie den Dollar anderen Staat praktisch aufzwingen als Reserve zu halten aber auch das ändert sich gerade deshalb sind sie ja am durchdrehen .

  2. Ich halte deine Meinung für falsch aber dafür sind wir hier auch im Edelmetall foren..
    Dort erhält sich das Geld Deshalb sind wir hier….

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